Asyl ? – Knast!

Foto eines anderen Knastes, als denen, von denen im Beitrag unten die Rede ist: Foto des neuen EU-Lagers auf Samos

Migazin, 16.11.2021:
Verwaltungshaft – Oxfam beklagt Inhaftierung Geflüchteter in Griechenland
Immer mehr Geflüchtete landen in Griechenland in „Verwaltungshaft“ – bis zu drei Jahren
. Die ursprünglich als Ausnahme eingeführte Regelung werde immer mehr zur Regel, kritisieren Menschenrechtler. Aktuell seien 3.000 Menschen in Haft.
In Griechenland werden der Hilfsorganisation Oxfam zufolge immer häufiger Geflüchtete in Haft genommen. Die sogenannte Verwaltungshaft werde zur Regel, obwohl sie laut EU-Recht nur eingesetzt werden solle, wenn alle anderen Mittel erschöpft seien, kritisierten Oxfam und der Griechische Flüchtlingsrat (GCR) in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.
Im Juni dieses Jahres seien rund 3.000 Migranten und Migrantinnen inhaftiert gewesen, heißt es in dem Bericht. Fast die Hälfte der Inhaftierten bleibe länger als sechs Monate in Verwaltungshaft.“
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Hier der Bericht von Oxfam und dem Griechischen Flüchtlingsrat (GCR) von

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Polizisten brauchen sich nicht impfen zu lassen – wer im Gesundheitswesen arbeitet, muss

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis 15. November 2021:
„In Griechenland haben Impfkritiker Ärzte bestochen, um die Immunisierung zu umgehen. Die Mediziner hielten sich aber nicht an den Deal

Die Pandemie ist für Ungeimpfte auch in Griechenland inzwischen eine teure Angelegenheit. Ohne Impfzertifikat müssen sie auf eigene Kosten Test bezahlen, um zum Arbeitsplatz, zum Studium oder aber zum Einkaufen oder ins Restaurant zu dürfen. Nicht wenige versuchen daher offenbar, ein gefälschtes Impfzertifikat zu kaufen. Es gibt aber auch Ärzte, die sich schmieren lassen – und die impfunwilligen Patienten dann trotzdem impfen.
Entsprechende Fälle hatte schon im Oktober der griechischen Privatsender Mega TV vermeldet. Impfverweigerer waren demnach in ein Impfzentrum oder zu Husärzten gegangen und hatten den Medizinern ein „Fakelaki“ mit Beträgen von bis zu 400 Euro zugesteckt. Der im Griechischen gängige Begriff bedeutet „kleiner Umschlag“ und bezeichnetet Schmiergeldzahlungen am Ärzte, um medizinische Dienstleistungen zu erhalten oder zu beschleunigen.
Mega TV zufolge baten die Impfunwilligen darum, statt eines Vakzins Serums lediglich Kochsalzlösung gespritzt zu bekommen. Natürlich sollte im Impfpass dann eine regelgerechte Impfung verzeichnet werden. Ihr Wunsch wurde nur zum Teil erfüllt: Die „Kochsalzlösung“ enthielt Impfstoff.“ weiterlesen

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Kriminalisierung von Helfern von Geflüchteten. Der Schauprozess gegen Sarah Mardini und 23 weitere Angeklagte beginnt

Am kommenden Donnerstag, dem 18.11.2021 beginnt auf Lesbos ein großer Schauprozess gegen 24 Helfer*innen von Geflüchteten. Den Angeklagten drohen bis zu 35 Jahre Gefängnis. Das Schicksal von einer der Angeklagten, der seit Jahren in Berlin lebenden, aus Syrien geflüchteten Sarah Mardini, wirft ein grelles Licht auf die europäische Verlogenheit.

Es fängt damit an, dass die damals 20jährige Sarah Mardini 2015 zusammen mit ihrer Schwester Yusra das Leben von 18 anderen Geflüchteten rettete. Der Motor des Bootes, auf dem sie und ihre Schwester auf dem Weg nach Lesbos waren, fiel aus. Die beiden Schwestern hatten waren vor ihrer Flucht Mitglieder des syrischen Nationalen Schwimmteams. Sie zogen das fahrunfähige Boot dreieinhalb Stunden schwimmend ans Land, die Insel Lesbos. Zwei Männer, die zunächst halfen, gaben auf.
Danach schafften die Mardini-Schwestern es, auf der Balkanroute weiter nach Berlin zu flüchten.
Für ihre Rettungstat wurden sie gefeiert und ausgezeichnet. 2016 erhielten sie „Stille Helden Bambis“. „Bambis“ sind in Deutschland sicherlich keine unbedeutenden Preise

Schon ein halbes Jahr nach ihrer Ankunft in Deutschland kehrte Sarah Mardini zum ersten Mal nach Lesbos zurück – um Geflüchtete aus Seenot zu retten. Sie studierte in Berlin, kam aber immer wieder für längere Zeit nach Lesbos, um zu helfen und zu retten.

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Wer über Pushbacks reden will, beleidigt angeblich das griechische Volk

Bild: Yorgos Konstantinou/ Imagistan

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis 13. November 2021:
„Griechenland: Was und wie darf Journalismus fragen?
Eklat bei Pressekonferenz: Wer über Pushbacks reden will, beleidigt angeblich das griechische Volk. Eine niederländische Journalistin bekommt dafür einen Shitstorm der Extraklasse
In Griechenland wird aktuell über die Frage diskutiert, was Journalismus darf – und was nicht. Wichtigster Anlass dafür ist eine harsche Frage, welche die niederländische Journalistin Ingeborg Beugel am Dienstagabend bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Premierminister Kyriakos Mitsotakis und dessen niederländischen Amtskollegen Mark Rutte stellte. Mitsotakis antworte harsch und wütend. Der Vorfall war internationalen Agenturen und Medien eine Nachricht wert.
In Griechenland selbst führte er zu einem sexistischen Shitstorm griechischer Kollegen gegen Beugel. Das International Press Institute verurteilt „Versuche, eine niederländische Journalistin zu beleidigen und deren Arbeit zu diskreditieren“. Beugel wurde in regierungsnahen Medien als „türkische Agentin“ gebrandmarkt.“ weiterlesen

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Stellvertretende Gesundheitsministerin: Wahrscheinlich werden Ärzte entscheiden müssen, wer eine Chance bekommt zu überleben

Keeptalkinggreece, 7. November 2021:
„Die stellvertretende Gesundheitsministerin Mina Gaga hat öffentlich zugegeben, dass das griechische Gesundheitssystem nicht für die vierte Welle der Pandemie gerüstet ist. Sie kündigte an, dass es bald notwendig sein könnte, Patienten für die Behandlung auf den Intensivstationen der öffentlichen Krankenhäuser zu „triagieren“.
„Wenn die Zahl der Coronavirus-Fälle, der Krankenhausaufenthalte und der intubierten Patienten auf den Intensivstationen weiter ansteigt, werden wir bald entscheiden müssen, ob ein Patient mit Coronavirus oder mit einem Hirnschlag behandelt wird“, sagte Gaga am Samstagmorgen dem Fernsehsender ANT1.
Sie fügte hinzu, dass es landesweit 1300 Betten auf Intensivstationen gibt, von denen die Hälfte für Covid-Patienten reserviert sei.
Gagas Vorhersage könnte schon viel früher eintreffen, da Prognosemodelle einen „unkontrollierbaren Anstieg“ der Virusinfektionen in den nächsten Wochen voraussagen.

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Planlos in die vierte Welle

Auf Naxos. Bild: Marco Verch, CC BY 2.0

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 07. November 2021:
„Planlos in die vierte Welle
Schwierige Tage für die griechische Regierung
Auch Griechenland erlebt in der vierten Welle der Pandemie Rekordzahlen bei den Neuinfektionen. Im Norden des Landes sind die Krankenhäuser hoffnungslos überlastet, die Impfkampagne stockt. Widersprüchliche Maßnahmen, bar jeder Logik, verschlimmern das Chaos und kosten Glaubwürdigkeit.
Die aktuellen Infektionszahlen übersteigen bei Weitem die Zahlen des Vorjahres. In der laufenden Woche wurde am Donnerstag zum dritten Mal binnen einer Woche ein neuer Rekord gemeldet. 6.808 Neuinfektionen und 42 Todesfälle werden verzeichnet. Am Freitag waren es 6.909.
Die Woche begann schon schwierig für die Verantwortlichen der Pandemiebekämpfung. Geplant war, ab Montag täglich eine SMS an alle nicht geimpften Krankenversicherten zu schicken. Mit diesen SMS-Nachrichten, die mit ständig wechselndem Text die Vorteile des Impfens und die Risiken für Ungeimpfte betonen sollten, würden Impfverweigerer bekehrt, sodass bis zum Montagmorgen vorherrschende Narrativ.
Datenschutzbedenken sowie Einwände, dass die SMS höchstwahrscheinlich das Gegenteil bewirken würden, sorgten für einen eiligen Abbruch der lange geplanten Aktion. Der Datensatz der Mobilfunknummern stammte von Träger der staatlichen Krankenversicherung und sei an die Mobilfunkbetreiber herausgegeben worden, war zuvor berichtet worden.“ weiterlesen

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Erster Sieg der COSCO-Arbeiter

Auf dem Transparent: „Keine weiteren Toten für die Profite von COSCO!

[Zu den Ereignissen seit dem tragischen Todesfall in der Doppelschicht am 24.10.2021 siehe Keine weiteren Toten für die Profite von COSCO! ]

Von Christina Papastathopoulou, efsyn.gr 04.11.2021:
„Einen großen Sieg errangen die Arbeiter an den Piers II und III von SEP (einer Tochtergesellschaft von Cosco) im Hafen von Piräus und ihre Gewerkschaft ENEDEP. Am Donnerstagabend (04.11.2021) wurde bekannt, dass SEP auf den Großteil ihrer Forderungen eingehen will, die sie in ihren mehrtägigen Streiks, unmittelbar nach dem Tod ihres Kollegen Dimitris Daggli, erhoben hatten.

Der Vorsitzende des ENEDEP, Markos Bekris, sprach auf der Arbeiterkundgebung in Piräus und Dimitris Linardos, Mitglied des ENEDEP-Verwaltungsrats, auf der Kundgebung auf dem Syntagma-Platz von einem ersten Sieg, den „alle Hafenarbeiter durch ihr Handeln sichern werden und den Kampf für den Tarifvertrag fortsetzen werden“. Am späten Donnerstagabend begann die Generalversammlung der ENEDEP ihre Sitzung, um über den für morgen und Samstag angekündigten 48-stündigen Streik zu entscheiden.

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Keine weiteren Toten für die Profite von COSCO!

Auf dem Transparent: „Keine weiteren Toten für die Profite von COSCO!

Labournet Germany, 3.11.2021:
„Arbeitsunfall im COSCO-Container Terminal im Hafen von Piräus: 45-jähriger Arbeiter von Kranbrücke tötlich getroffen – Belegschaft reagiert mit Streik
“Ein 40-jähriger Arbeiter am Pier 2 des Cosco Container Terminals Piräus kam auf tragische Weise ums Leben, als er unter ungeklärten Umständen von einer Kranbrücke getroffen wurde. Nach Angaben des Arbeigtebers hatte der verunglückte Arbeiter gerade Feierabend [was bestritten wird!]. Die Arbeitnehmer reagieren darauf mit einem Streik. Auf Anregung des Vorstands der Gewerkschaft ENEDEP legten die Arbeiter ihre Arbeit im Hafen nieder und versammelten sich vor dem Tor der SEMPO: “Sie können nicht länger mit dem Leben der Arbeiter spielen, um ihre Gewinne zu machen”, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft ENEDEP, Markos Bekris…” Aus dem (gr.) Artikel vom 25.10.2021 bei koutipandoras.gr, siehe dazu einige weitere (erste) Informationen:
Hafenarbeiter setzen Streik immer wieder fort – breite Solidarität der Bevölkerung, wartenden Schiffsbesatzungen und Gewerkschaften – Cosco klagt auf Illegalisierung des Streiks für die Stürmung durch wartende Polizei.“ weiterlesen

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Zu viel des Guten? Windkraft und der Kampf um Griechenlands wildes Herz

Bild: Terna Energy, Youtube

Von Evrydiki Bersi. Auf englisch veröffentlicht von Reporters United. Eine kürzere Version erschien in der NZZ
Das Fehlen eines strategischen Planungsrahmens in Griechenland ermöglicht es Entwicklern, Windkraftprojekte zu genehmigen, die die Anforderungen um ein Vielfaches übersteigen, ohne die Auswirkungen auf die lokalen Lebensräume zu berücksichtigen. Gibt es einen besseren Weg, um erneuerbare Energien zu planen, ohne die Umwelt im Namen der Bekämpfung des Klimawandels zu schädigen?
„Nennen Sie Ihre drei Lieblingsorte in Griechenland und schauen Sie dann auf die Karte der griechischen Energieregulierungsbehörde. Höchstwahrscheinlich ist dort ein Windpark geplant“, sagt Dimitris Gotsis, ein Konstruktionsingenieur und Naturführer vom Peloponnes, der seine Tage und Nächte damit verbringt, geplante Windparks in Griechenland zu erforschen.
Windturbinen auf einer Höhe zwischen 1.700 und 2.000 Metern auf einem Gebirgszug, der so unberührt ist, dass er Agrafa heißt (was so viel wie „leere Schiefertafel“ bedeutet).
Windturbinen entlang des gesamten Rückens der Insel Amorgos, wo der Luc Besson-Film „Le Grand Bleu“ gedreht wurde. Windturbinen auf 23 geschützten Inseln in der Ägäis, die aufgrund der völligen Abwesenheit menschlicher Spuren als unschätzbare Vogelschutzgebiete geschätzt werden. Auf der Insel Andros, einem Wanderparadies, reicht die geplante Windenergie aus, um den Bedarf der Insel fast zehnmal zu decken. Auf dem Berg Oiti befindet sich ein Windpark innerhalb des Nationalparks. Windturbinen auf 80 % der Gipfel des Pindos, des Gebirgszugs, der sich durch das gesamte griechische Festland zieht.

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Merkels Abschied in Griechenland. Die faulen Griechen.

Merkel am 28.10.2021 mit Mitsotakis in Athen

Am 28. und 29.10.2021 verabschiedete Kanzlerin Angela Merkel sich in Griechenland. Um in guter Erinnerung zu bleiben? Das ist ihr nicht gelungen.
Den passenden Kommentar dazu verfasste ihr härtester griechischer Gegenspieler.


ThePressProject, 29.10.2021:
„Varoufakis: Wie die Erzählung vom „faulen Griechen“ entstand
Das Narrativ vom faulen Griechen war Angela Merkels verzweifeltes Bemühen, den Bankrott deutscher Banken zu verhindern, erklärte der MeRa25-Sekretär.
Im Gespräch mit OPEN TV betonte Yanis Varoufakis außerdem, dass „das, was 2010 passiert ist, ein Verbrechen gegen die Vernunft war, bei dem sowohl die griechischen Arbeitnehmer als auch – und das sage ich seit 2010 – die deutschen Arbeitnehmer die Leidtragenden waren.
Ich denke, dass Angela Merkel ein netter Mensch ist, ich glaube nicht, dass sie eines Tages aufgewacht ist und beschlossen hat, die Griechen zu verleumden. Meiner Einschätzung nach ist folgendes passiert. Ich möchte Sie daran erinnern, dass Merkel im April 2009, ein Jahr vor dem Bankrott der griechischen Regierung, vom Finanzministerium angerufen wurde und ihr gesagt wurde, dass die Geldautomaten der deutschen Banken nicht mehr funktionieren werden, wenn wir, ihre Regierung, den deutschen Banken nicht innerhalb von 24 Stunden 600 Milliarden geben.

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