„Bundesregierung lässt Griechenland abblitzen“

Eingebrannt

Drei Zeitzeuginnen des griechischen Widerstands gegen den deutschen Besatzungsterror. Aus dem Dokumentarfilm aus dem Jahr 2019 „Eingebrannt – Frauen auf Kreta 1941-1945“ Vorführungen

Handelsblatt, 18.10.2019:
Griechenland fordert Reparationszahlungen für die von Deutschland angerichteten Schäden im Zweiten Weltkrieg. Nun hat die Bundesregierung reagiert.
Berlin Die Bundesregierung will nicht mit Griechenland über Reparationen für die von Deutschland in den beiden Weltkriegen verursachten Schäden verhandeln. Das Auswärtige Amt überreichte dem griechischen Botschafter Theodoros Daskarolis am Freitag eine diplomatische Note, mit der eine entsprechende Aufforderung der griechischen Regierung formell zurückgewiesen wird.
„Die Rechtsauffassung der Bundesregierung in dieser Frage ist unverändert: Die Reparationsfrage ist abschließend geregelt. Daran hat sich nichts geändert“, sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur.“ weiterlesen

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter Allgemein, Kriegsschuld | Kommentar hinterlassen

„Petros Markaris: >Die Griechen sind keine Faulpelze<"

899px-Petros_Markaris_2012a

Von Krimidoedel Dr. Jost Hindersmann – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18682415

Wiener Zeitung, 15.10.2019:
„Der griechische Schriftsteller Petros Markaris ist für seine Krimis um seinen Athener Kommissar Kostas Charitos bekannt. Der inzwischen verstorbene Regisseur Theo Angelopoulos für seine epischen Autorenfilme. Gemeinsam haben die beiden Freunde einige der wichtigsten europäischen Drehbücher geschrieben. Markaris „Tagebuch einer Ewigkeit“ über den in Cannes preisgekrönten Film „Die Ewigkeit und ein Tag“ zeigt, wie Literatur und großes Kino entstehen. Der letzte Krimi des 83-jährigen, „Drei Grazien“, verarbeitet das aktuelle Geschehen: Vetternwirtschaft, Korruption, Rechtsextremismus in einem von der Krise gebeutelten Griechenland und ist wie immer beste Unterhaltung samt politischer Analyse. Ein Gespräch über Brecht-Expertentum, unaufmerksame Zensoren und den Wiener Margaretengürtel.
Petros Markaris: Charitos und ich sind beide Zuzügler in Athen. Er stammt aus Epirus und ich aus Istanbul. Charitos begreift Athen als seine Heimat, weil er keine emotionelle Beziehung zu Epirus hat. Die Polizeischule in Athen war seine einzige Möglichkeit, um Epirus zu verlassen und nach Athen zu ziehen. Ich dagegen habe nach wie vor eine besondere Beziehung zu Istanbul. Ich sage immer, ich habe eigentlich keine Heimat, sondern lediglich eine Heimatstadt, nämlich Istanbul.“ weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Kultur, Literatur | Kommentar hinterlassen

Pressefreiheit in Griechenland: Investigativ-Journalist erhebt Vorwürfe gegen Regierung

Kyriakos_Mitsotakis

Kyriakos Mitsotakis (EPP [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)%5D, via Wikimedia Commons)

Von Von Panajotis Gavrilis, Deutschlandfunk:
„Zugangsverbote, Festnahmen, Klagen: Während der griechischen Wirtschaftskrise hat sich die Lage für Journalisten im Land verschlechtert. Nun sorgt der Chef der Wochenzeitung „Documento“ mit einem internationalen Appell für Aufsehen – und erhebt konkrete Vorwürfe gegen den neu gewählten Premier.
In mehreren Sprachen veröffentlicht die Wochenzeitung „Documento“ Video-Clips im Internet, um für ihre Titelgeschichte zu werben. Auch auf Deutsch. Es ist eine Story in eigener Sache mit schweren Vorwürfen gegen d­ie neue, konservative Regierung:
„In ihrem Titelthema hat sich die Zeitung ‚Documento‘ an ihre Leserschaft gewandt und darüber informiert, dass der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis in persönlichen Telefonaten Unternehmer dazu aufgefordert hat, keine Werbeanzeigen mehr bei ‚Documento‘ zu schalten.“ “ weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Die Schande Europas: auch auf Samos

Samos.pngVon Von Giorgos Christidesund Steffen Lüdke, Spiegel online, 15.10.2019:
„Feuer in Flüchtlingslager
Verletzte bei Ausschreitungen auf Samos
Das Camp für Migranten auf der griechischen Insel Samos ist hoffnungslos überfüllt. Nun sind offenbar Syrer und Afghanen aneinandergeraten – das Lager musste evakuiert werden.
Im Flüchtlingslager auf der griechischen Ägäis-Insel Samos ist es zu einem Großbrand gekommen. Das bestätigten Augenzeugen und die zuständigen Behörden dem SPIEGEL. Nach Angaben der Polizei verbrannten 30 Zelte, inzwischen ist die Situation wieder unter Kontrolle.“ weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Geflüchtete. | Kommentar hinterlassen

„Griechenland – Außenposten an der Ägäis“

Von Christiane Schlötzer, Süddeutsche.de, 6. Oktober 2019:
Ein neues Militärabkommen erlaubt es den USA, weitere Stützpunkte in Griechenland zu nutzen. Das kommt nicht überall gut an.
Von Alexandroupolis, ganz im Nordosten Griechenlands, ist es nicht weit bis zur türkischen Grenze. Die Stadt hat weniger als 60 000 Einwohner und war auf den Karten touristischer Quartiermacher bislang ein weißer Fleck. Aber sie hat einen Hafen mit einem 500 Meter langen Containerpier. Dieser Hafen spielt nun eine zentrale Rolle in der neuen Militärkooperation zwischen Griechenland und den USA.
Die Vereinbarung wurde am Samstag in Athen bei einem Besuch von US-Außenminister Mike Pompeo unterzeichnet. Der pries Griechenland als „Stabilitätsfaktor“ in einer von Krisen erschütterten Region, in der auch die USA strategische Interessen hätten. Pompeo nannte das östliche Mittelmeer und den Balkan. Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis sprach von einem „neuen Kapitel“ in den gegenseitigen Beziehungen.
US-Außenminister Pompeo lobt die Regierung für eine Politik, die deren linke Vorgänger anstießen
Eigentlich hatte sich das Verhältnis zwischen Washington und Athen schon zu Zeiten der Linksregierung von Alexis Tsipras deutlich verbessert – parallel zur Verschlechterung der amerikanisch-türkischen Beziehungen. Tsipras hatte sich dafür vom linken griechischen Antiamerikanismus verabschiedet. Auch das Prespa-Abkommen, für das Pompeo jetzt Athen noch einmal lobte, hatte Tsipras durchgesetzt. Es beendete den Jahrzehnte alten Namensstreit mit dem Nachbarn und Nato-Anwärter Nordmazedonien. Mitsotakis‘ konservative Partei hatte „Prespa“ teils vehement bekämpft. Seit die Konservativen aber im Juli die Wahlen gewonnen haben, ist ihre Kritik daran verstummt.“ weiterlesen

Veröffentlicht unter NATO, USA | 1 Kommentar

Griechische Regierung gegen Geflüchtete

Archivbild: Wassilis Aswestopoulos

Von Wassilis Aswestopoulos 05. Oktober 2019:
Griechenland setzt auf Abschreckung und Abschiebungen
Das Kabinett tagte zur Flüchtlingsproblematik und beschloss eine härtere Gangart
Nach dem verheerenden Brand im Hotspot Moria auf Lesbos tagte in Athen das Kabinett zur Flüchtlingsproblematik. Die Regierung beschloss, in der „Prosfygiko“ (Flüchtingsfrage) genannten Problematik eine härtere Gangart gegenüber den Flüchtlingen und Migranten zu starten. Vonseiten der Opposition hagelt es Kritik. Sie vergleicht das Narrativ der Regierung Mitsotakis mit denen von Viktor Orban und Matteo Salvini.
Mitsotakis stand am Freitag in der „Stunde des Premiers“ im Parlament wegen seiner Flüchtlingspolitik im Kreuzfeuer der Kritik. Ihm werden von der Opposition eine chaotische Planung und eine rechtsextreme Ideologie vorgeworfen. Am Freitagnachmittag stellte Mitsotakis seine Pläne zur Flüchtlingsfrage dem deutschen Innenminister Horst Seehofer vor.“ weiterlesen

Veröffentlicht unter Geflüchtete. | Kommentar hinterlassen

Die Schande Europas – Mutter und Kind in Moria verbrannt

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 29. September 2019:
In dem berüchtigten Flüchtlingslager auf Lesbos ist es am Sonntag zu einer Tragödie gekommen
Bislang wurde bestätigt, dass zwei Personen, eine Mutter und ihr Kind, verbrannten, während fünf weitere Personen verletzt wurden.
Gegen 17 Uhr Ortszeit waren zwei Feuer beim Lager ausgebrochen. Das eine ungefähr 400 m außerhalb des umzäunten Lagergeländes und das andere mitten im Lager in einem der Wohncontainer. Der Brand sprang von dem Container rasch auf weitere Wohncontainer über, so dass nach den bisherigen Angaben mindestens sieben davon beschädigt oder zerstört wurden. Direkt im Anschluss an den Brand kam es innerhalb des Lagers zu Ausschreitungen. Das Gerücht von Todesopfern machte die Runde unter den Insassen. Polizei und Feuerwehr rückten an. Die Polizei setzte Tränengas und Blendgranaten ein, während eine aufgebrachte Menge im Chaos sogar die Feuerwehrleute angriff. Es erwies sich als fatal, dass die Polizei aus Angst vor einer Massenflucht der Insassen sämtliche Fluchtwege aus dem Lager versperrte und diejenigen, die panisch flüchten wollten, mit Tränengas, Stockhieben und Blendgranaten traktierte.“ weiterlesen

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Geflüchtete., Moria, Wassilis Aswestopoulos | Kommentar hinterlassen