Von Räumung bedrohte Gemeinschaft Prosfygika: Neuer Stand

Nagaremono, CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0, via Wikimedia Commons

JungeWelt.de 04.07.2026:
„Erfolgreicher Widerstand der von Räumung bedrohten Gemeinschaft Prosfygika in Athen
Die Kampagne »Internationalisten schützen Prosfygika« informierte am Freitag über den Erfolg der von Räumung bedrohten selbstverwalteten Gemeinschaft in Athen: Nach fünf Monaten ununterbrochener Proteste hat die Gemeinschaft der besetzten Prosfygika einen vielschichtigen Sieg errungen. Diese Woche beantwortete die Europäische Kommission die parlamentarische Anfrage zur Rechtmäßigkeit der Räumungspläne, die von 33 Mitgliedern des Europäischen Parlaments aus verschiedenen Fraktionen gestellt worden war. Die Europäische Kommission, die angeblich für die Finanzierung des Gentrifizierungsplans verantwortlich war, bestätigte die Rechtswidrigkeit der Räumung und das Fehlen von Fördermitteln; es wurden entgegen den Behauptungen der Regionalregierung niemals Mittel für diesen Plan bewilligt.
In ihrer Antwort hieß es eindeutig: »Die griechischen Behörden haben der Kommission mitgeteilt, dass bislang keine Ausschreibung zur Aufnahme des Prosfygika-Projekts in das Regionalprogramm ›Attika‹ veröffentlicht wurde. Da kein Vorhaben für eine EU-Förderung ausgewählt wurde, liegen der Kommission keine projektspezifischen Informationen vor.« „
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Athen setzt sich in der EU mit Ausnahmeregelung für russische LNG-Transporte durch

Griechenland Zeitung, 01. August 2026:
Athen setzt sich in der EU mit Ausnahmeregelung für russische LNG-Transporte durch
Griechenland hat sich in Brüssel erfolgreich gegen geplante Einschränkungen beim Transport russischen Flüssigerdgases durchgesetzt. Die Entscheidung sorgt vor allem für Erleichterung beim griechischen Reeder George Prokopiou, dessen Unternehmen eine bedeutende LNG-Tankerflotte betreiben und eng mit dem russischen Energieprojekt Yamal LNG verbunden sind.“
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Zu seinem „Geschäft mit Todesfahrten“ in der Straße von Hormus und zum schillernden Miliardär Prokopiou allgemein siehe: Geschäft mit „Todesfahrten“

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Griechenlands Social-Media-Verbot für Kinder droht zum Papiertiger zu werden

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis 29. Juli 2026:
„Athen wollte Meta, TikTok und X zur staatlichen Alterskontrolle verpflichten. Doch der EU-Rechtsrahmen macht den nationalen Alleingang weitgehend wirkungslos.
Bereits seit 2025 kündigt die griechische Regierung an, Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren von sozialen Netzwerken fernhalten zu wollen.
Es ist ein ähnlicher Vorstoß, wie ihn aktuell auch Frankreich ins Auge fasst. Das griechische Verbot soll ab 1. Januar 2027 gelten. Premier Kyriakos Mitsotakis hat die Maßnahme des Jugendschutzes zur Chefsache erklärt. Vor rund drei Monaten wandte er sich persönlich an die Jugend.“
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75 Jahre Genfer Flüchtlingskonvention – Feiertag, Trauertag, Todestag?

„Die griechische Küstenwache tötet weitere 15 Menschen“, „Äh, ja!“, „Verstehen Sie nicht, dass wir Angst haben, dass sie unsere Kultur verändern könnten?“Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

Gestern jährte sich die Verabschiedung der Genfer Flüchtlingskonvention zum 75ten Mal. Pro Asyl kommentiert das mit einem Beitrag, der mit den Worten „Feiertag, Trauertag, Todestag?“ beginnt (s.u.).
Aus Anlass des Jahrestages startete das UNHCR (das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen) die Kampagne „The Promise“ („Das Versprechen“; siehe dazu unten den Link des UNHCR). Es geht um „eine öffentliche Solidaritätserklärung, die Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen zusammenbringt, um ihre Unterstützung für Flüchtlinge und das Recht, Schutz zu suchen, erneut zu bekräftigen.“ Zu den 75 ersten Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern gehören der Bürgermeister von Athen, Haris Doukasi, die griechische Sängerin Marina Satti ii sowie die griechischen Gewinner des UNHCR-Preises Nansen 2016 aufgrund der Solidarität mit den neu angekommenen Flüchtlingen, die Aktivistin Efi Latsoudi und das „Griechische Rettungsteam“ iii.

Pro Asyl, 28. Juli 2026 iv :
„Zum Jubiläum: Die Genfer Flüchtlingskonvention unter Dauerbeschuss
Feiertag, Trauertag, Todestag? Ein Blick in die Berichterstattung zeigt, mit welch gemischten Gefühlen der 70. Geburtstag der Genfer Flüchtlingskonvention begangen wird. Am Lautesten feiern pflichtgemäß die Regierungen in Europa, die morgen den Kern der Genfer Flüchtlingskonvention (GFK) wieder vergessen haben und ihn mit Füßen treten werden.“
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UNHCR 28. Juli 2026 v:
>Zum 75. Jahrestag der Genfer Flüchtlingskonvention: 75 Stimmen aus aller Welt schließen sich UNHCR an und starten „The Promise“<
Weiterlesen und Text der Solidaritätserklärung

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Odyssee III : Held oder Gauner?

Ich kann den Film von Christopher Nolan empfehlen. Odysseus kommt nicht als der strahlende Held daher, den viele von uns vielleicht von anderen Filmen oder Büchern in Erinnerung haben. Er ist übermenschlich effektiv in den vielen Kämpfen auf Leben und Tod, die gezeigt werden – erinnert insofern an Superhelden. Aber der Film gibt viele Hinweise für eine kritische Sicht auf den Heldennmythos. Ich denke der Film macht Lust auf Lesen über Odysseus.
Ich empfehle als Lektüre das Buch „Odysseus. Mythos und Wahrheit“ i, das gerade anlässlich des Nolan-Films veröffentlicht wurde. Der Althistoriker Raimund Schulz dekonstruiert darin das idealisierte Bild des antiken Sagenhelden und bettet die Odyssee in ihren realen historischen Kontext ein.
Er entzaubert den Helden. Die Figur Odysseus ist in der Odyssee kein strahlender Held, keine Idealfigur, sondern ein „Trickster“. Odysseus wird nicht als moralisch makelloser Vorbildheld dargestellt, sondern als skrupelloser Überlebenskünstler, Pirat und Gewaltmensch, der über Leichen geht. Er sichert sein Überleben und seinen Erfolg durch Täuschung, Lügen, Hinterhalte und Schliche, was ihn eher zu einem „Schlaukopf“ mit dem Gebaren eines Seeräubers macht.
Laut Raimund Schulz spiegelt er damit eine brutale historische Realität, das ungeschminkte Antlitz der archaischen Zeit. Das Epos spiegelt die reale, fragile Übergangsepoche der griechischen Antike wider, die von massiver Unsicherheit, politischer Instabilität, Raub und existenziellen Ängsten geprägt war.

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Odyssee II : Die Bedrohung des Peloponnes durch Nolans Odysseus

Die Bucht von Voidokilia. Foto: By Fæ – Own work, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11542225

Von Isabel Armbrust.
Christopher Nolans Odyssee ist auch in Griechenland ein prominentes Thema. Die athens-times berichtete zum Kinostart von einer begeisterten Aufnahme durch das Publikum, die allerdings auch von kritischen Tönen durchsetzt gewesen sei: Eine Minderheit habe z.B. Unbehagen über eine allzu offensichtliche Anlehnung des Films an aktuelle gesellschaftliche Themen geäußert und ihn „woke Mythologie“ genannt. Und die Besetzung einiger Rollen wie z.B. die der Helena mit Lupita Nyong’o war insbesondere in den sozialen Medien umstritten.
Aber auch die Folgen des Drehs einiger Filmszenen auf dem Peloppones beschäftigen die Menschen in Griechenland. Denn es könnte, wie indicator.gr berichtet, in der wasserarmen Region Messenien zu einem unkontrollierbaren Touristenboom kommen.
Mehr erfahren:

Indicator.gr, 20. Juli 2026 :
„Die Bedrohung des Peloponnes durch Nolans „Odysseus“ – Ein ökologischer Reisebericht des Guardian“ i
Voidokilia und die gesamte Region Messenien stehen aufgrund der Dreharbeiten zu Christopher Nolans „ Die Odyssee “ erneut im Mittelpunkt des internationalen Interesses. Die Filmproduktion, die beeindruckende Ticketverkäufe verzeichnet, dürfte noch mehr Besucher anlocken. Das löst in einer Region, die bereits durch den Klimawandel und die rasante Tourismusentwicklung stark unter Umweltdruck steht, Besorgnis aus.

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Odyssee I : Boykottaufrufe wegen Westsahara-Dreh Nolans

Foto: https://festivalsahara.org/en/news/the-odyssey-nightmare-christopher-nolan/

Von Isabel Armbrust
Seit dem 15. Juli ist Christopher Nolans 250 Millionen Dollar teure, vollständig in IMAX gedrehte Verfilmung der Odyssee auch in Europa zu sehen. Das Medienecho ist enorm. In Deutschland – ebenso wie in Griechenland – wird das außergewöhnliche Werk aus unterschiedlichsten Perspektiven besprochen und bewertet. Nolans Lesart des Odysseus als traumatisierter Kriegsheimkehrer, den die Erlebnisse des Krieges nicht loslassen, scheint einen Nerv in einer zunehmend militarisierten Welt zu treffen.

Umso bedauerlicher ist, dass Nolan bei einem anderen hochaktuellen Thema offenbar eine blinde Stelle hat. Teile des Films wurden in der besetzten Westsahara gedreht – ohne dass die Vertretung der sahrauischen Bevölkerung, die den Anspruch auf die Souveränität des Territoriums vertritt, um ihre Zustimmung gebeten wurde. Im Abspann wird ein Drehort nahe der sahrauischen Großstadt Dakhla zudem schlicht der Besatzungsmacht zugeschlagen. Statt „Westsahara“ heißt es dort lediglich: „Marokko“.

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Die Toten in der Marfin Bank: Jetzt Fahndungserfolg oder Wahlkampfinszenierung?

Marfin Bank 2010. By Joanna – GREEKS PROTEST AUSTERITY CUTS, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=92930101

Es gilt als eines der größten Traumata der griechischen Finanzkrise: Am 5. Mai 2010 starben drei junge Frauen (eine von ihnen schwanger) als Folge einer Brandstiftung während einer der größten Protestdemonstrationen der jüngeren Geschichte des Landes.
Die Mehrheit der Griech*innen ist davon überzeugt, dass Mitsotakis hinter den illegalen Überwachungen steckt und auch bei den anderen großen Skandalen keine reine Weste hat. Trotzdem könnte der Ministerpräsident – mit ein paar Wahltricks bei den wahrscheinlich im Oktober anstehenden Wahlen wieder gewählt werden. Und das vor allem, weil er einer ausreichenden Anzahl von Griech*innen vermittelt, dass es nur mit ihm Sicherheit und Stabilität für das Land gibt. Da passen die Anschläge auf Nea Dimokratia-Politiker in Thessaloniki i vor 11 Tagen wunderbar, um ihn als tatkräftigen Ordnungshüter zu zeigen. Immerhin wurden bereits drei Tatverdächtige verhaftet.
Genauso gut passt in die Wahlstrategie von Mitsotakis, dass jetzt drei Personen verhaftet wurden, die für Täter der Marfin Bank Brandstiftung im Jahre 2010 gehalten werden. Damals drangen während einer sehr großen Protestdemonstrationen gegen die Sparmaßnmen der Regierung Vermummte in die Bank ein und warfen Molotowcoktails. Dutzende Angestellte der Bank wurden verletzt – drei starben.

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Neue Klagen wegen des „griechischen Watergate“

Vielleicht tragen weitere juristische Klagen wesentlich dazu bei, dass das von Mitsotakis angeordnete illegale Überwachen bestraft wird. Antonis Samaras, ehemaliger griechischer Ministerpräsident (2012 – 2015), legte gerade beim Obersten Gerichtshof Beschwerde wegen seiner Überwachung ein (Quelle auf griechisch). Acht weitere Opfer des „griechischen Watergate“ verklagten jetzt das Unternehmen Intellexa sowie 13 Personen auf Schadenersatz in Millionenhöhe.

Von Andreas Knobloch, heise.de 07.07.2026:
Griechisches Watergate“: Betroffene verklagen Spyware-Firma auf Schadenersatz
Geschädigte einer griechischen Abhöraffäre verklagen das Unternehmen Intellexa auf Schadenersatz in Millionenhöhe. Weitere Klagen könnten folgen.
Acht Opfer des als „griechisches Watergate“ oder „Predatorgate“ bekannt gewordenen Abhörskandals in Griechenland haben das in Athen ansässige Überwachungsunternehmen Intellexa sowie 13 mit diesem in Verbindung stehende Personen auf Schadenersatz verklagt, darunter den Gründer von Intellexa, Tal Dilian. Das berichtete am Dienstag die Nachrichtenagentur Reuters. Auf den Handys der acht Kläger war die ausgefeilte Spionagesoftware Predator von Intellexa nachgewiesen worden.“
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Mutter von ND-Politikerin stirbt nach Brandanschlag

Von Ferry Batzoglou, taz 2.7.2026:
„Attentat in Griechenland
Politiker-Mutter stirbt nach Brandanschlag
Drei aufeinanderfolgende Anschläge erschüttern die griechische Stadt Thessaloniki. Polizei und konservative Regierung vermuten Vergeltungsaktionen für Räumungen.
Schwere Verbrennungen fast am ganzen Körper, dazu ein Multiorganversagen: Sie kämpfte bereits um ihr Leben, als Vagia Nestora am Mittwochmorgen in die Notaufnahme des Hippokrates-Krankenhauses in der nordgriechischen Metropole Thessaloniki eingeliefert wurde. 13 Stunden später war die 72-jährige Griechin tot.“
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