Facebook löscht Foto von Nazi-Massaker

sputniknews.com, 05.06.2018:
Justizminister wirft Facebook Zensur und Nazi-Unterstützung vor
Der griechische Justizminister Stavros Kontonis hat dem sozialen Netzwerk Facebook Zensur vorgeworfen. Der Grund dafür ist die Löschung eines Beitrags von einem griechischen Journalisten, der Nazi-Verbrechen auf Kreta behandelte. Dies teilten die griechischen Medien mit.
Am 2. Juni löschte das soziale Netzwerk den Post des griechischen Journalisten Nikos Boyiopoulos und blockierte seinen Account für 24 Stunden. Der Journalist schrieb via Facebook über Verbrechen der Wehrmacht im Dorf Kandanos auf Kreta. Er erinnerte daran, dass 180 Bewohner des Dorfes wegen Widerstands gegen die deutschen Besatzer am 3. Juni 1941 erschossen und ihre Häuser niedergebrannt wurden. Boyiopoulos merkte außerdem an, die rechtsextreme Partei „Chrysi Avgi“ (zu Deutsch: „Goldene Morgenröte“) lasse zurzeit die Ideen des Nationalsozialismus in Griechenland wieder aufleben.“ weiterlesen

Ausführlicher Bericht auf keeptalkinggreece

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Korrupte Gewerkschafter verurteilt. Privatisierte Hafenarbeiter streiken weiter

Der ehemalige Gewerkschaftsführer Nikos Fotopoulos

Aus Betrieb und Gewerkschaft von Ralf Kliche
Mit einer Entscheidung eines Athener Berufungsgerichts endete am 31. Mai 2018 ein Korruptionsprozess in Griechenland, dessen Anklagen Erinnerungen an die Bestechungs-Vorgänge um den Betriebsrat beim Volkswagen-Konzern wachrufen. Bei den Korruptionsvorgängen bei Volkswagen waren Angehörige der Arbeitnehmervertretung durch Zuwendungen der Geschäftsleitung bei der Gestaltung von Luxusreisen und Sextourismus unterstützt worden. In der Folge waren u.a. der frühere Betriebsratsvorsitzende Klaus Volkert (2008 zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten) und der ehemalige, anderweitig bekannt gewordene, Arbeitsdirektor Peter Hartz (2007 zu einer Geld- und Bewährungsstrafe) abgeurteilt worden. (1) Weiterlesen

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„Das andere linke Griechenland: Autonome diskutierten bei einem Athener Festival über Strategien gegen faschistische Gruppen“

Von Philip Blees, Neues Deutschland. 30.05.2018
„Jedes Jahr lädt das griechische Magazin »Babylonia« zu seinem »B-Fest« nach Athen ein. Das Festival versprach Ende Mai nun zum siebten Mal Gegenkultur und politische Analyse in Zeiten der nicht enden wollenden Krise. Und das Angebot mit Musik, Kino und politischer Diskussion fand durchaus Zuspruch. Rund zweitausend Interessierte kamen in die Athener Kunsthochschule, um mitzudiskutieren. Der Tenor: Die von der Linkspartei SYRIZA geführte Regierung hat viele linke und vor allem linksradikale Kräfte enttäuscht. Viele wünschen sich statt der selbst ernannten Bewegungspartei von Premierminister Alexis Tsipras eine richtige Bewegung.“ weiterlesen

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„Protest in Griechenland: Neue Einschnitte, neue Streiks“


Video von euronews (Deutschland) vom 30.5.2018

Tagesschau.de, 30.5.2018: „Kein Fährverkehr zu den Inseln, ausgefallen Flüge, geschlossene Krankenhäuser: Zum wiederholten Male sind die Griechen in den Ausstand getreten – sie wehren sich gegen den Sparkurs von Ministerpräsident Tsipras.
In Griechenland haben Zehntausende Menschen die Arbeit niedergelegt. Betroffen sind Fähren, Flüge sowie der öffentliche Nahverkehr. Zudem bleiben die öffentliche Verwaltung und Schulen geschlossen. Ärzte in staatlichen Krankenhäusern behandeln nur Notfälle.
In Athen zogen mehr als 10.000 Menschen zum Parlament, um gegen neue Einschnitte zu protestieren, die nach Ende des europäischen Rettungsprogramms im August in Kraft treten sollen.“ weiterlesen

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„Griechenland: Wie man zum linksradikalen Terroristen gemacht wird“

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 29. Mai 2018
„Irianna & Periklis – der Prozess. Kafka als reale Neuauflage
Irianna und Periklis, so werden zwei Personen, deren abenteuerliche Behandlung durch die griechische Justiz Aufsehen erregt, kurz nach ihrem Vornamen genannt. Anders als Straftäter aus dem ultrarechten Milieu, die weiterhin frei auf einen Prozess warten können, mussten beide junge Wissenschaftler hinter Gitter (Griechische Justiz: Im Zweifel gegen die Angeklagten … und Griechische Anti-Terror-Institutionen im Amok gegen junge Akademikerin).
Sie wurden zu mehr als zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, weil sie nach Ansicht der Strafverfolger soziale Kontakte zu linksradikalen „Terroristen“ pflegen. Dass der Irianna zur Last gelegte, „verbotene“ Kontakt ihren rechtskräftig frei gesprochenen Lebensgefährten betrifft, interessiert griechische Gerichte ebenso wenig wie die Tatsache, dass die der Verurteilung zugrunde gelegten DNA-Beweise wissenschaftlichen Standards keineswegs genügen.“ weiterlesen

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„Flüchtlingslager Moria: Gewaltausbruch auf Lesbos“

Von Frank Nordhausen, Frankfurter Rundschau, 28.05.2018
Flüchtlingslager Moria: Gewaltausbruch auf Lesbos.
Unruhen im berüchtigten Flüchtlingslager Moria treiben Kurden in die Flucht. Es war ein beispielloser Gewaltausbruch auf der griechischen Insel.
Die Videobilder sind schockierend. Blutüberströmte Menschen, schwer Verletzte, die regungslos am Boden liegen. Am späten Freitagnachmittag kam es im berüchtigten Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Ägäisinsel Lesbos zu einem beispiellosen Gewaltausbruch gegen Kurden und Jesiden. Dutzende mit Holzstöcken und Eisenstangen bewaffnete Araber hätten diese als „Ungläubige“ beschimpft und beschuldigt, den derzeitigen muslimischen Fastenmonat Ramadan nicht einzuhalten, sagen kurdische Augenzeugen. Nach Angaben von Helfern lagen am Sonntag noch vier Schwerverletzte auf der Intensivstation im Krankenhaus der Inselhauptstadt Mytilini.“ weiterlesen

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Griechenland: Tragödie? Krise? Krimi!

Wolfgang Schorlau liest aus seinem neuen Krimi „Der große Plan“
Am Mittwoch, dem 27. Juni 2018 um 19.00 Uhr
im RegenbogenKino, Lausitzer Str. 22 in Berlin-Kreuzberg
Lesungen an anderen Orten: hier

Foto: Timo Kabel

Halbwahrheiten und Falschdarstellungen über die sogenannte „Griechenlandkrise“ haben sich im Bewusstsein vieler festgesetzt. Im Hinblick auf eine neue und breite Rezeption des Themas ist es deshalb besonders erfreulich, dass es ein Kriminalroman ist, der auf der Basis intensiver Recherche das Bild gerade rückt. Er leuchtet viele Aspekte der jüngeren griechischen Geschichte aus und macht

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Foto: Verlag Kiepenheuer & Witsch

Zusammenhänge anschaulich. Und er nimmt auch die gern verdrängte Vergangenheit, die Griechenland und Deutschland miteinander teilen, ins Visier: Schorlau spannt den Bogen seiner Erzählung von der Ausplünderung des Landes und der Massakrierung tausender Griech*innen während der deutschen Besatzungszeit über die Verweigerung von Reparationszahlungen bis zur heutigen Dominanz deutscher Wirtschaftsinteressen in Europa. Er macht aus vielen Einzelteilen ein Ganzes und zeigt eine bittere Wahrheit der Kontinuität deutscher Außenpolitik. Weiterlesen

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