„Mama, ich kann nicht mehr, bitte töte mich“

Auf Agathonisi landen immer wieder Flüchtlingsboote. In dieser Bucht sammelt sich seit Jahren das Treibgut von Bootswracks, Schwimmwesten und anderen Überbleibseln von Schiffbrüchigen.

Von Samos berichten Giorgos Christides, Nicolai Kwasniewski und Christoph Koitka (Fotos und Video) für Spiegel-online
„Tod im Mittelmeer
„Mama, ich kann nicht mehr, bitte töte mich“
Zwei Familien ertrinken auf der Flucht von der Türkei nach Griechenland im Mittelmeer, nur drei Menschen überleben. Die Küstenwache wurde informiert – eine Rettung unterblieb. Eine Rekonstruktion.
Ist es möglich, dass im Mittelmeer, kurz vor einer rettenden Insel, zwei Familien sterben und keiner es bemerkt? Ist es möglich, dass viele, die diese Katastrophe hätten verhindern können, Bescheid wussten und dennoch nichts taten? Die Familienangehörigen und die Überlebenden des Schiffbruchs haben gute Gründe für die schockierende Annahme, dass ihre Familien, darunter neun Kinder, noch am Leben sein könnten.“ weiterlesen

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„Mehr als nur Robin Hood“

Rouvikonas-Mitglieder stürmen während Kreditverhandlungen das Hilton-Hotel in Athen. Foto: Dimitris Lampropoulos/NurFoto

Von John Malamatinas, Neues Deutschland, 28.03.2018
„Die anarchistische Gruppe Rouvikonas organisiert spektakuläre Aktionen und verteilt nebenbei Medikamente.
»Rouvikonas? Ich liebe Rouvikonas. Sie setzen sich wenigstens für mich ein«, sagt ein Mensch mittleren Alters gegenüber dem konservativen Sender »Skai« in Griechenland. Gemeint ist eine anarchistische Gruppe, die in den vergangenen Jahren mit ihren Besetzungsaktionen in dem nach wie vor krisengeplagten Mittelmeerland für Furore gesorgt hat. Mittlerweile wird in Umfragen sogar bestätigt, dass Rouvikonas, deutschsprachig »Rubikon«, bei Wahlen die Fünf-Prozent-Hürde schaffen würde. Wer ist diese Gruppe, die sich als griechischer Robin Hood ausgibt?“ weiterlesen

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Die Überlebenden: Die Küstenwache wusste von dem Unglück, tat aber nichts. 16 Menschen ertranken.

Minister Kouroumblis (r.) im Krankenhaus von Samos

Zwei griechische Minister reisten persönlich zu den Überlebenden, um sich ein Bild von der Ungeheuerlichkeit zu machen.
Von Samos berichten Giorgos Christides und Nicolai Kwasniewski, Spiegel Online:
„Schiffbruch vor Griechenland
Überlebende erheben schwere Vorwürfe gegen Küstenwache
Ein Flüchtlingsboot sinkt vor einer griechischen Insel. 16 Menschen sterben, nur drei retten sich an Land. Nun klagen die Überlebenden an: Die Küstenwache habe von dem Unglück gewusst – aber nichts getan.“ weiterlesen

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„Vom Regen in die Traufe. Tsipras Marsch durch die Institutionen der Gläubiger“

Von Nikos Chilas. Aus: Lunapark21, Heft 41
Liebe, Husten und Bauch können, wie bekannt, nicht versteckt werden. Noch weniger das wirtschaftliche Elend, wenn dies Massencharakter annimmt. Wie jenes in Griechenland, das auch heute unter der Syriza-Regierung fortexistiert. Lag Griechenland 2015, als die griechische Linke die Regierung übernahm, an der fünftletzten Stelle unter den 66 Ländern des Elendsindexes der Wirtschaftsagentur Bloomberg , so hat es sich 2017 zwar auf die sechstletzte verbessert, allerdings mit der Perspektive, 2018 wieder auf die fünftletzte zurückzufallen. Der Elendsindex wird aus der Addition der Arbeitslosigkeits- und Inflationsrate berechnet. Zusammen ergaben sie 2017 für Griechenland die erkleckliche Summe von 22,7. Am schlimmsten erwischte es Venezuela, dessen Index ins Unermessliche stieg, während Ägypten, das gleich danach folgte, den eher „moderaten“ Wert von 41,6 aufwies. Am anderen Ende der Skala, an dem die Länder mit dem geringsten Elend angeführt werden, fungieren Thailand (1,9), Singapur (2,8) und Japan (3,3).[1] Weiterlesen

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Olaf Scholz macht Bock zum Gärtner: Goldman-Sachs-Chef wird Staatssekretär im Finanzministerium

„Der Ko-Chef von Goldman Sachs in Deutschland, Jörg Kukies, wechselt als Staatssekretär ins Bundesfinanzministerium. Kukies werde die Bereiche Finanzmarkt- und Europapolitik verantworten, teilte das Ministerium am Montag mit. Das Bundeskabinett muss der Berufung des 50-Jährigen noch zustimmen.
Kukies war 17 Jahre lang für die US-Investmentbank tätig und zuletzt mit Wolfgang Fink Ko-Chef von Goldman Sachs in Deutschland und Österreich.“ weiterlesen auf deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

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Kirchenführer: Ich würde Schwule töten! Gericht: Freispruch

Metropolit Ambrosios im Kreise seiner Freunde von der Goldenen Morgenröte anlässlich einer Veranstaltung zur Namensfrage im Mazedonien-Streit (1)

Von Ralf Kliche.
Der Beginn des Prozesses, der in der letzten Woche mit einem Freispruch endete und über den hier berichtet werden soll, lag im Jahr 2015. Die wiedergewählte SYRIZA-Regierung hatte zu Weihnachten ein Gesetz zur Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften beschlossen und so eine langjährige Phase von Ankündigungen eines solchen Gesetzes durch ihre Vorgänger-Regierungen abgeschlossen. (2)

Einige Vertreter der griechisch-orthodoxen Kirche begannen sofort, Sturm gegen diese Entwicklung zu laufen und empörten sich sowohl gegen die Regierung wie gegen Homosexuelle. Die Wichtigkeit der Kirche für die griechische Gesellschaft ist nicht zu unterschätzen, im Verhältnis dazu haben die christlichen Kirchen in Deutschland – politisch – eher marginale Bedeutung. Immerhin ist die Zivilehe in Griechenland erst 1982 legalisiert worden und im Bewusstsein vieler Griechen noch immer nicht der kirchlichen Eheschließung gleichgestellt. Als eine Regierung versuchte, die Eintragung des – selbstverständlich griechisch-orthodoxen – Glaubensbekenntnisses aus dem Pass zu entfernen, kam es zu von der Kirche initiierten Massenprotesten. Weiterlesen

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„Die Besatzer von heute“

Junge Welt, 16.3.2018 Schölzel:
„Die Besatzer von heute
Besser als jedes Sachbuch: Wolfgang Schorlaus Kriminalroman »Der große Plan« über das Massaker von Distomo und Kontinuitäten deutscher Herrschaft.
Das letzte Wort des Epilogs in »Denglers neuntem Fall«, Wolfgang Schorlaus neuem Kriminalroman »Der große Plan«, lautet: Distomo. Das Massaker, das SS-Verbände am 10. Juni 1944 in dem griechischen Dorf am Fuße des Parnass-Gebirges anrichteten, bildet den Hintergrund für die Gegenwartshandlung, ja für den Plot des Buches. Denn Schorlau verbindet zwei Erzählstränge: Einen, den er im faschistisch besetzten Athen aus der Sicht eines SS-Offiziers bereits im Prolog beginnen lässt, und einen anderen, heutigen: Der folgt den Nachforschungen des früheren BKA-Zielfahnders und jetzigen Privatdetektivs Georg Dengler im Fall einer entführten Spitzenbeamtin des deutschen Außenministeriums, die für die sogenannte Troika, also für die jüngste Diktatur über Griechenland, tätig war. Worin die Verbindung beider Ebenen liegt, ahnt der Leser früher als der Ermittler. Dem sagt der Ortsname Distomo nichts, als er das erste Mal fällt, während im Buch wenig später eine harte, schwer erträgliche Darstellung des Verbrechens von 1944 folgt, dem 218 vor allem alte Menschen, Frauen und Kinder zum Opfer fielen. Worin der Zusammenhang zwischen Gestern und Heute besteht, wird erst auf den letzten Seiten geklärt. Das bedeutet: Es wird hinreichend Spannung über die mehr als 400 Seiten des Buches aufgebaut. Zumal der in 94 Abschnitte unterteilte Text trotz aller Wendungen und Drehungen des Geschehens folgerichtig und mit großer Plausibilität erzählt wird.“ weiterlesen

Wir dokumentierten am 7. März ein Kapitel aus dem Buch

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