„Wie kann Griechenlands Nachbar in der deutschen Presse genannt werden?“

tsipras zaevVon Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 30. Juli 2018
Ein persönliches Problem von vielen Auslandskorrespondenten aus Griechenland.
Aus Griechenland über den Namensstreit mit dessen nördlicher Nachbarrepublik berichtende Autoren stehen vor einem Problem, welches sehr an die Steinigungsszene des Monty Python Films „Das Leben des Brian“ erinnert. Bekanntlich endet diese mit der Steinigung eines Rabbis, der einen jüdischen Mitbürger steinigen lassen wollte (Szenenzitat siehe hier).
Das Vergehen des Mitbürgers war die Nennung eines Namens für Gott, Y-h-wa. (Die Bindestriche anstelle der Vokale verwende ich absichtlich, um keinerlei religiöse Gefühle zu verletzen). Sämtliche an der Steinigung beteiligte Personen beginnen sofort bei der Namensnennung Gottes den jeweiligen Nenner mit Steinen zu bewerfen.
Noch sind Autoren in der demokratischen Welt von der Gefahr einer gesetzlich verordneten Steinigung befreit. Sie sehen sich aber beim Ausspruch eines nicht allgemein akzeptierten Namens einem Wortschwall von Mutmaßungen und teilweise Beleidigungen ausgesetzt. Dies findet nicht nur in den Foren oder in der Leserbriefabteilung des jeweiligen Mediums, sondern auch im Alltag statt. Telepolis wird nicht nur in Deutschland gelesen.“ weiterlesen

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Neue Geflüchtete in Griechenland: Türkische Oppositionelle

Von Alev Scott, tls.newspaperdirect.com
Colony of exiles – Meeting Sevan Nisanyan in Samos
Samos is unusually green for an Aegean island, especially in early May. I am several hundred metres up a mountain, plunging down a scree-covered track in an open jeep. Next to me, the driver peers ahead, owlish spectacles bouncing on his nose. “This is where . . . it gets . . . exciting!” he shouts above the thunder of our descent, yanking the wheel as we speed towards a hairpin bend and the distant blue horizon disappears from view.
Sevan Nisanyan is no stranger to risk. Last year, the sixty-one-year-old academic escaped prison in Turkey where he had been serving a sixteen-year sentence for crimes which included insulting the Prophet Muhammed. He made his way to the coast and boarded a boat to Greece.“ weiterlesen

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Was steckt hinter den tödlichen Waldbränden in Griechenland?

Von Yanis Varoufakis, Project Syndicate, 26.7.2016
„ATHEN – Letzten Montag brach über die griechische Region Attika eine biblische Katastrophe herein. Die ersten Anzeichen dafür sah ich vormittags am Athener Flughafen, als ich meine Tochter nach Australien verabschiedete. Es roch stark nach brennendem Holz, also schaute ich in den Himmel. Dort sah ich eine weißlich-gelbe Sonne – umgeben von dieser verräterischen Dunkelheit, die nur von dickem, himmelhohem Rauch stammen kann.
Am frühen Abend kamen dann immer mehr Nachrichten. Viele Häuser unserer Freunde und Verwandten in Ost-Attika waren zerstört. Die außer Kontrolle geratenen Waldbrände hatten sich bis an die eng bebaute Küste gefressen. Dabei hatten sie die Siedlung Mati und die Stadt Rafina von Athen abgeschnitten und die Bewohner gezwungen, in Richtung Meer zu fliehen.“ weiterlesen

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Engel ohne Flügel. Untiefen in der Berichterstattung über Griechenland

Von Gregor Kritidis
Am 24.7.2018 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Reportage mit dem Titel „Feuerwehr, die kein Feuer löschen darf“ über die gegenwärtigen Waldbrände in Attika, bei denen zahlreiche Menschen ums Leben gekommen sind. In diesem Beitrag wird die These verbreitet, der griechische Staat habe 2014 auf Druck der Berufsfeuerwehr ein Gesetz erlassen, dass die Aktivitäten der Freiwilligen Feuerwehren massiv einschränke. Als Kronzeuge wird von FAZ-Korrespondent Michael Martens Nikos Sachinidis benannt, der Leiter des „Freiwilligenverbandes griechischer Feuerwehrleute und Wiederaufförster“ (ESEPA). Diese wird als „größte Organisation ihrer Art in Griechenland“ vorgestellt: „Sie wurde nicht zuletzt mit Unterstützung aus Deutschland und Österreich aufgebaut und ist auf die Bekämpfung von Waldbränden spezialisiert. Ihr Chef behauptet nun im Gespräch mit der F.A.Z., Esepa sei vor einigen Jahren systematisch und aus politischen Gründen geschwächt worden.“1 Sollte Sachinidis „glaubhaft nachweisen können, dass eine andere Struktur der Feuerwehren Leben hätte retten können“, so Martens, „wird die griechische Regierung womöglich Schwierigkeiten bekommen“. Weiterlesen

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„Eiszeit zwischen Athen und Moskau“

Von Wassilis Aswestopoulos, Telepolis, 22. Juli 2018: „Die diplomatischen Beziehungen zwischen Griechenland und Russland befinden sich wegen „Mazedonien“ auf einem Tiefpunkt. Der russische Außenminister Sergei Lawrow sagte vergangene Woche einen bereits seit längerem für September terminierten Besuch in Athen ab. Vorangegangen waren die Ausweisung von zwei russischen Diplomaten aus Griechenland sowie wenig diplomatische Töne aus den Außenministerien beider Länder.
Der griechische Außenminister Nikos Kotzias war in den letzten Wochen nicht gut auf „seinen Freund“ Lawrow zu sprechen. Kotzias ließ die Russen wissen, dass Griechenland ein souveräner Staat sei und sich jedwede Einmischung in innere Angelegenheiten verbitte.
Von Seiten der griechischen Regierung wird behauptet, dass die russischen Diplomaten in Nordgriechenland, insbesondere in der Stadt Alexandroupolis, Griechen mit Geldzuwendungen zur Organisation von gewalttätigen Demonstrationen gegen die Einigung im Namensstreit mit der Nachbarrepublik ERJ-Mazedonien aufgewiegelt haben. Dabei sollen griechische Geschäftsleute, Lokalpolitiker und Funktionäre rechtsextremer Parteien eine Schlüsselrolle gespielt haben.“ weiterlesen

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Das Geschäft mit dem Tod. Der Skandal um in Deutschland an Krebspatienten ausgegebene und in Griechenland gestohlene Medikamente

Von Wassilis Aswestopoulos, Telepolis, 21. Juli 2018: „Der Skandal um die in Deutschland an Krebspatienten ausgegebenen und in Griechenland gestohlenen Medikamente hat nicht nur deutsche Patienten gefährdet. Die in Griechenland von einer organisierten Verbrecherbande geklauten Präparate für Chemotherapien waren von Anfang an als „nur für den Gebrauch in Krankenhäusern“ gekennzeichnet. Die Bande hatte die Medizin auf Kosten des griechischen Gesundheitssystems zum Teil mit betrügerischen Rezepten aus den Krankenhausapotheken entfernt. Ein weiterer Teil wurde schlicht den griechischen Patienten vorenthalten. Diese erhielten nicht die für ihr Leiden und ihre Therapie notwendige Medikation. Zudem kam es durch den massiven Diebstahl von Medizin zu einem Engpass für weitere Patienten.“ weiterlesen

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„Das »info: Griechenland« zum Download“

Oxi-Blog: „Im August endet das dritte Kreditprogramm für Griechenland – aber die Krise ist noch längst nicht vorbei. Die Gläubiger haben bis weit in die Zukunft Auflagen festgeschrieben, die ökonomische und soziale Lage ist durch die Austeritätspolitik der vergangenen Jahre verschärft worden, die Staatsschulden sind immer noch dramatisch hoch. Und auch wenn sich die wirtschaftliche Lage langsam bessert – die Herausforderungen bleiben groß, zumal für eine linke Regierung.Info1-Griechenland-i-Einzelseiten
Was ist seit dem ersten Kreditprogramm von 2010 passiert? Wie haben sich die sozialen Lebensbedingungen verändert? Wer wurde in Wahrheit »gerettet« und was lässt sich über die Logik einer »Hilfe« sagen, die keine war? Wir haben mit Unterstützung der Rosa-Luxemburg-Stiftung ein 16-seitiges »info: Griechenland« produziert, das die wichtigsten Fragen beantwortet. Es geht um »Das Geschlecht der Austerität« genauso wie um das, »was wir nicht sehen«, wie es über einen Foto-Essay heißt, der die Folgen der Kürzungsauflagen im ländlichen Raum dokumentiert. Und was man aus dem »Fall Griechenland«, der tatsächlich ein »Fall Europa« ist, lernen kann, darüber diskutieren ExpertInnen aus dem Umfeld von Grünen, SPD und Linkspartei.“
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