In Griechenland ist die Pressefreiheit bedroht

Von Wassilis Aswestopoulos, Jungle.World 25.11.2021:
„In Griechenland ist die Pressefreiheit bedroht
Gegen kritische Berichterstattung
Die Pressefreiheit in Griechenland ist unter der konservativen Regierung immer mehr in Gefahr.
…Allein in der ersten Novemberhälfte gab es eine Reihe besorgniserregender Ereignisse. Am 5. November wollte der 56jährige Agenturfotograf Orestis Panagiotou für die staatliche Nachrichtenagentur Amna eine Demonstration von Feuerwehrleuten dokumentieren. Als die Polizei den Strahl ­eines Wasserwerfers auf ihn richtete, befand er sich unbegleitet einige Meter von den Demonstrierenden entfernt. Panagiotou flog mehrere Meter durch die Luft und blieb mit doppelt gebrochenem Bein liegen. Sämtliche Presseverbände protestierten:
Nur der eigenen Agentur war der verletzte Kollege nicht einmal eine Namensnennung wert. Verständlich, denn die Amna untersteht seit dem Regierungswechsel 2019 ebenso wie der staatliche Rundfunk direkt dem Büro des Ministerpräsidenten. Diese per Dekret getroffene Entscheidung wurde bereits vom Staatsrat, einem der obersten Gerichte des Landes, kritisiert, noch aber gibt es kein entsprechendes Urteil.“ weiterlesen

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Miss Griechenland boykotiert Miss-Wahl in Israel

Foto: Instagram, Rafaela Plastira



Von Tasos Kokkinidis, Greekreporter, 24. November 2021:
„Griechische Teilnehmerin boykottiert Miss Universum-Wahl aus Protest gegen Israel
Die griechische Miss-Universum-Teilnehmerin Rafaela Plastira kündigte kürzlich an, dass sie sich aus Protest gegen die Austragung des Miss-Universum-Wettbewerbs in Israel, das ihrer Meinung nach Palästina besetzt hält, zurückzieht.
Plastira, die aus Trikala in Mittelgriechenland stammt, gab ihren Rückzug über Instagram bekannt, wo sie auch ein Foto mit der palästinensischen Flagge hochgeladen hat. „Ich kann nicht auf diese Bühne gehen und so tun, als ob nichts passiert, wenn da draußen Menschen um ihr Leben kämpfen“, sagte sie.
„Es schmerzt mich, weil ich viele Jahre darauf gewartet habe, meinen Traum zu verwirklichen… Ich liebe alle Länder der Welt, aber mein Herz ist bei den Menschen, die in Israel und Palästina um ihr Leben kämpfen“, fügte sie hinzu.

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Krachender Freispruch im politischen Prozess gegen Rouvikonas

Wir veröffentlichten schon öfters Beiträge über Aktionen der anarchistischen Gruppe „Rouvikonas“. Die griechische Polizei bzw. die Staatsanwaltschaft hatte auf plumpe Weise versucht, zwei Mitgliedern der Gruppe einen Mord an einem Drogenhändler im Stadtteil Exarchia von Athen in die Schuhe zu schieben. (Hier ein Video mit der Einschätzung dieses politischen Prozesses durch die Angeklagten selbst). Dieser Versuch ist durch den heutigen krachenden Freispruch endgültig gescheitert.

Protest gegen das Gerichtsverfahren am 13.12.2021


ThePressProject, 25.11.2021:
>Jubel über den Freispruch der Mitglieder von Rouvikon im Mordfall Habibi
Der Freispruch der Mitglieder von Rubicon C. Kalaitzidis und N. Mataragas im Fall des Mordes an dem als „Habibi“ bekannten ägyptischen Drogendealer wurde vom Athener Geschworenengericht einstimmig entschieden, selbst die Staatsanwaltschaft plädierte für Freispruch.

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„Griechenland ist das Ergebnis europäischer Großmachtdiplomatie“

Extrem kompakte spannende Darstellung des Unabhängigkeitskrieges und der Geschichte danach.

ARD-Audiothek, hr2-kultur
„Griechenland ist das Ergebnis europäischer Großmachtdiplomatie“ | Ioannis Zelepos im Gespräch über Griechenland
Doppelkopf · 15.09.2021 · 51 Min.
„Vor 200 Jahren begann der griechische Aufstand gegen das Osmanische Reich, das seit fast 400 Jahren über den größten Teil des heutigen Griechenlands geherrscht hatte, 1830 erlangte das Land die Unabhängigkeit. Der in Hamburg geborene Historiker und Neogräzist Ioannis Zelepos arbeitet derzeit am Zentrum für Mittelmeerstudien der Ruhr-Universität Bochum in einem Projekt zu diesem Griechischen Unabhängigkeitskrieg.“

HIER ZU HÖREN

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Kostas Papanastasiou ist gestorben

Viele von uns in Berlin kannten und schätzen ihn sehr…mit Sicherheit wird es ausführlichere Nachrufe geben, wir verlinken trotzdem zunächst diesen, um über seinen Tod zu informieren.

Von Markus Ehrenberg, tagesspiegel 23.11.2021:
Kostas Papanastasiou ist tot Der griechische Wirt aus der „Lindenstraße“ ist gestorben
Er gehörte zum Inventar der „Lindenstraße“: Kostas Papanastasiou, der griechische Wirt aus dem TV-Lokal „Akropolis“, ist tot. Ein Nachruf. Wenn es sie denn gibt, diese eine Serienrolle, mit der dich halb Deutschland kennt: der griechische Schauspieler Kostas Papanastasiou hatte sie. Im deutschen Fernsehen wurde er vor allem durch die Rolle des Wirtes Panaiotis Sarikakis bekannt, den er in der ARD-Serie „Lindenstraße“ von 1985 bis 1996 verkörperte. Bis zu sieben Millionen Zuschauer saßen Woche für Woche bei Sarikakis im TV-Lokal „Akropolis“.
Nun ist er im Alter von 84 Jahren gestorben, wie der Tagesspiegel aus dem näheren Freundeskreis des Schauspielers erfuhr.
Immer ein bisschen hintersinnig, manchmal grollend, die Gitarre griffbereit, sehr stolz und ernst, wenn er den Ouzo servierte – es braucht wenig Fantasie für die Annahme, dass die Schere zwischen Sarikakis, dem Wirt im „Akropolis“ und Papanastasiou, der im echten Leben ein griechisches Lokal in Charlottenburg führte, nicht all zu groß war.
Auch deshalb gingen und gehen „Lindenstraße“-Fans in das in der Berliner Grolmannstraße gelegene „Terzo Mondo“, in dem auch Konzerte veranstaltet werden. Manchmal griff Papanastasiou selber zum Instrument, wurde respektvoll der „Zeus vom Savignyplatz“ genannt. 45 Jahre lang führte er das Lokal. 2018 übernahm sein Sohn die Leitung.
Treffpunkt der linken Szene Westberlins
Das Lokal wurde zu einem Treffpunkt der linken Szene West-Berlins und passte damit genauso gut zum Impetus der Familienserie von Hans W. Geißendörfer, zu dessen Stammpersonal Papanastasiou elf Jahre gehörte, wie dessen humanitäre Hilfe für Georgien.“ weiterlesen

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Kritische Journalistin ihres Lebens in Griechenland nicht mehr sicher

Bild: Yorgos Konstantinou/ Imagistan

AthensLive Wire Newsletter, 20.11.2021:
„Diese Woche wurde berichtet, dass die niederländische Journalistin Ingeborg Beugel, die Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis während einer Pressekonferenz herausforderte, (siehe Wer über Pushbacks reden will, beleidigt angeblich das griechische Volk) Griechenland aus Sorge um ihre eigene Sicherheit verlässt. Beugel wurde zum Ziel einer Verleumdungskampagne, an der mehrere griechische Mainstream-Medien teilnahmen, die anfingen, in ihrer Vergangenheit zu graben, sie erhielt Drohungen und wurde sogar von einem Mann mit einem Stein beworfen und getroffen, der sie als „türkischen Spion“ und „Hure“ bezeichnete “, wie sie sagte. Die niederländische Botschaft in Athen und das niederländische Außenministerium haben ihr Berichten zufolge geraten, das Land zu verlassen. Beugel sagte in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehen, dass sie von den griechischen Behörden keinen Schutz erhalte.

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Zum Polizistenmord an 18jährigem Rom

Siehe Jugendlicher in Griechenland stirbt im Kugelhagel der Polizei

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Kriminalisierung der Helfer mit allen Mitteln

Der erste Gerichtstermin des seit 2018 anhängigen großen Schauprozesses gegen 24 Helfer*innen von Geflüchteten am 18.11.2021 auf Lebos setzt die Strategie des Vernichtens der NGO-Rettung fort. Es gibt keine NGO mehr, die in der Ägäis Ertrinkende rettet. Weil die griechische Regierung (mit klammheimlicher und offener Unterstütuung durch die EU) die Seenottretter überwacht, behindert und schließlich kriminalisiert hat. Die 24 Angeklagten wurden einfach nur hingehalten, in dem das Gericht sich für nicht in der Lage erklärt und an ein Berufungsgericht weiter geleitet hat. Die juristische Begründung dafür: Weil einer der Angeklagten selbst ein Rechtsanwalt ist, muss ein Berufungsgericht urteilen. Als ob das den Anklägern nicht schon lange klar gewesen wäre. Somit müssen die Angeklagten wieder viele Monate mehr mit Anklagen weiter leben, aufgrund derer bis zu 35 Jahre Haft drohen. Siehe dazu das wütende Statement des betroffenen Sean Binder (auf englisch):

Statement von Sean Binder

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Der lange Kampf der Griechen um die Akropolis-Skulpturen

Foto: Von Urban – Selbst fotografiert, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1059679

Von Gerd Höhler, Redaktionsnetzwerk Deutschland, 17.11.2021:
>Der lange Kampf der Griechen um die Akropolis-Skulpturen
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis fordert in London die Rückgabe des Parthenon-Frieses.
Die antiken Skulpturen waren im 19. Jahrhundert auf fragwürdige Weise nach Großbritannien gelangt.
Der britische Premierminister Boris Johnson fühlt sich allerdings nicht zuständig.
Athen. Die Marmorstücke des Lord Elgin hatte der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis nicht im Gepäck, als er am Mittwoch von einem dreitägigen Besuch in London nach Athen zurückkehrte. Sie wären auch zu schwer: 220 Tonnen wiegen die Marmorfragmente, die der britische Diplomat Elgin Anfang des 19. Jahrhunderts von der Athener Akropolis raubte und um deren Herausgabe sich die Griechen seit 180 Jahren bemühen. Auch wenn die Fronten in dem Streit so verhärtet sind wie eh und je, gibt Mitsotakis nicht auf. Er kam mit einer klaren Ansage aus London zurück: „Wir wollen die Skulpturen wiederhaben.“< weiterlesen

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17.11.: Großes Gedenken an den Widerstand gegen die Obristendiktatur

Mitglieder der Vereinigung der während der Diktatur im Gefängnis festgehaltenen führten die Demonstration in Athen an. „Für immer Widerstnad gegen den Faschismus“

Traditionell wird des Studierendenaufstandes von 1973 drei Tage lang, vom 15. bis zum 17. November gedacht. So auch dieses Jahr. Heute, am 17. November war wie jedes Jahr der Höhepunkt der Aktionen eine Demonstration zur US-amerikanischen Botschaft. In Athen gab es eine der größten Demonstrationen der letzten Jahre. Laut efsyn beteiligten sich über 20.000 Menschen. Die Regierung hatte 6000 PolizistInnen aufgefahren. Auch anderen Städten wurde demonstriert – in Thessaloniki z.B. demonstrierten ebenfalls viele Menschen.

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