„Griechenland ist das Ergebnis europäischer Großmachtdiplomatie“

Extrem kompakte spannende Darstellung des Unabhängigkeitskrieges und der Geschichte danach.

ARD-Audiothek, hr2-kultur
„Griechenland ist das Ergebnis europäischer Großmachtdiplomatie“ | Ioannis Zelepos im Gespräch über Griechenland
Doppelkopf · 15.09.2021 · 51 Min.
„Vor 200 Jahren begann der griechische Aufstand gegen das Osmanische Reich, das seit fast 400 Jahren über den größten Teil des heutigen Griechenlands geherrscht hatte, 1830 erlangte das Land die Unabhängigkeit. Der in Hamburg geborene Historiker und Neogräzist Ioannis Zelepos arbeitet derzeit am Zentrum für Mittelmeerstudien der Ruhr-Universität Bochum in einem Projekt zu diesem Griechischen Unabhängigkeitskrieg.“

HIER ZU HÖREN

Veröffentlicht unter Allgemein, Geschichte | Hinterlasse einen Kommentar

Kostas Papanastasiou ist gestorben

Viele von uns in Berlin kannten und schätzen ihn sehr…mit Sicherheit wird es ausführlichere Nachrufe geben, wir verlinken trotzdem zunächst diesen, um über seinen Tod zu informieren.

Von Markus Ehrenberg, tagesspiegel 23.11.2021:
Kostas Papanastasiou ist tot Der griechische Wirt aus der „Lindenstraße“ ist gestorben
Er gehörte zum Inventar der „Lindenstraße“: Kostas Papanastasiou, der griechische Wirt aus dem TV-Lokal „Akropolis“, ist tot. Ein Nachruf. Wenn es sie denn gibt, diese eine Serienrolle, mit der dich halb Deutschland kennt: der griechische Schauspieler Kostas Papanastasiou hatte sie. Im deutschen Fernsehen wurde er vor allem durch die Rolle des Wirtes Panaiotis Sarikakis bekannt, den er in der ARD-Serie „Lindenstraße“ von 1985 bis 1996 verkörperte. Bis zu sieben Millionen Zuschauer saßen Woche für Woche bei Sarikakis im TV-Lokal „Akropolis“.
Nun ist er im Alter von 84 Jahren gestorben, wie der Tagesspiegel aus dem näheren Freundeskreis des Schauspielers erfuhr.
Immer ein bisschen hintersinnig, manchmal grollend, die Gitarre griffbereit, sehr stolz und ernst, wenn er den Ouzo servierte – es braucht wenig Fantasie für die Annahme, dass die Schere zwischen Sarikakis, dem Wirt im „Akropolis“ und Papanastasiou, der im echten Leben ein griechisches Lokal in Charlottenburg führte, nicht all zu groß war.
Auch deshalb gingen und gehen „Lindenstraße“-Fans in das in der Berliner Grolmannstraße gelegene „Terzo Mondo“, in dem auch Konzerte veranstaltet werden. Manchmal griff Papanastasiou selber zum Instrument, wurde respektvoll der „Zeus vom Savignyplatz“ genannt. 45 Jahre lang führte er das Lokal. 2018 übernahm sein Sohn die Leitung.
Treffpunkt der linken Szene Westberlins
Das Lokal wurde zu einem Treffpunkt der linken Szene West-Berlins und passte damit genauso gut zum Impetus der Familienserie von Hans W. Geißendörfer, zu dessen Stammpersonal Papanastasiou elf Jahre gehörte, wie dessen humanitäre Hilfe für Georgien.“ weiterlesen

Veröffentlicht unter Kultur | Hinterlasse einen Kommentar

Kritische Journalistin ihres Lebens in Griechenland nicht mehr sicher

Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

AthensLive Wire Newsletter, 20.11.2021:
„Diese Woche wurde berichtet, dass die niederländische Journalistin Ingeborg Beugel, die Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis während einer Pressekonferenz herausforderte, (siehe Wer über Pushbacks reden will, beleidigt angeblich das griechische Volk) Griechenland aus Sorge um ihre eigene Sicherheit verlässt. Beugel wurde zum Ziel einer Verleumdungskampagne, an der mehrere griechische Mainstream-Medien teilnahmen, die anfingen, in ihrer Vergangenheit zu graben, sie erhielt Drohungen und wurde sogar von einem Mann mit einem Stein beworfen und getroffen, der sie als „türkischen Spion“ und „Hure“ bezeichnete “, wie sie sagte. Die niederländische Botschaft in Athen und das niederländische Außenministerium haben ihr Berichten zufolge geraten, das Land zu verlassen. Beugel sagte in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehen, dass sie von den griechischen Behörden keinen Schutz erhalte.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Allgemein, Geflüchtete., Medien, Mitsotakis, Pushbacks, Yorgos Konstantinou | Hinterlasse einen Kommentar

Zum Polizistenmord an 18jährigem Rom

Siehe Jugendlicher in Griechenland stirbt im Kugelhagel der Polizei

Veröffentlicht unter Allgemein, Minderheiten, kulturell und sprachlich, Polizei | Hinterlasse einen Kommentar

Kriminalisierung der Helfer mit allen Mitteln

Der erste Gerichtstermin des seit 2018 anhängigen großen Schauprozesses gegen 24 Helfer*innen von Geflüchteten am 18.11.2021 auf Lebos setzt die Strategie des Vernichtens der NGO-Rettung fort. Es gibt keine NGO mehr, die in der Ägäis Ertrinkende rettet. Weil die griechische Regierung (mit klammheimlicher und offener Unterstütuung durch die EU) die Seenottretter überwacht, behindert und schließlich kriminalisiert hat. Die 24 Angeklagten wurden einfach nur hingehalten, in dem das Gericht sich für nicht in der Lage erklärt und an ein Berufungsgericht weiter geleitet hat. Die juristische Begründung dafür: Weil einer der Angeklagten selbst ein Rechtsanwalt ist, muss ein Berufungsgericht urteilen. Als ob das den Anklägern nicht schon lange klar gewesen wäre. Somit müssen die Angeklagten wieder viele Monate mehr mit Anklagen weiter leben, aufgrund derer bis zu 35 Jahre Haft drohen. Siehe dazu das wütende Statement des betroffenen Sean Binder (auf englisch):

Statement von Sean Binder

Veröffentlicht unter Allgemein, Geflüchtete. | Hinterlasse einen Kommentar

Der lange Kampf der Griechen um die Akropolis-Skulpturen

Foto: Von Urban – Selbst fotografiert, CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1059679

Von Gerd Höhler, Redaktionsnetzwerk Deutschland, 17.11.2021:
>Der lange Kampf der Griechen um die Akropolis-Skulpturen
Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis fordert in London die Rückgabe des Parthenon-Frieses.
Die antiken Skulpturen waren im 19. Jahrhundert auf fragwürdige Weise nach Großbritannien gelangt.
Der britische Premierminister Boris Johnson fühlt sich allerdings nicht zuständig.
Athen. Die Marmorstücke des Lord Elgin hatte der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis nicht im Gepäck, als er am Mittwoch von einem dreitägigen Besuch in London nach Athen zurückkehrte. Sie wären auch zu schwer: 220 Tonnen wiegen die Marmorfragmente, die der britische Diplomat Elgin Anfang des 19. Jahrhunderts von der Athener Akropolis raubte und um deren Herausgabe sich die Griechen seit 180 Jahren bemühen. Auch wenn die Fronten in dem Streit so verhärtet sind wie eh und je, gibt Mitsotakis nicht auf. Er kam mit einer klaren Ansage aus London zurück: „Wir wollen die Skulpturen wiederhaben.“< weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Kultur | Hinterlasse einen Kommentar

17.11.: Großes Gedenken an den Widerstand gegen die Obristendiktatur

Mitglieder der Vereinigung der während der Diktatur im Gefängnis festgehaltenen führten die Demonstration in Athen an. „Für immer Widerstnad gegen den Faschismus“

Traditionell wird des Studierendenaufstandes von 1973 drei Tage lang, vom 15. bis zum 17. November gedacht. So auch dieses Jahr. Heute, am 17. November war wie jedes Jahr der Höhepunkt der Aktionen eine Demonstration zur US-amerikanischen Botschaft. In Athen gab es eine der größten Demonstrationen der letzten Jahre. Laut efsyn beteiligten sich über 20.000 Menschen. Die Regierung hatte 6000 PolizistInnen aufgefahren. Auch anderen Städten wurde demonstriert – in Thessaloniki z.B. demonstrierten ebenfalls viele Menschen.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Allgemein, Obristendiktatur, Widerstand | 3 Kommentare

Asyl ? – Knast!

Foto eines anderen Knastes, als denen, von denen im Beitrag unten die Rede ist: Foto des neuen EU-Lagers auf Samos

Migazin, 16.11.2021:
Verwaltungshaft – Oxfam beklagt Inhaftierung Geflüchteter in Griechenland
Immer mehr Geflüchtete landen in Griechenland in „Verwaltungshaft“ – bis zu drei Jahren
. Die ursprünglich als Ausnahme eingeführte Regelung werde immer mehr zur Regel, kritisieren Menschenrechtler. Aktuell seien 3.000 Menschen in Haft.
In Griechenland werden der Hilfsorganisation Oxfam zufolge immer häufiger Geflüchtete in Haft genommen. Die sogenannte Verwaltungshaft werde zur Regel, obwohl sie laut EU-Recht nur eingesetzt werden solle, wenn alle anderen Mittel erschöpft seien, kritisierten Oxfam und der Griechische Flüchtlingsrat (GCR) in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht.
Im Juni dieses Jahres seien rund 3.000 Migranten und Migrantinnen inhaftiert gewesen, heißt es in dem Bericht. Fast die Hälfte der Inhaftierten bleibe länger als sechs Monate in Verwaltungshaft.“
weiterlesen

Hier der Bericht von Oxfam und dem Griechischen Flüchtlingsrat (GCR) von

Veröffentlicht unter Allgemein, Geflüchtete., Justiz | Hinterlasse einen Kommentar

Polizisten brauchen sich nicht impfen zu lassen – wer im Gesundheitswesen arbeitet, muss

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis 15. November 2021:
In Griechenland haben Impfkritiker Ärzte bestochen, um die Immunisierung zu umgehen. Die Mediziner hielten sich aber nicht an den Deal

Die Pandemie ist für Ungeimpfte auch in Griechenland inzwischen eine teure Angelegenheit. Ohne Impfzertifikat müssen sie auf eigene Kosten Test bezahlen, um zum Arbeitsplatz, zum Studium oder aber zum Einkaufen oder ins Restaurant zu dürfen. Nicht wenige versuchen daher offenbar, ein gefälschtes Impfzertifikat zu kaufen. Es gibt aber auch Ärzte, die sich schmieren lassen – und die impfunwilligen Patienten dann trotzdem impfen.
Entsprechende Fälle hatte schon im Oktober der griechischen Privatsender Mega TV vermeldet. Impfverweigerer waren demnach in ein Impfzentrum oder zu Husärzten gegangen und hatten den Medizinern ein „Fakelaki“ mit Beträgen von bis zu 400 Euro zugesteckt. Der im Griechischen gängige Begriff bedeutet „kleiner Umschlag“ und bezeichnetet Schmiergeldzahlungen am Ärzte, um medizinische Dienstleistungen zu erhalten oder zu beschleunigen.
Mega TV zufolge baten die Impfunwilligen darum, statt eines Vakzins Serums lediglich Kochsalzlösung gespritzt zu bekommen. Natürlich sollte im Impfpass dann eine regelgerechte Impfung verzeichnet werden. Ihr Wunsch wurde nur zum Teil erfüllt: Die „Kochsalzlösung“ enthielt Impfstoff.“ weiterlesen

Veröffentlicht unter Allgemein, Gesundheitssytem, Polizei, Wassilis Aswestopoulos | Hinterlasse einen Kommentar

Kriminalisierung von Helfern von Geflüchteten. Der Schauprozess gegen Sarah Mardini und 23 weitere Angeklagte beginnt

Am kommenden Donnerstag, dem 18.11.2021 beginnt auf Lesbos ein großer Schauprozess gegen 24 Helfer*innen von Geflüchteten. Den Angeklagten drohen bis zu 35 Jahre Gefängnis. Das Schicksal von einer der Angeklagten, der seit Jahren in Berlin lebenden, aus Syrien geflüchteten Sarah Mardini, wirft ein grelles Licht auf die europäische Verlogenheit.

Es fängt damit an, dass die damals 20jährige Sarah Mardini 2015 zusammen mit ihrer Schwester Yusra das Leben von 18 anderen Geflüchteten rettete. Der Motor des Bootes, auf dem sie und ihre Schwester auf dem Weg nach Lesbos waren, fiel aus. Die beiden Schwestern hatten waren vor ihrer Flucht Mitglieder des syrischen Nationalen Schwimmteams. Sie zogen das fahrunfähige Boot dreieinhalb Stunden schwimmend ans Land, die Insel Lesbos. Zwei Männer, die zunächst halfen, gaben auf.
Danach schafften die Mardini-Schwestern es, auf der Balkanroute weiter nach Berlin zu flüchten.
Für ihre Rettungstat wurden sie gefeiert und ausgezeichnet. 2016 erhielten sie „Stille Helden Bambis“. „Bambis“ sind in Deutschland sicherlich keine unbedeutenden Preise

Schon ein halbes Jahr nach ihrer Ankunft in Deutschland kehrte Sarah Mardini zum ersten Mal nach Lesbos zurück – um Geflüchtete aus Seenot zu retten. Sie studierte in Berlin, kam aber immer wieder für längere Zeit nach Lesbos, um zu helfen und zu retten.

Weiterlesen
Veröffentlicht unter Allgemein, ERCI-Prozess gegen Flüchtlingshelfer, Geflüchtete., Griechische Justiz, Justiz, Repression | Hinterlasse einen Kommentar