Polizisten im Überfluss – aber keine Feuerwehrleute

„Dafür fehlen die Worte“ https://twitter.com/TassosMorfis/status/1423764377736556544

AthensLive Wire Newsletter, 7.8.2021:
Ein noch nie dagewesenes Ausmaß an Waldbränden macht das Leben zur Hölle.

„Wir sind traurig über die Geschehnisse in Griechenland. Wir hoffen, dass das Leben von niemandem in Gefahr ist. Unter diesen Umständen bitten wir um Verzeihung für unsere Freude und Begeisterung. Bei allem Respekt werden wir diesen Erfolg feiern und über die Geschehnisse in Griechenland nachdenken“, erklärte der Leiter der griechischen Wasserball-Nationalmannschaft, Yannis Fountoulis, nach dem Sieg gegen Ungarn im Halbfinale der Olympischen Spiele in Tokio. Eine Aussage, die den olympischen Geist ehrt und beweist, dass der Rauch der Waldbrände, die in Griechenland wüten, für die Griechen sogar den Himmel über Tokio bedeckt hat.

Griechenland leidet jedes Jahr unter ausgedehnten Waldbränden. Aber dieses Mal sind wir in die Hölle hineingeraten. Ein Feuer nach dem anderen bricht in verschiedenen Teilen des Landes aus, Dörfer und sogar Städte werden evakuiert, verängstigte Menschen versuchen, ihr Land und ihre Häuser zu retten, heldenhafte Feuerwehrleute – und ein dichter Rauch hat den sonst so hellen Himmel des Landes bedeckt, so dass man kaum noch atmen kann.

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Verheerende Waldbrände bedrohen auch die Hauptstadt

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis 06. August 2021:
Griechenland: Verheerende Waldbrände bedrohen auch die HauptstadtDem Land stehen dramatische Tage bevor
Griechenland steht eine dramatische Nacht bevor. Die Wetterlage begünstigt in der Nacht von Donnerstag auf Freitag eine weitere Ausbreitung des Feuers. Im gesamten Süden des Landes brennt es. Die seit mehreren Tagen andauernde Hitzewelle hat in den Wäldern für so viel Trockenheit gesorgt, dass sich die Brände, knapp 180 an der Zahl, seit dem 3. August auch ohne starke Winde rasant ausgebreitet haben.
Winde begünstigen eine Ausbreitung von Feuer. Es rächt sich, dass das Land auf Vorgabe der Kreditgebertroika die Feuerwehr regelrecht kaputtgespart hat. Einige hundert Feuerwehrleute kämpfen seit Tagen mit den Bränden. Die personelle Unterbesetzung wurde nicht besser, als aufgrund des Erlasses der Impfpflicht bereits Feuerwehrleute vom Dienst abgezogen wurden.“
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Klimakrise. Blackout befürchtet

Von Hansgeorg Hermann, junge Welt, 4.8.2021:
Klimakrise. Blackout befürchtet
In Griechenland brennen ganze Landstriche – Klimaanlagen überfordern privatisierte Stromversorgung
Peloponnes, Attika, Rhodos – in Griechenland vernichten schwere Wald- und Buschbrände ganze Landstriche. Das Land stöhnt seit Tagen unter einer der schlimmsten Hitzewellen seiner Geschichte. Anhaltende Trockenheit bei Temperaturen von bis zu 47 Grad Celsius und wechselnde Winde erschweren den vielen hundert Feuerwehrmannschaften die Bekämpfung der lokalen Katastrophen. Häuser und Wohnblocks in Großstädten wie Athen, Thessaloniki oder Heraklion sind ohne Klimaanlagen praktisch nicht mehr bewohnbar. Gleichzeitig überfordert der ununterbrochene Einsatz der Apparate inzwischen die Stromversorgung des Landes. Wie schon 1987, als im glühendheißen Sommer mehr als tausend Menschen starben, bieten staatliche Hilfsorganisationen Übernachtungen in klimatisierten Turnhallen und Schulen an.“ weiterlesen

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Entlasst Mendoni !

„Entfernt/entlasst Mendoni [griechische Kultusministerin] [nicht die antiken Funde]“ Bild: Yorgos Konstantinou/ Imagistan

Der Widerstand gegen die Entfernung der archäologischen Funde in Thessaloniki ist groß – siehe dazu den Artikel Wir haben schon genug Antikes in Griechenland und das elfte Bild von Yorgos Der Thessalonikaner ist cool und schüttet zu.

Fünfzehnte Grafik von Yorgos Konstantinou/ Imagistan auf griechenlandsoli.com.
Immer freitags visuelle Aufklärung vom Feinsten.

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I. Apostolopoulos: „Griechenland begeht Verbrechen gegen die Menschlichkeit“

Der international ausgezeichnete griechische Seenotretter, der von der Präsidentin ausgezeichnet werden sollte (was in letzter Minute verhindert wurde), klagt die griechische Regierung und die griechischen Medien an.

efsyn.gr 29.07.2021:
I. Apostolopoulos: „Griechenland begeht Verbrechen gegen die Menschlichkeit
In einem aufrüttelnden Interview mit dem Fernsehsender KONTRA sprach der Seenotretter Iasonas Apostolopoulos über die „industrialisierten täglichen Operationen der Entführung und des Verschwindens von Flüchtlingen in der Ägäis und im Evros, ihre Rückführung in die Türkei, die Gewalt, der sie ausgesetzt sind, und die Diebstahl dessen, was sie besitzen.

Im Gespräch mit der Journalistin Natasha Yamalis wies der international preisgekrönte Retter auch auf das sträfliche Schweigen der meisten griechischen Medien hin, die das Narrativ der Regierung über angebliche Lügen der türkischen Propaganda wiedergeben, während die internationale Presse unter den dokumentierten Enthüllungen stöhnt, und Griechenland zusammen mit Frontex vor europäischen und internationalen Gerichten zur Verantwortung gezogen wird.

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Verhinderte rechtsextremer Politiker Ehrung für Seenot-Retter?

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis 27. Juli 2021: „Keine Ehrung für Seenot-Retter.           Causa Apostolopoulos: Wer verhinderte die angekündigte Verleihung des Goldenen Kreuzes des Exzellensordens an einen „Koordinator von Seenotrettungseinsätzen“ ? Ein rechter Politiker?                                                          Der griechische Seenotretter Iason Apostolopoulos sollte am vergangenen Samstag, den 24. Juli, anlässlich des 47. Jahrestags der Wiederherstellung der Demokratie in Griechenland von der Staatspräsidentin Katerina Sakellaropoulou den Exzellenzorden des Phönix erhalten. So stand es in einer offiziellen Pressemeldung, die von der staatlichen Nachrichtenagentur Athens News Agency / Macedonian News Agency (AMNA) veröffentlicht wurde.“    Weiterlesen      

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Mindestlohn: Opposition wütend wegen Mitsotakis‘ Brosamen für die Arbeiter


efsyn.gr, 26.7.2021:
>Die Partei „Bewegung für den Wandel“ spricht von Verhöhnung der Arbeitnehmer „zu einer Zeit, in der die Verteuerung der Waren überhaupt nicht „symbolisch“ ist und wieder das Einkommen der Haushalte verringert. Die Nea Dimokratia fördert weiterhin ihre zutiefst konservative Vision von billiger und diskreditierter Arbeit, mit Arbeitern ohne Rechte und Verträge“, betont die Partei und fügt hinzu: „Wir erinnern daran, dass die GSEE (Dachverband der Gewerkschaften) nach der 2-jährigen Fixierung des Mindestlohns die sofortige Erhöhung auf 751 Euro vorgeschlagen hat. Ein Vorschlag, der von Herrn Mitsotakis ignoriert wurde. Die Bewegung für Veränderung beansprucht weiterhin ihren eigenen Weg. Ändern Sie das Gesetz und bestimmen Sie den Mindestlohn durch freie Verhandlungen der Sozialpartner mit dem Nationalen Allgemeinen Tarifvertrag für Arbeit. Damit ein angemessener Lebensstandard für Arbeitnehmer und ihre Familien auf Dauer gewährleistet ist.“
Erhöhung – Parodie
„Die Erhöhung – eine Parodie auf den Mindestlohn – ist ein „Einfrieren“ – für ein weiteres Jahr – auf dem miserablen Niveau, auf das er durch Regierungsbeschluss vor einem Jahrzehnt gesenkt wurde, indem der nationale Tarifvertrag abgeschafft wurde. Die Ankündigung der Regierung ist eine Provokation für die Arbeiter, da selbst diese Brosamen durch die allgemeine Teuerung und durch Preiserhöhungen bei Konsumgütern, aber auch durch das jüngste arbeiterfeindliche Gesetz der Regierung, das die Arbeiter noch ‚billiger‘ und ‚flexibler‘ macht, mehr als aufgezehrt worden sind“, so die KKE in einem Kommentar.

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Die Legende vom gut organisierten Deutschland – Was in Griechenland besser klappt

Vοn Wassilis Aswestopoulos, telepolis 22. Juli 2021:
Gedanken zur Flut. Die Legende vom gut organisierten Deutschland – Was in Griechenland besser klappt
Als Auslandskorrespondent betrachtet man die Politik im Land, über das berichtet wird, stets mit einem kritischen Auge. Denn insbesondere die Missstände fallen immer stärker ins Auge. Handelt es sich beim Gastland um einen ärmeren, schlechter organisierten Staat, schwingt ein „aber in Deutschland“ immer im Hinterkopf mit. Eigentlich, denn bei gleichartigen Ereignissen in beiden Ländern kann sich auch zeigen, dass Deutschland von Griechenland auch einiges lernen könnte.
Der Aufenthalt in Deutschland, das war für mich immer auch eine Erholung vom Chaos der griechischen Politik. In Corona-Zeiten wirken die für die deutschen Mitbürger verwirrenden Maßnahmen der Bundesregierung oft erträglicher als die teilweise drakonischen griechischen Regeln.
Griechenland hat die Pandemie aber auch genutzt, um den öffentlichen Dienst nahezu komplett zu digitalisieren. „Behördengänge“ finden fast an allen Stellen, so auch beim Finanzamt, nun digital bei Videotelefonat statt. Die meisten wichtigen Unterlagen können übers Internet bestellt werden und kommen mit einer elektronischen Unterschrift digital zum Bürger. Sie können beliebig oft ausgedruckt werden.“ weiterlesen

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Heimunterbringung von deutschen Jugendlichen in Griechenland ohne rechtilche Grundlage und ohne Kontrolle?

Seit langer Zeit wurden und werden zahlreiche deutsche Jugendliche in Griechenland untergebracht, ohne dass die vorgeschriebenen rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten wurden. Darüber berichtet der Weltspiegel-Beitrag (unten). Ein Artikel der Tageszeitung efsyn (auf Griechisch) macht deutlich, dass es sich um eine ganze Reihe von Heimen und eine sehr lange Zeit handelt. Außerdem dokumentiert der Artikel, dass die Unterbringung zumindest zeitweise zu wünschen übrig ließ (hier der Artikel). Es scheint, dass sowohl deutsche als auch griechische Institutionen ihrer Aufsichtspflicht nicht nachkommen.

Weltspiegel vom 18.7.2021
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Griechischer Geheimdienst verfolgt Menschenrechtsbeobachter:innen

Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

Die griechische Regierung hindert Asyl Suchende mit Gewalt daran, nach Griechenland zu kommen – ja sie deportiert sogar Geflüchtete, die schon auf griechischem Boden angekommen sind. Alles mit klammheimlicher Unterstützung der EU. Das widerspricht aber einer Reihe von Menschenrechtsverträgen, zu denen Hellas sich verpflichtet hat. Also wird geleugnet. Und es ist nur konsequent, dass diejenigen, die die Rechtsbrüche anprangern, mundtot gemacht werden – durch Polizei, Justiz und Geheimdienst. Herrliches Europa!

Von Matthias Monroy, netzpolitik.org 22.07.2021:
Seenotrettung in der Ägäis. Griechischer Geheimdienst verfolgt Menschenrechtsbeobachter:innen
Die Regierung in Athen geht gegen Organisationen und Personen vor, die dem Staat Menschenrechtsverletzungen nachweisen und dies im Internet dokumentieren. An den Ermittlungen ist eine Behörde beteiligt, die mit EU-Mitteln errichtet wurde.
Abermals holen griechische Behörden zum Schlag gegen europäische Menschenrechtsorganisationen aus. Insgesamt zehn Personen aus verschiedenen Ländern sollen seit Juni 2020 die „illegale Einreise von Ausländern“ in der Ägäis ermöglicht haben. Dies teilte die Polizei am vergangenen Montag auf einer Pressekonferenz mit. Die Betroffenen werden außerdem der Spionage sowie der „Erschwerung von Ermittlungen“ beschuldigt. Einige von ihnen sollen zudem gegen das Einwanderungsgesetz verstoßen haben. Festnahmen oder Durchsuchungen erfolgten bislang aber nicht.
Die Ermittlungen zielen auf vier Mitarbeiter:innen unterschiedlicher Organisationen, die auf den Inseln Chios, Samos und Lesbos zur Menschenrechtsbeobachtung tätig sind, sowie sechs weitere Personen. Laut der regierungsfreundlichen Zeitung „Kathimerini“ ist unter anderem die norwegische Organisation Aegean Boat Report betroffen.
Angebliche „Spionage“ wegen Dokumentation von Pushbacks
Die Verdächtigen sollen „Anwendungen im Internet“ betrieben und über „Migrationsströme“ aus der Türkei informiert haben. Mithilfe von „Telefonverbindungen“ hätten sie Koordinaten von Booten mit Geflüchteten erhalten und an andere Aktivist:innen weitergegeben, die dann den Kurs bis zur Ankunft am griechischen Festland beobachtet hätten. Bei dem Informationsaustausch seien auch die Anzahl der Bootsinsassen und deren Gesundheitszustand von Interesse gewesen.“ Weiterlesen

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