„Die linke SYRIZA im Antiterrorkampf“

09. Januar 2017,  von  Wassilis Aswestopoulos  auf Telepolis

„Pola Roupa, die Frau des Anarchisten Nikos Maziotis, auf die eine Million Euro Kopfgeld ausgesetzt war, wurde mit ihrem sechsjährigen Sohn festgenommen, der isoliert festgehalten wird

Am 5. Januar wurde in Athen Pola Roupa festgenommen. Die Gattin des inhaftierten Anarchisten Nikos Maziotis wurde verraten. Der griechische Staat hatte eine Million Euro Kopfgeld auf sie ausgesetzt. Ein stolzer Betrag, gemessen daran, dass Roupa während der Zeit ihres Wirkens kein Mord zur Last gelegt wurde.

Roupa wurde zusammen mit einer Begleiterin, der 1992 geborenen K.A. in der Wohnung der jungen, bekennenden Anarchistin im Athener Vorort Ilioupolis festgenommen. Roupa befand sich in der Wohnung von K.A., während diese selbst an einem anderen Ort aufgegriffen wurde.“

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Geflüchtete erfrieren – UNHCR: Geflüchtete auf das Festland bringen!

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Zelte im Lager Moria auf Lesbos

Erfrorene Flüchtlinge in Bulgarien und Griechenland
In Bulgarien hätten Dorfbewohner erneut die Leichen zweier erfrorener Flüchtlinge gefunden. Die beiden 28 und 35 Jahre alten Iraker lagen in einem verschneiten Wald nahe des Grenzabschnitts, der nicht durch Stacheldraht abgeriegelt ist. In derselben Gegend war am Montag eine Frau aus Somalia tot aufgefunden worden.
Auch in Griechenland sei am Dienstag die Leiche eines 20-jährigen Afghanen entdeckt worden, der zuvor die türkisch-griechische Grenze überwunden hatte.“ (Quelle: huffingtonpost.de)
UNHCR: Geflüchtete auf das Festland bringen!
UNHCR, der „Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen“  ruft erneut dazu auf, Asylsuchende schneller auf das griechische Festland zu bringen – dort frieren mittlerweile keine Geflüchteten mehr in unbeheizten Zelten. Aus der UNHCR-Netzseite: „Die prekäre Situation auf den Inseln Samos, Chios und Lesbos wird mit besonderer Sorge beobachtet. Im Aufnahme- und Informationszentrum auf Samos verweilen rund 700 Menschen in unbeheizten Zelten, darunter viele Kinder und besonders schutzbedürftige Personen.“ Weiterlesen →

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Pharmariese korrumpierte Griechenland

image-2von Ralf Kliche
Seit den Weihnachtstagen 2016 wird Griechenland immer stärker durch einen Pharmaskandal um den Schweizer Pharmariesen Novartis erschüttert.
image-1Ausgehend vom griechischen Gesundheitsministerium wird gegen einen Kreis von ca. 4000 Ärzten und Regierungsbeamten ermittelt, die sich haben korrumpieren lassen, um die Medikamente von Novartis zu fördern.

Ihren Ausgang haben die Ereignisse im vergangenen August genommen, als bekannt wurde, dass zwei ehemalige Führungskräfte von Novartis in Griechenland gegenüber US-Behörden Vorwürfe über unlautere Methoden ihres Ex-Arbeitgebers erhoben haben. Sie legten Nachweise vor, dass das Unternehmen Bestechungsgelder an Beamte und Ärzte gezahlt hatte, um die Position auf dem griechischen Markt zu verbessern. In der Folge haben Whistleblower Hunderte von Unterlagen vorgelegt, aus denen Geldzahlungen an Private-Ärzte, Ärzte im öffentlichen Gesundheitssystem und Mitarbeiter im Umfeld der Krankenversicherung hervorgehen. Weiterlesen →

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Griechischer Salon: Filmvorführung: „Ouzeri Tsitsanis / Cloudy Sunday“ am 9. November 2017

GRSalonNovTeil

Am 9. November – dem Jahrestag der Reichspogromnacht 1938 – gedenkt auch der Griechische Salon* der ermordeten Jüdinnen und Juden in Europa und möchte mit einer besonderen Filmvorführung ein Zeichen gegen Antisemitismus und Rassismus setzen:

Ouzeri Tsitsanis / Cloudy Sunday
Spielfilm, Griechenland 2015, von Manoussos Manoussakis, 116 Min, OmdtU

am Donnerstag, 9. November 2017, um 19.30 Uhr
im regenbogenKINO, Berlin-Kreuzberg, Lausitzer Str. 22

Schauplatz des Films ist Thessaloniki 1942, während der deutschen Besatzung: Die junge Jüdin Estrea und der christliche Grieche Giorgos lieben sich – doch die Rassengesetze der Nazis sind auch hier in Kraft. In dieser Situation ist die kleine Ouzeri des Rembetiko-Musikers Tsitsanis ein Ort der Zuflucht vor dem Hass und der Unmenschlichkeit. Doch der Widerstand in der Stadt kann die Judenverfolgungen nicht stoppen.
Manoussakis‘ preisgekröntes Werk basiert auf dem gleichnamigen Buch von George Skarbadonis, das von realen Ereignissen inspiriert ist.

Eintritt: 6 €, 5 € für StudentInnen, 4 € für Hartz IV-EmpfängerInnen

Veranstalter: Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin; Regenbogenfabrik und regenbogenKINO; attac Berlin.
Unterstützt durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

* Der GRIECHISCHE SALON:

Das ist die Veranstaltungsreihe des Bündnisses Griechenlandsolidarität Berlin.
Wir laden Euch einmal im Monat ein zu einem Abend:

l Mit Politik und Kultur aus und über Griechenland.
l Mit engagierten Debatten zum Europa der Sparpolitik.
l Mit frischen Infos und Terminen aus der bundesweiten Griechenlandsolidarität.
l Mit Musik und Meze.
l Mit wechselnden Mitveranstaltern.
l Jeden 2. Donnerstagabend im Monat.
l Immer in der Regenbogenfabrik, Lausitzer Str. 22 in Berlin-Kreuzberg.
l Immer mit Euch? Das würde uns freuen! Herzlich willkommen.

Am 14. Dezember geht’s weiter:
Die gewerkschaftliche Griechenland-Reisegruppe berichtet von ihrer September-Fahrt.

Mit Fotos und spannenden Schilderungen gibt sie einen Einblick in die vielfältigen widerständigen und solidarischen Projekte in Griechenland.

 

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Reformen in der griechischen Flüchtlingspolitik + Kritik an Wiedereinführung des Dublin-Systems

Wassilis Aswestopoulos informiert in der Telepolis über Entwicklungen in der Politik gegenüber Geflüchteten:
„Griechenland: Reformen in der Flüchtlingspolitik.
Die Flüchtlinge sollen künftig die Beihilfen der EU als Geldleistung erhalten. Die Ankündigung des Immigrationsministers führt zu kontroversen Diskussionen. “ weiterlesen

lagerNicht nur der griechische Migrationsminister Mouzalas kritisiert das Vorhaben der EU-Kommission, Geflüchtete, die zunächst in Griechenland europäischen Boden betreten haben, wieder nach Griechenland zurückzuschicken. Auch Amnesty International hält das für einen Rückfall, wie das Neue Deutschland berichtet. „Das bisherige »Dublin-System« in der EU habe gezeigt, »dass damit weder der sichere und legale Zugang für Schutzsuchende und Asylbegehrende gewährleistet werden kann, noch die Unterbringung und faire Verfahren«. Zudem hätten sich im Rahmen der Dublin-Vereinbarungen – wonach der EU-Staat für das Asylverfahren zuständig ist, auf dessen Territorium ein Flüchtling zuerst seinen Fuß setzt – die meisten EU-Staaten ihrer Verantwortung entzogen. weiterlesen

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documenta 14: „von Athen lernen“

documenta1„Von Athen lernen“ ist der Arbeitstitel der documenta14. “Inspiration könnte in Griechenland gefunden werden, genauer gesagt in Athen,” sagte Adam Szymczyk, der Direktor der documenta 14, er sei der Ansicht, dass die griechischen Probleme bald die Probleme der Welt sein werden. – Offiziell eröffnet wird die documenta 14 in Athen am 8.April 2017. Das griechische öffentliche Fernsehen zeigt schon seit dem 19. 12.2016 Filme anlässlich der Ausstellung. Auch andere Aktivitäten bezogen auf die documenta haben bereits begonnen (siehe die Internetseite der Ausstellung).

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Niels Kadritzke: „Bittere Weihnacht“

niels-kadritzkeNiels Kadritzke erklärt in gewohnter Ausführlichkeit die gegenwärtigen Konfliktlinien.

„Bittere Weihnacht
Die folgende Darstellung konzentriert sich auf den Stand der Verhandlungen zwischen Griechenland und dem Quartett seiner Gläubiger. Dabei versuche ich aufzuzeigen, wie sich die Differenzen innerhalb dieses Quartetts auf die Erfolgschancen dieser Verhandlungen und damit auf die wirtschaftlichen Perspektiven Griechenlands auswirken. In einem zweiten Teil (Mitte Januar 2017) werde ich analysieren, was die geschilderten Konflikte und Komplikationen für die griechische Innenpolitik und für die Überlebenschancen der Regierung Tsipras bedeuten.

Die griechische Schuldenkrise sei eine der großen internationalen Dramen des frühen 21. Jahrhunderts, schreibt Tony Barber in der Financial Times vom 19. Dezember. Allerdings habe das Publikum in diesem Jahr 2016 das Interesse für das griechische Drama verloren, das von der Brexit-Entscheidung, der Regierungskrise in Italien oder dem Wahlsieg Trumps in den Hintergrund gedrängt wurde.
Nachlassende Aufmerksamkeit kann zweierlei bedeuten: Die Krise ist überwunden, zumindest entschärft – oder man hat sich an sie gewöhnt. Für den Fall Griechenland gilt die zweite Erklärung. Denn das Drama geht weiter. Und ein „glückliches oder unglückliches Ende“ ist nicht absehbar, meint der FT-Kommentator: Seine Protagonisten, die politische Klasse Griechenlands, die Partner in der Eurozone und der Internationale Währungsfonds (IWF) liefern „Jahr für Jahr neue Rollentexte und Regieanweisungen, aber das Stück zieht sich endlos hin, und der Vorhang fällt nie.“ weiterlesen auf le monde diplomatique
Dank mal wieder an kokkinos vrachos für den Hinweis auf den Artikel. – Den Bericht der Expertenkommission gibt es auch auf deutsch.

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Hintergründe der aktuellen Fehde zwischen Berlin und Athen

rammbockArtikel vom 24. Dezember 2016 von Wassilis Aswestopoulos auf telepolis            

„Vendetta zwischen Tsipras und Schäuble?

Tsipras Rentengeschenke, der Mehrwertsteuersatz der Inseln und die Folgen

Als der griechische Premierminister Alexis Tsipras vor knapp zwei Wochen ankündigte, den Beziehern geringer Renten das in der Krise gestrichene Weihnachtsgeld auszuzahlen und die griechischen Grenzinseln von der Mehrwertsteueranpassung auszunehmen, führte dies dazu, dass die Tage zuvor von der Eurogruppe beschlossenen Maßnahmen zur Schuldenerleichterung bis 2060 eingefroren wurden. Seitdem herrscht zwischen Berlin und Athen Eiszeit.
Die Griechen erfahren, dass Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble außer sich ist und das Ende der Solidarität erreicht sieht. Er verbittet sich, von Tsipras als jemand, der griechischen Rentnern an den Kragen will, dargestellt zu werden. Tsipras dagegen findet ebenfalls harte Worte. Eine Weihnachtsfeier für Flüchtlingskinder im griechischen Parlament nutzte er am Donnerstag zu einer kurzen Replik an Schäuble.“ weiterlesen

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Weihnachtsmoral: Schäuble gegen Tsipras

schäubleDas Handelsblatt erweckt den Anschein, dass Tsipras gegen der Rest von Europa steht. Zum Glück ist dem schon lange nicht mehr so. Viele europäische Politiker sind Tsipras bezüglich seiner „Weihnachtsgeschenke“ zur Seite gesprungen. Am deutlichsten wird die Veränderung durch die Reaktion der sozialdemokratischen Fraktion des Europaparlaments (siehe Bericht). Teile des Handelsblatt-Artikels sind trotzdem informativ, weil er die Konfrontation zwischen Schäuble und Tsipras beschreibt: „Am Freitag bildeten sich lange Schlangen vor vielen Athener Bankfilialen. Wie schon tags zuvor, trotzten Rentnerinnen und Rentner dem schneidend kalten Nordwind, um ihr Weihnachtsgeld abzuholen. Rund 1,6 Millionen Pensionären, die weniger als 850 Euro im Monat beziehen, hat die Regierung jetzt eine Einmalzahlung von 300 bis 830 Euro zugesprochen. 619 Millionen Euro lässt sich Premier Alexis Tsipras die Weihnachtsgratifikation kosten. Finanziert wird sie aus dem Primärüberschuss im Haushalt, der infolge massiver Steuererhöhungen um rund eine Milliarde höher ausfiel als angesetzt.“
Alexis-Tsipras

„Jene, denen es psychisch nicht gut geht, können weder die Probleme ihres eigenen Landes lösen, noch die Probleme Europas, oder die der ganzen Welt“, sagte Tsipras laut Handelsblatt am Donnerstag bei einer Veranstaltung im griechischen Parlament. Ist diese Übersetzung eine bewusst verzerrende? Mona Kaki korrigiert diese Übersetzung in ihrem Kommentar (s.u.) folgendermaßen: „Diejenigen, die keinen Frieden in der Seele haben (die nicht in Frieden mit ihrer eigenen Seele sind), können weder die Probleme ihres eigenen Landes, noch die Europas oder der ganzen Welt lösen.“ Weiterlesen →

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Argyris Sfountouris‘ Leben mit der Grausamkeit

Argyris Sfountouris„Argyris Sfountouris‘ Leben mit der Grausamkeit

Patric Seibel beschreibt die hochpolitische Biografie eines Überlebenden des NS-Massakers im griechischen Distomo.

Als Sohn einer Bauernfamilie wäre Argyris Sfountouris wohl am liebsten in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Er hätte den Hof am Fuße des Parnassgebirges übernommen, mit einer Tochter aus einem Nachbardorf eine Familie gegründet und er hätte vielleicht nie seine griechische Heimat verlassen – wären nicht die Nazis in sein Dorf eingefallen, hätten seine Familie ermordet und seine Heimat ausgelöscht.
Die Erinnerungen Sfountouris’ an jenen 10. Juni 1944 sind so wach wie sein Blick. Er hat überlebt. Und wie. Der heute 76-Jährige ist durch sein Engagement um Entschädigung für die NS-Verbrechen, wie sie in Distomo begangen wurden, auch in Deutschland bekannt. In der ZDF-Sendung »Die Anstalt« erzählte er einem Millionenpublikum seine Geschichte und warum er damit – anders als die Bundesrepublik – nicht abschließen kann.“ weiterlesen auf neues Deutschland.de

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