The Fight to Keep the Mediterranean Free of Oil Drilling, Film produziert von Eurydice Bersi
Von Eurydice Bersi, The Nation, 24.3.2020: „Der Kampf um ein Mittelmeer ohne Ölbohrungen Umweltschützer gewinnen wichtige Kämpfe gegen die fossile Energieerkundung im Mittelmeer – aber es steht noch sehr viel auf dem Spiel
Während im östlichen Mittelmeer, im sogenannten „griechischen Graben“, die Türkei, Griechenland und Zypern sich um die Ansprüche auf mögliche Öl- und Garreserven streiten, haben im Westen Italien, Frankreich, Kroatien und Spanien neue Meeresbohrungen verboten oder sind dabei sie zu verbieten, um das empfindliche Mittelmeerökosystem zu schützen und den Klimawandel zu bekämpfen. Paradox: Sonnenreiche östliche Mittelmeerländer wollen fossile Energieproduzenten werden. Sie engagieren spanische und französische Unternehmen, die zu Hause nicht mehr dürfen, und werden angetrieben von der US-Regierung und Exxon Mobile. In Spanien, Frankreich, Italien und vielen anderen Ländern ist der Kampf gegen Ölbohrungen und Ölproduktion in vollem Gange.
Anfdeutsch.com, Sonntag, 28 Mär 2021: „Im Flüchtlingslager Korinth in Griechenland hat ein 24-jähriger kurdischer Schutzsuchender Selbstmord begangen, offenbar aus Protest gegen seine andauernde Internierung. Seit gestern kommt es zu wütenden Protesten, an mehreren Stellen brennt es. Im Flüchtlingslager Korinth in Griechenland hat ein kurdischer Flüchtling Selbstmord begangen, offenbar aus Protest gegen seine andauernde Internierung. Wie es heißt, habe sich der 24-Jährige am Samstag in einer Toilette erhängt. Zuvor habe es einen Anhörungstermin in seinem Asylverfahren gegeben. Der Geflüchtete aus Nordkurdistan soll seit siebzehn Monaten in Camp Korinth inhaftiert gewesen sein und zuletzt mit seiner Freilassung gerechnet haben. Die griechischen Behörden hätten jedoch die fortgesetzte Unterbringung in dem Lager angeordnet. Das Lager Korinth gleicht mehr einem Gefängnis, denn einer Unterbringung. Nach der Nachricht über den Selbstmord des kurdischen Geflüchteten brachen Proteste in dem Lager aus, an mehreren Stellen wurden Matratzen und Container in Brand gesetzt. Laut Informationen des in Griechenland lebenden kurdischen Journalisten Çağdaş Kaplan sei die Polizei mit einem großen Aufgebot in das Lager eingedrungen. Ob es zu Festnahmen kam, ist unklar. Das griechische Netzwerk KEERFA, Bewegung vereint gegen Rassismus und die faschistische Bedrohung, erklärte zum Tod des Schutzsuchenden: „Dies ist kein Selbstmord, sondern das Ergebnis einer mörderischen Politik der ungerechtfertigten Langzeitinhaftierung von Flüchtlingen unter den rassistischen Gesetzen von Mitsotakis und der EU.” weiterlesen
The necessity of a social housing plan in Greece and in Europe in general is crucial. Given the difficulties of local communities to support housing rent during, but also before the pandemic, we can all appreciate that a central housing plan without privatisation is a positive change and a vision that could bring stability in many peoples‘ lives. The issue of housing is not one that affects only those who have lost a home. It is an issue which also affects those who never had a roof over their head to begin with, and those whom the Greek State neglected and abandoned. Refugees who manage to survive the perilousness of the Mediterranean sea, are placed in horrible camps with the support of the EU. And with most of the dozens of self-organised refugee housing projects in Greece now evicted, the flicker of hope once present amongst the vast darkness of the EU’s institutional racism, now struggles to stay alight. In Greece we notice the phenomenon of roofless and homeless people in large scales as well as inadequate and insecure housing. The percentage is not clear, since there is also a lack of recorded statistics to define the problem. During the economic crisis in Greece this percentage raised significantly, without any national strategy to fight homelessness and housing exclusion.
Von Giorgos Christidis und Steffen Lüdke, Spiegel online, 28.3.2021: „Unterbringung von Geflüchteten Neues Lager auf Lesbos wird nicht rechtzeitig fertig. „Keine Morias mehr“: Bis September sollte auf Lesbos ein neues Flüchtlingscamp entstehen, das europäischen Ansprüchen genügt. Doch hinter den Kulissen gibt es Streit um die Ausstattung. Den Winter verbrachten sie in Zelten, nur einige Meter von der Küste entfernt. Der Wind pfiff durch die Zelte, die Menschen froren, immer wieder versank das Lager im Schlamm. Im Januar schneite es. Knapp 7000 Geflüchtete leben derzeit im temporären Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos, darunter mehr als 2000 Kinder. Hilfsorganisationen berichten von traumatisierten Mädchen und Jungen, die sich aus Verzweiflung die Haare herausreißen.“ Weiterlesen
Ein spannender Aufklärungsfilm – sehr zu empfehlen! Der Film „Kampf um Griechenland“ ist wieder abrufbar. Der bekannte griechische Kournalist und Filmemacher Yorgos Avgeropoulos hat für seinen Film viele der wichtigsten Ereignisse der Jahre 2015 bis Mitte 2020 aufgezeichnet. Wenn er nicht direkt dabei sein konnte, so hat er die Handelnden noch am selben Tag des Geschehens interviewt (u.a. Tsipras und Varoufakis). Es geht um die durch die Europäische Union aufgezwungene Austeritätspolitik und den Widerstand dagegen. Der Film zeigt uns aber nicht nur die „große Politik“ hautnah, sondern auch exemplarisch Menschen in bestimmten Situationen: Arbeitslose, die auswandern müssen, um Arbeit zu finden; Geflüchtete an verschiedenen Stationen ihrer langen Flucht. Auch das Schicksal des 2018 ermordeten schwulen Aktivisten Zak Kostopoulos wird durch Interviews mit ihm selbst lebendig. Die Mutter des von der Goldenen Morgenröte ermordeten Pavlos Fissas wird bei vielen Etappen ihres Kampfes gegen die Faschisten begleitet. Die hervorragende Dokumentation von Giorgos Avgeropoulos wurde am 8. September 2020 auf Arte ausgestrahlt und war bis zum 6.12.2020 in der Arte-Mediathek zu sehen. Jetzt kann man sie bis zum 07.03.2022 unter diesem Link sehen.
Die Fortsetzung ist dann der Film „Being Present“ von Avgeropoulos, der die Zeit der Pandemie beschreibt. Ihn kann man unseres Wissens nach im Moment nicht abrufen.
Η αναφορά που κατατέθηκε από την #ΟΕΝΓΕ στην Εισαγγελία του Αρείου Πάγου 23/3/21 https://t.co/qSVGhGXySO— P.G. Papanikolaou (@PGPapanikolaou) March 26, 2021
AthensLive Newsletter, 27.3.2021: >“…am Dienstag, reichte die Griechische Krankenhausärzte-Vereinigung (OENGE) eine Klage zur Situation der Patienten in Krankenhäusern beim obersten Gericht Areopag ein. In ihrem Bericht betonen die Krankenhausärzte, dass sowohl für die Dutzenden von schwer kranken Patienten, die auf normalen Stationen an behelfsmäßigen Beatmungsgeräten intubiert werden, als auch für die Besetzung der Covid19-Patientenstationen mit Ärzten nicht relevanter Spezialisierung allein die Regierung die Verantwortung trage. Außerdem weisen sie darauf hin, dass es die Regierung sei, die entscheide, dass intubierte Patienten auf Nicht-ICU-Stationen untergebracht werden. Es sei die Regierung, die entscheide, dass Ärzte von nicht relevanten Fachrichtungen Covid19-Patienten behandeln. Die Krankenhausärzte entschieden das nicht.
Repräsentanten Frankreichs, Großbritanniens, Griechenlands, Zyperns und Russlands (von links nach rechts)
25. März 2021. Nationalfeiertag. 200 Jahre griechische Nation. Während die Regierung sich weigert, das Sterben von Covid19-Patienten zu verhindern, feiert sie lieber mit einer Militärparade vor den Spitzen des griechischen Militärs und Repräsentanten Frankreichs, Großbritanniens, Russlands, Zyperns und Griechenlands.
Von Dimitris Kanellopoulos, efsyn.gr, 25.3.2021: „Scham Während „52 Patienten in den letzten 24 Stunden aufgrund von Komplikationen durch Covid-19 starben“ (insgesamt: 7.701 Todesfälle) und „die Zahl der auf Intensivstationen Intubierten auf 706 anstieg), verbrachten die Herrscher des Landes mit ihren Gästen zwei glückliche und festliche Tage.
Auf Spiegel online, 24.03.2021: „Wegen illegaler Pushbacks EU-Parlament verweigert Bestätigung des Budgets von Frontex Europas Grenzschutzagentur Frontex ist in illegale Pushbacks von Flüchtlingen verwickelt – und klärt die Verfehlungen bisher kaum auf. Nun erhöhen Europaabgeordnete den Druck. Die europäische Grenzagentur Frontex soll griechische Pushbacks von Geflüchteten in der Ägäis geduldet und sogar vertuscht haben. Die Vorwürfe, die unter anderem durch SPIEGEL-Recherchen ans Licht kamen, arbeitet Frontex nur schleppend auf. Nun hat das Europaparlament gehandelt – und die Entlastung des 2019-Budgets von der Grenzagentur verweigert. Abgeordnete des Europaparlaments verweisen auf mehrere Verstöße von Frontex gegen die Menschenrechte – und auf das Versäumnis, diesbezüglich rechtzeitig 40 Grundrechtsbeobachter einzustellen. »Die Transparenz in der Agentur lässt zu wünschen übrig«, heißt es in der Mitteilung des Europaparlaments. »Frontex muss viel aufarbeiten, um Vertrauen wieder herzustellen«, sagte der grüne Europaabgeordnete Bas Eickhout aus den Niederlanden.“ weiterlesen
Dieses Foto, das ein Arzt aufnahm, wurde zum Symbol der katastrophalen Situation
Von Ralf Kliche Mitte März ist vorbei und in Griechenland wächst die dritte Corona-Welle weiter. Angesichts einer sich immer weiter verschlechternden Versorgung der Erkrankten im Gesundheitssystem – insbesondere in den Krankenhäusern des Großraums Athen – spricht Oppositionsführer Tsipras inzwischen von Bildern eines „Kriegszustandes“. Bereits im Februar wurde festgestellt, dass 90% aller für Covid-Patienten reservierten Intensivbetten belegt seien: 235 von 262 vorhandenen Betten. Seitdem ist die Anzahl der mit Covid-19 ins Krankenhaus eingewiesenen Personen weiter gewachsen. In der Zeit vom 15.03. bis zum 20.03. mussten in ganz Griechenland 108 zusätzliche Patienten intubiert werden, die Gesamtzahl beläuft sich derzeit auf 672, die Zahl der neu zu Intubierenden wuchs dabei täglich. (1) Die Prognose eines Arztes spricht von zusätzlichen 3.000 Toten nur im nächsten Monat, wenn die Situation in den Krankenhäusern nicht sofort deutlich verbessert wird. Zumindest in den nächsten zwei Wochen muss in jedem Fall mit einem weiteren deutlichen Wachstum bei Infektionen und Todesfällen gerechnet werden. So ist es nicht verwunderlich, dass inzwischen weit mehr Patienten intensivmedizinisch betreut werden müssen, als Intensivbetten verfügbar sind. Am 22.03. gab es nach Informationen der Mitarbeitervertretung an öffentlichen Krankenhäusern POEDIN 125 Patienten auf der Warteliste für Intensivbetten, die so lange in normalen Krankenzimmern untergebracht und zum Teil auch beatmet werden, bis (vielleicht) ein Intensiv-Platz verfügbar ist. (2) Diese Situation, in der Ärzte entscheiden müssen, wer ein frei werdendes Intensiv-Bett bekommen soll, kann als Triage bezeichnet werden. Michalis Giannakos, der Vorsitzende von POEDIN, erklärt, dass „jedes der jeweils diensthabenden Krankenhäuser in Attika täglich zwei neue Patienten mit Covid-19 aufnehmen muss“. (3) Das beeinträchtige die Leistungsfähigkeit der Krankenhäuser und erhöhe auch Mortalität und Morbidität aufgrund anderer Krankheiten. Weiter führt er aus: „Die Krankenwagen, die an Militärfahrzeuge zu Kriegszeiten erinnern, … zeigen den Zusammenbruch der Grundversorgung und die Schwierigkeit der Aufnahme in Krankenhäuser aufgrund von Platzmangel. Erkrankte bleiben ohne ärztliche Betreuung in ihren Häusern, und wenn es dann mit ihnen zu Ende geht, werden sie mit Krankenwagen in Krankenhäuser gebracht.“