Spiegel online: „Europas Gefängnisinsel“

Von Giorgos Christides und Steffen Lüdke und Gianmarco Maraviglia (Fotos), Spiegel online, 21.12.2019:
Griechenland baut Haftlager für Flüchtlinge. Europas Gefängnisinsel
Auf der griechischen Insel Samos harren Tausende Asylbewerber in nassen und kalten Zelten aus. Schon bald sollen viele von ihnen in ein geschlossenes Lager hinter hohe Mauern und Stacheldraht umziehen. Helfer sind entsetzt.
Als die Büsche Feuer fangen, liegt die 42 Tage alte Raghad in den Armen ihrer Mutter Hazar Hassan. Der Brand frisst Äste, Sträucher und Büsche, nur wenige Meter entfernt von den beiden, am Hang des Flüchtlingslagers von Samos. Der Rauch zieht über das Zelt, in dem Hassan und ihr Mann ausharren, starr vor Angst, von außen dringt das Knistern des Feuers hinein. “ weiterlesen

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Heribert Prantl: „Es ist ein inhumanes, es ist ein tödliches, es ist ein kriminelles Warten“

„Weihnachten ist dann, wenn Flüchtlinge gerettet werden“

Von Heribert Prantl, nwzonline.de:

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Der Brexit aus der Sicht eines Grexit-Befürworters

Costas Lapavitsas

Nach dem großen Wahlsieg von Boris Johnson und der Konservativen Partei am 12. Dezember 2019 führten Konstantinos Poulis und Thanos Kamilalis von ThePressProject am 15.12.2019 in ihrem Radioprogramm ein telefonisches Interview mit Costas Lapavitsas zur Analyse der Wahlergebnisse. (1) Lapavitsas ist nach einem Studium der Sozialwissenschaften in London seit 2008 Professor an der School of Oriental and African Studies SOAS. Er war auch Abgeordneter von SYRIZA im griechischen Parlament, wurde aber in der Griechenlandkrise vor allem bekannt und auch kritisiert, weil er die Minderheitenposition eines Ausstieg aus dem Euro vertrat.
Seine Analyse der englischen Wahlergebnisse stellt nicht nur aus langer Erfahrung die Politik der englischen Labour Party ins Zentrum, er zieht auch Verbindungslinien zur griechischen Erfahrung und Situation der Linken in Europa.
Zuletzt hatte Lapavitsas Anfang 2019 ein Buch „Die Linke gegen die EU“ (The Left Case against the EU) veröffentlicht, in dem er die Argumente eines so genannten Lexits, also einer linken Variante des Brexits, darstellt und systematisch über die Diskussion in Griechenland und in vielen englischsprachigen Medien berichtet. (2)

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Proteste gegen die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen die Goldene Morgenröte

Von Ralf Kliche.
Die Wendung der Staatsanwaltschaft im Mordprozess um die Ermordung von Pavlos Fyssas hat schnelle, heftige und breite Reaktionen auf der Linken hervorgerufen. Nachdem jahrelang versucht worden war, die Verstrickung der Partei und Parteiführung der faschistischen Goldenen Morgenröte in die Ermordung des linken Musikers nachzuweisen, sieht die Staatanwaltschaft nun plötzlich nur noch eine individuelle Schuld des Täters und fordert den Freispruch für die mitangeklagten Parteirepräsentanten.

In Reaktion darauf haben zahlreiche Organisationen für den 21.12.2019 um 13:00 Uhr zu großen Demonstrationen in Athen aufgerufen. Das zentrale Motto der Demonstration lautet: „Nein zur Reinwaschung der mörderischen Goldenen Morgenröte – das Volk auf die Straße! Zerschlagt den Faschismus – Widerstand gegen die staatliche Unterdrückung!“ Auch die Vereinigte Bewegung gegen Rassismus und Faschismus KEERFA sowie mehrere migrantische Organisationen und Einzelpersonen haben zu einer Demonstration eine Stunde später am selben Ort aufgerufen. (1)

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Für ehemaligen Siemens-Chef: internationaler Haftbefehl und „mindestens sechs Millionen Euro persönliche Kosten“

Heinrich von Pierer, Foto: Andreas Bohnenstengel, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27646689

Der langjährige Vorstandsvorsitzende von Siemens Heinrich von Pierer war am 2.12.2019 in Griechenland zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Mittlerweile wurde ein internationaler Haftbefehl gegen ihn erlassen. Das heißt, dass ihm eine Verhaftung droht, sobald er Deutschland verlässt. Da die Siemens AG nicht für ihren ehemaligen Manager haften wollte, muss er seine Anwaltskosten selbst zahlen. Laut dem Artikel von Claudia Tödtmann vom 21. Dezember 2019 im „Management-Blog“ der Wirtschaftswoche sind das bereits „mindestens sechs Millionen Euro“.

Info 1 zur Verurteilung von Heinrich von Pierer

Info 2 zur Verurteilung von Heinrich von Pierer

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Mordfall Fyssas: Staatsanwaltschaft fordert Freisprüche für Führung der Goldenen Morgenröte

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Online-Voting Fairtrade Awards 2020 Solidarisch und fair gehandeltes Olivenöl

Wir brauchen Eure Stimmen, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitbestellerinnen und -besteller der Öl-Connection-Ruhr! Denn unsere Öl-Connection-Ruhr will den Publikumspreis der Fairtrade Awards 2020gewinnen.Bitte stimmt für uns ab im Online-Voting,und klickt hier auf diesen Link: www.fairtrade-deutschland.de/awards-publikumspreis/Oel-Connection-Ruhr/
Wir sollten den Publikumspreis gewinnen…
•Weil wir seit 2017 ehrenamtlich insgesamt ca. 7.500 Liter fair, solidarisch und nachhaltig produziertes Koroneiki-Olivenöl „Mazi“ der Erzeugerkooperative „Messinis Gäa“ aus dem griechischen Dorf Daras auf dem Südpeloponnesdirekt nach Bochumgebracht haben und dies in 2020 fortsetzen wollen.

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„Polizeigewalt im Banner der politischen >Normalität<"

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 18. Dezember 2019:
„Unter Premierminister Mitsotakis darf die Polizei entfesselter agieren. Zweck sei es, so ein Gewerkschaftsvertreter der Polizei, Demonstranten von Vandalismus und Angriffen auf Polizisten abzuschrecken.
In Griechenland beschäftigen sich Bevölkerung und Medien mit der Frage, wie sie die offensichtliche Polizeigewalt der unter Premier Mitsotakis entfesselten Einsatzpolizei wahrnehmen. Für die Anhänger der Regierung, ist der massive Gewalteinsatz ein Grund zu jubeln. Die Reaktionen auf Videos, welche offenbar wahllos auf Festgenommene einprügelnde Einsatzpolizisten zeigen, könnten unterschiedlicher nicht sein. Seit dem 6. Dezember, dem Tag, an dem in Griechenland mit Demonstrationen dem von Polizisten grundlos erschossenen fünfzehnjährigen Alexis Grigoropoulos gedacht wird, tauchen täglich neue Berichte über die Polizeigewalt auf.“ weiterlesen

Infos zu drei Räumungen am heutigen Tage (18.12.2019):

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Spiegel: „EU-Kommission setzt griechische Behörden unter Druck“

Von Giorgos Christides, Steffen Lüdke und Maximilian Popp, Spiegel, 14.12.2019:
„Nach SPIEGEL-Bericht über mutmaßliche Pushbacks – EU-Kommission setzt griechische Behörden unter Druck – Nach einem SPIEGEL-Bericht über Videos, die mutmaßliche illegale Abschiebungen von Migranten in Griechenland zeigen, drängen Politiker und Menschenrechtler auf Konsequenzen. Auch die EU-Kommission schaltet sich ein. 
Die EU-Kommission fordert die griechischen Behörden auf, die Pushback-Vorwürfe gegen sie zu untersuchen. „Wir erwarten von den griechischen Behörden, dass sie die Berichte prüfen und die Europäische Kommission auf dem Laufenden halten“, sagte ein Sprecher der Kommission dem SPIEGEL.
Der SPIEGEL hatte am Donnerstag in Zusammenarbeit mit dem Recherchekollektiv Forensic Architecture Videos veröffentlicht, die erstmals einen mutmaßlichen Pushback am griechisch-türkischen Grenzfluss Evros dokumentieren. Sechs aktive und ehemalige Polizisten und Soldaten schilderten zudem übereinstimmend, dass Pushbacks am Evros seit Jahren systematisch durchgeführt würden. Pushbacks sind illegale Abschiebungen von schutzsuchenden Migranten. Sie verstoßen gegen das Völkerrecht und verletzten sowohl die EU-Grundrechtecharta als auch die Genfer Konvention – unter anderem weil den Migranten kein Zugang zu einem Asylverfahren gewährt wird. Der Sprecher der griechischen Polizei hatte angegeben, von den mutmaßlichen illegalen Abschiebungen keine Kenntnis zu haben, es gebe keinen Grund, die Vorwürfe weiter zu verfolgen.“ weiterlesen

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Tonmitschnitt von „Der Schattenstaat“

Am 12.12.2019 fand der 17. Griechischen Salon mit dem Titel “ Der Schattenstaat: Politik und Gesellschaft in Griechenland nach dem Bürgerkrieg (1949-1967) statt. Der Historiker Nikolas Pissis referierte über die knapp zwei Jahrzehnte zwischen dem Ende des Bürgerkriegs und dem Militärputsch.

Der Vortrag und die Diskussion sind HIER nachzuhören.


Als Kunst-Ergänzung zum Thema wird
Am 9. Januar 2020 als 18. Griechischer Salon der berühmte Polit-Thriller „Z – Anatomie eines politischen Mordes“ gezeigt
mit einer Einführung von Dr. Nikolas Pissis, Dozent für Neugriechische Geschichte an der FU Berlin

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