Von Niels Kadritzke, le monde Diplomatique, 12. September 2019: „Am Ende des Sommers präsentiere ich ein Thema, das mich in den letzten Wochen beschäftigt hat. Für die neue Edition LMd N° 26 „Wasser. Von Quellen, Turbinen und letzten Tropfen“ habe ich einen Beitrag über die Wasserökonomie der griechischen Inseln geschrieben. Für diesen Blog habe ich diesen Text, der ein wichtiges ökologisches Thema behandelt, stark ausgeweitet und genauer mit Quellen belegt.“ Weiterlesen
Nau.ch, 3.2.2020: „Bei einer Demonstration gegen die Verschärfung des Asylrechts in Griechenland ist die Polizei auf der Insel Lesbos mit Tränengas gegen Flüchtlinge vorgegangen. Zwei Sondereinheiten der Polizei blockierten den Weg für die Demonstranten, nachdem diese eine Strecke von rund sieben Kilometern vom Flüchtlingslager Moria bis zum Hafen der Inselhauptstadt Mytilini zurückgelegt hatten, wie es aus Polizeikreisen hiess. Laut einer AFP-Reporterin gelang es trotzdem hunderten Menschen, den Hafen zu erreichen, um dort zu demonstrieren. Rund 2000 Menschen forderten bei der Demonstration die Bearbeitung ihrer Asylanträge und protestierten gegen die unmenschlichen Bedingungen im überfüllten Lager Moria. Sie hielten unter anderem Plakate mit der Aufschrift «Freiheit» hoch.“ weiterlesen
Zusammengestellt von Triantafillia Kostopoulou „Linke scheitert im Bundestag mit Antrag zu unbegleiteten Flüchtlingskindern aus der Ägäis Die Linke hatte in ihrem Antrag (19/14024) ausgeführt, die Lage vor allem von etwa 2.000 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in den griechischen Hotspots sei „besonders desaströs“. Gerade unbegleitete Minderjährige seien besonders schutzbedürftig „und sollten nicht in den EU-Hotspots untergebracht werden“. Sie forderte die Bundesregierung daher auf, alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge aus den Hotspots der griechischen Ägäis-Inseln aufzunehmen, Asyl-verfahren aus Griechenland großzügig zu übernehmen und sich auf EU-Ebene für die Abschaffung des Hotspot-Konzepts und Aufkündigung der Flüchtlingsverein-barung mit der Türkei einzusetzen.“ weiterlesen
Von Niels Kadritzke, le monde diplomatique, 23. Dezember 2019: „Seit dem ersten Tag seiner Amtszeit verheißt Kyriakos Mitsotakis seinen Landleuten den Aufbruch in ein „neues Griechenland“.(1) Den Weg ins Gelobte Land soll ein Leuchtturm-Projekt weisen, das den Namen „Elliniko“ trägt. Wer bei diesem Wort an eine mitreißende Vision denkt, liegt allerdings schief. Elliniko hat nichts, was die Talente, die Ambitionen, die Phantasien der jungen Griechinnen und Griechen ansprechen könnte. Das Land der Verheißung ist eine Immobilie. Und der Leuchtturm ist ein 200 Meter hoher Wolkenkratzer. Das Dubai-artige Ungetüm soll an der Küste Attikas stehen und als Hotel plus Spielcasino von einem us-amerikanischen „Gaming and Entertainment“-Konzern betrieben werden.(2) Man reibt sich die Augen. Ein Unternehmen, dessen Geschäftsziel erklärtermaßen die „Suche nach unerschlossenen globalen Glücksspielmärkten“ ist, darf sich als Partner und Pionier eines Projekts aufspielen, das der griechischen Bevölkerung als Aufbruch ins Gelobte Land verkauft wird.“ weiterlesen
Von Niels Kadritzke, le monde diplomatique, 29. Oktober 2019: „Seit mehr als 120 Tagen wirkt Kyriakos Mitsotakis als griechischer Ministerpräsident. Auch Ende Oktober kann er sich noch in hohen Popularitätswerten sonnen. Die Medien stehen fast geschlossen hinter ihm und die Opposition braucht er nicht zu fürchten, weil die Syriza noch lange brauchen wird, um ihre Niederlage zu verarbeiten. Die meisten Beobachter in Athen gehen davon aus, dass die Schonfrist, die Mitsotakis von der Bevölkerung gewährt wird, mindestens ein Jahr dauern wird.“ Weiterlesen
Trumps Mauer ins Meer an der Grenze zu Mexiko (bei Tijuana)
Von Christiane Schlötzer, Süddeutsche.de, 30.1.2020: „Mauern im Meer. Eine Barriere im Wasser ist eine teure und absurde Idee. Im Mittelalter hat man zur Feindabwehr Wassergräben um Burgmauern gezogen. Griechenland will nun eine Mauer auf dem Wasser bauen, um die Burg Europa vor mehr Flüchtlingen zu bewahren. Eine teure und absurde Idee. Eine wirkliche Abschreckung dürfte die knapp drei Kilometer lange, blinkende Barriere kaum sein, weil sie leicht zu umfahren ist. Griechenland kann aber auch nicht all seine vor der türkischen Küste gelegenen Inseln komplett einzäunen. Die Ankündigung des Verteidigungsministers ist also erst einmal eine Show und kein ernsthafter Versuch, die existierenden Probleme auf den Ägäisinseln zu lösen. Die konservative griechische Regierung steht politisch unter Druck, denn auf den Inseln wächst die Wut der Bürger auf Athen. So hat Regierungschef Kyriakos Mitsotakis bereits das Asylgesetz verschärft. Die Verfahren werden beschleunigt, mehr abgelehnte Migranten in die Türkei zurückgeschickt. Und Europa entsendet doppelt so viele Beamte wie bisher. Aber davon merken die Bürger zunächst wenig, deshalb verspricht der Minister ihnen die Mauer im Meer.“ weiterlesen
„2700 Kilometer lang Griechen planen schwimmende Barriere gegen Flüchtlinge„ So der Titel eines Artikels auf BILD.de vom 29.1.2020 (wurde mittlerweile korrigiert) Der Artikel beginnt mit dem Satz „Mit einer neuen Maßnahme wollen die Griechen Flüchtlinge stoppen, die übers Mittelmeer auf die Griechischen Inseln kommen. Dazu soll es eine Barriere im Wasser geben – rund 2700 Kilometer lang.“ (auch hier wurde die Länge korigiert) Wahr ist, dass die griechische Regierung eine schwimmende Barriere plant, aber bei der Länge hat BILD sich um den Faktor 1000 geirrt. Tatsächlich soll sie 2,7 km lang werden. In Griechenland macht man sich über die wenig Wirkung versprechende Idee der Regierung lustig.
Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 29. Januar 2020: „Die Politik entscheidet über Fußball-Meisterschaften König Fußball bestimmt weiterhin das Tagesgeschehen in der „Wiege der Demokratie“. Das Parlament in Athen hat am Mittwoch über ein als Eilantrag eingebrachtes Gesetz zur Verhinderung des Abstiegs des Traditionsteams PAOK Thessaloniki und der Mannschaft von Xanthi entschieden. Von 246 anwesenden Abgeordneten stimmten 156 dafür, dass der Zwangsabstieg als Strafe abgeschafft wird, 90 stimmten dagegen. Das Gesetz wurde auf Anweisung von Premier Mitsotakis von der Kulturministerin als Zusatzartikel in eine Gesetzesinitiative zur Geburtenförderung eingebaut. Begründet wurde der entsprechende Eilantrag mit dem Hinweis, dass eine Teilung und Aufwiegelung der Gesellschaft des Landes verhindert werden müsse. Statt eines Zwangsabstiegs soll es für die Teams eine Strafe in Form von Punktabzug, von fünf bis zehn Punkten während der laufenden Saison, geben. Das Parlament beschäftigte sich nicht mit der Frage, ob die gegen PAOK und Xanthi erhobenen Vorwürfe, die mit einem Entscheid der Kommission für den professionellen Sport vom Montag (Fußball regiert die Republik Griechenland) bestätigt wurden, stichhaltig sind oder nicht.“ weiterlesen
Oligarch Ivan Savvidis, der zwei Vereine kontrollieren soll. Bild: W. Aswetsopoulos
Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 28. Januar 2020: „PAOK Thessaloniki und Xanthi, die beide dem russisch-griechischen Oligarchen Ivan Savvidis gehören, wurden zum Zwangsabstieg verurteilt, die Politik ist in Panik. Die Nachricht schlug am Montagabend, wie griechische Medien titeln, „wie eine Bombe ein“, der amtierende Meister des griechischen Profifußballs PAOK Thessaloniki wurde von der Kommission für den professionellen Sport zum Zwangsabstieg verurteilt. Ein in Griechenland gern verwandtes Zitat besagt, dass eine Revolution im Land erst dann möglich ist, wenn eine der „großen Mannschaften“ zum Zwangsabstieg verurteilt wird. Diese Härteprobe steht der griechischen Politik nun bevor. Das bedeutet konkret, PAOK Thessaloniki wurde zum Abstieg in die zweite Liga verurteilt, kann aber damit rechnen, dass die geltenden Gesetzte schlicht außer Kraft gesetzt werden. Denn obwohl die Kommission für den professionellen Sport rein rechtlich eine unabhängiges Amt ist, dessen Urteile von der Regierung umzusetzen sind, schaltete sich der ministerielle Staatssekretär für Sport, Lefteris Avgenakis, bereits ein.“ weiterlesen