„Die Angst vor der nächsten Staatspleite“

Kein Mindestabstand. Bild: Handout Prime Minister Office /Dimitris Papamitsos

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 01. Mai 2020:
„Griechenland beginnt mit der Öffnung
Ab Montag den 4. Mai werden in Griechenland die bislang bestehenden, verschärften Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Erste Geschäfte werden nach knapp 50 Tagen erneut geöffnet. Die „Quarantänezeit“ wird jedoch mindestens bis Mitte Juni andauern.
Wirtschaftlich stehen Griechenland schwere Zeiten bevor. Die „Hauptindustrie“, der Tourismus, steht zumindest für 2020 vor dem Aus. Zu den mit der Pandemie zusammenhängenden wirtschaftlichen und politischen Problemen gab es am Donnerstag im Parlament, der Vouli, eine mehr als sechseinhalb Stunden dauernde große Aussprache der Parteichefs der im Parlament vertretenen Parteien.“ weiterlesen

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Fotos vom 1. Mai 2020 in Hellas

Demonstration der kommunistischen Gewerkschaft Pame in Zeiten von Corona. Der Abstand wird mit Disziplin gewahrt.

Die Tageszeitung EfSyn veröffentlicht viele Fotos von Demonstrationen und Kundgebungen.

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Vio.Me-Rap

Spendenaufruf: Ein Generator für Vio.Me

Petition zur Unterstützung von Vio.Me

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Detaillierter Lockerungs-Zeitplan bekannt gegeben

Die Demonstrationen und Kundgebungen des 1. Mai sollen auf den 9. Mai verschoben werden, weil bis dahin die erste Lockerung der Bewegungseinschränkungen erfolgen soll. Der internationale Flugverkehr soll „Ende Juni“ wieder hergestellt werden. Anfang Juli sollen die saisonalen Touristenunterkünfte wieder öffnen dürfen.

Der griechische Minsterpräsident Kyriakos Mitsotakis verkündete am Abend des 28.04.2020 einen detaillierten Zeitplan für die Lockerungen der Corona-Einschränkungen. Er nannte sieben Zeitpunkte, an denen jeweils weitere Lockerungen erfolgen sollen, beginnend mit dem 4. Mai, dem 11.Mai, dem 17.Mai und dem 18.Mai. Auch diese Lockerungen stehen unter dem Vorbehalt, dass sich alles gut entwickelt. (Quelle: keeptalkinggreece)
Info-Blatt der Regierung zu den Lockerungen bis zum 18.5. (auf Griechisch)

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Große Brände im Geflüchtetenlager auf Samos

oe24.at, 27.04.2020:
„Feuer in Flüchtlingslager auf Samos ausgebrochen
Im überfüllten Flüchtlingscamp auf der griechischen Insel Samos sind aus unbekannter Ursache Brände ausgebrochen. Ob es Verletzte gibt, ist noch unklar. Im Flüchtlingslager der griechischen Insel Samos sind am Sonntagabend an mindestens vier Stellen Brände ausgebrochen. Dies berichteten überstimmend örtliche Medien sowie der staatliche Rundfunk. Wie die Feuer ausgebrochen sind und ob es Verletzte gab, blieb zunächst unklar. Die Feuerwehr habe das Feuer unter Kontrolle gebracht, sagte ein Polizeioffizier im Rundfunk.“ weiterlesen

„Ärzte ohne Grenzen“ sorgte dafür, dass ca. 2000 Menschen in Zelten in einem Stadion neben dem Lager verrbingen konnten. (Quelle: efsyn)

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taz: „Späte Genugtuung für Varoufakis“

„Giftiger Rauch aus der Eurogruppe„

Eric Bonse, taz, 25.04.2020:
„Coronakrise: Späte Genugtuung für Varoufakis
Eurobonds, ewige Anleihen, Bad Bank: All das hat der griechische Ex-Finanzminister schon 2015 ins Spiel gebracht.

In der Schuldenkrise 2015 machte der griechische Finanzminister Y. Varoufakis viele Vorschläge, die in Deutschland als abwegig betrachtet wurden. Doch nun, in der Coronakrise, könnten sich einiger seiner Forderungen erfüllen.
Eurobonds, “ewige Anleihen”, eine Bad Bank für die Europäische Zentralbank. All das hat Varoufakis auf dem Höhepunkt der Eurokrise 2015 ins Spiel gebracht. Abseitig, undenkbar, unmöglich, hieß es damals in Berlin, Frankfurt und München.
Fünf Jahre später sieht es völlig anders aus:
Eurobonds werden erneut diskutiert – auch wenn sie diesmal Coronabonds, Revovery Bonds oder EU-Anleihen heißen. Sogar die deutsche Kommissionspräsisentin von der Leyen (CDU) nimmt plötzlich Schulden auf.
Ewige Anleihen sind auch im Gespräch – Spanien möchte damit einen “Wiederaufbau-Fonds” finanzieren. Und sogar in der FAZ finden sich plötzlich Artikel, die erklären, dass nicht rückzahlbare Anleihen gar nichts Ungewöhnliches sind!
Eine “Bad Bank” für die EZB fordert nun sogar die Bankenaufsicht der EZB! Angesichts der größten Depression seit 100 Jahren müsse man dort die “faulen Kredite” entsorgen, so die Experten. Auch dies lässt sich in der “FAZ” nachlesen.“ weiterlesen

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Bericht über die Aktion ‚Zeltpaten‘ auf Lesbos im Feb. 2020

Von Claus Kittsteiner:
„Zurück von meinem vierwöchigen Aufenthalt auf der Ägäis-Insel Lesbos, auf der ich im Februar 2020 für die ‚Zeltpaten‘-Aktion unseres Vereins ‚Respekt für Griechenland e.V.‘ tätig war, hier ein Bericht über das in dieser schlimmen Situation Erreichbare. Es ging bei der Aktion darum, unbegleiteten Kindern und Jugendlichen und Familien mit kleinen Kindern bei der Bewältigung ihres schwierigen Lager-Daseins beizustehen. Die Aktion haben viele Spenderinnen und Spender in kürzester Zeit ermöglicht.

Allein reisende Jugendliche unter 18 Jahre und Kinder, die auf der Flucht von Schleusern von ihren Familienangehörigen getrennt wurden oder deren Eltern unterwegs gestorben sind, vegetieren zu Hunderten in den Olivenhainen um das Lager Moria herum, ohne Wasser und erreichbare Toiletten, unterernährt und oft krank. Viele schlafen nachts bei den immer mehr zu Brennholz zerhackten Olivenbäumen, zwischen Müll und Gestrüpp unter Plastikplanen oder in großen Müllsäcken als Schlafsack. Nur wenige, meist Mädchen, kommen bei fremden Familien im Zelt unter.“ weiterlesen
siehe auch: https://clauskittsteiner.wordpress.com/  

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Der lange Widerstand gegen den Goldabbau in Skouries

Von Ingrid Stipper
Reisebericht September 2019 der gewerkschaftlichen Reisegruppe aus Berlin

Tiefe Gräben zwischen Gegnern und Befürwortern

Wie jedes Jahr besuchten wir die Freundinnen und Freunde in Megali Panagia, ein Bergdorf nahe der im Bau befindlichen Mine in Skouries. Es liegt in einem einzigartigen Waldgebiet, das in seiner Vielfältigkeit und ökologischen Bedeutung einmalig in Europa ist. Dort wachsen Bäume, die zum Teil mehrere Hundert Jahre alt sind. Seit Jahrhunderten fühlen sich die Menschen dieser Region mit ihrem Land eng verbunden. Sie lebten und leben von der Holzwirtschaft, von der Walnussernte und sie produzieren Honig. Auf regionalen Märkten tauschten oder verkauften sie über lange Zeit hinweg ihre landwirtschaftlichen Produkte. Und seit Jahrhunderten wurden in dieser Region Erze abgebaut. Etliche Dörfer entlang der Küste haben eine lange Bergbautradition.

Heute verfallen viele Häuser durch Risse im Gemäuer, stürzen ein und sind nicht mehr bewohnbar. Die Mine erstreckt sich über mehr als 300 Quadratkilometer Land und soll nach den Schätzungen des kanadischen Konzerns Eldorado Gold mehr als zwanzig Milliarden Euro mineralischen Wert besitzen.

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Manolis Glezos – die Jahre des Schattenstaates

Glezos in den Händen des Militärs – und er strahlt

[Zu weiteren Beiträgen zum Leben von M. Glezos siehe Links am Ende dieses Beitrages auf S. 2]
Auch in der Zeit zwischen dem Bürgerkrieg und der Obristendiktatur (1949 bis 1967) stand Glezos in vorderster Front der politischen Auseinandersetzung. Wieder verbrachte er viele Jahre im Gefängnis. Er erhielt international große Aufmerksamkeit. Wie schon 1949 gab es auch 1959 wieder eine breite internationale Kampagne für seine Freilassung. Eine internationale Kommission, zu deren Gründungsmitgliedern Jean-Paul Satre gehörte, setzte sich für ihn ein.

Politisch-ideologisch wirkte der Bürgerkrieg in dieser Zeit fort. Einerseits war Griechenland, der Staat der rechten Sieger des Bürgerkrieges, eindeutig ein autoritärer Staat, der die Opposition auch durch Gewalt unterdrückte. Andererseits erfolgte eine beschränkte Teilhabe der Opposition (s.Nikolas Pissis, unten bei den Quellen).
Die US-amerikanische „Schutzmacht“ ließ nicht zu, dass eine Diktatur errichtet wurde – sollte Griechenland doch im Kalten Krieg als ein demokratisches Land innerhalb der „freien Welt“ dastehen.

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Wurden zwei Wochen verloren?

Die griechische Methode, Verdachtsfällte in der Regel nicht zu testen, scheint äußerst gefährliche Auswirkungen haben zu können. (Wir berichteten gestern über die 150 infizierten Geflüchteten in einem Hotel). Eine Putzfrau, die höchstwahrscheinlich die Überträgerin war, wurde vor zwei Wochen nur nach Hause geschickt, nicht getestet.

Polizeisperre bei Kranidi

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 21. April 2020: „Griechenland: 152 Coronainfektionen in Flüchtlingsunterkunft
Griechenland meldete am 21. April 156 neue Infektionen mit Covid-19. 152 davon betreffen ein Hotel in Kranidi in Argolida auf dem Peloponnes. Bei allen 150 positiv getesteten Personen wurden keinerlei Symptome festgestellt. Sie wohnten nicht als Touristen im Hotel Galaxias. Es handelt sich um eine Flüchtlingsunterkunft. Insgesamt 475 Asylbewerber sind dort untergebracht. Sie wurden ebenso wie die Angestellten des Hotels getestet.
Wie bisher bekannt wurde, hatte eine Reinigungskraft des Hotels vor knapp 14 Tagen Symptome einer Covid-19 Erkrankung gespürt. Sie wurde ohne Test auf eine Infektion in häusliche Quarantäne geschickt. Am vergangenen Donnerstag, dem Gründonnerstag der orthodoxen Kirchen, wurde bei einer schwangeren Bewohnerin des Hotels im Rahmen eines Krankenhausaufenthalts ein Test durchgeführt, der sich als positiv herausstellte.
Als Reaktion auf die Infektionen wurde nicht nur der Ort Kranidi, sondern die gesamte Stadtgemeinde Ermionida für vierzehn Tage unter verschärfte Quarantäne gestellt. Niemand darf die Stadtregion mehr verlassen. Wochenmärkte wurden abgesagt. Das Verlassen des Hauses ist nur noch für den Einkauf von Lebensmitteln und Medikamenten gestattet. Von 20 h bis 8 h am nächsten Morgen herrscht eine absolute Ausgangssperre.“ weiterlesen

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