Aktionen in vielen Orten für Evakuierung der Flüchtlingslager

Frankfurt/Main

Trotz des Versammlungsverbots führten am 5.4.2020 verschiedene Initiativen, u.a. Seebrücke, Unteilbar, Fridays for Future und Ende Gelände in vielen Städten Deutschlands Aktionen durch, um auf ihre Forderung nach Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland aufmerksam zu machen,

Beispiel Frankfurt/Main
Web,de, 5.4.2020: „Bei einer Aktion für die Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland am Frankfurter Mainufer hat die Polizei am Sonntag eingegriffen.
Rund 250 bis 300 Teilnehmer hätten am nördlichen Ufer nahe des Eisernen Stegs einen Menschenkette gebildet, berichtete ein Polizeisprecher. Es sei darauf hingewiesen worden, dass die Einhaltung des in der Corona-Krise vorgeschriebenen Mindestabstands bei solchen Veranstaltungen nicht kontrollierbar sei.“ weiterlesen

Bericht über die Aktionen im Neuen Deutschland

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Manolis Glezos – Ein Manifest gegen die Unterwerfung

Kranzniederlegung (in den 1980er Jahren) für die Studentenrevolte von 1973 gegen die Diktatur. Glezos mit erhobener Faust

Manolis Glezos: Leistet Widerstand!

Ein Manifest gegen die Unterwerfung

Empörung und Zorn reichen nicht aus. Sie müssen in Widerstand umgewandelt werden.

WIDERSTAND
Gegenüber der staatlichen Gewalt, der Unterdrückung seitens der internationalen Strukturen, der Ausbeutung von Menschen durch die kapitalistische Herrschaft über die Arbeit, der Kriege gegen Völker, Nationen und Staaten, welche die Weltherrschaft der Imperialisten nicht hinnehmen, reichen ausdrücklicher Widerspruch, Ärger, Wut und Schimpfen nicht aus. Die Beschimpfung muss sich in politische Praxis verwandeln, die Wut muss in politische Energie übersetzt werden, die Empörung muss zu politischem Handeln werden.

Es bedarf eines Erwachens der Unterdrückten, ihrer Revolte und die Organisation ihrer Einheit in einem gemeinsamen Kampf gegen die Unterdrücker.

Der Widerstandskampf wiederum reicht nicht aus, wenn er nicht versucht, das Regime von Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung zu stürzen.

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Amnesty International: Zwei Männer sicher und eine Frau sehr wahrscheinlich Anfang März von griechischen Grenzern erschossen

griechische Soldaten an der Grenze zur Türkei

Salzburger Nachrichten, 03. April 2020: „In einem am Freitag veröffentlichten Bericht von Amnesty International hat die Menschenrechtsorganisation den Tod von mindestens zwei Migranten an der griechisch-türkischen Grenze Anfang März bestätigt. Zudem dokumentierte die Organisation weitere schwere Menschenrechtsverletzungen, forderte sofortiges Handeln der EU und warnte in Anbetracht der Corona-Krise vor einer weiteren Zuspitzung der Lage. Der Bericht dokumentiert die Ereignisse an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei zwischen dem 27. Februar und dem 27. März sowie die Situation auf den griechischen Inseln zwischen dem 27. Februar und dem 23. März. Amnesty International sprach mit 21 Männern und 13 Frauen sowie mit Menschenrechtsverteidigern, humanitären Organisationen und Einheimischen.“ weiterlesen

Hier der Artikel von Amnesty International (auf englisch)

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Manolis Glezos – Besatzung

Mikis Theodorakis: Das Herunterreißen der Hakenkreuzfahne war „ein ewiges Symbol der Freiheit!“

Am 30.3.2020 starb Manolis Glezos (wir berichteten). Er wurde 97 Jahre alt. Sein langes Leben lang war er ein inspirierender Kämpfer. Er wurde jetzt oft als der „letzte Partisan“ bezeichnet. In seinen Taten spiegelt sich die Geschichte Griechenlands von den dreißiger Jahren des 20ten Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Wir werden eine Reihe von Beiträgen zur Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Menschen veröffentlichen, Rückblicke auf sein Leben und seine Zeit und andere Artikel.

Erster Rückblick: Besatzung

Manolis Glezos wurde am 9. September 1922 auf der Kykladeninsel Naxos geboren. Seine Mutter war Lehrerin. Sein Vater, ein Beamter und Journalist, starb als Manolis zwei Jahre alt war. 1935 zog die Familie (Mutter, Stiefvater, sein jüngerer Bruder Nikos und zwei Halbgeschwister) nach Athen.

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Wie BRD und EU die Gesundheitssysteme Südeuropas kaputt sparten

Grafik und Text: Thomas Fritz

Von Thomas Fritz, saveourservices.de, 2.4.2020:
Corona-Krise: Wie deutsche PolitikerInnen den Gesundheitsnotstand in der EU verschärften
Deutschlands Regierende gehören bis heute zu den VerfechterInnen einer unbarmherzigen Sparpolitik, die nicht nur das deutsche Gesundheitssystem schwächte, sondern in noch stärkerem Maße das unserer Nachbarländer. Die Corona-Pandemie legt die verheerenden Folgen der Austeritätspolitik offen, die wesentlich in Berlin und Brüssel konzipiert und von willfährigen Regierungen vieler EU-Staaten umgesetzt wurde. Eine kritische Bestandsnahme.
Auf dem Höhepunkt der Eurokrise im Oktober 2011 war Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) unzufrieden mit den Sparanstrengungen Italiens unter der Regierung von Silvio Berlusconi. „Italien muss seine Hausaufgaben machen“, forderte der deutsche Austeritätspolitiker. Das Land solle „das Haushaltsdefizit schnell und deutlich zurückführen“, „den Schuldenstand drücken“ und „strukturelle Reformen am Arbeitsmarkt und in den sozialen Sicherungssystemen“ durchführen.“ weiterlesen

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Bereits 20 Geflüchtete im Lager Ritsona Corona-infiziert

Im Lager für Geflüchtete von Ritsona hatte eine Frau gelebt, bei der das Corona-Virus am Anfang dieser Woche diagnostiziert wurde.

Onvista.de, 2.4.2020: „Athen (Reuters) – Griechenland hat im Zuge der Coronavirus-Krise ein Flüchtlingslager unter Quarantäne gestellt.

20 Asylsuchende waren zuvor positiv auf den Erreger der Lungenkrankheit Covid-19 getestet worden, teilte das Migrationsministerium am Donnerstag mit. Keiner der Menschen weise bislang Symptome auf. Die Tests würden fortgesetzt. Im Flüchtlingslager Ritsona, 75 Kilometer nordöstlich von Athen, leben zur Zeit bis zu 2500 Menschen. Die Bewegungsfreiheit in und aus dem Lager soll laut Ministerium nun für 14 Tage eingeschränkt werden. Die Polizei werde dies überwachen.“ weiterlesen

Mehr Informationen auf keeptalkinggreece (auf Englisch)

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Gute Nachricht statt Aprilscherz

Der Staatsrat in Athen. Foto:
C messier – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0

Der Staatsrat, das oberste griechische Gericht stoppte die sofortige Abschiebung von Geflüchteten, die nach dem 1. März nach Griechenland gekommen sind. Er genehmigte den Antrag auf einstweilige Anordnung von zwei afghanischen Frauen. Eine von ihnen ist schwanger, die andere befindet sich im Wochenbett.

Das Gericht hob damit das Gesetz der Regierung, mit dem die Genfer Konvention bis Ende März ausgesetzt worden war, auf.

Der Präsident des Staatsrates, Athanasios Rados, hat gestern, am 31.3.2020, mit seiner einstweiligen Verfügung angeordnet, dass die Regierung die beiden Frauen nicht nach Afganistan abschieben darf. Der Oberste Richter entschied, dass „nachgewiesen wurde, dass sie in die Kategorie der rechtmäßig schutzbedürftigen Personen fallen“(Quelle)

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Wiedereinsetzung des Asylrechts war Aprilscherz

Heute morgen haben wir gerätselt, ob die Meldung, Griechenland habe das Asylrecht wieder hergestellt, ein Aprilscherz war. Ja, tatsächlich: Jetzt heißt es, Anträge auf Asyl würden einstweilen aufgrund der Corona-Krise „aus technischen Gründen“ nicht bearbeitet werden (Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Hören wir einen Aufschrei in Europa?

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Griechenland führt Asylrecht pro forma wieder ein

Griechische Soldaten an der Grenze zur Türkei im März 2020

Ist es ein Aprilscherz? Sollen wir lachen oder weinen? Es heißt, Griechenland habe ab dem heutigen Tag, dem 1. April 2020, das Asylrecht wieder in Kraft gesetzt. Vor einem Monat hatte es dieses Menschenrecht – entgegen nationaler und internationaler rechtlicher Verpflichtungen – mal eben mal ausgesetzt.

Nur faktisch haben Geflüchtete fast nichts von dieser neuen Wendung. Explizit wird gesagt, dass die ca. 2000 Menschen, die es im März trotz des teils martialen und brutalen Vorgehens griechischer Soldaten und Grenzpolizisten (mit Unterstützung auch von deutschen Frontex-Beamten) nach Griechenland geschafft hatten, auf keinen Fall Asyl beantagen dürfen. Sie werden abgeschoben, ohne dass sie angehört werden. Einige von ihnen wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt (S. S. 2 dieses Beitrages).

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„Corona: Erste Infektion in einem griechischen Flüchtlingslager“

Das Lager in Ritsona, in dem die Frau lebte

Kleinezeitung.at, März 2020: „Bei einer Frau wurde das Virus nach der Geburt ihres Kindes im Spital in Athen festgestellt. Die Betroffene kam aus dem Camp von Ritsona im Norden Athens. Erstmals ist in Griechenland in einem Flüchtlingslager eine Infektion mit dem Coronavirus diagnostiziert worden. Betroffen ist eine Frau, bei der das Virus nach der Geburt ihres Kindes in einem Krankenhaus in Athen festgestellt wurde, wie das griechische Migrationsministerium am Dienstag mitteilte.“ weiterlesen

Die Frau wurde getestet, weil ihr Partner positiv getestet worden war. (Quelle)

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