Jesus: Hallo? Schämst du dich nicht? Grieche: Ääh, das sind keine richtigen Flüchtlinge. Jesus: Wahrscheinlich bist du kein richtiger Christ!
Ukrainer sind willkommen – alle anderen nicht!
20 Zeugen, mehr als 200 Seiten Bericht https://orf.at/stories/3250239/ ORF.at, 1. März 2022: „Bericht: Frontex hat illegale Pushbacks verschleiert Beim Umgang mit Flüchtenden an den Außengrenzen Europas erhebt die EU-Antibetrugsbehörde (OLAF) schwere Vorwürfe gegen die EU-Grenzschutzagentur Frontex. OLAF wirft der Behörde mit Sitz in Warschau vor, illegale Zurückweisungen – auch Pushbacks genannt – von Migranten im Mittelmeer verschleiert zu haben, wie der „Spiegel“ heute berichtete. Demnach sollen Führungskräfte bei Frontex absichtlich vertuscht haben, dass griechische Grenzschützer Flüchtlinge zurück aufs offene Mittelmeer brachten. Pushbacks an den Außengrenzen sind nach internationalem Recht illegal. OLAF für Disziplinarstrafen Der Bericht von OLAF zu den Vorwürfen ist bisher nicht öffentlich, die Ergebnisse wurden jedoch Anfang der Woche zusammengefasst einigen Abgeordneten des EU-Parlaments und Mitgliedern des Frontex-Verwaltungsrats vorgestellt. Konkret gehe es um Vorwürfe gegen drei Führungskräfte von Frontex, gegen die OLAF Disziplinarmaßnahmen empfehle, schreibt der „Spiegel“. Bei den Ermittlungen seien 20 Zeugen befragt und unter anderem das Büro von Frontex-Chef Fabrice Leggeri durchsucht worden.“ weiterlesen auf ORF.at
AthensLive Wire Newsletter, 26.02.2022: „Menschen sterben in ihrem Bemühen, sich warm zu halten, während Energieunternehmen florieren Eine Mutter und ihre beiden Kinder starben bei einem Feuer, das am frühen Mittwochmorgen in ihrem Haus in Thessaloniki ausbrach. Die 32-jährige Mutter versuchte Berichten zufolge, die Haustür zu öffnen und die Kinder im Alter von 8 und 11 Jahren aus dem brennenden Haus zu bringen, doch sie starb bei dem Versuch. Feuerwehrleute fanden die Mutter hinter der Eingangstür und ihre Kinder in deren Schlafzimmer. Ersten Untersuchungen zufolge wurde das Feuer höchstwahrscheinlich durch ein elektrisches Heizgerät verursacht. Seit Beginn der Heizperiode im November 2021 sind in Griechenland etwa zwanzig Menschen bei Bränden ums Leben gekommen. Zuletzt verbrannte am 17. Februar ein 83-jähriger Mann in Heraklion auf Kreta bei lebendigem Leib, als er sein Heizgerät öffnete, und eine Woche zuvor fand ein 91-Jähriger auf Korfu einen ähnlichen Tod. Wir haben in diesem Newsletter wiederholt die Folgen der in die Höhe geschnellten Energiepreise in Griechenland analysiert – auch für Menschen, die billige Heizgeräte benutzen. In einem unserer letzten Rundschreiben haben wir erläutert, dass Griechenland eine der höchsten Verbrauchssteuern auf Brennstoffe erhebt. Der jüngste Anstieg der Energiepreise wird meist auf die „weltweite Energiekrise“ zurückgeführt. Aber ist das wirklich der Fall? Nein, nicht wirklich. Hier sind einige Hinweise:
Von Wassilis Aswestopoulos, Cashkurs.com 25.02.2022: „Parteiendemokratien im Vergleich Warum Parteiausschlussverfahren trotz ihrer Langwierigkeit sinnvoll sind Demokratische Parteien gehören zum Fundament einer funktionierenden Demokratie. Die EU-Mitgliedsstaaten sind, wie natürlich auch Deutschland, Parteiendemokratien. Die Parteien erhalten staatliche Förderungen, weil sie ihrerseits zur demokratischen Meinungsbildung im Land beitragen. Im deutschen politischen Dialog gibt es viele Diskussionen darüber, ob einige Parteien sich von bestimmten, den Parteiinteressen entgegenwirkenden Mitgliedern trennen sollten. Langwierige Verfahren werden kritisiert. Dies wird in Griechenland, bis auf wenige Ausnahmen, anders gehandhabt. Parteichefs schmeißen ihnen missliebige Mitglieder und Mandatsträger einfach raus. Aktuell hat es den prominenten EU-Parlamentarier Georgos Kyrtsos, einen früheren Unterstützer von Premierminister Kyriakos Mitsotakis, erwischt. Er hatte es gewagt Kritik zu üben.“ weiterlesen
Von Wassilis Aswestopoulos, jungleWorld 24.02.2022: „In Griechenland sind Antifaschisten verurteilt worden, die einen Antisemiten angezeigt hatten Freie Meinungsäußerung für Antisemiten In Griechenland sind zwei Menschenrechtler, die den Metropoliten von Piräus wegen antisemitischer Aussagen angezeigt hatten, wegen Falschbeschuldigung verurteilt worden. as Urteil hat bei einigen sicher Entsetzen ausgelöst. Am 15. Februar befand ein Athener Gericht Panayote Dimitras und Andrea Gilbert der Falschbeschuldigung für schuldig und verurteilte die beiden zu jeweils zwölf Monaten Haft auf Bewährung. Ihr Vergehen: Sie hatten einen notorischen Antisemiten als solchen benannt und wegen eines antisemitischen Pamphlets 2017 Anzeige gegen ihn erstattet – gegen keinen Geringeren als den Metropoliten von Piräus, Seraphim. Nachdem die Staatsanwaltschaft im Dezember 2019 die Ermittlungen gegen Seraphim eingestellt hatte, zeigte dieser Dimitras und Gilbert 2020 wegen Falschbeschuldigung an. Beide engagieren sich seit Jahrzehnten in der Menschenrechts-NGO Greek Helsinki Monitor (GHM). Gilbert ist deren Antisemitismusbeauftragte, Dimitras seit knapp 30 Jahren Sprecher der NGO. GHM ist eine der Organisationen, die 2021 die EU-Grenzschutzagentur Frontex wegen illegaler Pushbacks angezeigt hat, und sie betreibt das Blog Racist Crimes Watch, in dem rassistisch motivierte Übergriffe dokumentiert werden.“ weiterlesen
Iason Chandrinos/Volker Mall „WIR WAREN MENSCHEN ZWEITER KLASSE“ Die Geschichte der 1040 im Sommer 1944 von Athen nach Deutschland deportierten Griechen
1040 „kommunismusverdächtigte“ Griechen wurden bei den Razzien in Vyronas und Dourgouti/Katsipodi bei der „Festnahmeaktion der Zeit vom 7.-9.8.1944“ gefasst und „nach dem Reich abgeschoben“.Es folgte am 19. August ein zweiter Transport mit 1200 Männern, die meisten von ihnen Gefangene aus der Razzia vom 17. August, bei der etwa 150 Männer und Frauen ermordet und die Gemeinden von Nikea und Alt Kokkinia verwüstet worden waren. Bis zum Ende des Monats wurden weitere etwa 1500 „Bandenverdächtigte“ und „Sühnegefangene“ in verschiedenen Transporten in verschiedene Orte des Deutschen Reichs verschleppt. Diese Leute wurden gefangen genommen, um sie arbeiten zu lassen; sie mussten nicht arbeiten, weil sie aus politischen Gründen festgenommen worden waren. Die Autoren haben vier Tagebücher griechischer Zwangsarbeiter ausfindig gemacht, die in diesem ersten Transport der 1040 Griechen deportiert wurden. Neben der ausführlichen Beschreibung der Lebens-, und Arbeitsbedingungen geben sie Informationen zur Geschichte der griechischen Zwangsarbeiter, einer nationalen Gruppe, die weitgehend unerforscht ist. Auch zwei NS-Rüstungsprojekte, auf die die Autoren in Berichten und Tagebucheintragungen stießen, waren bisher weitgehend unbekannt. Book on Demand, April 2022 Hg.: KZ Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen, 560 Seiten, viele Fotos und Dokumente, ca 34.-€. E-Book ca 3.-€ (Sobald das Buch verfügbar ist, werden wir auf griechenlandsoli.com veröffentlichen, wie es bestellt werden kann)
—————————————————–
Siehe auch den Online-Vortrag von Iason Chandrinos: „Deutsche Besatzung, Zwangsarbeit und Holocaust in Griechenland 1941-1944“ am 24. Februar2022
Gerade wird in Griechenland darüber sinniert, dass Viktor Hugos „Elende“ des 19. Jahrhunderts sich wenig von denen des 21. Jahrhunderts unterscheiden – siehe diese beiden Beiträge: AthensLive Wire Newsletter, 19.02.2022: „Die Banalität des Bösen Die Geschichte des Jean Valjean von Victor Hugo wurde diese Woche in Athen wiederbelebt. Eine arme ältere Frau stahl Fleisch und Käse aus einer Lidl-Filiale. Sie wurde verhaftet. Das Unternehmen reichte Klage gegen sie ein. Wie Open TV berichtet, hatte die 70-jährige Frau Lebensmittel im Wert von etwa 30 Euro in ihrer Tasche versteckt, als sie von den Angestellten der Filiale entdeckt wurde. Die Kunden reagierten, aber der Filialleiter blieb unnachgiebig. „Die Anweisungen, die ich habe, wie ich mit solchen Vorfällen umgehe, sind sehr streng“, sagte er. Daraufhin rief er die Polizei, die Frau wurde auf die Wache gebracht, und die Supermarktkette reichte Klage gegen sie ein, obwohl sie erklärte, warum sie das tat: Sie habe kein Geld, da sie mit ihrer Rente ihren Hauskredit zurückzahle. Sogar die Polizisten waren gerührt und boten – wie schon einige Kunden zuvor – an, für das zu zahlen, was die Frau gestohlen hatte. Die Supermarktleiter bestanden jedoch darauf, da „die Firmenpolitik vorschreibt, solche Klagen nicht zurückzuziehen.“ Eine Nachbarin berichtete, die ältere Dame habe sich geschämt, das Haus zu verlassen und habe versucht, Selbstmord zu begehen.
Von Şebnem Arsu, Giorgos Christides, Steffen Lüdke, Maximilian Popp, Bernhard Riedmann, Jack Sapoch und Florian Schmitz, Spiegel.de 17.02.2022: „Tod in der Ägäis – EU-Grenzschützer sollen Flüchtlinge ins Meer geworfen haben Das Verbrechen von Samos: Zwei Geflüchtete sind tot, ein Überlebender erhebt einen ungeheuerlichen Vorwurf. SPIEGEL-Recherchen weisen auf eine neue brutale Taktik der griechischen Küstenwache hin. Die Geflüchteten wähnten das Schlimmste hinter sich, als sie die griechische Insel Samos erreichten. Mit einem Schlauchboot waren sie am 15. September 2021 von der türkischen Küste aus übergesetzt. Die Sonne ging gerade auf, als sie an den schroffen Felsen landeten. Unter den 36 Geflüchteten waren an diesem Morgen zwei Männer, die ihre Heimat schon Monate zuvor verlassen hatten: Sidy Keita, 36, floh aus der Elfenbeinküste, nachdem er gegen den Präsidenten demonstriert hatte. Didier Martial Kouamou, 33, Vater zweier Kinder, hatte in Kamerun als Mechaniker gearbeitet, in Paris wartete sein älterer Bruder Séverin auf ihn. Beide Männer wollten in Europa Asyl beantragen. Sieben Geflüchtete aus der Gruppe erinnern sich noch genau an Keita und Kouamou. Sie alle bezeugen gegenüber dem SPIEGEL, dass die Männer mit ihnen Samos betreten haben. Die EU und ihre Mitgliedstaaten haben sich für diese Fälle Regeln gegeben. Wer es in die EU schafft, hat das Recht, einen Asylantrag zu stellen. Doch dazu kam es nie. Wenige Tage nach ihrer Ankunft auf Samos wurden Keita und Kouamou tot aufgefunden. Die Strömung spülte ihre leblosen Körper in Richtung türkische Küste. Bei einer Untersuchung von Keitas Leiche stellten Mediziner fest, dass er ertrunken war. Die Ägäis hat sich in den vergangenen Jahren in eine Todeszone verwandelt. Seit Frühjahr 2020 schleppt die griechische Küstenwache aufgegriffene Migrantinnen und Migranten systematisch aufs Meer hinaus und setzt sie dort auf aufblasbaren Flößen aus. Der SPIEGEL hat die illegalen Aktionen nachgewiesen, einige sind in Videos festgehalten. Die Bilder der verängstigten Flüchtlinge auf den Flößen sind in der Ägäis längst Alltag. Doch im Fall von Keita und Kouamou deutet einiges darauf hin, dass die Grenzschützer noch einen Schritt weitergegangen sind. »Die Soldaten suchen nach uns« Der SPIEGEL hat gemeinsam mit den europäischen Partnermedien »Lighthouse Reports«, »Guardian« und »Mediapart« recherchiert, um die Umstände ihres Todes zu klären. Die beteiligten Reporterinnen und Reporter befragten mehr als ein Dutzend Augenzeugen. Sie werteten medizinische Berichte, Fotos und Videos sowie Satellitenaufnahmen aus und sprachen mit Informanten in den griechischen Sicherheitsbehörden. Die Recherchen legen nahe, dass griechische Grenzschützer Keita und Kouamou aufs Meer schleppten und über Bord warfen. Endgültige Beweise dafür gibt es nicht – aber glaubwürdige Indizien.“ weiterlesen (Paywall)
Von Wassilis Aswestopoulos, Cashkurs.com 16.02.2022: „Auftrag zur unabhängigen Berichterstattung erfüllt? Am Sonntag, den 6. Februar gab es zur nachmittäglichen Prime Time ein Interview im staatlichen Sender ERT 1. Dieses wurde per Satellit über den Auslandssender ERT World in alle Welt verbreitet. Die ERT ist ebenso wie die staatliche Nachrichtenagentur per Präsidialdekret seit dem Wahlsieg im Sommer 2019 dem aktuellen Premierminister unterstellt. Interviewt wurde die Hauptnachrichtensprecherin des privaten Fernsehsenders SKAI TV, der zufällig sehr regierungsfreundlich ist. Rein zufällig ist die gemäß dem in Griechenland üblichen Verfahren auch tagesaktuelle Themen kommentierende Hauptnachrichtensprecherin mit dem amtierenden Bürgermeister Athens verheiratet. Dieser wiederum ist vollkommen zufällig Neffe des amtierenden Premiers und Sohn einer Abgeordneten der Regierungspartei Nea Dimokratia, die in der Vergangenheit mehrfach Ministerin und auch Bürgermeisterin von Athen war. Selbstredend konnte die Interviewte, Sia Kossioni, im Gespräch mehrmals betonen, was für ein toller Bürgermeister, Kostas Bakoyiannis, ihr Gatte sei. Es gab Raum für zahlreiche lobende Worte für die ebenfalls politisch tätige Schwiegermutter, Dora Bakoyianni. Nichts von dem, was sich rund um das mehrere Tage im Voraus mit lobenden Zitaten für den Bürgermeister beworbene Interview abspielte, ist in Griechenland illegal. Aber ist ein solches Verhalten auch ethisch und vor allem demokratisch korrekt? Kann so ein Interview im staatlichen Fernsehen noch als Erfüllung des Auftrags der unabhängigen Berichterstattung angesehen werden?“ weiterlesen
Demo in Tajaral, wo am 6. Februar 2014 15 Menschen von spanischen Grenzern erschossen wurden
In diesem Artikel sind Aktionen in sechs afrikanischen und 26 europäischen Orte dokumentiert. rednblack.gr, 8.2.2022: „Am 5. und 6. Februar demonstrierten Organisationen und Einzelpersonen in Europa und Afrika gegen die mittlerweile gängige kriminelle Praxis der Massenrückführungen in der Ägäis und auf dem Evros sowie im Mittelmeer und im Ärmelkanal. Anlass war der Gedenk-Aktionstag für die Opfer der Grenze, denn Rückführungen sind kein griechisches Patent. In vielen Ländern, aber auch in europäischen Städten, demonstrierten Einheimische und Flüchtlinge ihren Widerstand gegen die Todespolitik der Regierungen und der Europäischen Union. In Afrika, von Marokko bis Senegal und Nigeria, den Ländern, aus denen Tausende von vermissten und ermordeten Geflüchteten stammen, gab es Demonstrationen, symbolische Aktionen, Vorführungen und Debatten für ein Ende der Todespolitik an den Grenzen. In Marokko fand am Strand von Tarajal, wo das Ereignis stattfand, das den Weltgedenktag auslöste, nach dem Tod von 15 Menschen, die am 6. Februar 2014 versuchten, von Marokko nach Ceuta (spanisches Hoheitsgebiet) zu gelangen, ein Massenmarsch für Würde statt, mit Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit und einem Ende der Gewalt an den Grenzen.
Erhöhung des Strompreises von 271 auf 698 Euro (siehe Artikel)
Von Wassilis Aswestopoulos, cashkurs.com 08.02.2022: „Gemessen am Einkommen wird die Stromrechnung für viele Haushalte in Griechenland zur existentiellen Bedrohung, wobei die geringen Einkommen eine direkte Folge der verordneten Sparmaßnahmen sind, unter denen das Land seit der Pleite im Mai 2010 leidet. Uns Es scheint als schließe die Regierung fleißig teure Eigentore, wie Wassilis Aswestopoulos berichtet. Die energetische Armut erschüttert die griechische Bevölkerung. In sozialen Netzwerken zeigen Verbraucher aktuelle Stromrechnungen und zum Vergleich die Rechnungen für das entsprechende Vorjahresquartal. Pars pro toto sei ein Beispiel genannt, wo 2021 für einen durchaus mit dem Vorjahr vergleichbaren Verbrauch 698 Euro statt 271 Euro gezahlt werden mussten. Gemessen am Einkommen wird die Stromrechnung für viele Haushalte zur existentiellen Bedrohung. Die gesunkenen Einkommen sind eine direkte Folge der Sparmaßnahmen, unter denen das Land seit der Pleite im Mai 2010 leidet.“ weiterlesen