
Eingesperrte Flüchtlingskinder im Hotspot Moria auf Lesbos. Foto: Salinia Stroux
Von Ralf Kliche
Die deutschsprachige Griechenland-Zeitung berichtete am 25.09.2018 über einen aktuellen Konflikt in Griechenland unter der Überschrift „Politische Kontroverse in Griechenland wegen Festnahme von Journalisten“ mit einem Fokus auf die Pressefreiheit. (1) Das ist nicht die einzige Dimension, unter der über die Ereignisse berichtet werden kann.
Bei den 3 dort genannten Vertretern der Zeitung „Phileleftheros“ („Liberal“) handelt es sich um den Herausgeber Mavridis, seinen Direktor Lampiasias und die zuständige Ressortleiterin für Politische Reportagen Galanou. Sie haben sich am Samstagnachmittag, 22.09. zur Polizei begeben und wurden am Sonntagvormittag dort wieder entlassen. Vorausgegangen war eine Anzeige des Verteidigungsministers Kammenos, der damit auf einen Zeitungsartikel mit Korruptionsvorwürfen reagierte. Nachdem aber die Polizei aber nicht wirklich aktiv geworden sei – so zumindest die Darstellung in der Zeitung der Redakteure EFSYN – hätten sie sich entschlossen, selbst aktiv zu werden. Mit den Worten von Mavridis: „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten kommen“. (2)
Hintergrund sind Vorwürfe über den zumindest unsachgemäßen Umgang mit Zahlungen, die die Europäische Union zur Flüchtlingsbetreuung an Griechenland leistet. Der Opposition nahe stehende liberale Medien, neben „Phileleftheros“ auch die Plattform „liberal.gr“, verbanden die Vorwürfe mit generellen Angriffen auf die Regierung. Als Kammenos von der ANEL dann mit einer Strafanzeige wegen Verleumdung reagierte, wurde das Rad eine Umdrehung weiter gedreht und es kamen Vorwürfe über den Umgang mit der Pressefreiheit hinzu. Parallel dazu hat die liberale Partei „To Potami“ im Parlament die Offenlegung von Verträgen zwischen dem griechischen Staat und Auftragnehmern gefordert, die in die Flüchtlingsbetreuung eingebunden sind. Weiterlesen

Die Vereinigung Griechischer Archäologen veröffentlichte eine Erklärung mit dem Titel „
Von Wassilis Aswestopoulos, Telepolis, 20. September 2018:

Aus: Blätter für deutsche und internationale Polititk, August 2018
