„Wir sagen Nein zum Ausverkauf“ – Collage von Ralf Kliche
Am 25.10.2018 wurde offiziell vom Ministerium für Transport und Infrastruktur verlautbart, dass der Privatisierungsprozess von 23 weiteren Flughäfen begonnen hat. Es handelt sich um die Flughäfen in Alexandroupolis, Ioannina, Kozani, Kastoria, Nea Aghialos, Kalamata, Araxos, Limnos, Chios, Ikaria, Skyros, Milos, Naxos, Paros, Syros, Kalymnos, Astypalea, Sitia, Leros, Kasos, Karpathos, Kythera and Kastelorizo. Zunächst sollen die Bedingungen für die Privatisierungen erarbeitet werden. Quelle: keeptalkinggreece
Seit dem Beginn der elektronischen Versteigerungen im Februar dieses Jahres fanden für mehr als 11.000 Immobilien wegen Verschuldung Zwangsversteigerungen statt, darunter über 600 Häuser. Siehe dazu den Bericht auf keeptalkinggreece
Dokumentarfilm Regie und Drehbuch: Harald Bergmann Deutschland 2016-2019, 86 Minuten
Am 29. Juni zu Gast: Harald Bergmann. Im Anschluss an die Vorführung Filmgespräch. Moderation: Gundi Doppelhammer
WO | Koki – Kino im Künstlerhaus Hannover, Sophienstr. 2, 30159 Hannover
WANN | 29.06. ab 20.30 Uhr UND 03.07. ab 18 Uhr
Eine Hommage an ein Land, das nur noch in Verbindung mit dem Wort Krise vorzukommen scheint. „Vorzeit – Eloge auf Griechenland“, so der Titel, den der Filmemacher Harald Bergmann dem ersten Teil seines Projekts über Griechenland, Kreta und die noch viel ältere minoische Kultur gibt.
Eine Frage zugleich nach der Quelle der Kraft dieses uralten Kulturvolks, welches das abendländische Denken wie kein anderes prägte. Pathos, ein leises, Skepsis und zuweilen aufflackernder Humor sind die Ingredienzen dieses Films ‒ rhythmisch-melodisch umrahmt, durchzogen vom Gesang Psarantonis, des berühmten kretischen Lyra-Spielers, der, in der grandiosen Zeus-Höhle sitzend, die Musik, die Natur als Gott, als Puls allen Lebens und Daseins preist.
(Zitat: Ankündigung Hellas Filmbox 2020)
Eintritt: Standard 6,50 Euro, Ermößigt 4,50 Euro, Freier Eintritt für Hannover-Aktiv-Pass-Inhaber*innen
WO | Universität Hamburg Von-Melle-Park 5 (Hörsaal A), 20146 Hamburg
WANN | Samstag, 11. September 2021, 14.00 – 16.00 Uhr
Efi Latsoudi engagiert sich solidarisch und unaufhörlich für die Einhaltung von Menschenrechten auf Lesbos. Dafür erhält sie im September 2021 von der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit den Anita Augspurg Preis „Rebellinnen gegen den Krieg“.
2012 war sie die Initiatorin der offenen und solidarisch geführten Unterkunft Pikpa für besonders schutzbedürftige geflüchtete Menschen, insbesondere für schwangere und traumatisierte Frauen, unbegleitete Kinder, Folteropfer und LGBTIQ-Personen.
Innerhalb von acht Jahren wurden durch Pikpa mehr als 30.000 geflüchtete Menschen unterstützt. Jahrelang hat Efi Latsoudi mit ihren Mitstreiter:innen von Lesvos Solidarity diese Unterkunft – allen Widrigkeiten zum Trotz – aufrechterhalten. Am 30.10.2020 wurde die Unterkunft von der griechischen Polizei ohne Vorankündigung geschlossen.
Welche Folgen hat dieser unmenschliche Umgang mit geflüchteten Menschen? – oder: Können sich geflüchtete Menschen auf die Menschenrechte berufen? Wie soll es weitergehen an Europas Außengrenzen?
Da die Räume aufgrund der Corona-Vorschriften nur begrenzt zugänglich sind, bitten wir um Anmeldung bis zum 05.09.2021 unter hoffkamp@wilpf.de oder monika.pater@uni-hamburg.de.
Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.
Veranstalterin: IFFF Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit, WILPF Women‘s International League for Peace and Freedom
Die IFFF ist eine Antikriegs- und Frauenrechtsorganisation. Sie wurde 1915 gegründet und hat einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Seit 2017 vergibt sie den „Rebellinnen gegen den Krieg – Anita Augspurg-Preis“ an eine Frau, die im Ringen um Frieden in ihrem Land oder ihrer Region an herausragender Stelle steht.
WO | Hellenische Gemeinde, Mittelstr. 33, 12167 Berlin-Steglitz
WANN | 12. September 2021, 18-20 Uhr
Die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit (IFFF) lädt mit Respekt fürGriechenland e.V. und dem Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin zu einer Diskussion mit Efi Latsoudi aus Griechenland ein.
Efi Latsoudi, ist griechische Psychologin aus Athen und lebt seit vielen Jahren auf Lesbos. Sie hat ‚Lesbo Solidarity‘ mitgegründet, das soziale Restaurant NAN in Mytilini und das offene Flüchtlingslager Pikpa, das insbesondere Hilfen für Frauen, Mädchen und Schwangere organisierte. Dieses selbstorganisierte Lager für schutzbedürftige Geflüchtete wurde seit 2012 betrieben und im Oktober 2020 von den griechischen Behörden geschlossen. Für ihre Unterstützung von Geflüchteten wurde sie 2016 mit dem Nansen-Flüchtlingspreis der UN ausgezeichnet.
Gemeinsam wollen wir mit der diesjährigen Preisträgerin des „Rebellinen gegen den Krieg – Anita Augspurg Preises“ über die aktuelle Flüchtlingspolitik und den Grenzschutz der EU diskutieren. Nach einem Eingangsstatement von Efi Latsoudi wird es ein offenes Gespräch mit dem Publikum geben. Zum Ausklang wird ein Imbiss angeboten.
Die IFFF ist eine Antikriegs- und Frauenrechtsorganisation. Sie wurde 1915 gegründet und hat einen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. Seit 2017 vergibt sie den „Rebellinnen gegen den Krieg – Anita Augspurg-Preis“ an eine Frau, die im Ringen um Frieden in ihrem Land oder ihrer Region an herausragender Stelle steht.
Die Veranstaltung findet unter Einhaltung der geltenden Hygienemaßnahmen statt.
WO | Heilig-Kreuz-Kirche, Zossener Str. 65, 10961 Berlin
WANN | Montag, 13. September 2021, 19 Uhr
Ein Jahr ist vergangen, seit dem verheerenden Brand im EU-Hotspot Moria auf Lesbos, doch die Situation für Asylsuchende hat sich nicht gebessert:
Verheerende Zustände im Camp „Moria2“, illegale Pushbacks in die Türkei, die Erklärung der Türkei zum „sicheren Drittstaat“, Pläne für ein isoliertes neues EU-Lager und die zunehmende Kriminalisierung von Geflüchteten und Helfern erschweren es Geflüchteten immer mehr, Schutz in der EU zu finden.
Kurz nach dem Brand in Moria haben die griechischen Behörden das Pikpa-Camp von „Lesvos Solidarity“ für besonders schutzbedürftige Menschen zwangsweise geschlossen, eine der wenigen menschenwürdigen Unterkünfte auf der Insel.
„Lesvos Solidarity“ bringt seit diesem Jahr hilfsbedürftige Frauen in einem Haus in der Inselhauptstadt Mytilini unter, betreibt das Bildungszentrum „Mosaik“, produziert mit Geflüchteten Taschen aus den Resten von Rettungswesten und Schlauchbooten und setzt sich seit 2012 auf vielfältige Weise für Solidarität zwischen Bewohnern und Geflüchteten ein. www.lesvossolidarity.org
Efi Latsoudi ist in Deutschland, da ihr der „Rebellinnen gegen den Krieg“-Preis der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit verliehen wird.
Wir laden Sie herzlich ein, mit Efi Latsoudi über die aktuelle Situation von Geflüchteten und Bewohnern auf Lesbos zu diskutieren!
Die Veranstaltung findet mit Übersetzung auf Deutsch und Englisch statt.
Hygieneregeln (Abstand, Händedesinfektion, Kontaktdaten zur Nachverfolgung, Masken je nach aktueller Regelung) müssen beachtet werden.
Von Ralf Kliche
Der Rücktritt des griechischen Außenministers, Nikos Kotzias am 17.10. hat überall Überraschung und Spekulationen über die Hintergründe und Konsequenzen ausgelöst. In der Analyse von Wassilis Awestopoulos, der derzeitig besten deutschsprachigen, werden Vorgeschichte und Verlauf des Konflikts zwischen Kotzias und Verteidigungsminister Kammenos von der ANEL dargestellt. (1) In seiner Darstellung wird z.B. die Nähe von Kammenos zu konservativen kirchlichen Kreisen gut deutlich macht. Allerdings lohnt es, einige Überlegungen zu ergänzen, die Unterstützung von Kammenos durch Tsipras ist nicht so unerklärlich, wie es den Anschein hat.
Awestopoulos selbst gibt wenig Hinweise auf mögliche Motive von Tsipras. Angesichts des Zuspruchs und der Anerkennung, die Kotzias für sein Agieren im Namens-Konflikt aus dem westlichen Ausland und aus SYRIZA erfahren hatte, wäre eher eine Parteinahme für Kotzias zu erwarten gewesen.
Aus außenpolitischer Perspektive dürften die Hintergründe in der Unsicherheit über den Ausgang des Namens-Deals mit FYROM / Mazedonien zu suchen sein. Nach dem gescheiterten Referendum und angesichts der Schwierigkeiten, parlamentarische Mehrheiten für eine entsprechende Verfassungsänderung dort zu bekommen, kann das ganze Vorhaben noch scheitern. Dies wäre für die griechische Regierung fatal, hat sie sich doch sehr ins Zeug gelegt, der Interessenspolitik von EU, USA und NATO zur Kontrolle des südlichen Balkans das Terrain zu bereiten. Diese politische und militärische Zielsetzung scheint der des Prespes-Abkommens zu sein – nicht die Beseitigung eines anachronistischen Streits um Namen. Griechenlands Interesse an der Aufwertung des eigenen Landes bei den Kreditgebern und Unterstützern aus dem Westen ist aber nur möglich, wenn ein Grund für das Verlassen der bisherigen Obstruktionspolitik, das Veto gegen einen EU/NATO-Beitritt, gefunden werden kann, sprich: wenn der Namensstreit aus der Welt geschafft ist. (2) Weiterlesen →
Wir bitten um Anmeldung mit Namen und E-Mail Adresse an Hellas Solidarität Bochum unter hellassolibo@web.de. Der Link wird dann persönlich versendet.
WANN | Do., 23.09.2021, 19:00-21:00 Uhr
THEMA | Seit Beginn der Krise 2008-2010 und verschärft durch die in den Memoranden Griechenland aufgezwungene Sparpolitik der Europäischen Union und der Troika zeigen sich dort insbesondere im Gesundheitssektor drastische Auswirkungen, die sich unter Corona noch verschärft haben. Die Waldbrände in Griechenland in diesem Sommer haben uns nun auf furchtbare Art und Weise vor Augen geführt, dass auch der Brandschutz, ein wichtiger Bereich öffentlicher Daseinsfürsorge, massiv vernachlässigt worden ist. Und das geschah alles, während die Polizei dort massiv aufgerüstet wurde.
In unserer Online-Diskussionsveranstaltung wollen wir zum einen der Frage nachgehen, inwieweit sich in der Pandemie ein allgemeines Motiv des autoritären Neoliberalismus auf dem Feld der Gesundheit und der staatlichen Daseinsfürsorge insgesamt ausbreitet. Wir möchten dies am Beispiel Griechenlands diskutieren, wo die europäische Austeritätspolitik die Ausgaben für den Gesundheitssektor zwischen 2009 und 2016 und erneut nach 2019 massiv zurückgefahren hat. Zweitens wollen wir nach den Perspektiven solidarischer Praxis im europäischen Maßstab fragen, sowie dem Veränderungspotential des gesellschaftlichen Umgangs mit Gesundheits- und Klimakrisen und Möglichkeiten der Prävention angesichts sich immer deutlicher verschärfender Katastrophen. Denn sowohl in Deutschland während der Flutkatastrophen als auch in Griechenland konnte nur durch das solidarische Anpacken vieler freiwilliger Helfer:innen noch Schlimmeres verhindert werden.
Mittels der Kurzstatements und Diskussionsbeiträge der beteiligten Referent:innen aus verschiedenen Wirkungs- und Arbeitsbereichen im Gesundheits- und Umweltsektor aus zwei europäischen Ländern eröffnen wir die Möglichkeit, Vergleiche zu ziehen, Muster zu erkennen und Perspektiven für Veränderungen zu formulieren, die sich in weiteren geplanten Veranstaltungen mit anderen europäischen Partnern vertiefen lassen.
Es diskutieren:
– Kostas Argyros (Journalist, Athen)
– Mirko Broll (Lehrbereich Politische Soziologie sozialer Ungleichheit an der LMU München)
– fridays for future Bochum (angefragt)
– Veni Polyzou (Ärztin KIF ARTA, solidarische Arztpraxis)
Der griechische Außenminister Nikos Kotzias ist heute, am 17. Oktober, zurückgetreten. Der Grund dafür ist wohl, dass er sich in seinem Streit mit Verteidigungsminister Kammenos nicht ausreichend vom Ministerpräsidenten Tsipras und seinen Kabinettskolleg*innen unterstützt sah. Gestern, am 16. Oktober, war es während einer Kabinettssitzung zum Streit zwischen Kotzias und Kammenos über das Abkommen zwischen Skopje und Athen über die Namensfrage („Nordmazedonien“) gekommen. Kammenos hatte bei einem offiziellen Besuch in den USA eine Alternative zum Abkommen vorgeschlagen – völlig ohne Absprache mit Tsipras, geschweige denn mit Kotzias. Weiterlesen →
Dokumentarfilm Regie und Drehbuch: Harald Bergmann Deutschland 2019, 86 Minuten Sprecher: Ulrich Tukur
WO | KLICK Kino, Windscheidstr. 19, 10627 Berlin
WANN | 29.09.2021 um 17.30 Uhr
THEMA | Eigentlich wollte ich nur nach Griechenland, um über die Minoer und die Kurven und Spiralen zu erzählen. Aber dann kam alles ganz anders, sagt Harald Bergmann. Der Film ist der erste Teil seines Projektes über Griechenland, Kreta und die noch viel ältere minoische Kultur. Über ein Land zwischen Mythos und Mythen. Im alten Sinn, der Zeus-Erzählung nämlich. Und in einem neuen, welcher Mythos und Mythen als Verzerrung der Wahrheit, Entstellung, als Lüge begreift – all die Klischees, Zuschreibungen, Ressentiments und Vorurteile, die sich die einen Gruppen, Gemeinschaften, Nationen über die anderen machen: Die Heimischen über die Fremden, die Deutschen, die artigen Europäer über die verschuldeten, unbotmäßigen, arbeitsscheuen Griechen. Denn wir sind im Jahr 2015, in der sogenannten „Krise“, in der Griechenland in ökonomische, genauer neoliberale, Zwangshaft genommen wurde. Die Haltung des Films ist die behutsame Frage, das sich Vortasten, voller Respekt und Empathie für das Gegenüber und nicht zuletzt für die Schönheit des Landes, seine Menschen, seine Musik, seine alten Mythen, sein Licht.