„Elend, Tote, Misshandlungen: Ein Dauerzustand mitten in Europa?“

Idomeni„Dieses Foto ist aus Idomeni im Jahr 2016. Damals campierten Menschen vor Grenzzäunen, heute tun sie es immer noch. Die Zustände in den Lagern inner- und außerhalb der EU-Grenzen haben sich schlichtweg nicht verbessert. Der Verdacht liegt nahe, dass sie es gar nicht sollen. Foto: Florian Bachmeier (Text: Pro Asyl)“
Pro Asyl, 18.11.2019:
„Elend, Tote, Misshandlungen: Ein Dauerzustand mitten in Europa?
Die Balkanroute hat sich verlagert. Menschen campieren an der serbisch-ungarischen Grenze oder im bosnischen Bihac. Und die Lager in Griechenland sind auch nach vier Jahren noch elende Provisorien. Wieder droht ein Winter, in dem Menschen deshalb sterben werden. Man muss davon ausgehen, dass diese Zustände gewollt sind und Methode haben.“ Weiterlesen

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Mitsotakis: EU betrachtet Ankunftsländer wie Griechenland als „bequeme Parkplätze für Flüchtlinge und Migranten“

Von Gerd Höhler und Nicole Bastian, Handelsblatt:
„Interview mit Kyriakos Mitsotakis
Mahnung aus Athen: „So kann es in der Flüchtlingsfrage nicht weitergehen“

Der griechische Premier fordert von der EU mehr Solidarität in der Flüchtlingspolitik und kritisiert auch die Türkei scharf. Zudem spricht er über das Ende des Krisenmodus und notwendige EU-Reformen.
Athen. Es sind schwere Vorwürfe: Die EU betrachte Ankunftsländer wie Griechenland „als bequeme Parkplätze für Flüchtlinge und Migranten“, kritisiert der neue griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis im Handelsblatt-Interview. Er werde das nicht länger hinnehmen.
EU-Staaten könnten nicht die Vorteile des Schengenraums in Anspruch nehmen, sich aber zugleich weigern, die Lasten zu teilen, „wie es einige osteuropäische Länder tun“, sagt der seit Juli amtierende Regierungschef. Er fordert eine einheitliche europäische Asylpolitik und lobt die Vorschläge des deutschen Innenministers Horst Seehofer zur Reform des Dublin-Systems.“  weiterlesen

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Gedenkwochenende für den Studentenaufstand von 1973

Aus der Griechenlandzeitung, 15.11.2019:
„Das Wochenende steht im Zeichen der Gedenken an den Studentenaufstand im November 1973, bei dem sich auf dem Gelände der Technischen Universität Athen (Polytechnio) Widerstand gegen das damalige Militärregime in Hellas formte. Im Vorfeld der Feierlichkeiten kam es zu einem umstrittenen Polizeieinsatz auf dem Gelände der Athener Wirtschaftsuniversität. Dieser spaltete die griechische Politik und rief Proteste hervor.
Die Gedenkfeierlichkeiten für den „17. November“ begannen bereits am Freitag (15.11.). Am Morgen wurden die Tore der technischen Universität geöffnet, dort wo traditionell Kränze und Blumen am Denkmal für die Opfer des Aufstandes niedergelegt werden. Das Gelände ist am Freitag und Samstag jeweils von 9.30 Uhr bis 21 Uhr geöffnet, am Sonntag schließt das Gelände um 13 Uhr. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildet ein Gedenkmarsch vom „Polytechnio“ zur Amerikanischen Botschaft, der für 16 Uhr angesetzt ist.“ weiterlesen

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Doch keine Kriminalisierung von Blasphemie

Von Declaration_ceremony_of_the _Archbishop_Ieronymos_II_of_Athens.jpg: Evripidis Stylianidisderivative work: Lapost -Declaration_ceremony_of_ the_Archbishop_Ieronymos_II_of_Athens.jpg, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7998077

Von Hella Camargo, Humanistischer Pressedienst:
„Griechenland: Keine Kriminalisierung von Blasphemie
Nach weitgehenden Protesten der Bevölkerung und Spott in den sozialen Medien hat die liberal-konservative Regierung in Griechenland ihre Pläne zur erneuten Kriminalisierung von Blasphemie fallen gelassen. Das Gesetz sollte vermeintlich religiöse Minderheiten schützen und war vorab von großen Teilen der griechisch-orthodoxen Kirche begrüßt worden.
Erst im Jahr 2016 waren die Anti-Blasphemiegesetze unter dem damaligen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras aufgehoben worden. Die aktuelle Regierung des Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis plante die Wiedereinführung der Bestrafung von Blasphemie. Als Grund wurde die gewünschte Deeskalation von Spannungen zwischen rechten Gruppen und muslimischen Geflüchteten in Lagern beziehungsweise bei ihrer Verteilung per Bus im Land genannt. weiterlesen

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„Griechenland soll 60.000 Migranten illegal abgeschoben haben“

http://www.fr.de/politik/griechenland-drei-fluechtlinge-sterben-am-grenzfluss-evros-a-1633210

Grenzfloss Evros, Foto: Starliner (Wikipedia)

Von Giorgos Christides und Steffen Lüdke, Spiegel.de:
„Push-Backs in die Türkei – Griechenland soll 60.000 Migranten illegal abgeschoben haben
Menschenrechtler und die Türkei beschuldigen Griechenland, Migranten und Flüchtlinge illegal abzuschieben. Türkische Dokumente, die dem SPIEGEL vorliegen, sollen die Anschuldigungen belegen.
Am 3. November 2019 greift die die türkische Polizei 252 Migranten in der Nähe des Grenzübergangs Kapikule auf. Danach wird sie einen brisanten Aktenvermerk anfertigen: Die Migranten hätten es über die Grenze nach Griechenland geschafft, schreiben die türkischen Beamten später in ihrem Bericht. Aber dann seien sie gegen ihren Willen zurückgebracht worden, ohne Chance auf einen Asylantrag.
„Push-Backs“ nennen sich diese illegalen Rückführungen von Migranten und Flüchtlingen. Sie sind nach europäischem und internationalem Recht verboten. Dieses schreibt den Staaten vor, potenziellen Asylbewerbern den Zugang zu einem effektiven Asylverfahren zu gewähren.
Seit Jahren beschuldigen Menschenrechtsorganisationen und Anwälte griechische Behörden, Migranten am Grenzfluss Evros illegal in die Türkei abzuschieben. Der SPIEGEL hat nun türkische Dokumente erhalten, darunter auch die Aufzeichnungen der Polizisten über den Vorfall am 3. November. Diese legen nahe, dass Griechenland im großen Stil illegale Push-Backs an der Grenze zur Türkei durchführt.“ weiterlesen

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„Neuer Widerstand in Athen birgt Hoffnung“

Foto: John Malamatinas


Von John Malamatinas, Neues Deutschland, 12.11.2019:
„Linke und Studierende wehren sich gegen Polizeiaufmarsch an Universität
Die erst im Vorsommer gewählte rechtskonservative Regierung von Konstantinos Mitsotakis in Griechenland setzt alles daran, um Proteste zu provozieren. Nachdem sie anfing, selbstorganisierte Besetzungen von Geflüchteten zu räumen und den Einwohnern und Anarchisten im linksalternativen Stadtteil Exarchia in Athen den Krieg erklärte, sind nun die Studierenden dran. Letztere protestieren seit dem Sommer gegen die Aufhebung eines Gesetzes, das der Polizei das Betreten des Universitätsgeländes verbietet und Studentenproteste schützt. Das Gesetz war ein Vermächtnis eines Studentenaufstandes vom 17. November 1973 während der Militärdiktatur, als ein Panzer die Tore der Technischen Universität in Athen rammte. Dutz­ende Menschen wurden an diesem Tag getötet.“ weiterlesen

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„Priester fordert Bürger bei rassistischer Hasstirade auf, gegen Geflüchtete zu Gewehren zu greifen“

skydraUnter anderem sagte der Priester, der Koran sei faschistisch.
Keeptalkinggreece, 1. November 2019:
„Skydra: Priest in racist rant urges locals to take “rifles” against refugees
Residents of Skydra in West Macedonia has threatened to take “the guns” should refugees and migrants settle their area as the government plans in order to decongest the overcrowded islands.
They will “take the law in their hands and defend themselves and their families with rifles,” they say, claiming that they fear for their lives.
Local newspaper ifonitispells.gr filmed the meeting of the town council last Saturday and what was said was shocking.
An elderly priest in racist rant is stirring the local community against refugees and migrants and urges them to take up the arms against them.
Priest Antonios said that “the Koran is fascist,” and that Muslims can never see a Christian as a brother “unless they make me a Muslim.” He told the residents that in order to protect themselves from the “illegal immigrants”, they should not even hesitate to take up the arms!“ weiterlesen

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„Empören und Wegschauen“: verschärftes Asylgesetz

AsylgesetzAm frühen Morgen des 1. November 2019 beschloss das griechische Parlament ein neues Asylgesetz. Viele Menschenrechts- und Geflüchtetenschutzorganisationen kritisieren dieses Gesetz scharf. So schrieb die UN-Organisation für Geflüchtete UNHCR u.a. folgendes: Die UNHCR sei wegen des Gesetzes besorgt, weil es den Schutz der Geflüchteten schwäche. Es belaste Asylsuchende exzessiv und fokussiere auf Strafmaßnahmen. Wenn ein Asylsuchender z.B. bestimmte Formalitäten des Asylverfahrens nicht einhalte, werde sein Asylgesuch abgelehnt. Das Gesetz beschränke das Recht zur Familienzusammenführung. Z.B. werde die Definition eines „Familienmitglieds eingeschränkt: Nur wer vor der Flucht aus dem Heimatland schon Familienglied war, gelte als solches. D.h. z.B. dass ein nach der Flucht geborenes Kind nicht als Familienmitglied zähle. Nach dem Gesetz dürfen Geflüchtete in Zukunft 18 Monate (statt wie bisher 3 Monate) inhaftiert werden. (Hier die Stellungnahme des UNHCR)

Der Deutschlandfunk strahlte heute folgenden Kommentar aus:
„Empören und Wegschauen
Das griechische Parlament hat ein schärferes Asylgesetz beschlossen: Härtere Prüfungen, schnellere Verfahren, mehr Abschiebungen. Dass mehr Flüchtlinge und Migranten kommen, sei aber noch lange kein Grund, sie im Schnellverfahren abzufertigen, kommentiert Karin Senz. Der einzelne Mensch gehe so verloren.
Bei der Flüchtlingskrise zeigt sich eines ziemlich deutlich: Es ist möglich, ein Thema im Fokus zu haben und trotzdem wegzuschauen.“ weiterlesen

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Antimilitaristische Intervention am OXI-Tag


Der 28. Oktober ist in Griechenland Feiertag zur Erinnerung an den Widerstand gegen die kriegerische Aggression durch Mussolini-Italien – am 28. Oktober 1940 marschierten italienische Soldaten in Hellas ein. Dieser Tag wird mit Militärparaden, Schüler- und Studentenparaden und dem Dekorieren von Gebäuden und Denkmälern mit griechischen Flaggen und Kränzen begangen. In diesem Jahr intervenierte eine Gruppe von jungen Frauen in Athen auf ihre ganz eigene Art (siehe Video). Der (griechische) Text, der im Video eingeblendet wird, ist das Manifest der Frauen (hier nachzulesen). Er kritisiert den Militarismus der Feiern und die neuerliche Stimmung gegen Geflüchtete.
Es hagelte aggressive und vulgäre Reaktionen gegen die jungen Frauen. Auch wurde gefordert, sie wegen ihrer Aktion vor Gericht zu bringen.

Inspiriert wurden die Frauen durch Monthy Pyton’s Silly Walks:

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„Höcke will den Bürgerkrieg“

Höcke
Ca. 24 % der Wählenden haben heute in Thüringen der AfD mit dem Spitzenkandidaten Björn Höcke ihre Stimme gegeben. Aus diesem Grund posten wir diesen Beitrag von Hajo Funke, der am 24. Oktober 2019 auf Zeit.de veröffentlicht wurde:
„Höcke will den Bürgerkrieg.
Ein „Zuchtmeister“, der den „Stall ausmistet“ mit „wohltemperierter Grausamkeit“. Die Sprache des Thüringer AfD-Politikers Björn Höcke offenbart seine Gefährlichkeit.
Vor etwas mehr als einem Jahr, am 1. September 2018, hat erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik eine im Bundestag vertretene Partei gemeinsame Sache mit Rechtsextremen und gewalttätigen Hooligans gemacht. Damals posierten die AfD-Politiker Björn Höcke und Andreas Kalbitz bei einem „Trauermarsch“ für den in Chemnitz von einem Asylbewerber erstochenen Daniel H. Unmittelbar danach bildete sich die terroristische Vereinigung Revolution Chemnitz. Sie sollen im September 2018 in Chemnitz Menschen attackiert haben, die sie für Migranten hielten, und zudem einen Anschlag am Tag der Deutschen Einheit in Berlin geplant haben.
Am 2. Juni dieses Jahres ist dann der erste politische Mord von ganz rechts verübt worden: Ein in der Szene bekannter Rechtsextremist erschoss den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke“ weiterlesen

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