„Ziel Deutschland: Flüchtlinge fliehen vor Obdachlosigkeit und Armut in Griechenland“

Gerd Höhler, Redaktionsnetzwerk Deutschland, 07.03.2021:
“ Athen. Vergangene Woche landeten 197 Flüchtlinge aus Griechenland in Hannover. Seit die Bundesregierung vor einem Jahr die Aufnahme von Kindern und besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen aus Griechenland beschloss, wurden bereits 2151 Menschen nach Deutschland ausgeflogen.
Aber in Wirklichkeit ist die Zahl der Migranten, die aus Griechenland nach Deutschland kommen, sehr viel größer. Nach einem Bericht der „Welt am Sonntag“ (WamS) lassen sich Monat für Monat rund 1000 Menschen, die in Griechenland als Flüchtlinge anerkannt sind, in der Bundesrepublik nieder. Die deutschen Behörden sind ziemlich machtlos.
Die „WamS“ nennt Zahlen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), wonach allein im Januar und Februar dieses Jahres etwa 2100 Personen Asylanträge in Deutschland gestellt haben, obwohl sie bereits in Griechenland Asyl oder einen subsidiären Schutzstatus erhalten haben. Subsidiären Schutz kann bekommen, wer zwar nicht als Flüchtling im Sinne der Genfer Konvention gilt, bei einer Rückkehr in sein Herkunftsland aber in ernster Gefahr wäre.“ weiterlesen

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Spiegel: „Verwaltungsrat verweigert Frontex-Chef die Entlastung“

Foto aus Video von Report Mainz vom 16.6.2020. S. dazu auch das Video der Deutschen Welle vom 1.7.2020

„Die Passage allein legt nahe, dass man auch im Frontex-Verwaltungsrat weiß, was in der Ägäis vor sich geht. Man möchte die Verbrechen nur nicht also solche benennen.“
Von Giorgos Christides, Steffen Lüdke und Maximilian Popp, Spiegel online, 04.03.2021:
„Skandal um griechische Pushbacks Verwaltungsrat verweigert Frontex-Chef die Entlastung
Fabrice Leggeri hat viel zu tun in diesen Tagen, ständig muss der Chef der europäischen Grenzagentur Frontex sich gegen den Vorwurf verteidigen, die griechischen Pushbacks in der Ägäis zu dulden und sogar zu vertuschen. Am Donnerstag stellt sich Leggeri erstmals den Fragen einer Untersuchungsgruppe im Europaparlament. Viele Abgeordneten hatten zuvor das Gefühl, von Leggeri in die Irre geführt zu werden.
Am Freitag wird eine Arbeitsgruppe des Frontex-Verwaltungsrates ihren Untersuchungsbericht vorlegen. In dem Report, den der SPIEGEL gelesen hat, spricht der Verwaltungsrat Frontex ausdrücklich nicht von den Vorwürfen frei. Zugleich üben die Autoren harsche Kritik an den Strukturen der Organisation und an Leggeri selbst.“ weiterlesen

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„MéRA25 – eine neue linke Alternative in Griechenland?“ Videomitschnitt

Videomitschnitt der Online-Veranstaltung „MéRA25 – eine neue linke Alternative in Griechenland?
Vortrag von Jochen Schult
21. Griechischer Salon des Bündnisses Griechenlandsolidarität Berlin
am Donnerstag, 25. Februar 2021

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Situation in Krankenhäusern wieder dramatisch

Von Elisa Hübel, Griechenland Zeitung 03. März 2021:
„Kampf gegen neue Corona-Welle: Tausende Neuinfektionen in Griechenland.
In Griechenland steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen rasant an; vor allem die Hauptstadt Athen und Attika ist stark betroffen. Auf Intensivstationen gibt es so gut wie keine freien Plätze mehr. Nun berät die Regierung mit Experten über einen noch strengeren Lock-Down.
Am Dienstag (2.3.) wurden in Griechenland innerhalb von 24 Stunden 2.353 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Die meisten davon in Attika: hier waren es 1.159. In Thessaloniki wurden 304 neue Fälle gemeldet und in Achaia auf der Peloponnes 112. Hoch ist die Anzahl außerdem in Larissa (90) und im Regionalbezirk Korinthia (54). Das Ergebnis beruht auf der Durchführung von 61.255 Tests im ganzen Land.
Kampf um Intensivstationen
Derzeit liegen 422 Patienten, die am Coronavirus erkrankt sind, auf einer Intensivstation. Ihr Altersdurchschnitt liegt bei 68 Jahren. Bei vielen von ihnen handelt es sich um Personen, die bereits eine Vorerkrankung hatten. – Seit dem Beginn der Pandemie vor einem Jahr konnten 1.364 Patienten die Intensivstation eines Krankenhauses genesen verlassen.
Am Dienstag starben 23 Patienten an den Folgen von Covid-19. Seit dem Beginn der Pandemie betrauert Griechenland 6.557 Todesopfer.
Unter diesen Umständen werden auch die freien Betten auf den Intensivstationen des Landes rar. Am Dienstag waren diese um bis zu 93 Prozent belegt, heißt es aus Krankenhauskreisen. In einigen Spitälern soll es überhaupt keine freien Intensivplätze mehr gegeben haben. Aus diesem Grund werden in einigen Fällen Patienten, die nicht am Coronavirus, sondern an anderen Krankheiten leiden, in private Krankenhäuser eingeliefert.“ weiterlesen

Siehe zur Kritik an der griechischen Pandemiepolitik: Überall Polizei, nirgendwo Ärztinnen
und weitere Artikel

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Solidarität zwischen SE.VIO.ME und den Kunst- und Kulturschaffenden

Video mit deutschen Untertiteln
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Tausende demonstrierten für Koufontinas

Demo heute, am 27.2.2021, in Athen

Demo heute, am 27.2.2021, in Berlin

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Hochschwangere schwer verletzte Geflüchtete wird von Behörden schikaniert

Von Giorgos Christides und Steffen Lüdke, Spiegel online, 26.2.2021:
Schwangere zündete sich an
Griechische Staatsanwaltschaft will Geflüchtete wegen Brandstiftung belangen
Auf Lesbos hausen Tausende Flüchtlinge unter erbärmlichen Bedingungen. Nun gehen griechische Behörden gegen eine schwangere Frau vor, die das Leben im Camp nicht mehr aushielt und sich in Brand setzte.

Die Staatsanwaltschaft auf der griechischen Insel Lesbos geht strafrechtlich gegen eine hochschwangere Geflüchtete vor, die sich aus Verzweiflung in Brand gesteckt hatte. Das geht aus einem Schreiben der örtlichen Behörden hervor, das dem SPIEGEL vorliegt.
Die 27-jährige Afghanin zündete sich am Sonntagmorgen in ihrem Zelt im Flüchtlingslager auf Lesbos selbst an, nachdem sie ihre Familie in Sicherheit gebracht hatte. Die Nachbarn hatte die Afghanin nach Angaben ihrer Anwältin vorher gewarnt. Sie löschten die Flammen gemeinsam mit der Polizei und der Feuerwehr.
Die Frau erlitt schwere Brandverletzungen und wurde ins Krankenhaus in der Inselhauptstadt Mytilini gebracht. Dort liegt sie bis heute, in wenigen Tagen könnte sie ihr Kind bekommen. Bei dem Brand wurden keine anderen Personen verletzt.
Die Afghanin lebt seit 14 Monaten mit ihren drei kleinen Kindern und ihrem Mann im Lager Kara Tepe. Die griechischen Behörden hatten auf Lesbos eine provisorische Zeltstadt für 6000 Menschen errichtet, nachdem das Elendslager Moria im Sommer abgebrannt war.“ weiterlesen

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Kind in Flüchtlingslager verbrannt. Schwere Vorwürfe gegenüber der Feuerwehr.

„Am vergangenen Dienstag, dem 23. Februar, brach im Flüchtlingslager von Theben, eine Stunde nordwestlich von Athen, ein Feuer aus.
Der Grund und die Quelle des Feuers sind derzeit unbekannt. Was wir wissen, ist, dass das Leben eines kleinen Kindes verloren wurde.
Aus den Videoaufnahmen, die während des Vorfalls in der Nacht gemacht wurden, geht hervor, dass drei Wohnungen niedergebrannt sind und dass die Feuerwehr mit Verspätung (über eine Stunde) im Lager eintraf und die Flüchtlinge die Leiche des toten Kindes selbst entfernen mussten. Die griechischen Behörden seien nicht zur Hilfe gekommen. „Europa, komm und sieh, was passiert“, schreit ein Flüchtling im Video.“ (Bildtext unten)
Augenzeugen berichteten, dass sie sich mehr als fünfmal auf griechisch und englisch an die Feuerwehr gewandt hätten. (Quelle: https://www.efsyn.gr/ellada/koinonia/282850_nekro-prosfygopoylo-apo-fotia-sti-thiba-kataggelloyn-kathysterisi-tis)

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Koufontinas: Sein Tod kann in den nächsten 2 Tagen eintreten.

Von Ralf Kliche
Aufgrund der unmittelbaren Lebensgefahr für Dimitris Koufontinas, der sich seit 49 Tagen im Hungerstreik und seit 4 Tagen im Durststreik befindet, berichten wir über die aktuellen Entwicklungen.           
Gestern, am Donnerstag 25.02., hat der behandelnde Arzt Thodoris Zdoukos den politischen Gefangen im Gefängnis besucht und untersucht. In einer im Anschluss abgegebenen Erklärung machte der Arzt seine Ergebnisse öffentlich. Im Einzelnen heißt es dort:„Heute, Donnerstag, 25. Februar, habe ich den Hungerstreikenden Dimitris Koufontinas besucht, der seit zehn Tagen auf der Intensivstation des Lamia-Krankenhauses behandelt wird. Nach 49 Tagen Hungerstreik zeigt er starke Lethargie, allgemeine Muskelschwäche, Schwindel und Anzeichen von Dehydration.
Eine Hypoglykämie, die von bevorstehenden Elektrolytstörungen begleitet wird, kann jederzeit für das Myokard und das Gehirn tödlich sein. In der kurzen Zusammenkunft, die ich mit ihm hatte, informierte ich den Hungerstreikenden über die Intervention von Tausenden von Bürgern in dem Auftritt des Präsidenten der Republik in den sozialen Medien (1), die Mobilisierungen in Griechenland und im Ausland sowie die wichtigen öffentlichen Erklärungen zur Unterstützung seiner Forderungen.

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Besetzung des griechischen Konsulats für Koufontinas

Berliner Zeitung, 24.02.2021:
„Kreuzberg : Demonstranten besetzen griechisches Konsulat in Berlin
Die Besetzer forderten die Freilassung des inhaftierten Terroristen Dimitris Koufontinas. Die Polizei führte alle Beteiligten ab.
Berlin – Mehrere Demonstranten haben am Mittwoch das griechische Konsulat in Berlin besetzt, um die Freilassung eines inhaftierten Häftlings zu fordern. Wie ein Sprecher der Polizei auf Anfrage der Berliner Zeitung sagte, waren um 12.30 Uhr acht Frauen und ein Mann in das Bürogebäude an der Kreuzberger Mohrenstraße eingedrungen.
Die Eindringlinge sollen Transparente hochgehalten und lautstark die Freilassung des Griechen Dimitris Koufontinas gefordert haben. Koufontinas, der bei einigen als kommunistischer Revolutionär gefeiert wird, soll aufgrund der Haftbedingungen in Griechenland in den Hungerstreik getreten sein. Er soll zuvor entgegen der griechischen Gesetze in ein anderes Gefängnis verlegt worden sein, was zu Protesten geführt hatte.“ weiterlesen

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