Beitrag von mllebi „Weder die Anerkennung der ‚historischen Verantwortung‘ noch die ‚moralische Wiedergutmachung‘ oder die Äußerung einer ‚öffentlichen Entschuldigung‘ oder gar die Entstehung eines öffentlichen ‚Gedächtnisses‘ als Instrument der Bewusstmachung der Verbrechen können die legitimen Ansprüche der Opfer ersetzen.“
In Griechenland läuft dazu eine Diskussion über das Online-Archiv “Memories of the Occupation of Greece”. Eine Reaktion des MOG-Projekts gibt hier: https://www.occupation-memories.org/aktuelles/mog-anakoinosi.html – leider geht es auf die wesentlichen Kritikpunkte nicht ein.
Film des Webinars „Deutsche Reparationsschuld – 80 Jahre nach dem Überfall der Wehrmacht auf Griechenland“. „Respekt für Griechenland“ Webinar am 25.4.2012 Es diskutierten — Karl Heinz Roth, Ko-Autor der Bücher „Reparationsschuld. Hypotheken der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa“ (2017) und „Deutsche Reparationsschuld am Beispiel Polens und Griechenlands“ (2019) — Hilde Schramm, Respekt für Griechenland e.V. — Manuel Sarrazin, MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Präsident der Südosteuropa-Gesellschaft Moderation: Andreas Poltermann, Respekt für Griechenland e.V.
Am 6. April vor 80 Jahren begann der Angriff Deutschlands auf Griechenland. Mehr als drei Jahre hielten deutsche Soldaten das Land besetzt, plünderten es aus und zerstörten es bei ihrem Abzug. Den Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung fielen zehntausende Kinder, Frauen und Männer zum Opfer, Hunderttausende verhungerten. Nahezu alle griechischen Juden wurden deportiert und ermordet. Der 6. April 1941 ist ein in Deutschland vergessenes Datum des Zweiten Weltkriegs. Es ist deshalb zu begrüßen, dass am 25. März auf Initiative der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag an die Kriegsschuld und an die daraus erwachsenden Verpflichtungen erinnert wird. Aber wird es auch einen Neubeginn in der Frage der deutschen Reparationsschuld geben? Welche Forderungen auf dem Tisch liegen und welche Optionen die deutsche Politik hat, haben wir mit unseren Gästen diskutiert.
Von Elisa Hübel, Griechenland Zeitung, 06. April 2021: „Verpachtungsverfahren für den Hafen von Heraklion angekündigt In Griechenland nimmt ein ehrgeiziges Investitionsprogramm konkretere Gestalt an. So etwa gab die griechische Investitionsbehörde TAIPED bekannt, dass nun auch 67 Prozent des Aktienkapitals des Hafens von Heraklion auf Kreta verpachtet werden sollen. Interesse dafür kann noch bis Ende Juli bekundet werden; das Verfahren soll Anfang 2022 abgeschlossen sein.“ weiterlesen
Menios Fourthiotis, der TV-Intendant mit zeitweise 14 Polizisten als Leibwache, der die Regierung in Erklärungsnot gebracht hat
Die neue Affäre „Fourthiotis Gate“ wirft ein Schlaglicht darauf, wie Oligarchen, Regierung und Medien sich gegenseitig korrumpieren. Varoufakis hat in seinem Buch „Die ganze Geschichte“ das „sündige Dreieck“ analysiert – gemeint ist das Zusammenspiel von Medien, Banken und Regierung. Banken finanzieren die Mainstreammedien, die gar nicht profitabel sind, sondern in erster Linie dem Machterhalt der Oligarchen und der Regierung dienen. Banken sind im „Fourthiotis Gate“ noch nicht aufgetreten, aber wer weiß, was noch kommt…die Affäre ist noch nicht am Ende.
Von Wassilis Aswestopoulos, cashkurs.com, 6.4.2021: „Kurioses aus Griechenland: Neue Politaffäre um Staatsgelder und die Rolle der Polizei In Griechenland steht eine neue Affäre auf der politischen Tagesordnung. Sie wird Fourthiotis Gate genannt. Der für Deutsche fast unaussprechbare Name Fourthiotis gehört einem Verleger, TV-Intendanten und ehemaligen Manager einer zur Porno-Schauspielerin gewordenen, früheren Schönheitskönigin. Es geht nicht nur um das liebe Geld, sondern auch um die Frage, wem in Griechenland Staatsschutz zuteil wird… Ein Interview, das keins sein darf Der Namensgeber der Affäre wehrt sich nach Kräften gegen die Vorwürfe. Tatsächlich scheint bei näherer Betrachtung der Vorgänge die Frage, wer ihn warum schützt und fördert, wichtiger als die Person, die vordergründig im Mittelpunkt steht. Der Fall wurde spätestens am katholischen Osterwochenende zum Politikum, als die Zeitung Documento ein Interview mit dem früheren Arbeitsminister Giannis Vroutsis abdruckte. Allein dies, die Tatsache, dass der überzeugte Konservative Vroutsis mit der Zeitung, die sich durch ihre einschlägigen Artikel eindeutig den Titel der führenden Pro-SYRIZA Boulevardzeitung verdient hat, spricht, sorgt für Aufsehen. Der Herausgeber und Chefredakteur von Documento, der Journalist Kostas Vaxevanis, ist nicht nur für die Politiker der Nea Dimokratia, sondern auch für deren gesamte Anhängerschaft ein rotes Tuch. Genau genommen darf das Interview nach Ansicht von Regierungssprecherin Aristea Peloni nicht als Interview bezeichnet werden. Die Regierungssprecherin meinte, es handele sich lediglich um ein Telefongespräch, welches von Seiten des Journalisten von Documento mit dem früheren Minister geführt wurde. Polizeischutz, der dementiert, dann aber als real existent wieder eingestellt wird Auf die Vorwürfe, aber auch die Merkwürdigkeiten, welche der Minister in seinem Telefongespräch seinen politischen Erzfeinden redselig mitteilte, ging die Regierung bislang noch nicht ein. Spätestens am Freitag muss die Regierung jedoch erste Antworten liefern. Giorgos Kaminis von der sozialdemokratischen Partei KinAl hat eine parlamentarische Anfrage mit dem Betreff „Vollständige Intransparenz in Bezug auf die Bewachung und Begleitung gefährdeter Ziele“ gestellt. Bürgerschutzminister Michalis Chrysochoidis wird am Freitag antworten müssen. Kaminis Trumpf im Ärmel ist, dass er den Minister nun mindestens zweifach beim Lügen erwischt hat.“ weiterlesen
Erik Markquart News (Telegram), 6.4.2021: „Im überfüllten Lager Ritsona in Griechenland ist Corona ausgebrochen. Einfachste Schutzmaßnahmen wie Abstand halten und regelmäßige Handdesinfektion können aufgrund der unwürdigen Bedingungen aber schlicht nicht eingehalten werden.“
I have #covid and four members of my family too ,the number of infected people is raising everyday and that is not shocking as a lot of people are living together in one house that makes it almost impossible to keep distance. 7-10 people,two families together.#ritsonacamppic.twitter.com/1BwOvnOuR0
— Parwana Amiri پروانه اميري (@parwana_amiri) April 6, 2021
WO | Vor der Hellenischen Gemeinde zu Berlin e.V. Mittelstraße 33, 12167 Berlin-Steglitz. Die Kundgebung findet im Freien statt, unter Beachtung der Vorschriften des Senats von Berlin zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt. Leider sind keine Anmeldungen mehr möglich.
WANN | 06.04.2021, 12–13 Uhr
PROGRAMM
Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der Hellenischen Gemeinde zu Berlin e.V., Panagiotis Matlis.
Zeitzeugengespräch mit Kostas Balanos (94 Jahre, Berlin), der als Jugendlicher am griechischen Widerstand teilnahm und später die Militärdiktatur bekämpfte. Das Gespräch führt Magda Resta-Petersdorff.
Grußbotschaftvon Gerry Woop, Staatssekretärfür Europa in der Berliner Senatsverwaltung.
Kostas Kosmas, Kreisvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen Steglitz-Zehlendorf, zur Debatte im Deutschen Bundestag auf Initiative von Bündnis 90/Die Grünen: „80 Jahre Überfall der Wehrmacht auf Griechenland“.
Christoph Ehmann (SPD), Staatssekretär a. D.Deutsche Kriegsschuld und Folgen für heute.
Schlussbetrachtung: Reiner Schiller-Dickhut (Respekt für Griechenland e.V.)
Moderation: Hilde Schramm (Respekt für Griechenland e.V.)
Veranstalter: Respekt für Griechenland e.V. | Kontakt: Hilde Schramm hilde.schramm@t-online.de
Deutsche Artillerie beschießt griechische Verteidigungsanlagen
Was attac vor einem Jahr veröffentlichte, hat nicht an Aktualität verloren. attac, 08.05.2019: Griechenland: Deutsche Kriegsschuld wird systematisch geleugnet Attac unterstützt Forderung nach Entschädigung Das globalisierungskritische Netzwerk Deutschland Attac unterstützt die Entscheidung des griechischen Parlaments, Deutschland offiziell zu Entschädigungszahlungen aufzufordern. „Deutschland muss endlich Verantwortung für Taten der Wehrmacht im zweiten Weltkrieg übernehmen und in Verhandlungen über Entschädigungszahlungen eintreten. Es ist beschämend für uns Deutsche, dass die Griechinnen und Griechen 75 Jahre nach Kriegsende immer noch Gerechtigkeit einfordern müssen“, sagt Georg Brzoska von der Attac-Arbeitsgruppe Griechenland von Attac Berlin. Die deutsche und die griechische Geschichte sind seit dem deutschen Wüten in Griechenland von 1941 bis 1944 furchtbar miteinander verstrickt. Am Ende des Krieges waren 9,5 Prozent der Griech*innen getötet oder invalide. Deutsche Soldaten verübten viele hundert, teils bestialische Massaker an Zivilist*innen. Die griechische Wirtschaft wurde systematisch ausgebeutet, so dass es zu Hungerkatastrophen und Massenelend kam. Die griechische Infrastruktur wurde zerstört und die Nationalökonomie ruiniert, wodurch Griechenland in den Status eines Entwicklungslandes zurückgeworfen wurde. Dazu kam eine so genannte Zwangsanleihe in Höhe von 476 Millionen Reichsmark (heute zwischen acht und elf Millarden Euro), die das besetzte Griechenland zwischen 1942 und 1944 an die Nazis zahlen musste.“ weiterlesen
Griechenlandzeitung, 5.4.2021: „Am Mittwoch (7.4.) werden Verkäufer auf vielen griechischen Wochenmärkten ihre Produkte kostenlos abgeben. Damit wollen sie ihren Unmut gegen eine aktuelle Gesetzesnovelle des Ministeriums für Entwicklung und Investition zum Ausdruck bringen, mit der der Markt liberalisiert werden soll.
Vertreter der Branche wenden sich konkret dagegen, dass durch das zu verabschiedende Gesetz mehr Lizenzen an Nicht-Produzenten für die Wochenmärkte vergeben werden sollen, als das bisher der Fall ist. Derzeit handelt es sich bei etwa der Hälfte der Verkäufer um die Produzenten selbst, die ihre eigenen Produkte absetzen.“ weiterlesen
athenslive-Newsletter vom 3.4.2021: „Ein Krankenhausarzt wurde gefeuert, weil er für Gerechtigkeit kämpfte. In diesen Tagen mussten wir die Verfolgung eines Krankenhausarztes beobachten, der anscheinend die Regierungserzählung über die Situation in den Krankenhäusern verdorben hat. Der Radiologe Kostas Katarachias ist Berichten zufolge der einzige Honorararzt, dessen Vertrag nicht bis Oktober verlängert worden ist. Nachdem er aus Rache vom größten Krebskrankenhaus des Landes Aghios Savvas auf die Intensivstation des Sotiria-Krankenhauses versetzt wurde, wurde er darüber informiert, dass sein Vertrag in wenigen Tagen auslaufen würde. Katarachias hatte als Vorsitzender der Angestelltengewerkschaft des Aghios Savvas Krnankenhauses öffentlich gemacht, dass der von der Regierung eingesetzte Krankenhausmanager eine interne Untersuchung gegen drei seiner Kollegen angeordnet hatte, weil… sie am Coronavirus erkrankt waren, in dem offensichtlichen Bestreben, den Ärzten die Schuld an den Mängeln des Krankenhauses zu geben. Katarachias kämpfte gegen diese Untersuchung. Am Dienstag ging die Bereitschaftspolizei mit Tränengas gegen Krankenhausmitarbeiter vor, die sich vor dem Gesundheitsministerium versammelt hatten, um gegen die Entlassung von Katarachias zu protestieren. Die Beamten des Ministeriums lehnten es ab, mit den Vertretern der Krankenhäuser zu sprechen. Die Klage von Katarachias vor Gericht, seine Entlassung vorübergehend auszusetzen, wurde am Donnerstag abgewiesen. Der Anwalt des Arztes erklärte, dass die Regierung vor Gericht juristisch und politisch interveniert habe, da der Staat durch einen Anwalt, der den 1. Gesundheitsbezirk vertritt, zugunsten der Krankenhausverwaltung und gegen Katarachias interveniert habe. Außerdem war der Rechtsberater des Gesundheitsministeriums im Gerichtssaal anwesend. Gleichzeitig gab die Krankenhausverwaltung laut Katarachias zu, dass nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus seine Stelle unbesetzt bleiben wird.