Spendenaktion: Wärme für Geflüchtete auf Lesbos im Winter

Wärme für Geflüchtete auf Lesbos im Winter
Spendensammlung des Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin

Der nächste Winter steht vor der Tür. Die ohnehin katastrophalen Lebensbedingungen der Geflüchteten auf Lesbos haben sich weiter verschlechtert. Noch mehr Menschen, die im Lager Moria auf engem Raum, teilweise in Sommerzelten, leben und nun in der Kälte stundenlang nach Essen und heißen Getränken anstehen müssen. Andere sind vor der Gewalt im Lager geflohen und campieren ohne Unterstützung im Freien.
Wir möchten das Hope Project unterstützen. Die Kempsons sind eine britische Familie, die seit dem Jahr 2000 auf Lesbos lebt und arbeitet. 2015 haben sie das Hope Project gegründet und setzen seitdem ihre ganze Kraft für die Unterstützung der Geflüchteten ein. Sammelt mit uns Geld für warme Kleidung und Decken! Wärme für die Menschen, um einen weiteren Winter zu überstehen.
Spendenplattform:
mydonate.bt.com/…bundnisgriech

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[Bremen] Respect for Greece – Film und Diskussion über deutsche Kriegsverbrechen in Griechenland am 18. November 2019

The Balcony_FilmBremenWO | City 46 (Bremen, Birkenstraße 1)

WANN | 18. November 2019, 20 Uhr

Die Kriegsverbrechen der Wehrmacht in Griechenland stehen derzeit im Fokus einer komplexen Debatte um „Wiedergutmachung“. Neben Forderungen nach späten Reparationszahlungen auf staatlicher Ebene gibt es die zivilgesellschaftliche Initiative „Respect for Greece“, die sich u.a. für einen Fonds zur nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums stark macht – unter besonderer Berücksichtigung der von der Wehrmacht zerstörten Ortschaften.

Die Heinrich Böll-Stiftung Bremen lädt daher ein zum Film „Der Balkon“ (GRC/DE 2018, griechisch OmU), der auf den Recherchen des Bremer Rechtshistorikers Christoph Schminck-Gustavus basiert. Schminck-Gustavus interviewte bereits Ende der 1980er Jahre Überlebende des Dorfes Lyngiades, das im Oktober 1943 von der Wehrmacht überfallen und verbrannt worden war – mitsamt vieler seiner Bewohner*innen.

30 Jahre später greift der aus Lyngiades stammende Filmemacher Chrýsanthos Konstantinidis auf dieses Material zurück, das Prof. Schminck-Gustavus durch umfangreiche Recherchen in militärhistorischen Archiven ergänzt hat. Konstantinidis zeigt auch die Perspektive der heutigen Bewohner*innen von Lyngiades: Viele Angehörige der Nachkriegsgenerationen erfuhren durch die Tondokumente der 1980er Jahre erstmals Näheres über die Verbrechen an ihren Vorfahren. Das kollektive Trauma der Menschen von Lyngiades steht beispielhaft für die Situation in den über 1.700 griechischen Orten, die von der Wehrmacht heimgesucht wurden.

Dem Film folgt ein Gespräch mit Christoph Schminck-Gustavus und Hilde Schramm aus Berlin, Mitgründerin der Initiative „Respekt für Griechenland“

Veranstalter: Bildungswerk Umwelt und Kultur
in der Heinrich Böll-Stiftung Bremen

Weitere Informationen: http://www.boell-bremen.de/de/2019/11/18/respect-greece

 

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„Schwere Vorwürfe gegen griechische Grenzpolizisten“

Grenzfluss Evros, Foto: Starliner (Wikipedia)

Griechenland. Drei Flüchtlinge sterben am Grenzfluss Evros“
Von Gerd Höhler, Frankfurter Rundschau, 05.12.2018:
„Griechische Beamte hatten sie zur Rückkehr in die Türkei gezwungen, wo sie wohl erfroren. Von „systematischen Pushbacks“ ist die Rede.
Schwere Vorwürfe gegen griechische Grenzpolizisten: Sie sollen drei Flüchtlinge, die aus der Türkei nach Griechenland kamen, zur Rückkehr über den Grenzfluss Evros gezwungen haben. Auf der türkischen Seite der Grenze fand man diese Woche ihre Leichen. Die drei Männer sind vermutlich erfroren.
Seit Jahren gibt es immer wieder Berichte, wonach griechische Grenzpatrouillen am Evros (türkisch: Meric) Migranten zur Rückkehr in die Türkei zwingen. Auch aus der Ägäis gibt es solche Meldungen. Das berüchtigte Pushback ist völkerrechtlich verboten. Die griechischen Behörden haben stets bestritten, dass es diese Praxis gibt. Jetzt erregt ein neuer Verdachtsfall großes Aufsehen in den türkischen Medien.
713 Migranten sollen in jüngster Zeit zur Rückkehr in die Türkei gezwungen worden sein.
Diese Woche wurden in den grenznahen türkischen Dörfern Serem, Akcadam und Adasarhanli die Leichen von drei Flüchtlingen gefunden. Sie waren vermutlich erfroren. Näheres soll eine Obduktion klären. Unterdessen nahm die türkische Polizei einen Afghanen im Grenzgebiet fest. Er war nach eigenen Angaben mit einem der drei tot aufgefundenen Männer über den Fluss nach Griechenland gekommen. Dort wurden sie von der Polizei aufgegriffen und mit zwei Booten über den Fluss ans türkische Ufer zurückgebracht, berichtete der 29-Jährige laut der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu.“ weiterlesen

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[Frankfurt a.M.] Filmvorführung „Beneath the Olive Tree “ und Gespräch am 27. November 2019

Beneath-the-Olive-Tree_-mit-freundlicher-Genehmigung-Stavroula-Toska_-_c_Stavroula-ToskaWO | Pupille – Kino in der Uni, Johann Wolfgang Goethe-Universität Mertonstr. 26–28, 60325 Frankfurt a.M.

WANN | Mittwoch, den 27.11.2019 um 16 Uhr

Film „Beneath the Olive Tree“

GR, US 2014, R Stavroula Toska, B, P Sophia Antonini, Stavroula Toska, K Sophia Antonini, S Lauren Beckett Jackson, M Toa Zervas, E Olympia Dukakis, Kopie Farbe, DCP, 76 min, griech./engl. OV mit engl. UT

Im Anschluss Gespräch mit der Regisseurin

INHALT

Ausgangspunkt des Films ist eine Reihe von Heften, die während des Griechischen Bürgerkriegs (1946–49) entstanden und erst Jahre später entdeckt wurden – unter einem Olivenbaum. Deportierte Frauen schildern darin tagebuchähnlich ihre Erfahrungen in griechischen Konzentrationslagern. Während der NS-Besatzung waren viele von ihnen im Widerstand aktiv. Schauspielerin Olympia Dukakis, die im Film als Erzählerin fungiert, machte Regisseurin Toska ursprünglich auf die Dokumente aufmerksam.

„Stavroula Toska begann mit eigenen Forschungen über dieses ihr bis dahin unbekannte Stück griechischer Geschichte. Sie entdeckte, dass ihre eigene Großmutter mütterlicherseits unter jenen Frauen war, die auf die Insel Trikeri deportiert wurden, eine der Inseln, auf denen die Frauenlager eingerichtet worden waren. Dem Schweigen der Schulbücher entspricht das Schweigen in der Familie. Die schmerzende Unfähigkeit der Mutter zu sprechen, mit der Stavroula Toska konfrontiert ist, lässt das tiefe individuelle Trauma spüren; das Schweigen der öffentlichen Institutionen Griechenlands verweist auf das Trauma der Gesellschaft, auf ein Trauma, das bis heute weiterwirkt.“ (Nia Perivolaropoulou, Festivalpublikation Geschichtsanschauungen. Views of History, 2019)

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Sarah Mardini und die anderen Beschuldigten aus Haft entlassen

Sarah Mardini und die anderen Inhaftierten der Flüchtlingshilfeorganisation ERCI werden, bzw. wurden freigelassen. Die Kaution von 5000,- Euro für Sarah Mardini stellte das Bard College Berlin, an dem Sarah Mardini studiert, zur Verfügung. Laut der Zeitung Kathimerini scheinen Justizkreise die Anklagen der Polizei mittlerweile in Frage zu stellen. Der Koordinator von ERCI auf Lesbos sei aus diesem Grund bereits im letzten Monat freigelassen worden. 30 ehrenamtliche und angestellte Mitarbeiter von ERCI sind wegen Schlepperei, Geldwäsche und sogar  Spionage angeklagt. (Siehe Bericht des Tagesspiegels).

So sehr die Freilassung zu begrüßen ist – das Verfahren gegen die Angeklagten läuft weiter und die Kriminaliserung von Flüchtlingshelfern zeigt Wirkung: Auf Lesbos soll es nur noch ein einziges NGO-Boot zur Rettung von Flüchtenden aktiv sein. (Siehe Arte-Bericht)

 

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[Osnabrück] Eberhard Rondholz: „Der Holocaust in Thessaloniki“ Vortrag am 12. Dezember 2019

WO | Volkshochschule Bergstraße 8, 49076 Osnabrück

WANN | Donnerstag, 12.12.2019, 19.30 Uhr

Eintritt frei
Vortragsreihe in Kooperation mit der Griechenland-Solidarität Osnabrück
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Arte-Film: Sarah Mardini seit August im Gefängnis


Weitere Beiträge über Sarah Mardini

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[Berlin] 17. Griechischer Salon: „Der Schattenstaat: Politik und Gesellschaft in Griechenland nach dem Bürgerkrieg (1949-1967)“ – Vortrag und Diskussion am 12. Dezember 2019

Header_GRSoliSalon_Dez19

WANN | Donnerstag, 12.12.2019, 19.30 Uhr

WO | RegenbogenKino / Regenbogenfabrik, Berlin-Kreuzberg, Lausitzer Str. 22

Die knapp zwei Jahrzehnte zwischen dem Ende des Bürgerkriegs 1949 und dem Militärputsch von 1967 waren voller Widersprüche. Die „kümmerliche Demokratie“ wurde durch außerparlamentarische Machtfaktoren dominiert: durch den König, die USA und den „Schattenstaat“ (Parakratos), d.h. Geheimdienst, Polizei, Militär und rechtsextreme Gruppen.
Gleichzeitig wurde den Verlierern des Bürgerkriegs eine bedingte Teilhabe am politischen Leben gewährt. Immer wieder empfanden die Sieger dies aber als bedrohlich und unterdrückten skrupellos.

Dieselbe Zeit ist von einschneidenden sozialen Umbrüchen markiert, die das Bild der griechischen Gesellschaft grundlegend verändert haben. Dazu gehören nicht nur die massive Arbeitsmigration nach Athen und ins Ausland, nicht zuletzt in die Bundesrepublik, sowie der Wiederaufbau und Wirtschaftsboom unter Karamanlis. Es gab auch den kulturellen Aufbruch der 60er Jahre, der die Zeit vor der Diktatur im Nachhinein als einen griechischen „verlorenen Frühling“ erscheinen lässt.
Im Vortrag werden diese Aspekte in den internationalen Kontext gestellt, sowohl was die machtpolitischen Determinanten des Kalten Kriegs betrifft als auch die Bedeutung von übergreifenden kulturellen Trends und den Vergleich mit zeitgenössischen Entwicklungen in West und Ost.

Der Eintritt ist frei – eine kleine Spende wird erbeten.

Veranstalter: Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin, Regenbogenfabrik, attac Berlin. Unterstützt von der Rosa-Luxemburg-Stiftung

Achtung, schon jetzt vormerken: Am 9. Januar 2020 zeigen wir zur selben Thematik den legendären Film „Z Anatomie eines politischen Mordes“ von Costa-Gavras, die vielleicht eindrucksvollste Darstellung des Parakratos der 50er-60er Jahre in Griechenland. Es handelt sich um DEN Klassiker des Politthriller-Genres. Der Film wurde mit zwei Oscars sowie zwei Preisen beim Filmfestival in Cannes prämiert.


Der GRIECHISCHE SALON ist die Veranstaltungsreihe des Bündnisses Griechenlandsolidarität Berlin und verschiedener Kooperationspartner.
Ausführliche Berichte zu Griechenland sowie weitere Infos und Kontakt zur bundesweiten Soli-Bewegung für Griechenland unter: https://griechenlandsoli.com.

 

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>„Makedonien“-Problematik spaltet nun auch Griechenlands Schüler<

Schüler-Demonstration am 29.11.2018 in Athen mit dem Motto „Faschisten aus den Schulen raus“. Foto: Griechenland Zeitung

Von Elisa Hübel, Griechenland Zeitung, 30. November 2018:
>„Makedonien“-Problematik spaltet nun auch Griechenlands Schüler.
In Griechenland stehen zahlreiche Schulen unter Besetzungen. Vor allem in Nordgriechenland protestieren Schüler damit gegen die Nutzung des Begriffs „Mazedonien“ durch das Nachbarland FYROM. Doch es gibt auch Gegenproteste. Einige politische Parteien versuchen, die Lage für sich auszunutzen.
Viele Schulen in Griechenland sind derzeit von Schülern besetzt. Wie das Bildungsministerium am Donnerstag bekannt gab, sind 13,9 % der Bildungseinrichtungen besetzt.
Die meisten dieser Aktionen werden in Nordgriechenland durchgeführt. Das Ziel ist ein außenpolitisches. Die Schüler protestieren gegen eine Lösung der Namensfrage der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien (UNO-Kurzbezeichnung: FYROM). Eine entsprechende Vereinbarung haben im Sommer die Außenminister der beiden Länder unterzeichnet. Künftig soll das Nachbarland „Republik Nordmazedonien“ heißen. Dieser Name hat bereits das Parlament in Skopje passiert. Nun muss noch die Volkvertretung in Athen dafür stimmen. < weiterlesen

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Freisprüche für die Goldminen-Aktivisten

Transparent: Solidarität mit den Kämpfern auf der Chalkidiki, Sofortige Freilassung, Raus mit Eldorado

Von Ralf Kliche
Mit Freisprüchen endete am Freitag, 30.11.2018 das Gerichtsverfahren gegen insgesamt 21 Aktivisten der Anti-Goldminen-Bewegung vor einem Berufungsgericht in Thessaloniki. (1)
Die Anklage ging zurück auf Ereignisse aus dem Februar 2013. Damals wurden im Rahmen des Widerstandes gegen den Betrieb der Goldmine in Skouries, Chalkidiki auch Baufahrzeuge des Konzerns angezündet. Die Aktivisten waren von der Polizei als Verantwortliche ausgemacht worden und u.a. des Raubes, des Besitzes von Sprengstoff, der Bildung einer kriminellen Vereinigung und des versuchten Mordes angeklagt worden. Es handelte sich um ein reines Strafverfahren, das geschädigte Unternehmen „Ellinikos Xrysos“ war nicht als Nebenkläger aufgetreten. Weiterlesen

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