Tagesschau: „Moria ist die Hölle made in Brüssel“

Ein Kommentar von Georg Schwarte, ARD-Hauptstadtstudio, 09.09.2020
Brand in Moria Ein erbärmlicher Friedensnobelpreisträger
Moria ist die Hölle made in Brüssel. Wenn Kanzlerin Merkel nicht zur Nachlassverwalterin dieser EU-Werteunion werden möchte, muss sie als Ratspräsidentin handeln.
Moria brennt seit Monaten. Jetzt brennt es buchstäblich. Die Schande Europas geht in Flammen auf. Der Feuerschein lässt die Erbärmlichkeit des Friedensnobelpreisträgers EU nur noch etwas greller aufscheinen.
Moria ist die Hölle made in Brüssel. Wer wissen will, wie Zynismus funktioniert, muss sich die Geschichte dieses unseligen Lagers ansehen. 2800 Plätze gibt es. Derzeit leben dort rund 13.000 Menschen. Die EU-Moralisten, die auf jedes Elend dieser Welt gern empört und gern auch mit einer tapferen Erklärung aller EU-Außenminister reagieren, sind die Heuchler.“ weiterlesen

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Moria ist wieder in Flammen

Foto: Giorgos Christidis (Twitter)

Die Apokalypse geht weiter. Die Reste von Moria brennen. Viele tausend Geflüchtete müssen ohne jegliche Unterstützung oder Versorgung im Wald oder auf der Straße übernachten. Unklar ist, ob Menschen verbrannt sind. Es werden Menschen vermisst. Und das, was noch von Moria übriggeblieben war, brennt jetzt nieder.
The Press Project, Mittwoch, 9. September 2020, 21:10 Uhr:
„Gegen 19:30 Uhr brachen in den nicht verbrannten Teilen des Lagers zwei feurige Fronten aus. Tausende Menschen verließen die verbleibenden Zelte und schlossen sich den Tausenden anderer obdachloser Flüchtlinge und Migranten an.
Es ist die zweite Nacht, in der Flüchtlinge und Einwanderer in Moria ihre Unterkunft in Flammen sehen. Nach dem Feuer, das am Dienstagabend ausbrach, brach heute ein neues Feuer aus.

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Moria ist abgebrannt

Von Ralf Kliche

Der Brand im Lager Moria auf Lesbos, der gestern, 08.09.20 am Abend um 22:00 begonnen hat und im Laufe der Nacht große Teile des Lagers vernichtet hat, geht gerade durch die internationalen Medien. Hier soll der Informationsstand wiedergegeben werden, der sich in den griechischen Medien am Mittwoch finden lässt. Updates müssen sicher folgen.

Den Hergang der Ereignisse wird am detailliertesten auf der lokalen Plattform stonisi.gr wiedergegeben (1). Danach brach das Feuer um 22:00 Uhr aus und verbreitete sich schnell bis 2 Uhr. Das Lager – die offizielle Bezeichnung lautet „Empfangs- und Identifikationszentrum“ (KYT, Κέντρο Υποδοχής και Ταυτοποίησης) – wurde nach Auskunft von Giorgos Dinos, Präsident der Union der Feuerwehrleute und die ganze Nacht vor Ort, weitgehend zerstört. Insbesondere seien alle Teile, die sich außerhalb des offiziellen Lagers befinden, vernichtet. Im noch immer brennenden Lager wurden die Einrichtungen zur Bearbeitung von Asylanträgen mit ihrer gesamten Ausstattung vernichtet, ebenso das erst kürzlich mit Hilfe von Spenden der holländischen Regierung errichtete Gesundheitszentrum. Teile des Verwaltungsbereichs seien nicht niedergebrannt. Von Toten ist derzeit nichts bekannt, verbreitet gibt es aber entsprechende Ängste.

Die Löschmaßnahmen durch die Feuerwehr hatten sich zunächst verzögert. Ein Teil der Feuerwehrleute der Insel war bei Brandausbruch damit beschäftigt, zwei Brände auf der anderen Inselseite zu löschen. Gegen 1:00 Uhr waren dann 23 Feuerwehrleute mit 8 Löschfahrzeugen sowie ein Löschtrupp zu Fuß vor Ort. Inzwischen haben sie Unterstützung aus der Luft erhalten, zwei weitere Löschfahrzeuge wurden aus Chios auf die Insel gebracht. Die Löscharbeiten wurden auch dadurch behindert, dass die Feuerwehrleute von Gruppen der Bewohner von Moria angegriffen wurden. Einheiten der Bereitschaftspolizei MAT zerstreuten diese Gruppen mit Tränengas.

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Tagesschau: „13.000 Stühle für Moria“

Video von Epoch Times Detusch

Tagesschau.de, 07.09.2020: Im Rahmen einer bundesweiten Aktion gegen Rassismus haben mehrere Organisationen Tausende Stühle vor dem Reichstagsgebäude aufgestellt. Sie fordern die Aufnahme weiterer Flüchtlinge, vor allem aus den überfüllten griechischen Lagern.
Als „Symbol der Aufnahmebereitschaft für schutzsuchende Menschen aus Moria und allen überfüllten Lagern an den EU-Außengrenzen“ haben mehrere Flüchtlingshilfsorganisationen 13.000 weiße Stühle vor dem Reichstagsgebäude in Berlin aufgestellt.
„Humanitäre Katastrophe an den Außengrenzen“
Die Gruppen Seebrücke, Sea-Watch, #LeaveNoOneBehind und Campact fordern damit die Politik auf, „die humanitäre Katastrophe an den europäischen Außengrenzen endlich zu beenden und die Lager zu evakuieren“. Die Stühle symbolisierten die Menschen, die momentan im Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos lebten, erklärten die Organisationen. Zugleich sollten sie „den Platz und die Aufnahmebereitschaft der Städte, Länder und Zivilgesellschaft“ verdeutlichen.
Die Lage in den überfüllten griechischen Lagern habe sich zuletzt noch verschärft, hieß es weiter mit Verweis auf die Feststellung des ersten Corona-Falls in Moria. Ähnliche Aktionen im Rahmen der antirassistischen Aktionstage von „We’ll Come United“ soll es auch in etlichen anderen deutschen Städten sowie in Wien geben.“ weiterlesen

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Vom „Ochi“ bis zu Covid19. Die letzten fünf Jahre in Hellas als Film

Oxi-Kundgebung am 3.7.2015 zum Referendum

Yorgos Avgeropoulos hat für seinen neuen Film „Kampf um Griechenland“ viele der wichtigsten Ereignisse der letzten fünf Jahre aufgezeichnet. Wenn er nicht direkt dabei sein konnte, so hat er die Handelnden noch am selben Tag des Geschehens interviewt (u.a. Tsipras und Varoufakis). Es geht um die durch die Europäische Union aufgezwungene Austeritätspolitik und den Widerstand dagegen. Der Film zeigt uns aber nicht nur die „große Politik“ hautnah, sondern auch exemplarisch Menschen in bestimmten Situationen: Arbeitslose, die auswandern müssen, um Arbeit zu finden; Geflüchtete an verschiedenen Stationen ihrer langen Flucht. Auch das Schicksal des 2018 ermordeten schwulen Aktivisten Zak Kostopoulos wird durch Interviews mit ihm selbst lebendig. Die Mutter des von der Goldenen Morgenröte ermordeten Pavlos Fissas wird bei vielen Etappen ihres Kampfes gegen die Faschisten begleitet.
Ein spannender Aufklärungsfilm – sehr zu empfehlen!
Der Film wird am Dienstag, 8. September um 22.45 Uhr auf Arte ausgestrahlt. In der Arte-Mediathek kann man ihn seit heute (6.9.) und bis zum 6.12.2020 sehen.

Link zum Film „Kampf um Griechenland“

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Schulden gegen Freiheit

Am 2.9.2020 starb der US-amerikanische anarchistische Universitätsdozent und Bestsellerautor David Graeber. Sein bedeutendstes Buch „Schulden – die ersten 5000 Jahre“ handelt davon wie Schulden die Unterdrückung generieren.
Siehe dazu die Beiträge des „Freitag“: „Seit der Erfindung des Kredits treibt das Versprechen auf Rückzahlung Menschen in die Sklaverei. Die Geschichte der Menschheit erzählt David Graeber als eine Geschichte der Schulden: eines moralischen Prinzips, das nur die Macht der Herrschenden stützt. Damit durchbricht er die Logik des Kapitalismus und befreit unser Denken vom Primat der Ökonomie.“ Weiterlesen

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Erster Corona-Fall im Camp Moria

Foto: Anna Pantelia/MSF

Spiegel, 2.9.2020: „Auf der griechischen Insel Lesbos im berüchtigten Flüchtlingslager Moria ist der erste Corona-Fall registriert worden. Die Behörden verhängten eine 14-tägige Quarantäne für das Camp.

Im Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos wurde erstmals ein Coronafall registriert. Vertreter des griechischen Einwanderungsministeriums bestätigten den Fall. Es handelt sich um einen 40-jährigen Mann. Die Behörden versuchen nachzuverfolgen, mit wem er in Kontakt gestanden habe.“ Weiterlesen

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„Wie baue ich mir eine Katastrophe?“

Foto: Wassilis Aswestopoulos

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 31. August 2020: „Griechenland: Klimawandel und Prestigeobjekte

Die jüngste Flutkatastrophe vom 9. August auf der Insel Euböa hat acht Menschenleben gekostet. Zahlreiche Haus-, Nutz- und Wildtiere fanden ebenfalls den Tod. Häuser wurden durch reißende Flutmassen zerstört. Die Strom- und Wasserversorgung in vielen Orten der Insel war auch eine Woche nach der Flut noch nicht wiederhergestellt. Zahlreiche Strände auf der Insel aber auch am gegenüberliegenden Festland sind mitten in der Hochsaison des Tourismus von Treibgut und Tierkadavern überdeckt.“ Weiterlesen

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„Corona-Leugnung in Griechenland strafbar“

Foto: Wassilis Aswestopoulos

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 30. August 2020:
„Corona-Proteste, Maskenverweigerer und Corona-Leugner gibt es auch in Griechenland. Allerdings sind große Demonstrationen wie in Berlin an diesem Wochenende in Griechenland nicht möglich
Die Leugnung der Pandemie, die Verbreitung diesbezüglicher Verschwörungstheorien und der Aufruf zum Brechen der Pandemieregeln sind in Griechenland strafbar.
Auf Anordnung von Bürgerschutzminister Michalis Chrysochoidis verfolgt die Staatsanwaltschaft seit Anfang August die Verbreitung von Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit der Pandemie besonders intensiv. Blogs, Internetmagazine und soziale Netzwerke werden von der Cyber Crime Einheit der griechischen Polizei überwacht.

Wir werden alle rechtlichen Maßnahmen ergreifen, damit die öffentliche Gesundheit nicht durch Fehlinformationen oder Verschwörungstheorien bedroht wird, die im Internet in Umlauf gebracht werden. Das Coronavirus ist nicht für Aufrufe zum Ungehorsam oder Verschwörungsszenarien geeignet. Bei jeder Tat, bei jeder unserer Handlungen müssen die Verantwortung und das Bewusstsein über die Konsequenzen für unsere Mitbürger überwiegen. Der Staat wird die Schaffung von Brutstätten für die öffentliche Gesundheit durch sozial unverantwortliche Verhaltensweisen nicht zulassen.

Bürgerschutzminister Michalis Chrysochoidis

Am 21. August meldete die Cyber Crime Einheit, dass bereits 21 Fälle von Corona-Leugnung über soziale Netzwerke staatsanwaltschaftlich verfolgt würden. Zu den bekanntesten Beispielen zählt eine Elterninitiative, die gegen die Maskenpflicht für Schulkinder protestieren wollte.“ weiterlesen

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Ende der Lachnummer „Mauer im Meer“

Lachnumer der BILD vom 29.1.2020: Nicht 2700 km, sondern 2,7 km lang sollte sie werden,

n-tv.de, 28.8.2020: „Griechenlands Plan, mit einer kilometerlangen schwimmenden Barriere vor der Insel Lesbos Flüchtlinge fernzuhalten, ist offenbar gescheitert. Die Küstenwache bezeichnete das Bauwerk als nutzlos. Zudem helfe es Menschen, die nach Griechenland übersetzen wollen – das Gegenteil der eigentlichen Absicht.
Schwimmende Barrieren, die Migranten daran hindern sollen, von der Türkei nach Lesbos überzusetzen, wird es wohl doch nicht geben. Die griechische Küstenwache habe die Kunststoffbarrieren als nutzlos bewertet, berichtete die Athener Zeitung „Kathimerini“ in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf Kreise der Küstenwache in Piräus. Die Installation würde Gefahren für die Schifffahrt erzeugen. Zudem könnte sie den Schleusern als eine Art „Wegweiser“ dienen und die Migranten könnten sich auf diesen Barrieren festhalten. Dann wäre die griechische Küstenwache gezwungen, sie zu retten und nach Griechenland zu bringen, befanden Offiziere der Küstenwache dem Blatt zufolge.
Erst im Juni hatte Athen angekündigt, den höchst umstrittenen Plan in die Tat umzusetzen. Innerhalb weniger Wochen sollte eine knapp drei Kilometer lange und mehr als einen Meter hohe Barriere entstehen. Sie sollte Boote daran hindern, sie zu überqueren. Die geschätzten Gesamtkosten lagen bei einer halben Million Euro. Menschenrechtsorganisationen hatten das Vorhaben scharf kritisiert.“ weiterlesen

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