Spiegel: „Tausende Flüchtlinge fliehen aus Griechenland nach Deutschland“

Spiegel online, 09.04.2021:
Verärgerung in der Bundesregierung – Tausende Flüchtlinge fliehen aus Griechenland nach Deutschland
Weil Griechenland anerkannte Flüchtlinge schlecht behandelt, reisen viele nach Deutschland und beantragen erneut Asyl. Nach SPIEGEL-Informationen hat die Bundesregierung Athen dafür scharf kritisiert.
In der Bundesregierung wächst der Ärger über den Umgang Griechenlands mit Flüchtlingen. Hintergrund ist die seit Monaten große Zahl an Menschen, die nach Deutschland weiterreisen, obwohl sie von den griechischen Behörden schon als schutzberechtigt anerkannt wurden. Nach SPIEGEL-Informationen kamen allein am Osterwochenende an deutschen Flughäfen mehr als 300 meist afghanische Flüchtlinge mit Linienmaschinen an und beantragten umgehend Asyl.
Nach Angaben des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) haben in den ersten drei Monaten des Jahres rund 2900 Männer und Frauen, die bereits in Griechenland anerkannt wurden, einen neuen Asylantrag in Deutschland gestellt.“ weiterlesen

Siehe auch „Ziel Deutschland-fluchtlinge-fliehen-vor-obdachlosigkeit-und-armut-in-griechenland“


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Mitsotakis wächst eine lange Nase

Der griechische Ministerpräsident lügt dreist. Gestern Abend behauptete er im Fernsehen: „Es gibt keinen Bürger, der ein Bett auf einer Intensivstation braucht und keines findet!“

Als Reaktion auf diese Behauptung listet ihm die Griechische Krankenhausärzte-Vereinigung (OENGE) auf, dass für Attika und Umgebung gestern auf der offiziellen Warteliste für Intensivstationen 113 schwerkranke Patienten stehen, die außerhalb der Intensivstationen intubiert wurden. (Quelle)

Warum lügt Mitsotakis so dreist? Weil er die dramatische Situation in den Krankenhäusern beschönigen will. Weil er rechtfertigen will, dass er kein Gesundheitspersonal einstellen lässt und auch nicht auf die anderen Forderungen der Krankenhausärzte eingeht.

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Diskussion in Griechenland über das Online-Archiv “Memories of the Occupation of Greece” (MOG)

Beitrag von mllebi
„Weder die Anerkennung der ‚historischen Verantwortung‘ noch die ‚moralische Wiedergutmachung‘ oder die Äußerung einer ‚öffentlichen Entschuldigung‘ oder gar die Entstehung eines öffentlichen ‚Gedächtnisses‘ als Instrument der Bewusstmachung der Verbrechen können die legitimen Ansprüche der Opfer ersetzen.“ 

In Griechenland läuft dazu eine Diskussion über das Online-Archiv “Memories of the Occupation of Greece”. Eine Reaktion des MOG-Projekts gibt hier: https://www.occupation-memories.org/aktuelles/mog-anakoinosi.html – leider geht es auf die wesentlichen Kritikpunkte nicht ein.

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Film des Webinars „Deutsche Reparationsschuld – 80 Jahre nach dem Überfall der Wehrmacht auf Griechenland“

Film des Webinars „Deutsche Reparationsschuld – 80 Jahre nach dem Überfall der Wehrmacht auf Griechenland“.
„Respekt für Griechenland“ Webinar am 25.4.2012
Es diskutierten
Karl Heinz Roth, Ko-Autor der Bücher „Reparationsschuld. Hypotheken
der deutschen Besatzungsherrschaft in Griechenland und Europa“
(2017) und „Deutsche Reparationsschuld am Beispiel Polens und
Griechenlands“ (2019)
Hilde Schramm, Respekt für Griechenland e.V.
Manuel Sarrazin, MdB, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Präsident der
Südosteuropa-Gesellschaft
Moderation: Andreas Poltermann, Respekt für Griechenland e.V.

Am 6. April vor 80 Jahren begann der Angriff Deutschlands auf Griechenland. Mehr als drei Jahre hielten deutsche Soldaten das Land besetzt, plünderten es aus und zerstörten es bei ihrem Abzug. Den Kriegsverbrechen an der Zivilbevölkerung fielen zehntausende Kinder, Frauen und Männer zum Opfer, Hunderttausende verhungerten. Nahezu alle griechischen Juden wurden deportiert und ermordet. Der 6. April 1941 ist ein in Deutschland vergessenes Datum des Zweiten Weltkriegs. Es ist deshalb zu begrüßen, dass am 25. März auf Initiative der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag an die Kriegsschuld und an die daraus erwachsenden Verpflichtungen erinnert wird. Aber wird es auch einen Neubeginn in der Frage der deutschen Reparationsschuld geben?
Welche Forderungen auf dem Tisch liegen und welche Optionen die deutsche Politik hat, haben wir mit unseren Gästen diskutiert.

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Immer mehr Häfen werden privatisiert

Der alte Hafen von Heraklion; Tango7174 [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)%5D

Von Elisa Hübel, Griechenland Zeitung, 06. April 2021:
Verpachtungsverfahren für den Hafen von Heraklion angekündigt
In Griechenland nimmt ein ehrgeiziges Investitionsprogramm konkretere Gestalt an. So etwa gab die griechische Investitionsbehörde TAIPED bekannt, dass nun auch 67 Prozent des Aktienkapitals des Hafens von Heraklion auf Kreta verpachtet werden sollen. Interesse dafür kann noch bis Ende Juli bekundet werden; das Verfahren soll Anfang 2022 abgeschlossen sein.“ weiterlesen

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ARTE-Video: Polizei auf dem Campus

ARTE-Video über die Polizeigesetze der konservativen Regierung (6 Minuten)
Hier

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Fourthiotis Gate: Der Intendant als Herr der Polizei

Menios Fourthiotis, der TV-Intendant mit zeitweise 14 Polizisten als Leibwache, der die Regierung in Erklärungsnot gebracht hat

Die neue Affäre „Fourthiotis Gate“ wirft ein Schlaglicht darauf, wie Oligarchen, Regierung und Medien sich gegenseitig korrumpieren. Varoufakis hat in seinem Buch „Die ganze Geschichte“ das „sündige Dreieck“ analysiert – gemeint ist das Zusammenspiel von Medien, Banken und Regierung. Banken finanzieren die Mainstreammedien, die gar nicht profitabel sind, sondern in erster Linie dem Machterhalt der Oligarchen und der Regierung dienen. Banken sind im „Fourthiotis Gate“ noch nicht aufgetreten, aber wer weiß, was noch kommt…die Affäre ist noch nicht am Ende.

Von Wassilis Aswestopoulos, cashkurs.com, 6.4.2021:
Kurioses aus Griechenland: Neue Politaffäre um Staatsgelder und die Rolle der Polizei
In Griechenland steht eine neue Affäre auf der politischen Tagesordnung. Sie wird Fourthiotis Gate genannt. Der für Deutsche fast unaussprechbare Name Fourthiotis gehört einem Verleger, TV-Intendanten und ehemaligen Manager einer zur Porno-Schauspielerin gewordenen, früheren Schönheitskönigin. Es geht nicht nur um das liebe Geld, sondern auch um die Frage, wem in Griechenland Staatsschutz zuteil wird…
Ein Interview, das keins sein darf
Der Namensgeber der Affäre wehrt sich nach Kräften gegen die Vorwürfe. Tatsächlich scheint bei näherer Betrachtung der Vorgänge die Frage, wer ihn warum schützt und fördert, wichtiger als die Person, die vordergründig im Mittelpunkt steht.
Der Fall wurde spätestens am katholischen Osterwochenende zum Politikum, als die Zeitung Documento ein Interview mit dem früheren Arbeitsminister Giannis Vroutsis abdruckte. Allein dies, die Tatsache, dass der überzeugte Konservative Vroutsis mit der Zeitung, die sich durch ihre einschlägigen Artikel eindeutig den Titel der führenden Pro-SYRIZA Boulevardzeitung verdient hat, spricht, sorgt für Aufsehen. Der Herausgeber und Chefredakteur von Documento, der Journalist Kostas Vaxevanis, ist nicht nur für die Politiker der Nea Dimokratia, sondern auch für deren gesamte Anhängerschaft ein rotes Tuch.
Genau genommen darf das Interview nach Ansicht von Regierungssprecherin Aristea Peloni nicht als Interview bezeichnet werden. Die Regierungssprecherin meinte, es handele sich lediglich um ein Telefongespräch, welches von Seiten des Journalisten von Documento mit dem früheren Minister geführt wurde.
Polizeischutz, der dementiert, dann aber als real existent wieder eingestellt wird
Auf die Vorwürfe, aber auch die Merkwürdigkeiten, welche der Minister in seinem Telefongespräch seinen politischen Erzfeinden redselig mitteilte, ging die Regierung bislang noch nicht ein. Spätestens am Freitag muss die Regierung jedoch erste Antworten liefern. Giorgos Kaminis von der sozialdemokratischen Partei KinAl hat eine parlamentarische Anfrage mit dem Betreff „Vollständige Intransparenz in Bezug auf die Bewachung und Begleitung gefährdeter Ziele“ gestellt. Bürgerschutzminister Michalis Chrysochoidis wird am Freitag antworten müssen. Kaminis Trumpf im Ärmel ist, dass er den Minister nun mindestens zweifach beim Lügen erwischt hat.“ weiterlesen

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Corona im Lager Ritsona ausgebrochen

Erik Markquart News (Telegram), 6.4.2021:
„Im überfüllten Lager Ritsona in Griechenland ist Corona ausgebrochen. Einfachste Schutzmaßnahmen wie Abstand halten und regelmäßige Handdesinfektion können aufgrund der unwürdigen Bedingungen aber schlicht nicht eingehalten werden.“

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Gedenkveranstaltung „6. April 1941 – Einmarsch der deutschen Truppen in Griechenland“

WO | Vor der Hellenischen Gemeinde zu Berlin e.V. Mittelstraße 33, 12167 Berlin-Steglitz. Die Kundgebung findet im Freien statt, unter Beachtung der Vorschriften des Senats von Berlin zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Die Zahl der Teilnehmer ist begrenzt. Leider sind keine Anmeldungen mehr möglich.

WANN | 06.04.2021,   12–13 Uhr

PROGRAMM

Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der Hellenischen Gemeinde zu Berlin e.V., Panagiotis Matlis.

Zeitzeugengespräch mit Kostas Balanos (94 Jahre, Berlin), der als Jugendlicher am griechischen Widerstand teilnahm und später die Militärdiktatur bekämpfte.
Das Gespräch führt Magda Resta-Petersdorff.

Grußbotschaftvon Gerry Woop, Staatssekretärfür Europa in der Berliner Senatsverwaltung.

Kostas Kosmas, Kreisvorsitzender von Bündnis90/Die Grünen Steglitz-Zehlendorf, zur Debatte im Deutschen Bundestag auf Initiative von Bündnis 90/Die Grünen: „80 Jahre Überfall der Wehrmacht auf Griechenland“.

Christoph Ehmann (SPD), Staatssekretär a. D.Deutsche Kriegsschuld und Folgen für heute.

Schlussbetrachtung: Reiner Schiller-Dickhut (Respekt für Griechenland e.V.)

Moderation: Hilde Schramm (Respekt für Griechenland e.V.)

Veranstalter: Respekt für Griechenland e.V. | Kontakt: Hilde Schramm hilde.schramm@t-online.de

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Vor 80 Jahren (6.4.1941) überfiel die deutsche Armee Griechenland – Kriegsschuld wird systematisch geleugnet

Deutsche Artillerie beschießt griechische Verteidigungsanlagen

Was attac vor einem Jahr veröffentlichte, hat nicht an Aktualität verloren.
attac, 08.05.2019:
Griechenland: Deutsche Kriegsschuld wird systematisch geleugnet
Attac unterstützt Forderung nach Entschädigung

Das globalisierungskritische Netzwerk Deutschland Attac unterstützt die Entscheidung des griechischen Parlaments, Deutschland offiziell zu Entschädigungszahlungen aufzufordern.
„Deutschland muss endlich Verantwortung für Taten der Wehrmacht im zweiten Weltkrieg übernehmen und in Verhandlungen über Entschädigungszahlungen eintreten. Es ist beschämend für uns Deutsche, dass die Griechinnen und Griechen 75 Jahre nach Kriegsende immer noch Gerechtigkeit einfordern müssen“, sagt Georg Brzoska von der Attac-Arbeitsgruppe Griechenland von Attac Berlin.
Die deutsche und die griechische Geschichte sind seit dem deutschen Wüten in Griechenland von 1941 bis 1944 furchtbar miteinander verstrickt. Am Ende des Krieges waren 9,5 Prozent der Griech*innen getötet oder invalide. Deutsche Soldaten verübten viele hundert, teils bestialische Massaker an Zivilist*innen. Die griechische Wirtschaft wurde systematisch ausgebeutet, so dass es zu Hungerkatastrophen und Massenelend kam. Die griechische Infrastruktur wurde zerstört und die Nationalökonomie ruiniert, wodurch Griechenland in den Status eines Entwicklungslandes zurückgeworfen wurde. Dazu kam eine so genannte Zwangsanleihe in Höhe von 476 Millionen Reichsmark (heute zwischen acht und elf Millarden Euro), die das besetzte Griechenland zwischen 1942 und 1944 an die Nazis zahlen musste.“ weiterlesen

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