Selbstverwaltetes Empros-Theater geräumt – und wieder besetzt

Von Monika, Griechenland Solidaritäts Komittee, 24.5.2021:
„In seiner bisherigen Geschichte wurde das Empros-Theater in Athen besetzt, geräumt, wiederbesetzt, geräumt, wiederbesetzt … Erneute Räumung und Versiegelung am 19. Mai. Aber nun wieder besetzt (23. Mai).

Das in den 1930er Jahren erbaute historische Gebäude (1989 zum Denkmal erklärt) diente zunächst als Druckerei für die gleichnamige Zeitung und von 1988 bis 2007 als Sitz der Theaterorganisation „Morfes“ und anschließend des Theaters „Empros“. Fast fünf Jahre lang aufgegeben und geschlossen, wurde es im November 2011 auf Initiative der Künstlergruppe „Mavili Movement“ und unter Beteiligung und Unterstützung des „Psyrri Residents Movement“ sowie anderer Künstler*innen mit darstellender, bildender Kunst und Musik wiederbelebt. (Bildergalerie am Ende)
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„Gleichberechtigung im Keim erstickt“

Interview mit einer prominenten Feministin Griechenlands. Sissy Vovou ist eine der Referentinnen der Online-Veranstaltung zum Thema #MeToo in Griechenland am Donnerstag, dem 27.5.2021.

Sissy Vovou

ver.di publik, Mai 2021:
„Gleichberchtigung im Keim erstickt
Sissy Vovou, Vorsitzende der griechenlandweiten Frauenrechtsvereinigung To Mov (Violett), über fehlende Gleichstellung und schlecht bezahlte Arbeit für Frauen
ver.di publik: Mit 52,2 von 100 Punkten liegt Griechenland beim Gleichstellungsindex auf dem letzten Platz in der EU. Warum ist das so?
Sissy Vovou: In Griechenland gab es nie eine starke Frauenbewegung. Zusätzlich ist die soziale Infrastruktur des Landes nicht gut ausgebaut. Kindergärten, Horte, Pflegeheime, Pflegepersonal in Krankenhäusern — all das ist nicht genug vorhanden oder sehr teuer. Der Aufbau dieser Struktur entspringt einer patriarchalen Wahrnehmung und dem immer noch gängigem System, sich auf den Rückhalt der Familie zu verlassen. Im Fall der Betreuung und Pflege bedeutet das dann, sich auf die Frau zu verlassen. In Zeiten von Corona haben sich die Dinge nochmals verschlechtert und die Lage ist angespannt.

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Thessaloniki: 7 Jahre Referendum gegen Wasserprivatisierung (Erklärung der EYATH-Wassergewerkschaft)

Von Monika, Griechenland Solidaritäts Komittee, 23.5.2021:
„„Vor sieben Jahren fand das Referendum über die Zukunft des Wasserwerks EYATH in Thessaloniki statt, bei dem sich die überwältigende Mehrheit der lokalen Gemeinschaft gegen die Privatisierung der Bewirtschaftung von Thessalonikis Wasser aussprach. Anlässlich des 7. Jahrestags erinnert und weist E.D.E.Y.A. noch einmal darauf hin, dass Wasser ein öffentliches Gut ist.
Die jüngste Gesundheitskrise hat in ihrer Tragik den Wert von öffentlichen Gütern wie Gesundheit und Wasser erneut deutlich gemacht. Wasser als Schutz vor der Covid-19-Krankheit stand im Vordergrund des Kampfes, und die öffentlichen und kommunalen Wasserversorgungsunternehmen unseres Landes (D.E.Y.A.) sorgten dafür, dass den Bürgern dieses öffentliche Gut zum Schutz ihrer Gesundheit nicht vorenthalten wurde.

Der Charakter des Wassers als öffentliches Gut kann nur durch eine öffentliche oder kommunale Bewirtschaftung gewährleistet werden. Das zeigen die europäischen und internationalen Erfahrungen, denn überall dort, wo Wasser von Privaten bewirtschaftet wird, ist der Wasserpreis gestiegen und gleichzeitig hat sich die Qualität der Wasserversorgung verschlechtert. Aus diesem Grund hat in vielen Fällen, insbesondere in europäischen Städten wie Paris und Berlin, die öffentliche Hand das Wassermanagement von privaten Betreibern übernommen bzw. zurückgekauft. Diese Praxis ist mittlerweile ein wachsender Trend.“
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„Der Impfverweigerer aus der Pharmaindustrie“

Dimitris Giannakopoulos

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 24. Mai 2021:
„Der Millionärserbe Dimitris Giannakopoulos leitet ein Pharmaunternehmen in Griechenland. Dennoch will er sich nicht gegen Covid-19 impfen lassen, mit einer beachtlichen Erklärung
Dimitris Giannakopoulos, einer der größten Pharmaunternehmer Griechenlands hat in der vergangenen Woche per Instagram verkündet, dass er sich nicht gegen Covod-19 impfen lassen wird. Gründe für eine solche Entscheidung könnten die extrem verkürzte Entwicklungszeit der Vakzine und daraus erwachsende Risiken sein. Die Begründung des Pharmaunternehmers aber war eine andere.
Giannakopoulos schrieb: „Viele fragen mich, ob ich mich impfen gelassen habe und mit welchem Impfstoff. Nein, ich habe mich nicht impfen lassen und ich werde mich nicht impfen lassen. Nicht weil ich Angst vor den Nebenwirkungen habe, sondern weil ich meine DNA nicht verfälschen will.“ Offenbar bezog er sich auf die mRNA-Impfstoffe. Auf welche Studien er sich berief oder weshalb seine Einschätzung auch für die Vektorimpfstoffe gelten soll – diese Erklärung blieb der Unternehmer schuldig.“ weiterlesen

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ND-Abgeordneter im Parlament: „Wenn ein Mann seine Frau schlägt oder missbraucht, kann er trotzdem ein guter Vater sein“

Forschung gegen Gewalt in der Familie

Streit um neues Gesetz zu Umgangs- und Sorgerecht
Besonders problematisch erscheint mir, dass das gerade verabschiedete Gesetz festlegt, dass die Rechte eines Täters häuslicher Gewalt gegenüber dem Kind und das Umgangsrecht erst dann eingeschränkt werden können, wenn er von einem Gericht wegen dieser Gewalt verurteilt wurde.(1)
Der Keeptalkinggreece-Artikel erwähnt nicht, dass das Gesetz wesentlich aufgrund einer teuren Lobbykampagne von Männerrechtegruppen durchgesetzt worden zu sein scheint. (2)

Keeptalkinggreece, 21. Mai 2021:
ND-Abgeordneter zum gemeinsamen Sorgerecht: >Wenn ein Mann seine Frau schlägt, kann er trotzdem ein guter Vater sein<
Wenn ein Mann seine Frau schlägt oder missbraucht, kann er trotzdem ein guter Vater sein<, sagte der Abgeordnete der Regierungspartei ND, Yiannis Loverdos und fügte hinzu, dass „ein Kind das Recht hat, von beiden Elternteilen erzogen zu werden“, selbst in einem solchen Fall. Loverdos machte diese unglaubliche Aussage während einer Debatte im Parlamentsplenum über den Gesetzesentwurf über das gleichberechtigte gemeinsame Sorgerecht für Kinder geschiedener Eltern am Donnerstagabend.
Die Debatte wurde live übertragen und Loverdos‘ Aussage löste eine Empörung in den sozialen Medien und in einigen Mainstream-Medien aus, wo sogar seine ehemaligen Kollegen – Loverdos war Journalist – ihn aufforderten, zu klären, ob er häusliche Gewalt unterstützt.

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23. Griechischer Salon ONLINE: „#MeToo in Griechenland“ – Information und Diskussion am 27. Mai 2021

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WANN | Donnerstag, den 27. Mai 2021, 19 Uhr
WIE | Online-Veranstaltung (Webkonferenzsystem: Zoom) in deutscher und griechischer Sprache

Anmeldung notwendig! Der Registrierungslink lautet:
https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_enO0TLnhRU2Rdu30fC2hlA

Bitte registriert euch zeitnah. Nach erfolgter Registrierung erhaltet ihr dann automatisiert die eigentlichen Zugangsdaten zugeschickt, die euch zur Veranstaltung am 27.05.2021 führen. Danke für euer Verständnis!

THEMA |
Der Mut einer Sportlerin in Athen, die einen an ihr begangenen Missbrauch durch einen Funktionär öffentlich gemacht hatte, führte zu weiteren Berichten Betroffener von sexualisierter Gewalt. Taten, die bis zu 30 Jahre zurücklagen. Die Beschuldigten waren, wie auch in anderen Ländern, Prominente aus Sport und Kultur.

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Der griechische Sommer 2021

Fünfte Grafik von Yorgos Konstantinou / Imagistan auf griechenlandsoli.com.
Immer freitags visuelle Aufklärung vom Feinsten.

imagistan.com y0rgos @instagram imagistan @youtube imagistan @facebook

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Griechischer Migrationsminister gibt Pushbacks zu

Bild: Yorgos Konstantinou, imagistan.com

Lange wurden sie durch die griechische Regierung geleugnet, doch nun gab der griechische Migrationsminister Mitarakis Pushbacks in einem Interview mit dem österreichischen Rundfunk zu – und rechtfrertigte sie damit, dass Frontex sie unterstütze.
orf.at, 20.5.2021:
Zurückgedrängte Geflüchtete
Athen mit neuer Rechtfertigung

Immer wieder wird Griechenland das Zurückdrängen von Flüchtlingsbooten auf hoher See vorgeworfen. Diese Pushbacks können zu lebensgefährlichen Situationen führen. Athen steht seit Monaten in der Kritik, bestreitet aber illegale Methoden. Nun rechtfertigte der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis am Donnerstag im Ö1-Morgenjournal die Pushbacks als „notwendig“.
Der Migrationsminister sagte, dass das Abfangen von Booten von der EU-Grenzschutzagentur Frontex – die in diesem Zusammenhang selbst in der Kritik steht – als legal betrachtet werde. Mitarakis sagte zudem, dass die Boote aus der Türkei und damit einem sicheren Drittland kämen. „Wir können illegale Migration nicht tolerieren. Wir wollen keine Opfer von Schmugglern werden, die Geld damit machen, indem sie illegale Migranten auf Schlauchboote setzen und so Menschenleben riskieren“, begründete der Migrationsminister das Vorgehen Griechenlands.
„Gewisse Dinge kann man machen, gewisse nicht. Aber es kann nicht sein, dass Boote bei uns anlegen und sagen: Hallo, wir kommen.“ Zudem verletze die Türkei regelmäßig das 2016 mit der EU geschlossene Flüchtlingsabkommen, kritisierte Mitarakis. Dieses sieht unter anderem vor, dass Ankara illegale Überfahrten Richtung Europa verhindert, Brüssel unterstützt die Türkei dafür finanziell.“ weiterlesen

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Mitsotakis‘ Verwicklung in den Siemens-Skandal?

AthensLive Wire Newsletter, 15.5.2021:
Die schriftliche Begründung zum Gerichtsurteil aus dem Jahr 2019 zum Siemens-Skandal wurde gerade fertiggestellt – Es bringt die Parteien ND und PASOK direkt mit dem Skandal in Verbindung.

Eine 4.000 Seiten starke Begründung zum Gerichtsurteil, das im Dezember 2019 gefällt wurde, ist nach fast eineinhalb Jahren soeben fertiggestellt worden. Teile der Entscheidung wurden veröffentlicht und werfen ein Licht auf die Verbindungen des deutschen Unternehmens Siemens mit den beiden politischen Parteien, die das politische Leben in Griechenland 40 Jahre lang dominierten – ND und PASOK.
Laut der Entscheidung finanzierte Siemens „stetig, systematisch und über einen längeren Zeitraum“ PASOK und ND.
„… Die PASOK war der letzte Empfänger dieses Geldbetrages im Rahmen der illegalen Finanzierung, die Siemens stetig, systematisch und im Laufe der Zeit gegenüber den Regierungsparteien in Griechenland anwandte. Die PASOK war eine solche Partei, da sie als Regierungspartei fast zweieinhalb Jahrzehnte lang, von Anfang der 1980er bis Mitte der 2000er Jahre, das politische Leben des Landes dominierte…“

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Zypern – was die Teilung verfestigt

Auch der Streit über Gasvorkommen spielt in die Zypernfrage mit hinein. Bild: Partner der Eastmed-Pipeline, der Präsident der Republik Zyperns Nikos Anastasiadis, der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu. Foto: Wassilis Aswestopoulos

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 17. Mai 2021:
Europas letzter geteilter Staat: Die Zypern-Frage
In Zypern, Griechenland und der Türkei wird über die Gründe des Fiaskos diskutiert
Die Zeit nach dem Scheitern des informellen Treffens der 5+1 Runde zur Zypernfrage ist die Zeit für die Vorbereitung des nächsten Treffens. In Zypern, Griechenland und der Türkei wird über die Gründe des Fiaskos diskutiert. Zypern, dessen Nordteil seit 1974 de jure unter türkischer Besatzung lebt, ist Europas letzter geteilter Staat. Offiziell gehört der Nordteil der Insel zum Gebiet der EU, wird aber nicht von ihr kontrolliert.
Mit dem Scheitern der jüngsten Verhandlungen unter der Ägide von UN-Generalsekretär Antonio Guterres mehren sich die Anzeichen, dass die von der türkischen Seite als einzige mögliche Lösung angestrebte Teilung in zwei Staaten für jede der ethnischen Gruppen immer wahrscheinlicher erscheint.
Diese mögliche Lösung scheinen auch die Briten als eine der drei Garantiemächte der Inselrepublik zu favorisieren. Für Aufregung auf der griechischen Seite sorgte ein Bericht des türkischen Dienstes des BBC World Service. Dort wurde erklärt, dass in Genf vom Außenminister des Vereinigten Königreichs, Dominic Raab, vorgeschlagen wurde, dass sich griechische und türkische Zyprioten gegenseitig als eigenständige Staatsgebiete anerkennen sollten.“ weiterlesen

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