„Frontex deckt fortgesetzte Polizeiwillkür in Griechenland“

Foto aus Video von Report Mainz vom 16.6.2020. S. dazu auch das Video der Deutschen Welle vom 1.7.2020

Pressemitteilung von Andrej Hunko, MdB (DIE LINKE):
„Frontex deckt Verbrechen der Grenzpolizei in Griechenland
„Die Europäische Union überwacht die Ägäis inzwischen in großem Umfang aus der Luft, Frontex chartert hierzu bis zu drei Aufklärungsflugzeuge gleichzeitig. Außerdem ist die EU-Grenzagentur mit zwei großen Seemissionen präsent, auch die Bundespolizei operiert dort mit zwei Schiffen und einem Hubschrauber. Trotzdem will das Bundesinnenministerium von völkerrechtswidrigen Zurückweisungen der griechischen Küstenwache nur aus Medienberichten Bescheid wissen. Das ist absolut unglaubwürdig“, kritisiert der europapolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Andrej Hunko die Antwort des Ministeriums auf eine Kleine Anfrage.

Seit März berichten Flüchtlingsorganisationen, dass die griechische Küstenwache unter anderem vor der Insel Samos aufblasbare Rettungsinseln einsetzt auf denen Geflüchtete zurückgelassen werden. Zuletzt hatte der „Spiegel“ diese ‚Push backs‘ dokumentiert. Frontex könnte die Vorfälle aus der Luft beobachtet haben: Im März und April hatte die Grenzagentur drei Aufklärungsflugzeuge „Diamond DA 42“ von einer britischen Firma geleast, Flüge starten auch im Sommer von den Inseln Lesbos, Kos und Chios. In den Missionen „Aegean 2020“ und „Poseidon“ setzt Frontex außerdem ein Hochseeschiff, drei Küstenwachschiffe, zehn Patrouillenboote und sieben Fahrzeuge mit Infrarotkameras in der Ägäis ein.“ weiterlesen

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Angekommene Urlauber wieder nach Hause geschickt

Datenschutz mangelhaft
Regierung will nachbessern

Von Gerd Höhler, Handelsblatt, 1.7.2020:
Griechenland will Reise-Restriktionen nach Tourismus-Fehlstart lockern.
Am Mittwoch sollte es mit der Tourismussaison in Griechenland wieder losgehen. Doch für manche Urlauber war die Reise schon am Check-in beendet.
Athen Fiasko zum Saisonauftakt: Mit komplizierten und datenschutzrechtlich fragwürdigen Reisebeschränkungen verprellt die griechische Regierung viele Touristen. Jetzt erwägt Athen offenbar, die Restriktionen wieder zu lockern – zumindest vorübergehend. Das griechische Beispiel zeigt, welche Unwägbarkeiten aufUrlauber in der Corona-Ära zukommen.
Mittwochmittag, Düsseldorf Airport, Flüge A3841 und A3541 der Aegean Airlines nach Athen und Thessaloniki. Beim Check-in müssen die Passagiere nicht nur Ausweis und Ticket vorlegen. Die Flughafenmitarbeiter fragen auch nach dem „QR-Code“. Viele Fluggäste sind daraufhin ratlos.
Sie wissen nicht, dass die griechischen Behörden von Besuchern seit heute eine Online-Anmeldung verlangen. Nur wer als Bestätigung einen sogenannten QR-Code ausgedruckt oder auf seinem Smartphone vorweisen kann, darf ins Land. Dieser QR-Code ist nicht nur Voraussetzung für eine Einreise. Aus ihm geht auch hervor, ob der Reisende sich bei der Ankunft in Griechenland einem Test auf das Coronavirus unterziehen muss.“ weiterlesen

Mittlerweile kann man das Online-„Visum“ auch auf deutsch beantragen: https://travel.gov.gr/#/

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Abschied von Manolis Glezos


The Press Project, 28.6.2020:
Drei Monate nach dem Tod des Kämpfers Manolis Glezos hatten alle, die sich von ihm verabschieden wollten, dies aber aufgrund der restriktiven Maßnahmen nicht konnten, die Gelegenheit, dies in einer von seiner Familie auf dem Ersten Friedhof von Athen organisierten Gedenkveranstaltung zu tun.

Auf dem Ersten Friedhof von Athen kamen am Sonntagmorgen Politiker, Freunde und die Familie des linken Kämpfers zusammen.

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„Einreise nur mit QR-Code: Griechenland verschärft Reiseregeln“

Startseite von https://travel.gov.gr/#/

Von Gerd Höhler, Handelsblatt, 28.6.2020:
>Die Einreise nach Griechenland wird beschwerlich: Die Regierung führt ein kompliziertes Verfahren ein – und sorgt damit in der Reisebranche für Unmut.
Mit komplizierten Melde- und Genehmigungsverfahren im Internet will die griechische Regierung überwachen, wer ab Mittwoch dieser Woche ins Land kommt. Die Prozedur dürfte vor allem ältere Griechenlandreisende, die sich mit Computern und Smartphones schwertun, abschrecken. Aber auch Geschäftsreisende, die kurzfristig einen Flug buchen müssen, werden ausgebremst.
Noch ein Manko: Die Internetseite travel.gov.gr, auf der die Anmeldung zu erfolgen hat, gibt es nur auf Englisch. Dabei gilt das Verfahren für Briten und US-Amerikaner zunächst gar nicht. Im vergangenen Jahr stellte Deutschland die meisten Griechenlandbesucher.
Ab 1. Juli öffnet Hellas seine Regional- und Inselflughäfen wieder für den internationalen Verkehr. Es sollte ein dynamischer Neustart werden. Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis war vor zwei Wochen eigens auf die Kykladeninsel Santorin gereist, um vor der Kulisse eines malerischen Sonnenuntergangs den internationalen Medien zu verkünden: „Griechenland hat wieder geöffnet.“< weiterlesen


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Novartis gibt Bestechung in Griechenland zu und muss deswegen 255 Millionen US$ zahlen

die 2017 beschuldigten Herren

Aufgrund einer aussergerichtlichen Einigung zahlt der Pharmareise Novartis Strafgelder an das Justizdepartement (DoJ) der USA. Novartis gibt zu „in den Jahren 2012 bis 2015 Mitarbeiter staatlicher und staatlich kontrollierter Krankenhäuser und Kliniken in Griechenland bestochen zu haben. Konkret ging es um den Vertrieb des Augenheilmittels Lucentis. Noch weiter zurück reichen Vorwürfe rund um eine epidemiologische Studie aus dem Jahr 2009.“ (Quelle)
Der seit Jahren schwelende politische Streit wird durch diesen Deal befeuert. Politiker der Nea Demokratia und von Kinal (ehem. Pasok) behaupten, durch diese Einigung sei belegt, dass die Vorwürfe gegen hochrangige Politiker dieser beiden Parteien haltlos seien. Vertreter von Syriza behaupten, es sei genau Teil des Deals gewesen, die Vorwürfe gegen Politiker auszuklammern.

Zu dem seit Jahren tobenden Streit siehe den Artikel von W. Aswesetopoulos vom Februar.
Ein neuer Tiefpunkt der Auseinandersetzung ist die öffentliche Forderung des rechtsaußen Politikers und Wirtschafts- und Entwicklungsministers Adonis Georgiadis, die Korruptions-Staatsanwältin Eleni Touloupaki, die gegen ihn in der Sache ermittelt, ins Gefängnis zu werfen. (Quelle)

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„Das öffentliche Gesundheitssystem hat uns gerettet“

Von Carolin Philipp, Neues Deutschland, 25.06.2020:
Lungenarzt Kostas Eleftheriou über die glimpflich überstandene erste Welle von Covid-19 in Griechenland
Internationale Medien loben Griechenland für die gute Bewältigung der Coronakrise. Wie hat es Griechenland geschafft, nur 190 Todesfälle durch Corona zu erleiden?
Im Vergleich zu Italien kann dies als Erfolg gewertet werden. Wenn wir jedoch genauer hinsehen, weisen Osteuropa und die Balkanländer im Allgemeinen eine niedrigere Sterblichkeitsrate auf, vielleicht aufgrund von weniger internationalem Handel.
Ich denke, dass der Erfolg Griechenlands in Bezug auf Covid-19 hauptsächlich mit der frühen Ausgangssperre zu tun hat und damit, dass die Regeln befolgt wurden, auch aufgrund der bedrohlichen Situation in Italien. Das mag seltsam klingen, da allgemein angenommen wird, dass die Menschen in unseren Ländern den Anweisungen von Regierungen weniger gehorchen.“ weiterlesen

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Großer Etappensieg im Kampf gegen Wasserprivatisierung

Dokufilm über den Kampf gegen Wasserprivatisierung von 2017

Am 16.6.2020 entschied die vierte Kammer des „Staatsrates“ (höchstes griechisches Verwaltungs- und Verfassungsgericht), dass die Übertragung von Anteilen von 50,003 % der beiden großen griechischen Waserwerke (von Athen und Thessaloniki) an den „Superfond“ zur Privatisierung nicht rechtmäßig war. Das entsprechende von der Syriza/Anel-Regierung im Jahre 2016 auf Druck der Troika ins Palament eingebrachte Gesetz widerspreche der griechischen Verfassung. Laut Verfassung müssen Wasserwerke vom Staat im Sinne des öffentlichen Interesses kontrolliert werden. Der Superfonds („Hellenic Holdings and Property Company“) wird nach Meinung der Richter*innen mehr von der EU-Kommission und dem Europäischen Stabilitätsfond (EMS) kontrolliert als vom griechischen Staat. Die Richterinnen der vierten Kammer des Staatsrates entschieden einstimmig, dass die Kontrolle über die Wasserwerke nicht nur direkt vom griechischen Staat, sondern auch indirekt von ihm durch eine andere juristische Person ausgeübt werden kann. Dies sei jedoch nur unter der Bedingung zulässig, dass diese juristische Person zum Zweck des öffentlichen Interesses gegründet wurde. Mit anderen Worten: Die Richter*innen vertraten die Auffassung, dass der Superfonds nicht für das öffentliche Interesse eingerichtet wurde.
Diese Entscheidung der vierten Kammer des Staatsrates ist allerdings nur vorläufig, weil die Kammer selbst die endgültige Entscheidung wegen ihrer hohen Bedeutung an die Vollversammlung (Ολομέλεια) des Staatsrates verwiesen hat. (Quelle)

Die Gewerkschaft der Wasserwerke von Thessaloniki feierte diese Entscheidung als großen Sieg, der in erster Linie auf die Widerstandsbewegung gegen die Wasserprivatisierung zurück zu führen sei.

Weitere Beiträge zum Kampf gegen Wasserprvatisierung in Griechenland

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Deutsche Polizei beim Pushback in Griechenland

deutsche Polizei: wesentlicher Baustein des Pushbacks vor Lesbos

https://www.ardmediathek.de/daserste/video/report-mainz/wie-die-griechische-kuestenwache-menschen-in-seenot-bringt/das-erste/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzEyNTg3MjA/

Report Mainz (ARD), Spiegel und Lighthouse Reports beweisen: Dieses Boot (im Bild ganz oben) der Bundespolzei hat ein Flüchtlingsboot per Radar gefunden. Daraufhin verfrachten griechische Grenzer mit ihrem Boot die Flüchtenden in kleine Rettungsboote und ziehen diese aus griechischen in türkische Gewässer, wo sie sie hilflos zurücklassen. Die Boote haben keine Ruder oder Motoren, zudem zum Teil Löcher im Boden. D.h. hier werden nicht nur Menschrechte mit Füßen getreten, sondern sogar bewußt Menschen Todesgefahren ausgesetzt. Das Boot der Bundespolzei und andere deutsche Polizeikräfte sind hier im Rahmen von Frontex aktiv. Sie sind Teil einer Strategie der bewussten Aufhebung des Menschrechts auf Asyl.
UNHCR, die EU-Kommission und und die UNO-Organisation für Migration IOM haben gerade erst das Pushback griechischer Grenzer kritisiert und eine Untersuchung durch die Regierung gefordert.
Die Sonntagsreden deutscher Politikerinnen über Menschrechte sind verlogen. Sie schicken die europäische Grenzschutz-Agentur Frontex in diese Einsätze. Sie loben Griechenland dafür, dass es das „europäische Schild“ sei (Ursula von der Leyen Anfang März in Griechenland).
Wer bringt die deutschen Politiker*innen endlich vor Gericht, die die illegalen Frontex-Einsätze zu verantworten haben?

Siehe dazu auch: Dürfen deutsche Beamten rechtswirdrige Befehle ausführen?

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„Die Spur des Geldes“

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 16.6.2020:

Wie Regierungschef Mitsotakis Corona-Hilfen parteipolitisch geschickt verteilt

Die Maßnahmen zu Bekämpfung der Pandemie des neuen Coronavirus, wie die diesbezüglichen Bestimmungen der griechischen Regierung genannt werden, hatten in Griechenland früh zu einem Lockdown des gesamten öffentlichen Lebens geführt. Um die Akzeptanz dieser Maßnahmen durch die Öffentlichkeit zu erhöhen, aber auch um die unter dem Schwund von Werbeeinnahmen leidenden einheimischen Medien zu unterstützen, schaltete die griechische Regierung eine Reihe von Werbeanzeigen. Zwanzig Millionen Euro wurden für die Monate März und April verteilt.

Wir bleiben zuhause

„Menoume spiti“ (wir bleiben zuhause) hieß das Schlagwort unter dem die Kampagne lief. Die Regierung richtete zudem eine eigene Internetpräsenz ein, auf der das Werbematerial für alle abrufbar ist. Das Logo der Kampagne stammt von einer Webseite, welche Vektorgrafiken und Illustrationen auch ohne Lizenzgebühren zum Download anbietet.
Bereits zu Beginn der Kampagne gab es Diskussionen über die Intransparenz der Kosten und der Verteilung von Werbegeldern. Bis zum 10. Juni weigerte sich Regierungssprecher Stelios Petsas beharrlich, Auskunft über die Vergabe der Gelder zu geben. Er wolle dies erst im nächsten Jahr bekanntgeben, meinte er. Tatsächlich aber rutschten im Parlament immer wieder einzelne Namen heraus.“ weiterlesen

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Griechische Regierung gegenüber Europäischer Kommission: Erlaubt uns Aufhebung des Asylrechts!

Dieses Foto eines Mädchens, das gerade auf Lesbos ankam, illustriert einen Internetartikel des UNHCR vom 12.6.2020. Darin fordert ein Sprecher des UNHCR Griechenland auf, die zahlreichen Vorwürfe der Pushbacks zu untersuchen.

Viele Quellen haben nachgewiesen, dass griechische Grenzer Geflüchtete in die Türkei zurückgebracht haben, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, Asyl zu beantragen (sogenannte Pushbacks). Wir berichteten mehrfach darüber (zuletzt hier)
Die griechische Regierung behauptete immer wieder, dass diese Berichte falsch seien. Wenig glaubhaft sind diese Behauptungen spätestens seit die griechische Regierung in der letzten Woche offiziell gegenüber der Europäischen Kommision gefordert hat, Pushbacks durchführen zu dürfen. Der stellvertretende Minister für Einwanderung und Asyl, Giorgos Koumoutsakos forderte in einem Brief an die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Margaritis Schinas und an die Innenkommissarin Ilva Johansson auf, Griechenland zu gestatten, das Asylverfahren auszusetzen und Flüchtlinge an die Grenze zurückzuweisen, ohne mögliche Asylanträge zu prüfen. (Quelle: efsyn)

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