„Einsam oder gemeinsam?“
Veranstaltung mit Dokumentarfilm über die Solidarische Klinik von Thessaloniki. 70 Minuten (gr. m. dt. U.), Thessaloniki 2016
- Mittwoch, 28. September, 19.00 Uhr im Regenbogenkino, Lausitzer Str. 22, 10999 Berlin-Kreuzberg
- Donnerstag, 29. September, 19.00 Uhr, Forum Kirche, Hollerallee 75, Bremen
- Freitag, 30. September, 19.00 Uhr, Gewerkschaftshaus ver.di, Universitätsstr. 76, Bochum
- Sonntag, 2. Oktober, 19.30 Uhr in: Pupille, Studierendenhaus Uni Frankfurt/Bockenheim
Wir laden ein, den dieses Jahr entstandenen Dokumentarfilm über die Solidarische Klinik von Thessaloniki anzuschauen und im Anschluss mit einer der Filmemacherinnen, Stavroula Poulimeni, und einer Aktivistin der Klinik, Eva Babalona zu diskutieren.
Ein Film von: Eirini Karagkiozidou, Akis Kersanidis, Aimilia Kouyioumtzoglou, Kiki Moustakidou, Stavroula Poulimeni, Chrysa Tzelepi
Im Gegenzug zu den Krediten verlangte die Troika in der Krise von Griechenland, Staatsausgaben zurückzuschrauben und auch im Gesundheitswesen zu sparen. Binnen kurzem waren 30% der Bevölkerung ohne Krankenversicherung und damit ohne Zugang zu medizinischer Versorgung. Als Akte des Widerstands wurden in vielen Städten solidarische Praxen (Kliniken) gegründet, die diese Menschen umsonst behandelten. Die AktivistInnen in diesen Praxen arbeiten unentgeltlich, kollektiv und basisdemokratisch. Die Solidarische Praxis in Thessaloniki (siehe: http://www.kiathess.gr/de/) war eine der ersten und arbeitet nach wie vor. Der Film zeichnet die Geschichte der Praxis und ihrer AktivistInnen und PatientInnen nach. Eine Geschichte der praktischen und kämpferischen Solidarität.
Veranstalter in Berlin: Bündnis Griechenlandsolidarität Berlin, unterstützt vom Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte, attac Berlin und Berliner Forum Griechenlandhilfe
Veranstalter in Frankfurt: AG solidarische Europa attac Frankfurt, Express – AfP, Rosa Luxemburg Stiftung Hessen, Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte, Verein solidarisches Gesundheitswesen e.V., Verein zur Förderung demokratischer Arbeitsbeziehungen & sozialer Gerechtigkeit e.V.
Veranstalter in Bochum: Hellas Solidarität Bochum
Veranstalter in Bremen: „Sympáthia“ deutsch-griechische Solidarität Bremen; Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt (KDA) Bremen
Beschreibung des Films auf der Homepage:
Ein Film über das Recht auf Gesundheit und Solidarität in Zeiten der Krise in Griechenland
Einsamkeit ist nicht einfach eine existentielle Frage, sondern Ergebnis der Politik der Krisenmaßnahmen der Memoranden. Solidarität war die Antwort auf die soziale Isolation. Die Dokumentation über die Solidarische Praxis in Thessaloniki beginnt mit ihrem ursprünglichen Gründungsanlass, dem Hungerstreik von 300 migrantischen Arbeitern im Jahr 2011. Mit dem Erzählen der Geschichten der betroffenen Patienten und der Geschichten der Mitglieder der Solidarischen Praxis versucht der Film, das Phänomen des Ausschlusses von Gesundheitlicher Versorgung einzufangen. Während der schlimmsten humanitären Krise bietet die Praxis medizinische Primärversorgung sowohl für MigrantInnen als auch für GriechInnen, für die die Türen des Nationalen Gesundheitssystems im Zuge der Krise plötzlich geschlossen waren. Zugleich versucht die Dokumentation auch eine Antwort auf die Frage, ob Solidarität durch solche Initiativen und Strukturen einer Gesellschaft implantiert werden können.



Der Ausverkauf des griechischen Staatsbesitzes weckt nicht zufällig Erinnerungen an die Politik der deutschen Treuhandanstalt. Die griechische Privatisierungsagentur HRADF („Hellenic Republic Asset Development Fund“) wirkt wie ihr spät geborener Zwilling. In den Chefetagen der EU gilt die Vereinigung der beiden deutschen Staaten als Erfolgsgeschichte und Modell für die soziale und ökonomische Integration. Im überwiegenden Teil der außerparlamentarischen deutschen Linken wurde dieses Kapitel der deutschen Geschichte weitgehend verdrängt, in der Linken anderer EU-Mitgliedstaaten ist wenig darüber bekannt. Deshalb ist es wichtig, uns noch einmal vor Augen zu führen, wie die grundlegende Umwälzung der ostdeutschen Gesellschaft vonstatten ging und wie die sie leitende Ideologie die EU-Politik prägte und sich bis heute in ihren Institutionen niederschlägt. Dabei soll es nicht vorrangig um die deutsche Vormachtstellung in der EU gehen oder die Frage, ob es sinnvoll ist, aus dem Euro auszusteigen. Unsere Themen werden vielmehr die strukturellen Veränderungen sein, die während der letzten 25 Jahre in allen EU-Mitgliedsstaaten stattfanden und die Perspektive emanzipatorischer Gegenstrategien. Wir wollen uns mit Hilfe von Fachleuten Wissen erarbeiten, uns vergangene Kämpfe gegen Privatisierung und Betriebsschließungen anschauen und mit griechischen Kolleg*innen und Aktivist*innen über mögliche Bündnisse gegen Privatisierungen und Verelendung heute diskutieren.
Ausstellung „Zeit des Schreckens“
Kann durch ein Ende der Austeritätspolitik dem Rechtsruck etwas entgegengesetzt werden? Ein Gespräch zwischen Euklides Tsakalotos, Gesine Schwan, Jürgen Trittin und Axel Troost.
Dokumentarfilm, der sich mit den Folgen der schweren Finanzkrise, vor allem für die südeuropäischen Länder, beschäftigt. Dabei liegt der Fokus auf der Bevölkerung von Spanien und Griechenland, die am meisten unter den Sparmaßnahmen der internationalen Gemeinschaft zu leiden haben. Doch der Film zeigt, dass aus Resignation schnell Widerstand werden kann, der ganze Bevölkerungsschichten miteinander vereint…
