Kasselakis gründet wirtschaftsfreundliche Partei

Heute Abend begann ein Parteikongress von SYRIZA. Es war die letzte Möglichkeit von Kasselakis, sich wieder zum Vorsitzenden wählen zu lassen, nachdem das ZK der Partei ihn abgesetzt und ihn später auch von einer erneuten Kandidatur ausgeschlossen hatte. Der Kongress hätte ihm wieder erlauben können, für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren, weil es das höchste Gremium der Partei ist.
Zunächst behautete Kasselakis, die Mehrheit der Delegierten für den Kongress (sie wurden am letzten Wochenende gewählt) seien auf seiner Seite, was eine Lüge á la Trump war.
Dann rief er seine Anhänger auf, zum Ort des Kongresses zu kommen. Hunderte kamen. Sie verzögerten zweieinhalb Stunden lang den Beginn des Kongresses, indem sie Delegierte daran hinderten, in den Saal hineinzugehen.
Nachdem dieser gewaltsame Versuch, sich zum Kandidaten für den Vorsitz zu machen, gescheitert war, gab er bekannt, das er morgen SYRIZA verlassen und eine neue Bewegung gründen wird. Schon vor einer Woche hatte er deutlicher als früher gesagt, wohin seine Reise geht. Er sagte, man müsse die Partei wirtschaftsfreundlicher machen – er sagte es englisch: „business friendly“.
Drei Parlamentsabgeordnete wollen sich seiner Partei anschließen – wenn es dabei bliebe, hätte SYRIZA immer noch 32 Abgeordnete.

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Vortrag und Diskussion: Tourismus über alles

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Novartis-Korruption: Rache an den Whistelblowern

Von Wassilis Aswestopoulos, Cashkurs 1.11.2024:
„Zeugenschutz ohne Mindesthaltbarkeitsdatum
Der Novartis-Skandal in Griechenland, einst als schwerwiegender Korruptionsfall betrachtet, hat kaum juristische Konsequenzen für die Politiker nach sich gezogen. Internationale Ermittlungen deckten erhebliche Verfehlungen auf, doch die enttarnten Kronzeugen stehen nun unter Druck. Eine Gesetzesänderung gefährdet ihren Schutz und wirft Fragen zur Sicherheit von Whistleblowern und zur Integrität der Justiz in der EU auf.
Und schwupps steht man im Visier derer, die man anklagte
„Der größte Skandal seit Wiedereinführung der Demokratie“ sei der Novartis-Skandal hieß es im Februar 2018 von Seiten der Regierung des Premiers Alexis Tsipras. Sechs Jahre später ist zumindest in Griechenland nichts mehr von einem juristischen Novartis-Skandal übrig. Dafür aber müssen per Gesetzesänderung enttarnte verdeckte Zeugen die Wut und Rache griechischer Politiker, sowie einer Reihe von Ärzten und Verwaltungsbeamten fürchten. Wie sicher lebt oder überlebt man in Zeugenschutzprogrammen? Wie steht es in den EU-Mitgliedsstaaten, abseits der „üblichen Verdächtigen“ wie Ungarn, mit der Rechtstaatlichkeit?“
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Online Q&A: A Life Long in Prison? The Criminalization of People on the Move in Greece

Dear Supporters,
together with Human Right Legal Project, Leave No One Behind, Legal Center Lesvos We invite you to join us for an online Q&A, „A Life Long in Prison? The Criminalization of People on the Move in Greece,“ on November 6th. 5 PM CET (German Time)

After an incredibly challenging three years in pre-trial detention, Homayoun will soon be free. His release has only been possible thanks to the support and donations from people like you. We would like to take this moment to thank you and invite you to an exchange with Homayoun’s lawyers, his supporters and the #FreeHomayoun team, where we will share insights into his case and the broader criminalization of refugees in Greece.

Event Details:
– Date: Wednesday, November 6
– Time: 5:00 PM CET (German Time) / 6:00 PM EET (Greek Time)
– Duration: Approximately 1.5 hours
– Where: Online via Zoom

Register here: [https://eu02web.zoom-x.de/j/65418995735?pwd=erUYoLfDQ6baWkEP4nJ8oyVNtpCQcL.1]´

Speakers:
Ioanna Begiazi – Human Rights Lawyer, Samos
Harris Ladis – Criminal Lawyer
Vicky Aggelidou – Criminal Lawyer, Legal Center Lesvos

We hope to see you there to discuss and reflect on these critical issues together.

With gratitude, The #FreeHomayoun Team Anne, Hannah, Kiana and Mahtabwww.freehomayoun.org, Instagram @FreeHomayoun

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Kretaner lassen Steinmeier abblitzen

„Die Hand, die er mir reicht, ist die Hand des Schlächters“ sagte eine 97-jährige Überlebende zu Frank-Walter Steinmeier.


Steinmeier war der erste deutsche Bundespräsident, der Kreta besucht hat. Ob er es wohl bereut?
In Kreta war der Widerstand gegen die deutschen Besatzer besonders stark.
Steinmeier begann seinen Staatsbesuch in Griechenland vor zwei Tagen. Zunächst besuchte er Thessaloniki, dann Athen. Mitsotakis erwähnte griechische Reparationsforderungen nur ganz am Rande – die Präsidentin Griechenlands, Katerina Sakellaropoulou, formulierte die Forderungen überraschend offensiv. Steinmeier schwieg oder wiederholte die hohle deutsche Position „das Thema ist rechtlich abgeschlossen“.

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Ausstellung über NS-Zwangsarbeit: Das Album der Schande

Von Klaus Hillenbrand, taz 23.10.2024:
„Ausstellung über NS-Zwangsarbeit: Das Album der Schande
Ein Fund auf dem Flohmarkt erweist sich als einmalige Fotodokumentation der NS-Zwangsarbeit in Griechenland. Nun werden die Bilder in Berlin gezeigt.
Die kleinen Schwarz-Weiß-Fotos auf schwarzem Trägerpapier wirken nicht eben spektakulär. „Blick vom Meer zur Stadt“ hat der Fotograf die Bilder von der griechischen Hafenstadt Thessaloniki überschrieben. Sie zeigen Schiffe und am Wasser gelegene Gebäude. „Hammelbraten am Spieß“ steht unter einem anderen Bild, darauf vier Männer in sommerlicher Szene. Auf einigen Fotos sind Uniformträger zu erkennen.
Als Andreas Assael vor mehr als 20 Jahren von einem Flohmarkthändler bei München das Album mit diesen Bildern angeboten bekommt, ist er nur mäßig interessiert. Der griechische Ingenieur sammelt Kollektionen wie diese, das weiß der Verkäufer. „Du Grieche, ich habe etwas für dich“, habe der ihn angehalten.“
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Vortrag: „Griechenland und Zwangsarbeit: Nationale und europäische Perspektiven“

Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Britzer Straße 5 | 12439 Berlin
22. Oktober | 19 Uhr

In Bezug auf das Thema Zwangsarbeit nimmt Griechenland eine Sonderstellung ein: Im Gegensatz zu den anderen besetzten Gebieten Europas wurden die meisten Griech:innen in ihrer Heimat zur Arbeit gezwungen.
Von 1941 bis 1944 erlebte Griechenland eine brutale deutsche Okkupation, die von Hungersnot und Terror geprägt war: Mehr als 200.000 Tausende starben oder wurden ermordet. Hunderttausende Griech:innen mussten für die Wehrmacht oder die Organisation Todt und deutsche Firmen arbeiten. Zudem wurden rund 10.000 Griech:innen im Rahmen militärischer und polizeilicher Aktionen festgenommen und in das Deutsche Reich verschleppt, wo sie Zwangsarbeit leisten mussten, die meisten als KZ-Häftlinge.
Die Zwangsarbeit gehört zu den am wenigsten erforschten Aspekten der Besatzung Griechenlands. Die Veranstaltung skizzierte die Zwangsarbeit in Griechenland und im Deutschen Reich und ordnet sie in den gesamteuropäischen Kontext ein.

Begrüßung: Dr. Christine Glauning
Leiterin des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit
Vortrag: Dr. Iason Chandrinos
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Kommentar: Dr. Gero Fedtke
Leiter der Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge

Eine Begleitveranstaltung zur Sonderausstellung „KARYA 1943. Zwangsarbeit und Holocaust“

Um 18 Uhr führen die Kurator:innen durch die Ausstellung.

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Übertourismus

In diesem Jahr wurden die Probleme, die die immer größer werdende Zahl von Touristen in Griechenland mit sich bringen, so oft und so laut diskutiert, wei noch nie zuvor. Das Wort Übertourismus Υπερτουρισμός war vielfach zu hören. Natürlich leugnet die Regierung Mitsotakis, dass es so etwas im Lande gibt. Sie setzt auf ihn, weil er gemäß des neoliberalen Weltbildes die kapitalitische Ausbeutung ungehindert ankurbeln soll.
Niels Kadritzke analysiert in gewohnter Schärfe und Breite…

Von Niels Kadritzke, monde-diplomatique.de 17. Oktober 2024:
„Tourismus über Alles
Zunächst möchte ich um Verständnis dafür bitten, dass seit meinem letzten Blogtext fast elf Monate vergangen sind. Die lange Pause hat mit beruflichen und anderen Belastungen zu tun, aber auch mit einem merkwürdigen Schwebezustand der griechischen Gesellschaft und Politik. Und mit der ständigen Vermutung, dass der Ist-Zustand zu unbeständig ist, um ihn schlüssig beschreiben zu können. Das gilt insbesondere für den Verfallsprozess der griechischen Linken, die von einer Krise in die andere taumelt, sodass jede Darstellung des Desasters nach einer Woche schon wieder überholt erscheint. Es gilt aber auch für die innere Krise der Mitsotakis-Regierung, die stark an Vertrauen eingebüßt hat und bereits über eine abermalige Wahlrechtsänderung nachdenkt, die ihr die Regierungsmacht auch bei erheblichen Stimmenverlusten garantieren könnte.
Ich werde dennoch in den nächsten Wochen versuchen, diese Entwicklungen auf der unübersichtlichen politischen Bühne zu verfolgen und darzustellen. Zunächst aber erscheint an dieser Stelle ein Text, der durch die europaweite Diskussion über das Phänomen des „Übertourismus“ angeregt wurde. Ich habe dazu für die September-Ausgabe von LMd eine Glosse verfasst, deren Würze in der Kürze liegt, deren Thesen ich aber unbedingt auf ein breiteres Fundament von empirischen Fakten und Argumenten stellen will. In der Hoffnung, dass auch die Leser:innen des LMd-Textes interessiert sind, ein genaueres Bild von den Problemen und Widersprüchen der griechischen „Schwerindustrie“ zu gewinnen.
Ein wahres Schmuckstück
Mein Nachbar, nennen wir ihn Sotiris, liebt sein Dorf. Hier ist er aufgewachsen, hier lebt er mit seiner Familie, inmitten einer rapide alternden Bevölkerung. Sotiris will seinen Heimatort lebendig erhalten. Und so hat er zwei alte Häuser aufgekauft, deren Bewohner verstorben waren, und fast im Eigenbau in “traditional luxury apartments” umgewandelt. Mit lokalen Materialien und Respekt für die architektonische Tradition, ein wahres Schmuckstück.“
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Das zweite Ende des Alptraums

UPD. Am 8. September schrieben wir „die Party ist zu Ende“. Leider fand die Qual noch eine Fortsetzung. Kasselakis bezeichnete sich weiterhin als Vorsitzenden von Syriza – in schlechter Trumpscher Manier – obwohl er gerade abgesetzt worden war. Er ging sogar so weit, ohne Substanz juristisch gegen Syriza vorzugehen. Heute platzte dem ZK der Kragen: Er schloss Kasselakis von der Kandidatur zur Wahl des Vorsitzenden aus. Seine Chancen, wieder als Vorsitzender gewählt zu werden, waren groß, weil er wieder – wie bei seiner Wahl im letzten Jahr – vor allem auf Stimmen von Nicht-Parteimitliedern (die mitstimmen können) setzte.
Kasselakis gibt noch nicht auf. Er setzt jetzt darauf, beim Kongreß von Syriza, der vom 8. bis 10. November stattfinden soll, eine Mehrheit der Delegierten hinter sich zu bringen. Der Kongress könnte ihm wieder erlauben, für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren, weil es das höchste Gremium der Partei ist. (Quelle efsyn)
Es kann gut sein, dass Kasselakis Syriza auch dann noch mehr beschädigen wird, wenn er bei diesem Kongress scheitert. Er könnte dann eine eigene Partei gründen.

Siehe Beiträge zu Kasselakis: https://griechenlandsoli.com/?s=Kasselakis+

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Veranstaltung ”Nur wer zahlt, meint es ernst!”, am 13.10.2024 in Berlin

”Nur wer zahlt, meint es ernst!”
Veranstaltung:
Die Verantwortungsverweigerung der Deutschen Bahn AG für die Beteiligung der Deutschen Reichsbahn am nationalsozialistischen Mordprogramm

Sonntag, 13. Oktober 2024, 18 Uhr
aquarium/Südblock (U-Kottbusser Tor, Berlin)
Eintritt frei, Spende erwünscht

Die Veranstaltung findet am Vorabend der offiziellen Gedenkfeier zum Beginn der Deportationen der Jüdinnen*Juden am Gleis 17 in Berlin statt. Veranstalterinnen: AK-Distomo, Auschwitz-Komitee in der Bundesrepublik Deutschland e.V. und VVN-BdA Berlin

Tayo Awosusi-Onutor (Künstlerin und Mitbegründerin von RomaniPhen e.V.)
Achim Doerfer (Anwalt, Autor und Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Göttingen)
Martin Klingner (Rechtsanwalt, Aktivist im AK-Distomo)

Wie ernstgemeint ist das Gedenken in der Bundesrepublik Deutschland an die NS-Verbrechen? Die Veranstaltung beleuchtet die Frage, ob der deutsche Staat und seine Institutionen wie die Deutsche Bahn AG ernsthaft Verantwortung für die Beteiligung ihrer Rechtvorgänger/innen am NS-Mordprogramm übernehmen oder ob das Gedenken nur symbolisch bleibt. Wir setzen einen Kontrapunkt zur offiziellen Erinnerungspolitik, bei der Themen wie die Verfolgung von NS-Tätern und die unzureichende Entschädigung der Opfer ignoriert werden….
Anschließend Diskussion mit allen Anwesenden.

Mehr Infos: https://www.nadir.org/nadir/initiativ/ak-distomo/

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