Griechenland – Krise, Flüchtlinge und Umbau Europas

Molivos, Anfang Oktober 2015 Foto: Brian E. Janßen

Molivos, Anfang Oktober 2015
Foto: Brian E. Janßen

Hellas-Solidarität-Bochum, 06.02.2016.
Die globale Banken- und Eurokrise trägt nicht nur zur ökonomischen und sozialen Spaltung der Europäischen Union in verschiedene Wohlstandszonen, bzw. „Normalitätsklassen“1 bei, sondern sie bietet auch das legitimatorische bzw. tatsächliche Instrument zur Neuzusammensetzung der Bevölkerungen nach ökonomischen Verwertbarkeitskriterien, die diese Zonen auf lange Sicht etablieren und sichern2. Ziel ist die Generierung einer möglichst hochwertigen demographischen Struktur der Bevölkerungen, bestehend aus einem idealen Mix von – angesichts der prognostizierten negativen Entwicklung der EU-Bevölkerung3 möglichst jungen – prekarisierten Tagelöhnern einerseits und hochqualifizierten Führungskräften andererseits. Denn „dem ersten Anschein zum Trotz ist die Entwicklung eines europäischen Grenzregimes kein einseitiger Prozess starrer Exklusion. Es handelt sich vielmehr um einen Prozess der stufenweisen Inklusion, welcher der schrittweisen Einbeziehung – und Unterordnung – der notwendigen ausländischen Arbeitskräfte dient.4“ Nach Prognosen der EU fehlen bis 2050 rund 50 Millionen junge Menschen im erwerbsfähigen Alter, die EU-weit „importiert“ werden müssen. Es ist naheliegend, dass der Kampf um die Menschen unter neoliberalen Vorzeichen die Hierarchisierung der MigrantInnen und Flüchtenden einkalkuliert und die neu entstehenden Bevölkerungen in Konkurrenz zueinander setzt. Weiterlesen →

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[Update] Manifest für neue europäische Bewegung veröffentlicht

varr-dijsel„Trotz all ihrer Sorgen wegen des globalen Wettbewerbs, der Migration und des Terrorismus – nur eine Aussicht beängstigt die europäischen Mächte wirklich: die Demokratie!“

Am 9. Februar 2016 wird DiEM 25 (das steht für „Democracy in Europe Movement“) in Berlin aus der Taufe gehoben werden.
Von 10.00 bis 11.00 Uhr gibt es eine Pressekonferenz, dann drei nichtöffentliche Podiumsdiskussionen mit Beteiligten aus vielen europäischen Ländern. Die Filmaufzeichnungen dieser Diskussionen werden ins Internet gestellt. Sie sollen die Diskussion über das „Wie“ der neuen Bewegung befruchten.
Der prominenteste deutsche Mitdiskutant ist Hans-Jürgen Urban von der IG Metall. Auch Toni Negri, Margarita Tsomou und Dieter Dehm (dessen Name falsch geschrieben wurde) sind dabei.
Um 20.30 Uhr findet dann eine öffentliche Podiumsdiskussion in der Volksbühne statt. Weiterlesen →

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Solidaritätserklärung mit dem griechischen Widerstand

Griechenlandsolidaritätskomitee Kiel
Solidaritätserklärung            

In zahlreichen Streiks und Demonstrationen protestieren in Griechenland unterschiedliche Bevölkerungsgruppen gegen die unsozialen Maßnahmen der Regierung. Diese treibt auf Anordnung der EU, besonders auch der deutschen Regierung, immer mehr Menschen in die Armut und in den Ruin:

– so sollen z.B. die ohnehin schon geringen Renten um durchschnittlich 15 Prozent gekürzt werden,

– Arbeitnehmer und Freischaffende sollen laut den Gewerkschaften künftig 70 Prozent ihrer Einnahmen als Renten- und Krankenkassenbeiträge sowie Steuern bezahlen,

– den rund 350.000 selbstständigen Landwirte Griechenlands droht eine Verdreifachung der Sozialabgaben auf 27 Prozent und eine Verdoppelung der Einkommenssteuer auf 26 Prozent.

Aber die Gegenwehr nimmt zu: Weiterlesen →

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Übernimmt das griechische Militär die Flüchtlings-„betreuung“ ?

Panos Kammenos„Verteidigungsminister Panos Kammenos kündigte am Dienstag die Schaffung einer zentralen Koordinationsstelle zur Verbesserung von Griechenlands Antwort auf die Migrations- und Flüchtlingskrise an. Diese Koordinationsstelle soll auch dafür sorgen, dass Griechenland seine Position in der Schengenzone behält. Er wies dabei darauf hin, dass die neue Koordinationsstelle durch einen hohen Offizier geleitet werden wird.“
So beginnt ein Artikel in der englischsprachigen online-Ausgabe der Zeitung ekathimerini. Der “Central Coordinating Body for the Management of Migration“, der dem Verteidigungsministerium unterstellt ist, soll das staatliche Handeln gegenüber Flüchtlingen koordinieren – solange bis das Migrationsministerium und die griechische Polizei „das notwendige Know-how und die Erfahrung erlangt hätten, um das Problem selbständig zu bewältigen“, sagte Kammenos am 2. Februar auf einer Pressekonferenz.
Es ist deutlich, dass auch diese Maßnahme auf Druck europäischer Politiker erfolgt.

Der ganze Artikel hier                             auf deutsch ein anderer Artikel dazu
 

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Flughafenraub: „…die von unseren PolitikerInnen immer so hoch gehaltenen Werte hier mit Füßen getreten wurden“

GR_PLAK_FLUGHÄFEN-FRAPOvs 2015.10.01 verkleinertGriechenland Solidaritätskomitee Frankfurt/Rhein-Main     Pressedienst    Frankfurt am Main, den 3.2.2016

An die Landtagsabgeordneten im Hessischen Landtag!
An die Stadtverordneten der Stadt Frankfurt am Main!
Aufsichtsratsmitglieder von Fraport z.K.

Betrifft: Vertrags-Details zum Fraport-Flughafen-Deal in Griechenland bekannt geworden

Sehr geehrte Damen und Herren,
das Land Hessen und die Stadt Frankfurt sind direkt bzw. indirekt Mehrheitseigentümer der Fraport AG.
Im September 2015 haben wir uns anlässlich der angestrebten Übertragung der Betreiberrechte von 14 griechischen lukrativen Flughäfen an Fraport deshalb an Sie gewandt. Abgesehen von der grundsätzlichen Kritik, die wir an dieser „Privatisierung“ haben, die für Griechenland für Jahrzehnte den Verzicht auf dringend benötigte Einnahmen bedeutet, waren wir in großer Sorge, dass sich die Situation der Beschäftigten verschlechtern würde. In unserem Schreiben haben wir Sie dazu aufgefordert, als Mehrheitseigentümer für einen fairen Umgang von Fraport mit der Regierung zu sorgen.
Inzwischen sind Einzelheiten aus dem Vertrag in „The Press Project“ veröffentlicht, die unsere damaligen Sorgen noch übertreffen und die wir mit blankem Entsetzen zur Kenntnis nehmen. Nicht nur die Mitglieder des Griechenlandsolidaritätskomitees Frankfurt/Rhein-Main sondern bundesweit empören sich Menschen darüber, dass Fraport schamlos die Notlage der griechischen Regierung ausnutzt, um sich Gewinne und weitere Vorteile zu sichern, die Risiken aber und selbst notwendige Reparaturleistungen auf die Regierung abzuwälzen. Weiterlesen →

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Giorgos Chondros und der Generalstreik in Griechenland

In Griechenland wird wieder gestreikt. Für die Regierungspartei Syriza ist das bitter, denn der Streik richtet sich natürlich auch gegen die Regierung.

Giorgos Chondros war zu Gast beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF4):

Radio SRF4, Sendung vom 4.2.2016

Generalstreik am 4.2.2016

Generalstreik am 4.2.2016

Protesters clash with riot police during the 24-hour general strike. Athens, February 4, 2016. Foto: Kostis Ntantamis

Protesters clash with riot police during the 24-hour general strike. Athens, February 4, 2016.
Foto: Kostis Ntantamis

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Flüchtlingselend in Griechenland: Erpressung beenden – Schulden streichen ! (PM von attac)

frontex c GrPressemitteilung von Attac Deutschland, Frankfurt am Main, 4. Februar 2016

* Flüchtlingselend in Griechenland: Erpressung beenden – Schulden streichen

* Speakerstour mit Thanos Contargyris von griechischer Wahrheitskommission

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac nimmt den heutigen Generalstreik in Griechenland zum Anlass, die Politik der Bundesregierung gegenüber Griechenland scharf zu kritisieren. „Die Dauererpressung Griechenlands – erst mit der Drohung, es aus dem Euro zu werfen, nun aus Schengen – muss endlich aufhören“, sagte Mike Nagler vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis. „Statt das Land weiter zu knebeln und Privatisierungen, Kürzungen und zusätzliche Einschnitte bei den Renten zu verlangen, muss Griechenland in die Lage versetzt werden, die dringend notwendigen öffentlichen Investitionen zu tätigen, auch um die Flüchtlingskrise bewältigen zu können.“ Notwendig dafür wären ein Schuldenerlass für Griechenland und ein Kurswechsel der Bundesregierung in der Europapolitik. Weiterlesen →

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„Sie nehmen in Kauf, dass noch mehr Flüchtlinge ertrinken!“

„Der Druck, mit dem Griechenland veranlasst werden soll, seine Seegrenzen in der Ägäis strikter zu kontrollieren, nimmt ein Ansteigen der ohnehin hohen Zahl von Todesfällen unter den Flüchtlingen und Migranten in Kauf“ –  Gastbeitrag von Nikos Xydakis, dem stellvertretenden Minister für Europaangelegenheiten, zuständig für Flüchtlingsfragen (auf stern.de)

FußballerAlle Spieler des Fußballspiels zwischen Larissa and Acharnaikos setzten sich am 29.1.2016 nach dem Anpfiff auf den Boden, um gegen die Flüchtlingspolitik der EU zu protestieren.
mehr dazu

„Seit einigen Tagen wird von verschiedenen Seiten versucht, Griechenland zu isolieren und als Hauptursache für die gegenwärtige Flüchtlingskrise darzustellen. Entsprechende Meinungen sind von Politikern zu hören, die ganz unterschiedlichen europäischen Parteien angehören und für ihre extremen Ansichten bekannt sind. Unglücklicherweise befinden sich auch einige Regierungsvertreter darunter. Mit ihren durchsichtigen Manövern wollen sie politisches Kapital aus der aktuellen Situation schlagen und nehmen dafür billigend in Kauf, dass fremdenfeindliche Ressentiments in der Bevölkerung geschürt werden. Nach Vorstellung dieser Politiker soll sich die Europäische Union aus ihrer Verantwortung für die Geschehnisse herausstehlen. Dabei sollte allen Beteiligten klar sein: Die kollektive Verantwortung aller Europäer besteht darin, dass sie in den vergangenen fünf Jahren die Augen vor der Flüchtlingsproblematik, d. h. dem Bürgerkrieg in Syrien und der daraus resultierenden beispiellosen humanitären Krise, verschlossen haben.“  weiterlesen

 

 

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Flüchtlingshelfer: „Sie wollen uns loswerden!“

panorama 28.1.VIDEO HIER

„Lästige Lebensretter: Flüchtlingshelfer unter Druck

An der EU-Außengrenze spitzt sich die Lage für Flüchtlingshelfer zu: Auflagen und Schikanen der Behörden sollen offenbar den Aktionsradius von Seenotrettern beschneiden.“                Panorama vom 28.01.2016 | 11:25 Min. | Quelle: NDR

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„Es ist mir egal, ob du sie ertränkst!“

Am 25. und 26. Januar 2016 trafen sich die EU-Innenminister in Amsterdam. Der griechische Migrationsminister Yiannis Mouzalas berichtete im BBC-Fernsehen, dass die belgischen Regierungsvertreter von ihm gefordert hätten, die Flüchtlinge zurück ins Meer zu befördern, egal ob sie dabei umkommen würden oder nicht.

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