Situation in Krankenhäusern wieder dramatisch

Von Elisa Hübel, Griechenland Zeitung 03. März 2021:
„Kampf gegen neue Corona-Welle: Tausende Neuinfektionen in Griechenland.
In Griechenland steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen rasant an; vor allem die Hauptstadt Athen und Attika ist stark betroffen. Auf Intensivstationen gibt es so gut wie keine freien Plätze mehr. Nun berät die Regierung mit Experten über einen noch strengeren Lock-Down.
Am Dienstag (2.3.) wurden in Griechenland innerhalb von 24 Stunden 2.353 Personen positiv auf Covid-19 getestet. Die meisten davon in Attika: hier waren es 1.159. In Thessaloniki wurden 304 neue Fälle gemeldet und in Achaia auf der Peloponnes 112. Hoch ist die Anzahl außerdem in Larissa (90) und im Regionalbezirk Korinthia (54). Das Ergebnis beruht auf der Durchführung von 61.255 Tests im ganzen Land.
Kampf um Intensivstationen
Derzeit liegen 422 Patienten, die am Coronavirus erkrankt sind, auf einer Intensivstation. Ihr Altersdurchschnitt liegt bei 68 Jahren. Bei vielen von ihnen handelt es sich um Personen, die bereits eine Vorerkrankung hatten. – Seit dem Beginn der Pandemie vor einem Jahr konnten 1.364 Patienten die Intensivstation eines Krankenhauses genesen verlassen.
Am Dienstag starben 23 Patienten an den Folgen von Covid-19. Seit dem Beginn der Pandemie betrauert Griechenland 6.557 Todesopfer.
Unter diesen Umständen werden auch die freien Betten auf den Intensivstationen des Landes rar. Am Dienstag waren diese um bis zu 93 Prozent belegt, heißt es aus Krankenhauskreisen. In einigen Spitälern soll es überhaupt keine freien Intensivplätze mehr gegeben haben. Aus diesem Grund werden in einigen Fällen Patienten, die nicht am Coronavirus, sondern an anderen Krankheiten leiden, in private Krankenhäuser eingeliefert.“ weiterlesen

Siehe zur Kritik an der griechischen Pandemiepolitik: Überall Polizei, nirgendwo Ärztinnen
und weitere Artikel

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Solidarität zwischen SE.VIO.ME und den Kunst- und Kulturschaffenden

Video mit deutschen Untertiteln
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Tausende demonstrierten für Koufontinas

Demo heute, am 27.2.2021, in Athen

Demo heute, am 27.2.2021, in Berlin

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Hochschwangere schwer verletzte Geflüchtete wird von Behörden schikaniert

Von Giorgos Christides und Steffen Lüdke, Spiegel online, 26.2.2021:
„Schwangere zündete sich an
Griechische Staatsanwaltschaft will Geflüchtete wegen Brandstiftung belangen
Auf Lesbos hausen Tausende Flüchtlinge unter erbärmlichen Bedingungen. Nun gehen griechische Behörden gegen eine schwangere Frau vor, die das Leben im Camp nicht mehr aushielt und sich in Brand setzte.

Die Staatsanwaltschaft auf der griechischen Insel Lesbos geht strafrechtlich gegen eine hochschwangere Geflüchtete vor, die sich aus Verzweiflung in Brand gesteckt hatte. Das geht aus einem Schreiben der örtlichen Behörden hervor, das dem SPIEGEL vorliegt.
Die 27-jährige Afghanin zündete sich am Sonntagmorgen in ihrem Zelt im Flüchtlingslager auf Lesbos selbst an, nachdem sie ihre Familie in Sicherheit gebracht hatte. Die Nachbarn hatte die Afghanin nach Angaben ihrer Anwältin vorher gewarnt. Sie löschten die Flammen gemeinsam mit der Polizei und der Feuerwehr.
Die Frau erlitt schwere Brandverletzungen und wurde ins Krankenhaus in der Inselhauptstadt Mytilini gebracht. Dort liegt sie bis heute, in wenigen Tagen könnte sie ihr Kind bekommen. Bei dem Brand wurden keine anderen Personen verletzt.
Die Afghanin lebt seit 14 Monaten mit ihren drei kleinen Kindern und ihrem Mann im Lager Kara Tepe. Die griechischen Behörden hatten auf Lesbos eine provisorische Zeltstadt für 6000 Menschen errichtet, nachdem das Elendslager Moria im Sommer abgebrannt war.“ weiterlesen

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Kind in Flüchtlingslager verbrannt. Schwere Vorwürfe gegenüber der Feuerwehr.

„Am vergangenen Dienstag, dem 23. Februar, brach im Flüchtlingslager von Theben, eine Stunde nordwestlich von Athen, ein Feuer aus.
Der Grund und die Quelle des Feuers sind derzeit unbekannt. Was wir wissen, ist, dass das Leben eines kleinen Kindes verloren wurde.
Aus den Videoaufnahmen, die während des Vorfalls in der Nacht gemacht wurden, geht hervor, dass drei Wohnungen niedergebrannt sind und dass die Feuerwehr mit Verspätung (über eine Stunde) im Lager eintraf und die Flüchtlinge die Leiche des toten Kindes selbst entfernen mussten. Die griechischen Behörden seien nicht zur Hilfe gekommen. „Europa, komm und sieh, was passiert“, schreit ein Flüchtling im Video.“ (Bildtext unten)
Augenzeugen berichteten, dass sie sich mehr als fünfmal auf griechisch und englisch an die Feuerwehr gewandt hätten. (Quelle: https://www.efsyn.gr/ellada/koinonia/282850_nekro-prosfygopoylo-apo-fotia-sti-thiba-kataggelloyn-kathysterisi-tis)

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Koufontinas: Sein Tod kann in den nächsten 2 Tagen eintreten.

Von Ralf Kliche
Aufgrund der unmittelbaren Lebensgefahr für Dimitris Koufontinas, der sich seit 49 Tagen im Hungerstreik und seit 4 Tagen im Durststreik befindet, berichten wir über die aktuellen Entwicklungen.           
Gestern, am Donnerstag 25.02., hat der behandelnde Arzt Thodoris Zdoukos den politischen Gefangen im Gefängnis besucht und untersucht. In einer im Anschluss abgegebenen Erklärung machte der Arzt seine Ergebnisse öffentlich. Im Einzelnen heißt es dort:„Heute, Donnerstag, 25. Februar, habe ich den Hungerstreikenden Dimitris Koufontinas besucht, der seit zehn Tagen auf der Intensivstation des Lamia-Krankenhauses behandelt wird. Nach 49 Tagen Hungerstreik zeigt er starke Lethargie, allgemeine Muskelschwäche, Schwindel und Anzeichen von Dehydration.
Eine Hypoglykämie, die von bevorstehenden Elektrolytstörungen begleitet wird, kann jederzeit für das Myokard und das Gehirn tödlich sein. In der kurzen Zusammenkunft, die ich mit ihm hatte, informierte ich den Hungerstreikenden über die Intervention von Tausenden von Bürgern in dem Auftritt des Präsidenten der Republik in den sozialen Medien (1), die Mobilisierungen in Griechenland und im Ausland sowie die wichtigen öffentlichen Erklärungen zur Unterstützung seiner Forderungen.

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Besetzung des griechischen Konsulats für Koufontinas

Berliner Zeitung, 24.02.2021:
„Kreuzberg : Demonstranten besetzen griechisches Konsulat in Berlin
Die Besetzer forderten die Freilassung des inhaftierten Terroristen Dimitris Koufontinas. Die Polizei führte alle Beteiligten ab.
Berlin – Mehrere Demonstranten haben am Mittwoch das griechische Konsulat in Berlin besetzt, um die Freilassung eines inhaftierten Häftlings zu fordern. Wie ein Sprecher der Polizei auf Anfrage der Berliner Zeitung sagte, waren um 12.30 Uhr acht Frauen und ein Mann in das Bürogebäude an der Kreuzberger Mohrenstraße eingedrungen.
Die Eindringlinge sollen Transparente hochgehalten und lautstark die Freilassung des Griechen Dimitris Koufontinas gefordert haben. Koufontinas, der bei einigen als kommunistischer Revolutionär gefeiert wird, soll aufgrund der Haftbedingungen in Griechenland in den Hungerstreik getreten sein. Er soll zuvor entgegen der griechischen Gesetze in ein anderes Gefängnis verlegt worden sein, was zu Protesten geführt hatte.“ weiterlesen

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Dimitris Koufontinas droht zu sterben

Von Achim Rollhäuser, freitag.de:
„Dimitris Koufontinas droht zu sterben
Griechenland. Der autoritäre Kurs der Regierung beschleunigt sich und geht weit über Corona-Maßnahmen hinaus. Jüngstes Beispiel ist die Willkür gegen einen Inhaftierten im Hungerstreik

Seit Jahrzehnten erleben wir ein „Rollback“ des Neoliberalismus, verbunden mit dem Abbau des Sozialstaats und staatlicher Für- und Vorsorge sowie einer Verpflichtung des Individuums zum Selbstschutz. In der Corona-Krise ist das besonders deutlich geworden. Gleichzeitig gilt auch: Es gibt wenig Widerstand gegen politische Maßnahmen und die sozialen Härten, die mit ihnen verbunden sind, weder durch Streiks oder gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen noch auf der Straße, also durch Demonstrationen und Protestkundgebungen, denn die Menschen sorgen sich vor allem um sich selbst. Das verschafft den Regierenden neue Spielräume. In anderen Staaten wird die Situation der Angst vor der Pandemie noch sehr viel mehr ausgenutzt als in Deutschland. Ich will das am Beispiel Griechenlands zeigen.

Lockdown und autoritäre Maßnahmen
Die Lockdowns im Frühjahr und seit Anfang November 2020 bis heute waren und sind in Griechenland schärfer als in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern. Man darf nur aus dem Haus, wenn man eine SMS geschickt (oder eine entsprechende Erklärung ausgefüllt) hat, in der man den Grund angibt. Die Polizei kontrolliert und erhebt bei Verstößen Bußgelder in Höhe von 300 Euro. Man darf nicht besuchen oder besucht werden. Wird man erwischt, drohen Bußen bis zu 3.000 Euro.
Seit Beginn der Corona-Krise sind eine Reihe reaktionärer Gesetze verabschiedet und Notverordnungen erlassen worden. So bescherte man uns ein neues Versammlungsgesetz – abgeschrieben vom entsprechenden Gesetz der Militärjunta (1967-1974) ­–, neue Arbeitsgesetze, die Entlassungen erleichtern und den 10-Stunden-Tag ohne Lohnausgleich erlauben, die „Weltneuheit“ einer Universitätspolizei (mit insgesamt 1.000 Polizisten) – um nur einige zu nennen.“ weiterlesen

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Rechtsextreme Maskengegner protestierten in Athen, Thessaloniki und Patras gegen den Lockdown.

Keeptalkinggreece, 14.02.2021:
„Rechtsextreme Maskengegner haben am Sonntag, dem 14.02.2021 in Athen, Thessaloniki und Patras gegen die Lockdownmaßnahmen protestiert. Trotz der klirrenden Kälte versammelten sie sich mit griechischen Fahnen, riefen Parolen gegen die „Coronavirus-Junta“ und sangen die Nationalhymne.
In einigen Fällen setzte die Polizei Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen.
In Thessaloniki versammelten sich die Demonstranten am Weißen Turm mit griechischen Fahnen und Fahnen mit der Vergina-Sonne, die bei Protesten gegen das Prespes-Abkommen mit Nordmazedonien verwendet wurden.
Sie riefen Slogans wie „Zündet das Parlament an“ und „Nieder mit der Corona-Junta“.
Die Maskengegner waren Berichten zufolge einem Aufruf in sozialen Medien gefolgt, der unter dem Motto „Wir wollen unser Leben zurück“ lief.
Viele Demonstranten trugen nicht die vorgeschriebenen Masken.
Laut lokalen Medien waren starke Polizeikräfte vor Ort, die aber nicht eingriffen. Allerdings warfen vermummte Demonstranten irgendwann Leuchtraketen auf Polizisten, Die Gruppe warf auch andere Gegenstände auf Polizisten und warf Mülltonnen um.
Bei einer Versammlung mit dem gleichen Anliegen in Patras sangen die Demonstranten die Nationalhymne.
In Athen, wo sich etwa 700 Menschen auf dem Syntagma-Platz versammelten, feuerte die Polizei Tränengas ab, als sie versuchten, die Straße zu überqueren und sich dem Parlament zu nähern.

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Sexuelle Gewalt: Kehrtwende der Kulturministerin

Mitsotakis, Lina Mendoni und Dimitris Lignadis

Von keeptalkinggreece 19.2.2021:
„Kulturministerin wendet sich gegen Ex-Nationaltheater-Direktor wegen angeblicher Fälle von sexueller Gewalt
Griechenlands Kulturministerin Lina Mendoni hat einen Beschwerdebericht bei der Staatsanwaltschaft des Obersten Gerichtshofs eingereicht, in dem sie eine umfassende Untersuchung der angeblichen Fälle von sexuellen Übergriffen im Nationaltheater fordert. Die Klage richtet sich Berichten zufolge gegen den ehemaligen künstlerischen Leiter des Nationaltheaters Dimitris Lignadis und folgt einem Sturm von Anschuldigungen gegen ihn, darunter mindestens zwei Klagen von Opfern und immensem Druck durch oppositionelle Medien und soziale Medien.
In einer Pressekonferenz am Freitagmittag sagte die Kulturministerin, dass sie der Justiz alle Dienste und Organe des Ministeriums einschließlich ihrer selbst zur Verfügung stellt, wenn und wo es für notwendig erachtet wird.
„Sexuelle Gewalt ist eine abscheuliche und schändliche Tat“, sagte sie und fügte hinzu: „Wir sind ein Rechtsstaat und deshalb gehen wir den institutionellen Weg, die Justiz.“
Lignadis trat am 6. Februar von seinem Posten am Nationaltheater zurück, als die ersten Vorwürfe auftauchten. Er behauptete, er sei Opfer der MeToo-Bewegung.
Die Ministerin deckte ihn jedoch zunächst mit der Begründung, der Regisseur sei dem Stress der Vorwürfe nicht gewachsen gewesen. Doch der Druck war immens und die Kulturministerin brachte am heutigen Freitag erstmals Lignadis‘ Namen mit den Vorwürfen in Verbindung.

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