Griechische Superliga wieder mit Fans und strengen Auflagen

Süddeutsche Zeitung (dpa) 7. Februar 2025:
Griechische Superliga wieder mit Fans und strengen Auflagen
Athen (dpa) – Nach fast zwei Monaten werden die Spiele der griechischen Fußball-Superliga vom 13. Februar an unter strengen Auflagen wieder vor Zuschauern stattfinden.
„Allein der Wurf eines Feuerwerkskörpers oder anderer Gegenstände wird künftig dazu führen, dass das nächste Heimspiel ohne Zuschauer stattfindet“, kündigte der für den Sport zuständige stellvertretende Kultusminister Giannis Vroutsis am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Athen an.
Die konservative Regierung hatte im Dezember 2023 nach der tödlichen Verletzung eines Polizisten durch randalierende Hooligans angeordnet, dass für mindestens zwei Monate alle Spiele der Superliga vor leeren Rängen stattfinden müssen.“
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Resolution des europäischen Parlaments kritisiert Mitsotakis heftig und ausführlich

Leider gibt es in vielen europäischen Ländern ernsthafte Bedrohungen der Demokratie. Aber während das von einer ganzen Reihe von Ländern bekannt ist, wissen nur wenige, was in Griechenland in den letzten Jahren passiert ist.
Das gilt eher nicht für die Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Unter ihnen wird ein Streit um die Frage ausgetragen, ob Griechenland sich von demokratischen Verhältnissen wegbewegt oder nicht.
Hier stehen Abgeordnete (aus vielen Ländern und vielen Fraktionen), die autoritäre Entwicklungen in Griechenland mit großer Sorge beobachten der konservativen Fraktion im Europäischen Parlament, der „Europäischen Volkspartei“, und extrem rechten Abgeordneten gegenüber.
am 7. Februar verabschiedete das Parlament eine ausführliche „Entschließung“ zur Rechtsstaatlichkeit und Medienfreiheit in Griechenland – mit einer Mehrheit von 330 Stimmen. 254 Abgeordnete stimmten dagegen, 26 enthielten sich.
Wir zitieren hier nur wenige, besonders kritische Stellen des Textes:

„Rechtsstaatlichkeit und Medienfreiheit in Griechenland – Entschließung des Europäischen Parlaments vom 7. Februar 2024 zu Rechtsstaatlichkeit und Medienfreiheit in Griechenland (2024/2502(RSP))
Das Europäische Parlament, …
ist zutiefst besorgt über die äußerst schwerwiegenden Bedrohungen der Demokratie, der
Rechtsstaatlichkeit und der Grundrechte in Griechenland;
…ist zutiefst beunruhigt darüber, dass über diesen Mord [an dem Journalisten George Karaivaz] hinaus viele Journalisten physischen Drohungen, verbalen Angriffen, auch von hochrangigen Politikern und Ministern, Verletzungen ihrer Privatsphäre durch Spähsoftware und strategischen Klagen gegen öffentliche Beteiligung ausgesetzt sind;
…bringt seine tiefe Besorgnis über die zahlreichen Fälle eines übermäßigen Einsatzes von
Gewalt gegen Minderheiten und friedliche Demonstranten im Allgemeinen durch
Polizeikräfte zum Ausdruck;

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Erfolg im Kampf um Strefi

Von Achim Rollhäuser
Manchmal gibt’s auch in diesen politisch eher düsteren Zeiten Lichtblicke bzw. Erfreuliches zu berichten.
In Exarcheia wird schon jahrelang ein Kampf gegen Gentrifizierung und „Touristifizierung“ geführt. Vor drei Jahren akzeptierte die Gemeinde Athen die Zuwendung von Prodea, einer der größten Immobilienfirmen in Griechenland, die angeblich den Strefi-Hügel sanieren bzw. umgestalten wollte . Seitdem gab es intensive Auseinandersetzungen mit dem Demos Athen und der Polizei. Jetzt ist dieser Kampf gewonnen; die neue Stadtverwaltung hat die „Spende“ von Prodea, die nicht sanieren, sondern den Hügel nach ihrem bzw. ihrer Investoren Gusto zu einem geschlossenen und überwachten Park machen wollte, gecancelt.
Wir hoffen, dass jetzt die Stadt die Sanierung des Strefi-Hügels übernimmt. Da ist einiges zu machen, von der Entwässerung – vor allem bei Starkregen werden große Mengen von Erdreich weggespült – über die Beleuchtung bis zu den gepflasterten Wegen und dem Kinderspielplatz.
Des weiteren hat der Staatsgerichtshof am 29.01.24 eine einstweilige Anordnung erlassen, mit der die „Sanierung“ des Parks „Akademie des Plato“ bis zur gerichtlichen Entscheidung über die Hauptsache im April gestoppt wird. Vor Jahren schon ist die Gemeinde Athen mit ihrem Vorhaben gescheitert, dort ein Einkaufszentrum zu errichten. Darauf sind sie vor ein paar Jahren auf die Idee verfallen, im Park ein Museum zu bauen.

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Seenotretter Iasonas Apostolopoulos: eines der größten Staatsverbrechen seit Jahrzehnten

Am 2. Februar 2024 klagte der bekannte Seenotretter Iasonas Apostolopoulos die griechischen Behörden im griechischen Fernsehsender Kontra Channel an. Anlass war die Veröffentlichung des Frontex-Dokuments – siehe Frontex-Grundrechtebüro: Griechische Küstenwache nahm 750 Tote billigend in Kauf.

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Frontex-Grundrechtebüro: Griechische Küstenwache nahm 750 Tote billigend in Kauf

Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

efsyn.gr 01.02.24:
Frontex-Dokument klagt griechische Behörden wegen Pylos-Schiffsunglücks an.
Das Grundrechtebüro der Europäischen Agentur Frontex behauptet, dass die Aktionen der griechischen Küstenwache zur Rettung von Hunderten von Geflüchteten mangelhaft und verspätet waren.
„Es scheint, dass die griechischen Behörden den Beginn der Such- und Rettungsaktion bis zum Zeitpunkt des Schiffbruchs verzögert haben, als es nicht mehr möglich war, alle Menschen an Bord zu retten, dass sie unzureichende und unangemessene Mittel in Anbetracht der Zahl der Menschen an Bord der Adriana bereitgestellt haben und dass sie die von Frontex angebotenen Mittel nicht genutzt haben.“
Die kriminelle Fahrlässigkeit des Staates im Fall des tödlichen Schiffsunglücks in Pylos im vergangenen Juni wird in einem aufschlussreichen Bericht des FRO (Büro für Grundrechte) von Frontex, der als „sensible Information“ bezeichnet wird und von einem Euractiv-Journalisten ans Licht gebracht wurde, enthüllt.
In dem 17-seitigen Dokument [Link s.u.] heißt es unter anderem, dass „wenn wir nach den tatsächlich eingesetzten Mitteln urteilen und die Aussagen einiger Migranten beachten, zu dem Schluss kommen, dass der unmittelbare Fokus der Behörden vor dem Schiffbruch nicht die Rettung gewesen sein kann“.
In den Schlussfolgerungen der FRO wird außerdem den griechischen Behörden eindeutig die Verantwortung für die fatale Verzögerung ihrer Reaktion zugeschoben: „Die griechischen Behörden haben die Ausrufung der Such- und Rettungsaktion offenbar bis zum Zeitpunkt des Untergangs hinausgezögert, als es nicht mehr möglich war, alle Insassen zu retten. Sie setzten unzureichende und angesichts der Anzahl der Personen an Bord der Adriana unangemessene Mittel ein. Die von Frontex angebotenen Mittel nutzten sie auch nicht“.

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Alle freigesprochen im großen Schauprozess auf Lesbos!

Freigesprochene, Rechstanwält:innen und Unterstützer:innen vor dem Gerichtsgebäude auf Lesbos

Im vielleicht größten Prozess in Griechenland zur Kriminalisierung von Geflüchtetenhelfer:innen erreichten die Angeklagten einen großen Etappensieg. Alle 16 Angeklagten wurden vom Berufungsgericht auf Lesbos freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft selbst beantragte den Freispruch. Kein Wunder bei den Unmengen Verfahrensfehlern und von Widersprüchen und lächerlichen Behauptungen der Anklage.
Alle jetzt Freigesprochenen waren wegen ihrer Tätigkeit für die griechische Geflüchteten -Seenot-Rettungsorganisation ERCI angeklagt worden, u.a. wegen Spionage. Es war von Anfang an klar, dass es nur um die Kriminalisierung der Rettung von Geflüchteten ging.
2018 waren vier der Angeklagten drei Monate lang in Untersuchungshaft genommen worden. Seitdem liefen mehrere Gerichtsverfahren gegen sie.
Leider ist für einige das sechsjährige Martyrium noch nicht zu Ende. Parallel zu dem heute beendeten läuft immer noch eine weiteres Verfahren gegen sie.

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Tausende demonstrieren in Griechenland gegen private Universitäten

Keeptalkinggreece, 25. Januar 2024:
Tausende demonstrieren in Griechenland gegen private Universitäten
Tausende von Schülern, Studenten und Lehrern versammelten sich am Donnerstag in Athen und anderen griechischen Städten, um gegen die Gründung von Privatuniversitäten zu protestieren.
Die Demonstranten marschierten von der Universität Athen zum Syntagma-Platz, riefen Slogans und hielten Transparente für eine „kostenlose Bildung für alle“ und „Bildung ist nicht käuflich“ hoch.
Lehrkräfte und Professoren legten ihre Arbeit für drei Stunden nieder, um an der Kundgebung teilnehmen zu können.
Der große Protest verlief friedlich, bis eine Gruppe von schätzungsweise 50 Personen in der Nähe der Polytechnischen Universität Mülltonnen in Brand setzte, einige Schaufenster beschädigte und mit der Polizei zusammenstieß.
Protestkundgebungen fanden auch in Thessaloniki statt, wo die lokalen Medien thesstoday.gr berichteten, dass die Polizei die Kundgebung mit tragbaren Kameras überwachte.
Die Studenten sind entschlossen, ihre Proteste mit Kundgebungen und Besetzungen von Universitäten fortzusetzen.
Es gäbe keinen Bedarf an privater Bildung, wenn die staatlichen Schulen ordentlich arbeiten würden. Die staatlichen Sektoren Bildung und Gesundheit seien eine Schande…“

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Wird aus staatlicher Repression ein Augenöffner gegen Mitsotakis?

Die ganze Welt weiß, dass Mitsotakis illegal überwachen ließ (1) – aber noch kommt er damit durch. Auch seine Helfer werden nicht bestraft.
Sein wichtigster Handlanger war sein Neffe Grigoris Dimitriades als sein damaliger Generalsekretär, direkt verantwortlich für den Geheimdienst. Der verklagte die Journalisten, die über seine persönliche und geschäftliche Verstrickung mit den Firmen, die die Überwachungssoftware nach Griechenland brachten, aufklärten. Am Tag nach der Klage musste er wegen der Überwachungen zurücktreten. Das hindert ihn nicht daran, mittlerweile insgesamt 3,8 Millionen Euro Schadensersatz zu verlangen.
Nach dem ersten Verhandlungstag sieht es allerdings so aus, als ob der Schuss nach hinten losgehen könnte. Die Verteidiger haben überzeugende Zeugen aufgefahren, die Ankläger sagen „weiß ich nicht“.
Vielleicht wird der Versuch der Unterdrückung der Pressefreiheit in eine Anklage gegen das autoritäre System Mitsotakis umgedreht.

Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

Von Ferry Batzoglou, taz 26. 1. 2024:
Abhörskandal in Griechenland: Angriff auf Pressefreiheit
Der frühere Generalsekretär des griechischen Premiers Mitsotakis klagt gegen Athener Medien. Sie berichteten über Beziehungen zu einer Spyware-Firma
„Er fordert 550.000 Euro wegen Verleumdung von zwei Athener Medien und drei Journalisten. Doch vor Gericht erschien er nicht. Grigoris Dimitriadis, Rechtsanwalt, vom 11. Juli 2019 bis zum 5. August 2022 omnipotenter Generalsekretär im Büro des griechischen Premiers Kyriakos Mitsotakis und dessen Neffe, zog es vor, sich am Donnerstag bei der Verhandlung in erster Instanz am Landgericht Athen von zwei Rechtsanwälten vertreten zu lassen. Für ihn sagte eine Zeugin aus, die für seine Kanzlei tätig ist. Auf Schlüsselfragen der Verteidigung erwiderte sie: „Das weiß ich nicht.“
Mehr wussten die Athener Tageszeitung Efsyn, wie die taz eine Genossenschaft, sowie die Athener Investigativplattform Reporters United mit ihrem gleichnamigen Webauftritt. Mit zwei aufwendig recherchierten Enthüllungsgeschichten brachten sie Licht ins Dunkel des gewaltigen Athener Abhörskandals – und Dimitriadis ebenso auf die Palme.“
zum taz-Artikel

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EU-Bürgerinitiative gegen „dreckigen und rassistischen Grenzschutz“

Remember Pylos! Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

migazin.de, 21.1.2024:
„Illegale Pushbacks
EU-Bürgerinitiative gegen „dreckigen und rassistischen Grenzschutz“
Mit einer Bürgerinitiative soll Druck auf die EU-Kommission ausgeübt werden, Gewalt gegen Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen zu unterbinden. Für die Petition werden EU-weit eine Million Unterschriften benötigt. Zeugin berichtet: An der Grenze sind Menschenrechte wertlos – dort zählt nur die Rasse.
Eine aus Italien kommende „Europäische Bürgerinitiative“ fordert die Einhaltung des Verbots von Folter und unmenschlicher Behandlung an den Außengrenzen der EU. Hintergrund der Petition seien die vielen dokumentierten Fälle von Gewalt gegen Schutzsuchende an den EU-Außengrenzen und auch an Landesgrenzen innerhalb der Europäischen Union, sagte Mitinitiatorin Maria Cristina Francesconi am Freitag in Berlin. Schutzsuchende würden von der EU-Grenzpolizei an Einreisen in die EU gehindert oder mit sogenannten illegalen Pushbacks wieder zurückgeschoben.“
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Die Pressekonferenz zur Vorstellung der Initiative kann man sich hier im Video anschauen:
https://youtu.be/u2Z4RD_6U0w

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„Modernes“ Griechenland

Von Yorgos Pagoudis, efsyn 24.01.24 (1):
>„Modernes“ Griechenland
Drei Jahre „Wartezeit“ für die Erdbebenopfer von Samos, schrieben wir am 10.1.2024 (2), da nur 80 Bewohner der Insel eine Entschädigung auf ihren Bankkonten gesehen haben. Die anderen 520 Anträge stapeln sich noch immer in den Büros der zuständigen Behörde, die die Verzögerung mit einem Mangel an Mitarbeitern begründet.

Unter denjenigen, die Geld erhalten haben, befindet sich jedoch die Familie eines engen Mitarbeiters des Abgeordneten der Insel ND, Herrn Stephanadis. Vielleicht ist diese Akte ja versehentlich in die Hände eines zuständigen Beamten gefallen und so weitergeleitet worden.
Warum sollte etwas anderes geschehen sein, das in einem Griechenland der Leistungsgesellschaft und der Chancengleichheit unmöglich ist.<

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