Demokratische und nicht-demokratische Ansätze der Energiewende in Griechenland

Von Isabel Armbrust
Eine Energie-Genossenschaft auf Kreta zeigt, wie eine sozial akzeptierte Energiewende funktionieren kann: Unter Beteiligung der Menschen.
2019 gegründet hat Minoan Energy Community mit Sitz in Arkalochori in Zentralkreta inzwischen rund 1000 Mitglieder: Privatpersonen, Geschäfte, Gemeinden der Region, die Bezirksregierung, das Bistum.
Zwei Solarparks versorgen die Mitglieder mit billigem Strom, weitere sollen dazukommen. Wer 3.300 Euro in die Genossenschaft einzahlt, hat ausgesorgt und erhält den Strom für immer kostenlos. Minoan Energy wirbt denn auch mit dem Spruch: „Bei uns ist Strom nicht nur billig. Es ist deiner“ https://minoanenergy.com/ Der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft Charalampos Giannopoulos, Ex-Bürgermeister von Arkalochori, hat sogar die Vision, dass niemand auf Kreta jemals wieder für Strom zahlen muss.
Doch Griechenlands Regierung, die das Land bis 2025 klimaneutral machen will, setzt nicht auf solche demokratischen Ansätze, sondern auf große Player. Der Marktführer ist Terna Energy, der bereits über 50 Windparks im ganzen Land betreibt. Er ist unlängst von einer Firma aus Abu Dhabi aufgekauft worden.

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„Generalstreik in Griechenland – Griechen gehen wieder auf die Straße“

Von Ferry Batzoglou, taz 9.4.2025:
„Für viele Griechen reicht das Einkommen kaum zum Überleben. Mit einem 24-stündigen Generalstreik wollen sie auf die Verarmung aufmerksam machen.
Wer am Mittwoch nach Athen fliegen wollte, musste leider vertröstet werden: In Griechenland hatten die Dachgewerkschaft der Privatangestellten GSEE sowie die Beamtengewerkschaft ADEDY dazu aufgerufen, im ganzen Land für 24 Stunden die Arbeit niederzulegen. Auch die Gewerkschaft der Fluglotsen machte beim Generalstreik mit.
Schon am 20. November hatte ein 24-stündiger Generalstreik das öffentliche Leben in Griechenland weitläufig zum Erliegen gebracht. Davon betroffen waren auch diesmal Ämter, Behörden, Schulen und Krankenhäuser. Mit Haltetauen wurden die Passagier- und Autofähren an den Pollern am Kai festgemacht. Metro, Busse und Bahnen streikten in den Stoßzeiten.
An den Protestkundgebungen nahmen am Mittwochmittag in Athen, Thessaloniki und Patras erneut Zehntausende teil. Unverändert forderten sie sofortige reale Lohnsteigerungen, die Ausweitung der Tarifverträge, die nur etwa ein Viertel der Angestellten im Privatsektor abdecken, sowie die Wiedereinführung des 13. und 14. Monatsgehalts für die Beamten. Der damalige Finanzminister Jannis Stournaras hatte sie 2012 abgeschafft, er ist ein glühender Verfechter des rigorosen Sparkurses in Athen während der für Hellas desaströsen Zehnerjahren.“
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Oberstes griechisches Gericht: Die Türkei ist für Flüchtlinge kein sicherer Drittstaat

Oktober 2021: Vasilis Papadopoulos (GCR-Präsident), Eleni Spathana (RSA) und Vassilis Papastergiou (Anwalt) reichen die Klage zur Annulierung der Ministerialentscheidung beim griechischen Council of State ein. Foto: RSA

Pro Asyl, 02.04.2025:
»Gerechtigkeit hat das letzte Wort«
Das oberste griechische Gericht hat verkündet: Die Türkei ist für Flüchtlinge kein sicherer Drittstaat. Refugee Support Aegean (RSA), die Schwesterorganisation von PRO ASYL, hatte gemeinsam mit dem griechischen Flüchtlingsrat geklagt. Für sie bedeutet das Urteil einen Erfolg auf ganzer Linie. Ein Interview mit der Anwältin Eleni Spathana von RSA.
Das oberste griechische Gericht, der Council of State, hat am 21. März ein wegweisendes Urteil gefällt: Die Türkei ist kein sicherer Drittstaat für Flüchtlinge. Warum ist dieses Urteil so wichtig?
Das aktuelle Urteil aus Athen ist deshalb so wichtig, weil es die systematische Verletzung der Menschenrechte von Geflüchteten, die in Griechenland Schutz suchen, beendet. Es verringert das Risiko der sozialen Ausgrenzung, der wirtschaftlichen Not, der Obdachlosigkeit und sogar der langen Inhaftierung, die durch die Anwendung des Konzepts des »sicheren Drittlandes« verursacht wurden. Wir arbeiten seit fast einem Jahrzehnt daran, aufzuzeigen, dass die Türkei für Geflüchtete nicht sicher ist.“
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Kundgebung zum Verbrechen in Tempi am 9. April in Berlin

Die Vereinigung griechischer Wissenschaftler Berlin-Brandenburgs ruft zu einer Protestaktion gegen das Verbrechen in Tempi am Mittwoch, den 9. April, dem Tag der griechenlandweitenweiten Streiks , um 18:00 Uhr am Wittenbergplatz in Berlin auf.

Wir organisieren uns in unseren Zusammenhängen! Wir koordinieren uns deutschlandweit! Wir setzen den Kampf fort!
Die Vereinigung griechischer Wissenschaftler in Berlin Brandenburg ruft zu einer Demonstration gegen das Verbrechen in Tempe am Mittwoch, den 9. April, dem Tag des landesweiten Streiks in Griechenland, um 18:00 Uhr am Wittenbergplatz auf.
Wir rufen alle Migrantenorganisationen in Berlin, in Deutschland, alle Migrantinnen und Migranten auf, die Plätze in Deutschland wieder zu überfluten! Wir rufen Berliner KünstlerInnen auf, diese und unsere nächsten Aktionen mit eigenen Aktionen zu unterstützen. Wir drücken unsere Solidarität mit den tausenden Streikenden in Griechenland aus.
Nach dem Treffen der Akteure (15.03.) und der erfolgreichen Kunstaktion „Ein Bild für die Tempi“ (30.03.) machen wir weiter. Wir stärken den Fluss der Infragestellung der Politik, die unsere Bedürfnisse und unsere Träume für die Profite einiger weniger opfert.
Wir kämpfen für unsere Zukunft, für unsere Träume. Dafür, dass die technologischen und wissenschaftlichen Errungenschaften in den Dienst der modernen Bedürfnisse der gesamten Gesellschaft gestellt werden, ohne dass die Kosten dafür in Rechnung gestellt werden.
Denn der Schutz unseres Lebens, unserer Kinder, steht über ihren Profiten. Auch hier in Deutschland, wo auch ein Tempi lauert.

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„Zypern ist griechisch! Fuck die Türkei!“ Ultranationalistismus von ND-Politikern und Marineschülern

Die Marineschüler schreien „Zypern ist griechisch! Fuck die Türkei!“ und die Zuschauer applaudieren.

Dass manche Uniformierte in Griechenland extrem nationalistisch denken, zeigte sich am griechischen Nationalfeiertag, am 25. März. Marineschüler schrien „Zypern ist griechisch! Fuck die Türkei!“ während sie in Athen auf einer der zahlreichen Paraden im Lande marschierten – den Spiegel-Artikel dazu. (1) Der Aufschrei war groß – es sind bereits Strafmaßnahmen gegen einige von den Marineschülern vollzogen worden.
Viel schwerwiegender erscheint uns, dass zwei der politischen Schwergewichte des Sytems Mitsotakis diese Marineschüler verteidigen und von niemendem aus der Regierung deshalb zurückgepfiffen wurden.

Plevris, Voridis und Georgiadis (v.l.n.r.) als Anführer der Postjunta-Partei LAOS vor einem Plakat der Obristenjunta.
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Feministische Bewegung, Gender Studies und der Einsatz geschlechtersensibler Sprache – Eine Betrachtung aus griechischer Perspektive

Zuerst veröffentlicht in Exantas Heft #39, 2024

Von Leona Balatsiou Adjaye
Griechenland hat noch einen langen Weg vor sich, wenn es darum geht, die vollständige Gleichstellung der Geschlechter zu erreichen. Die Herausforderungen reichen von Femiziden und Diskriminierung bis hin zur fortlaufenden #MeToo-Bewegung und zur geschlechtsspezifischen Gewalt, insbesondere während der Covid-19-Pandemie, die feministischen Bewegungen im Land neu entfacht haben. Um jedoch einen sicheren Bezugsrahmen für die Analyse und Bewertung des Gleichstellungsdiskurses im Land zu schaffen, ist es wichtig, die historische Entwicklung des Feminismus anzureißen und gleichzeitig auch die Etablierung und Relevanz der Gender Studies an Universitäten zu beleuchten.

Feministische Bewegungen und demokratische Reformen
Kalliroi Parren (1859-1940) gilt als die Begründerin der feministischen Bewegung in Griechenland. Als Journalistin veröffentlichte sie von 1887 – 1917 ihre an eine weibliche Leserschaft gerichtete und ausschließlich von Frauen betriebene Zeitung Ephimeris ton Kyrion [Journal für die Damen]. Parrens Zeitung wurde zum Meilenstein des sozialen Wandels, indem sie sowohl als Informationsmedium diente, als auch progressive Perspektiven in Richtung Gerechtigkeit und Gleichheit der Geschlechter förderte.

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„Ich bekomme keinen Sauerstoff“: Das ‚Unglück von Tempi‘ und die Unterseite des globalen Kapitalismus

„Das Tempi-Verbrechen
Wir vergessen nicht, wir verzeihen nicht“

Von Gregor Kritidis, berlinergazette.de 26.3.2025:
„Die herrschenden Klassen tun in der Regel alles, um katastrophale Unfälle nicht als das erscheinen zu lassen, was sie oft sind: Produkte des kapitalistischen Normalbetriebs. Als solche offenbaren sie nicht zuletzt die Schattenseiten des herrschenden Systems und schüren soziale Unruhe, wie Gregor Kritidis am Beispiel des schwersten Eisenbahnunfalls in der Geschichte Griechenlands zeigt.
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Am 28. Februar 2023 kollidierte ein aus Athen kommender Intercity bei Tempi mit einem entgegenkommenden Güterzug. 57 Menschen starben, über 80 wurden zum Teil schwer verletzt. Unter den Toten und Verletzten befanden sich viele Studierende aus Thessaloniki, die über das verlängerte Wochenende die Hauptstadt besucht hatten. In den darauffolgenden Tagen kam es zu spontanen Streiks und Protestdemonstrationen gegen die katastrophalen Zustände bei der Bahn seit den Krisenjahren nach 2008.
So wurden mit EU-Geldern digitale Sicherheitssysteme installiert, die aber größtenteils nicht funktionierten; Personal wurde drastisch abgebaut und Neueinstellungen sind aufgrund von Patronage und Vetternwirtschaft schlecht qualifiziert; Wartung und Überwachung von Zügen und Gleisen sind teilweise mangelhaft. Dass es nicht schon früher zu größeren Unfällen gekommen ist, ist nur dem Engagement der Eisenbahner*innen zu verdanken, die mit Überstunden versuchen, die Lücken im System zu kompensieren. Immer wieder hatte die Gewerkschaft auf die zahlreichen Sicherheitsmängel hingewiesen und sie auch zum Gegenstand von Arbeitskämpfen gemacht. Diese wurden jedoch von den Gerichten als ‚missbräuchlich‘ untersagt.Die konservative Regierung Mitsotakis reagierte auf die
Proteste mit dem seit dem Überwachungsskandal kurz nach ihrem Amtsantritt 2019 eingeübten Protokoll der Repression: Demonstrationen wurden von der Polizei niedergeknüppelt, kritische Stimmen als ‚Verschwörungstheoretiker‘ diffamiert.
Das ‚System Mitsotakis‘
Das hat System. Ob Waldbrandkatastrophen im Sommer, Überschwemmungen im Winter, Schmiergeldskandale bei Novartis und Siemens oder die Zusammenarbeit von Justiz und Polizei mit der Mafia: Es wird vertuscht und verschleiert, Kritiker*innen werden bedroht, Opfer kriminalisiert, Sündenböcke gesucht und Verantwortliche nicht bestraft, sondern befördert. Die Verantwortung wird bei ‚ausländischen Mächten‘ wie der Türkei und Russland gesucht oder es wird die Rassismuskarte gespielt.“ Weiterlesen

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Was bewegt Klimabildung?

Einladung zum Themenabend in Verbindung mit dem März-Treffen 2025
von Respekt für Griechenland e. V (RfG)

Zeit:   Dienstag, den 1. April 2025, 18:00-20.00 Uhr
Ort:    Hellenische Gemeinde zu Berlin e.V., Mittelstraße 33, 12167 Berlin
     Nähe S- und U-Rathaus Steglitz

Bei diesem Themenabend diskutieren wir über: Was bewegt Klimabildung?
Im Mittelpunkt dieses Themenabends wird das ERASMUS+Schule-Projekt „Nachhaltige Energienutzung Berlin – Athen“ stehen. Das Projekt wird gemeinsam getragen von Respekt für Griechenland e.V., dem Unabhängigen Institut für Umwelt-fragen UfU e.V. und dem Bildungszentrum für nachhaltige Entwicklung (alle Berlin) sowie in Athen von Community Energy River (CER) und läuft von Anfang 2024 bis Ende 2025. Für Respekt für Griechenland ist es im Bereich Klimapolitik der Schwerpunkt in diesen beiden Jahren.

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Griech*innen berichten am 11. April

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Versammlung zum Tempi-Verbrechen in Berlin am 15.März

Von Berlin nach Athen: Das Verbrechen in Tempi wird nicht vergessen werden!
Mit Georgios Tsaklidis (Angehöriger eines Opfers)

Wir setzen den Kampf organisiert, dynamisch und massiv fort!
Wir koordinieren uns mit anderen Organisationen!
Wir machen aus unserer Wut eine Kraft!

Am Freitag, den 28.02. haben wir uns mit unserer großartigen Versammlung vor der griechischen Botschaft verpflichtet, nicht aufzuhören, uns zu organisieren und unsere Aktionen fortzusetzen! 
Wir werden nicht zulassen, dass dieses Verbrechen vertuscht wird, der Slogan „IHRE PROFITE UNSERE LEBEN“ wird wieder zu hören sein, bis es keine Tempis mehr in unserem Leben gibt.

Wir laden alle in die Griechische Gemeinde zu Berlin (Mittelstraße 33, 12167) ein, am Samstag, den 15.03.25, um 18:30 Uhr, um gemeinsam die nächsten Schritte zu planen.
Beteiligt euch mit Ihrer Meinung, euren Ansichten, euren Ideen!
Mit dabei (online) Georgos Tsaklidis, Vater von Agapi (23), die bei dem Verbrechen in Tempi ihr Leben verloren hat! 

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