Übersetztes Reparationsbuch wird in Griechenland vorgestellt

Zur Vorstellung der griechischen Übersetzung des Buches macht Karl Heinz Roth vom 11. bis zum 16. Februar 2019 eine Rundreise in Griechenland (Thessaloniki,  Katherini, Athen, Distomo, Heraklion – Infos dazu auf griechisch)

Die Reparationsfrage ist nach wie vor ein brisantes und umstrittenes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Während die großen Siegermächte in den ersten Nachkriegsjahren umfangreich entschädigt wurden, gingen die kleineren Länder Europas und zahlreiche Opfergruppen weitgehend leer aus. Zu ihnen gehörte auch Griechenland, das bis auf den heutigen Tag Entschädigungen für die Opfer der Massaker und die Ausplünderung seiner Volkswirtschaft einfordert. Einer umfassenden, alle ehemals besetzten Länder und alle Opfergruppen einschließenden Kriegsentschädigung hat sich die deutsche Machtelite bis heute verweigert. Rezensionen des Buches

Beiträge auf Griechenlandsoli.com zur Reparationsschuld

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Transparency International: „Die Euro-Gruppe agiert als De-facto-Wirtschaftsregierung, ist aber niemandem gegenüber rechenschaftspflichtig“

ORF.at, 5.2.2019:
Mächtig, aber mysteriös
Kritik an „geisterhafter“ Euro-Gruppe
Sie hat sich während der Euro-Krise zu einem der einflussreichsten Gremien der EU gemausert und sitzt in Sachen Wirtschaftspolitik bis heute an den Schalthebeln: die Euro-Gruppe. Doch so mächtig sie ist, so mysteriös ist sie auch. Dass ihre Entscheidungen weitgehend hinter geschlossenen Türen getroffen werden, kritisiert nun Transparency International. Dort ortet man Geheimniskrämerei und mangelnde demokratische Kontrolle.
Die Euro-Gruppe könne einem „fast geisterhaft“ erscheinen, schreibt Transparency in dem am Dienstag präsentierten Bericht. „Sie ist nicht in den EU-Verträgen verankert, ihre Mitglieder behaupten manchmal, keine Entscheidungen zu treffen, sie hat kein Personal und kein Hauptquartier“ – und keinen Twitter-Account. Nicht einmal Beschlüsse darf das informelle Gremium offiziell treffen.
Und doch handle es sich bei der „mysteriösen“ Euro-Gruppe um eine „De-facto-Wirtschaftsregierung“, deren Entscheidungen Auswirkungen auf das Leben von Millionen Europäerinnen und Europäern haben – bis heute, wie der jüngste Budgetstreit zwischen der EU und Italien zeigt. Transparency kritisiert nun, dass die Arbeitsweise des Gremiums und ihre Rolle im EU-Gefüge undurchsichtig sei. Durch diese Unklarheit sei die Euro-Gruppe niemandem Rechenschaft schuldig, was wiederum Fragen ihrer Legitimität aufwerfe.“ weiterlesen

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Tsipras hat jetzt Mehrheit im Parlament – zum ersten Mal ohne ANEL

die neuen Tsipras-Unterstützer*innen

Am 4. Februar 2019 erklärten sechs Parlamentsabgeordnete offiziell gegenüber dem Parlamentspräsidenten Nikolaos Voutsis (Syriza), dass sie in Zukunft für die Gesetzesvorschläge der Syriza-Fraktion stimmen werden. Vier von ihnen gehörten früher der ANEL an, die Stellvertretende  Ministerin für öffentliche Ordnung Katerina Papakosta der Nea Demokratia und ein Abgeordneter der PASOK, bzw. deren Nachfolgepartei KINAL. Damit wird die Syriza-Regierung jetzt von 151 der 300 Abgeordneten gestützt.  Diese Entwicklung ist vor allem eine Folge der parlamentarischen Anerkennung des Abkommens mit Nord-Mazedonien.  Wassilis Aswetopoulos beschreibt den Transfermarkt der Abgeordneten.
Mehr Infos zu Vorgang am 4.2.2019

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Faschistische und liberale Kirchenfürsten

Die Flagge der Griechisch-orthodoxen Kirche; von Flanker – byzantine-flag.gif, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1812107

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis, 03. Februar 2019:
„Was darf die Kirche?
Griechenland: Metropolit wegen Hetzschrift verurteilt
Der Metropolit von Kalavrita, Amvrosios, wurde am Montag vergangener Woche in zweiter Instanz, vom Drei-Mitglieder-Niederlassungsgericht von Aigio, zu einer auf drei Jahre Bewährung ausgesetzten Haftstrafe verurteilt.
Das Gericht in der westgriechischen Kleinstadt auf dem Peloponnes befand ihn der Straftaten der öffentlichen Aufstachelung zu Gewalt oder Hass und des Missbrauchs kirchlicher Ämter schuldig. Der in erster Instanz zunächst frei gesprochene Kirchenfürst möchte dies nicht auf sich sitzen lassen, er zieht vor die nächste Instanz, den Areopag.“ weiterlesen

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„Ein Viertel der Griechen muss im Winter frieren“

frierenGriechenland Zeitung, 01. Februar 2019:
„Ein Viertel der griechischen Bürger (24,7 %) sieht sich außerstande, seine Wohnräume in den Wintermonaten genügend zu heizen. Griechenland verzeichnet damit den dritthöchsten Wert innerhalb Europas. Zu diesen Ergebnissen kam eine Statistik von Eurostat, die in diesen Tagen veröffentlicht wurde.
Noch größere Schwierigkeiten beim Heizen im Winter hat die Bevölkerung in Litauen und Bulgarien: Dort gaben 28,9 % bzw. 36,5 % an, mit entsprechenden Problemen zu kämpfen.“ weiterlesen

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Die Kolonisatoren sind not amused

Das laute Grummeln der Quadriga ob des ungezogenen Zöglings Hellas ließ nicht lange auf sich warten.  Die Euro Working Group am 31.1.2019 kritisierte, dass die griechsche Regierung nicht spuren würde. Besonders die Erhöhung des Mindestlohns ist den europäischen Mächtigen ein Dorn im Auge. Siehe dazu den Bericht dazu auf ekathimerini.com.

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Metropolit Ambrosios zu sieben Monaten Haft verurteilt (ausgesetzt als Bewährungsstrafe von drei Jahren)

Metropolit Ambrosios im Kreise seiner Freunde von der Goldenen Morgenröte anlässlich einer Veranstaltung zur Namensfrage im Mazedonien-Streit

Ralf Kliche berichtete im März vergangenen Jahres über das Gerichtsverfahren gegen den Metropoliten Ambrosios von Kalavrita auf dem Peleponnes. Ambrosios hatte in seinem Blog erklärt, Homosexuelle seien „keine Menschen“, man müsse auf sie spucken: „Homosexualität ist ein Verstoß gegen die Naturgesetze. Sie ist ein soziales Verbrechen. Sie ist eine Sünde. Wer sie ausübt oder unterstützt, ist kein normaler Mensch. Sie sind Abschaum der Gesellschaft.“ Außerdem sagte, er würde Schwule töten.
Damals wurde er freigesprochen, was heftige Proteste auslöste.
Jetzt verurteilte ihn im Berufungsverfahren ein Gericht zu sieben Monaten Haft. allerdings wird die Strafe für drei Jahre als Bewährungsstrafe ausgesetzt. (Quelle)

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Tsipras verkündet Erhöhung des Mindestlohnes

Deutsche Welle, 28.1.2019: „Die Steigerung von 586 auf 650 Euro im Monat soll am 1. Februar in Kraft treten, wie Tsipras im Staatsfernsehen (ERT) mitteilte. Das Vertrauen in die Wirtschaft wachse und man könne es sich jetzt leisten. Zudem schulde man es denjenigen, die unter der Krise am meisten gelitten hätten, sagte Tsipras. Die Erhöhung beträgt rund elf Prozent. Der Mindestlohn war im Zuge der Finanzkrise von 751 Euro im Jahr 2009 auf 586 Euro im Jahr 2012 gesenkt worden. (Quelle)
Der reduzierte Mindestlohn für Menschen unter 25 soll abgeschafft werden. Er betrug 510 Euro.(Quelle)
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Kolonisatoren bei der Arbeit

Vom 21. bis zum 25. Januar weilten Abgesandte der Quadriga (Troika plus ESM, d.h. EU-Kommission, EZB, ESM und IWF) in Athen, um das „Kreditregime“ zu praktizieren. Sie planten mit den Vertreter*innen der griechischen Regierung die nächsten politischen Entscheidungen. (Quelle)
Obwohl Griechenland angeblich seine Souveränität zurück gewonnen haben soll, entscheidet nach wie vor die Quadriga. Da ging es z.B. um eine (geringe) Erhöhung des Mindestlohnes und die Frage, in welchem Umfang Erstwohnungen vor Pfändungen geschützt bleiben sollen. Endgültig entschieden wird Ende Februar, aber der IWF veröffentlichte am 25. Januar schon mal seine Vorstellungen. Es sind Rezepte as usual: Liberalisierungen als Allheilmittel und Kürzungen von sozialen Regelungen. Die anderen Mitglieder der Quadriga gaben sich schweigsamer, aber ihre Meinungen unterscheiden sich kaum von der des IWF.
Die Griech*innen müssen abwarten bis ihnen mitgeteilt wird, welche Krümel ihnen zugestanden werden.

 

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Rechtsgutachten: Abschaffung der Demokratie in Griechenland durch das Kreditregime

Gregor Kritidis
rezensiert das Buch von Giorgios Kassimatis, Das inhumane Kreditregime über Griechenland. Westfälisches Dampfboot. Münster 2018.
Ist es möglich, die Demokratie in der Europäischen Union zu thematisieren, ohne über die Krisenpolitik der EU gegenüber Griechenland zu sprechen? Es ist möglich, wie eine neuere, von der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebene Studie zur Demokratie in der EU zeigt.1 Das Beispiel belegt, dass die demokratischen Implikationen der Staatsschuldenkrise in Südeuropa und in Irland bislang nichts ins Zentrum der Debatte gerückt worden sind. Die demokratischen Traditionen in Europa werden auf allen Ebenen zunehmend von rechtsnationalistischen Kräften herausgefordert. Gleichzeitig werden jedoch die demokratischen Institutionen sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene von den zentralen politischen Akteuren in der EU selbst in Frage gestellt. Die Krisenpolitik der EU gegenüber Griechenland ist dafür ein hervorstechendes Beispiel, dessen Konsequenzen seitens der politischen Linken und der sozialen Bewegungen bisher kaum ausreichend diskutiert worden sind, sieht man einmal von der herausragenden Studie von Etienne Schneider sowie einigen wenigen anderen Publikationen ab.2 Weiterlesen

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