Bauernopfer der deutschen Politik?

Der Ort Anogia auf Kreta, 1944 von Deutschen zerstört

Die Bundeswehr reagierte äußerst schnell. Sie feuerte zwei junge Offiziere, weil sie am 14. April auf Kreta eine griechische Flagge von einem Mast heruntergeholt und stattdessen die deutsche Flagge gehisst hatten (siehe hier). Angesichts der Gräueltaten deutscher Soldaten während des zweiten Weltkrieges gerade auf Kreta war dies eine unglaubliche Provokation. Die deutschen Offiziere nahmen auf Kreta an einem NATO-Lehrgang teil. Wir halten die Entlassungen der Offiziere für die richtige Reaktion. Trotzdem drängt sich die Frage auf, ob sie – zumal so schnell, nach weniger als einer Woche – erfolgt wäre, wenn das griechische Parlament nicht gerade jetzt Reparationen von Deutschland gefordert hätte (und die deutschen Medien dies tatsächlich aufgegriffen hätten). Es wäre auch zu peinlich angesichts dieses gerade hochkochenden Themas deutsche Offiziere mit einer derartigen Provokation davonkommen zu lassen. Quelle

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Wahlkampf? Oder ernsthafte Absicht?

Ralf Kliche zur Einschätzung der Entschädigungsforderungen, u.a. der Bedeutung deutscher Unterstützung der Forderungen

Griechische Ausgabe von Karl-Heinz Roths und Hartmut Rübners „Reparationsschuld“

Am Mittwoch-Abend, 17.04.2019 hat das griechische Parlament mit großer Mehrheit eine Resolution beschlossen, nach der Griechenland weiterhin auf Reparationsforderungen gegenüber Deutschland besteht, die sich vorrangig aus der deutschen Besatzungszeit während des Zweiten Weltkrieges ergeben. In diesem Zusammenhang wurde das Thema deutscher Reparationen auch von deutschen Medien wieder aufgegriffen. Die oft erfreulich kritische Berichterstattung dort gibt teilweise auch den Forschungsergebnissen von Karl-Heinz Roth und anderen Historikern an der Bremer Stiftung für Sozialgeschichte angemessenen Raum. Sie hatten die Diskussion durch die von Roth und Hartmut Rübner vorgelegte Studie „Reparationsschuld“ neu befeuert – auch in Griechenland, nachdem zum Jahresbeginn eine griechische Übersetzung vorgelegt wurde.

Die Parlamentsdebatte und die Resolution widersprechen zumindest auf den ersten Blick meiner hier im Januar vorgelegten skeptischen Beurteilung des Willens der griechischen Regierung, das Thema der Reparationsforderungen zukünftig aktiv voranzutreiben. Weiterlesen →

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„Riexinger und Schwan halten Reparationsforderungen für berechtigt“

Gesine_Schwan

Gesine Schwan, Vorsitzende der SPD-Grundwertekommission

Von Tilman Schröter, tagesspiegel.de, 18.4.2019:
„Entschädigung für Griechenland –
Riexinger und Schwan halten Reparationsforderungen für berechtigt

Der Linken-Chef nennt Deutschland verantwortlich für die „durch die Wehrmacht verübten Verbrechen”. Er fordert die Bundesregierung zum Dialog auf.
Linken-Chef Bernd Riexinger hat die Haltung der Bundesregierung zu den Reparationsforderungen Griechenlands kritisiert. „Wir haben als deutsche eine geschichtliche Verantwortung für die in Griechenland durch die Wehrmacht verübten Verbrechen. Dem müssen wir uns stellen“, sagte Riexinger dem Tagesspiegel. „Die Bundesregierung darf sich hier nicht auf juristische Spitzfindigkeiten zurückziehen, sondern muss mit der griechischen Regierung in Dialog treten. Das ist auch eine Frage des Respekts für die Opfer.“ Die Forderung der Griechen nach Reparationen halte er dabei für berechtigt, es sei jedoch verfrüht über irgendwelche Summen zu sprechen, sagte Riexinger. Man müsse sich nun gemeinsam an einen Tisch setzen.“ weiterlesen

 

 

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Informativer Beitrag der Tagesschau zur Parlamentsdebatte über die Reparationsforderungen

von der Netzseite Tagesschau.de

Tagesschau.de berichtet erstaunlich kritisch – K.H. Roths Buch zur Reparationsschuld wird ausführlich gewürdigt:
Stand: 17.04.2019 13:38 Uhr, Von Michael Lehmann, ARD-Studio Athen
>Griechische Reparationsforderungen
„Es verjährt nichts“
Das griechische Parlament diskutiert heute erneut über Reparationsforderungen an Deutschland. Die Bundesregierung sieht das Thema als erledigt an, doch ein Bremer Historiker liefert neuen Zündstoff.
Etwa 330.000 Griechen starben durch den Beutezug der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Sie wurden von Wehrmachtssoldaten ermordet oder verhungerten, weil sie Lebensmittel abgeben mussten und manchmal auch die ganze Ernte auf den Feldern an die Besatzer verloren hatten.
„Griechenland wurde systematisch ausgeraubt“
Der Historiker Karl Heinz Roth hat zusammen mit anderen Forschern jahrelang untersucht, welche Schäden während der deutschen Nazi-Herrschaft in Griechenland entstanden sind:
„Als Griechenland besetzt wurde, wurde es systematisch ausgeraubt. Erst die Tabakernte vieler Jahre, dann wurden die Rohstoffreserven erbeutet, vor allem Chromerze. Die Deutschen haben die gesamte griechische Handelsflotte konfisziert. Sie haben sie bis zu ihrem Rückzug zu Dreiviertel vernichtet. Und bei ihrem Rückzug haben sie die griechische Infrastruktur zum größten Teil vernichtet.“< weiterlesen

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Griechisches Parlament debattiert über Reparationsforderung

Distomokleinezeitung.at, 17.4.2019: „Griechisches Parlament debattiert über Reparationsforderung
Das griechische Parlament will an diesem Mittwoch über den künftigen Umgang mit Reparationsforderungen an Deutschland entscheiden. Eine vom Parlament einberufene Expertenkommission hatte vor drei Jahren den Umfang der Forderungen auf mindestens 289 Milliarden Euro beziffert.
Enthalten sind in der Summe eine Zwangsanleihe, die Griechenland der Deutschen Reichsbank während des Krieges gewähren musste, sowie Zahlungen für Kriegsverbrechen und -schäden. Deutschland sieht das Thema als erledigt an; die Regierung in Berlin stützt sich dabei auf den 1990 zur Wiedervereinigung unterzeichneten Zwei-plus-Vier-Vertrag, in dem es heißt, es seien „keine weiteren Reparationen“ vorgesehen. weiterlesen
Siehe auch „Tsipras Versprechungen Reparationen einzufordern“

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Wie wird in der Bundeswehr über die Kriegsschuld Deutschlands gegenüber Griechenland aufgeklärt?

Wie wird in der Bundeswehr über die Kriegsschuld Deutschlands gegenüber Griechenland aufgeklärt? Diese Frage stellt sich angesichts der Provokation von Bundeswehrsoldaten, die sich in einem NATO-Trainingslager aufhielten.
Focus.de, 16.4.2019: „10 Monate auf Bewährung. Deutsche Marinesoldaten sorgen für Flaggen-Eklat auf Kreta.
Der Flaggen-Eklat auf Kreta ist nach Angaben der Marine in Rostock von zwei Bundeswehrsoldaten verursacht worden. Die Männer hatten die griechische Flagge auf einem Felsplateau gegen eine deutsche ausgetauscht. Nach Marine-Angaben vom Dienstag sollen die beiden Soldaten wegen des Vorfalls nach Deutschland zurückgeholt werden.
Die beiden 23-Jährigen waren am Montag von einem griechischen Gericht wegen der Verunglimpfung nationaler Symbole im Schnellverfahren zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.“ weiterlesen 

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Athen: zwei von Geflüchteten besetzte Häuser geräumt

Am 11.4.2019 räumten ca. 200 Polizisten die beiden hauptsächlich von Geflüchteten bewohnten besetzten Häuser Babylon und Azadi im Bezirk Exarchia. Weiterlesen →

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Varoufakis: Deutsche Bank fusioniert mit Commerzbank ergäbe einen gigantischen Zombie

deutsche bankHandelsblatt, 27.03.2019: „Die Begründung für die Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank ist die Gründung eines nationalen Champions, der groß genug sei, um mit amerikanischen Investmentbanken zu konkurrieren. Es folgen die Gründe, warum wir von „Demokratie in Europa“ gegen diese Fusion kämpfen.
Die Commerzbank hat acht Jahre lang kontinuierlich ihre Kosten gesenkt, erzielt aber nur Gewinne von weniger als einem Dollar pro Aktie. Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist seit 2010 von 77 auf acht US-Dollar gefallen, der Marktwert ist bis heute niedriger als vor der Bankenkrise, und die Eigenkapitalrendite ist negativ.
Wenn Deutsche Bank und Commerzbank fusionieren, dann stehen wir vor einer potenziellen Katastrophe. Zusammen haben die beiden Banken ausstehende Kredite von zwei Billionen Dollar, während ihr Wert unter 30 Milliarden Dollar liegt. Diese Kluft zwischen dem Wert der fusionierten Bank und ihren Krediten wäre der Beleg für die Erschaffung eines gigantischen „Zombies“.“ weiterlesen

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Trotz des Urteils des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte: minderjährige Unschuldige bleiben im Gefängnis

Unbegleitete Kinder stehen in einem Gefängnis der griechischen Polizei Schlange für ein Abendessen. © 2015 Kelly Lynn Lunde

Radio Dreyeckland, 11.4.2019: Griechenland – Human Rights Watch kritisiert Untätigkeit nach dem Urteil gegen die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Polizeizellen
Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisiert die Untätigkeit der griechischen Behörden gegen die Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Polizeizellen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte Griechenland im März verurteilt wegen der ungerechtfertigten und unwürdigen Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen auf Polizeiwachen [Wir berichteten]. Die griechischen Behörden hatten behauptet, die Unterbringung der Minderjährigen auf Polizeiwachen diene ihrem Schutz.
Laut Human Rights Watch befanden sich Ende März, also nach dem Urteil, immer noch mehr als 80 unbegleitete Minderjährige in sogenannter „Schutzhaft“ auf Polizeiwachen oder in Abschiebehaftanstalten.“ weiterlesen
Die Stellungnahme von Human Rights Watch (englisch)

 

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Respekt für Griechenland e.V.: Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland

Aus dem Positionspapier:
Deutsche Kriegsschuld und Verpflichtungen gegenüber Griechenland
„Wir richten drei Forderungen, die wir für vordringlich und für zeitnah erfüllbar halten, an den Bundestag und die Regierung der Bundesrepublik Deutschland:
o Rückzahlung des Zwangskredits, den das „Deutsche Reich“ von Griechenland erpresste
o Erstattungen an die Jüdische Gemeinde Thessaloniki: Lösegeld und Bahnfahrkarten
o Unterstützung der nachhaltigen Entwicklung des ländlichen Raums – unter besonderer Berücksichtigung von Opfergemeinden
.“

Erstunterstützer
Aus der Politik u.a:
Katja Keul, MdB, Bündnis 90/ Die Grünen
Jan Korte, MdB, Die Linke
Kevin Kühnert, Juso-Bundesvorsitzender, SPD
Claudia Roth, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestag, MdB, Bündnis 90/ Die Grünen
Gesine Schwan, Vorsitzende der SPD Grundwertekommission
Axel Troost, stellvertretender Vorsitzender der Partei Die Linke
Aus Kultur und Wissenschaft u.a.:
Shermin Langhoff, Intendantin Maxim Gorki Theater, Berlin
Jeanine Meerapfel, Präsidentin der Akademie der Künste, Berlin
Thomas Ostermeier, Künstlerischer Leiter Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin
Ingolf Pernice, Europarechtler
Christoph Schminck-Gustavus, Veröffentlichungen zur deutschen Besatzung Griechenlands
Stefanie Schüler-Springorum, Direktorin des Zentrums für Antisemitismusforschung, TU Berlin
Andres Veiel, Autor, Theater- und Filmregisseur
Aus Vereinigungen u.a.:
Sharon Adler, Stiftung Zurückgeben
Annelie Buntenbach, im Geschäftsführenden Bundesvorstand des DGB
Klaus Holz, Generalsekretär der Evangelischen Akademien in Deutschland
André Schmitz, Schwarzkopf Stiftung Junges Europa
Klaus Stähle, UnternehmensGrün/ Bundesverband der grünen Wirtschaft
Jutta Weduwen, Geschäftsführerin der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. Weiterlesen →

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