Crowdfunding für die Gerichtskosten im Fall der Folter von Vasilis Maggos durch die Polizei

https://www.firefund.net/vasileiosmaggos

Im Sommer 2020 eskalierte der Kampf gegen die Müllverbrennung durch AGET-Lafarge (Holcim) in Volos mit einer großen Demonstration am 13. Juni vor dem AGET-Werk. Der staatliche Unterdrückungsapparat übernahm auf Geheiß der Wirtschaftsinteressen die Aufgabe, den Volksaufstand gegen die Müllverbrennung zu unterdrücken und die Stadt in Grabesstille zu versetzen. Zwei Tage lang agierten die Polizeikräfte wie eine Besatzungsarmee in der Stadt Volos. Sie schlugen Demonstrant:innen an verschiedenen Orten der Stadt, schickten Dutzende ins Krankenhaus, erstickten den Ort der Demonstration mit Gas, verhafteten Demonstrierende, terrorisierten Menschen jeden Alters, die an der Demonstration teilnahmen, drangen in die Häuser von „Verdächtigen” ein und bauten ein ausgedehntes Netzwerk zur Überwachung von Aktivist:innen auf. Der Höhepunkt der geplanten und vorab beschlossenen Unterdrückungskampagne war die brutale Prügelattacke und Folterung von Vasilis Maggos am Tag nach der Demonstration. Ein Vorgang, der einen Monat später, am 14. Juli 2020, zu seinem Tod führte.

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Geopolitik statt Klimapolitik: Was Mitsotakis und Trump eint

Er war in Athen nicht anwesend, aber wohl der mächtigste Akteur

Von Isabel Armbrust
Am 6. und 7.11. trafen sich in in Athen Vertreter aus 23 europäischen Staaten und den USA zur 6. Konferenz der „Partnerschaft für transatlantische Energiekooperation“, P-TEC. Es ging um die Neuausrichtung der europäischen Gasversorgung, weg von Russland, und um Geopolitik. Donald Trumps globale Energiestrategie weist Griechenland dabei eine wichtige Rolle zu: Athen soll künftig per Schiff angelandetes amerikanisches Flüssiggas in die Pipelines nach Süd- und Osteuropa einspeisen und damit zur Gasdrehscheibe Europas werden.
Am Rande der Konferenz hat Athen zudem mit Exxon Mobil sowie dem Konsortium HelleniQ Energy-Energean einen Vertrag zur Erkundung und Förderung von Erdgas aus griechischen Offshore-Gebieten unterzeichnet.
Mitsotakis, der gerne Griechenlands Fortschritte beim Ausbau der Erneuerbaren präsentiert und der die für die Weltklimakonferenz in Belém feinjustierten europäischen CO2-Reduktionsziele (90 Prozent Reduktion bis 2040 gegenüber 1990) mitträgt, sprach von einem „neuen Kapitel in der Energiegeschichte Griechenlands”. Ein Signal an die US-Regierung, dass man nun eher deren fossile Prioritäten unterstützt?
Das vermutet jedenfalls Antonis Telopoulos in seinem aktuellen Beitrag auf efsyn (s.u.).

Von Antonis Telopoulos, efsyn 8.11.2025:
Trumps Energie-„Doktrin“ und Athen
…Präsident Trumps energiestrategisches Modell führt über Athen. Dies könnte durchaus der Titel sein, der die Ergebnisse der entscheidenden Konferenz zur transatlantischen Energiekooperation zusammenfasst, die letzte Woche im Zappeion-Palast stattfand.

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Book Presentation & Open Discussion in Berlin

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Diskussion mit dem ERT-Journalisten Giorgos Pappas über die politische Lage in Griechenland

„Liebe Freundinnen und Freunde,

in den letzten Jahren ist Griechenland aus dem Fokus der deutschen Medien verschwunden. Wenn, dann wird über Griechenland wegen seiner wirtschaftlichen Erfolge und der Überwindung der Schuldenkrise berichtet. Die Regierung der Nea Demokratia spricht von einer succsess story. Der Lack hat aber in den letzten zwei Jahren große Kratzer bekommen. Die Steigerung der Preise von Lebensmitteln und Energie sowie auch die steigenden Immobilien- und Mietpreise haben das Leben vieler armer Griechen:innen noch schwerer gemacht und die Schere zwischen den Profiteuren und Verlierern des Wirtschaftswachstums vertieft. Skandale erschüttern das Land. Ein Gefühl der Perspektivlosigkeit und Misstrauen gegenüber den Institutionen und politischen Aktivitäten greifen um sich.

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Privatschulden von Griech*innen dramatisch hoch

Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

Nirgendwo in Europa können vergleichbar viele Menschen nicht sparen
Das Geld fließt zum Großkapital

Von Ferry Batzoglou, taz 28.10.2025:
Negative Sparquote in Griechenland
Der Staat hat Geld, die Griechen sind pleite
Griechische Privathaushalte konnten 2024 das dritte Jahr in Folge nicht sparen. Gleichzeitig wächst die Wirtschaft. Das ist ein Sonderfall in der EU.
Für die Griechen war 2024 – ökonomisch gesehen – ein weiteres verlorenes Jahr. Zwar stieg das verfügbare Einkommen der griechischen Privathaushalte um 6,9 Milliarden Euro von 151,7 auf 158,6 Milliarden Euro, das bedeutet ein Plus von 4,5 Prozent. Zugleich nahmen ihre Konsumausgaben von 155,4 Milliarden Euro im Jahr 2023 um 7,2 Milliarden Euro auf 162,6 Mrd. Euro im Jahr 2024 zu, wie jetzt veröffentlichte Daten des Statistischen Amts der Europäischen Union zeigen – ein Anstieg von 4,6 Prozent.
Somit fiel die Sparquote der Privathaushalte 2024 mit einem Minus von 2,5 Prozent negativ aus. „Negativ“ heißt, die Griechen konnten nicht nur nichts auf die hohe Kante legen. Sie mussten vom Ersparten leben, falls vorhanden. Damit war 2024 das dritte Jahr in Folge mit einer negativen Sparquote. 2023 schloss mit einem Minus von 2,4 Prozent, 2022 mit einem Minus von 5 Prozent.“
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Screening des Films „Pyrgoi 1944“

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Arbeiten wie im Mittelalter

Von Kurt Stenger, nd Die Woche:
Arbeiten wie im Mittelalter
Griechische Regierung führt Möglichkeit eines 13-Stunden-Tages ein.
Unternehmer feiern Flexibilisierung
Auch zwei Generalstreiks konnten es nicht verhindern: Das griechische Parlament stimmte am Donnerstag mit der Mehrheit der konservativen Regierungspartei Neue Demokratie (ND) einem heftig umstrittenen Arbeitsgesetz zu. Dieses führt die Möglicheit eines 13-Stunden-Tages und weitere Maßnahmen für »Hyper-Ausbeutung« ein, wie die Gewerkschaften kritisieren.
Bei der dreitägigen Debatte in Athen kam es zum Schlagabtausch mit den Oppositionsparteien, die die Rücknahme des Gesetzentwurfs wegen verfassungsrechtlicher Einwände verlangten. »Allein die Tatsache, dass wir hier über einen solchen Gesetzentwurf diskutieren, ist inakzeptabel, beschämend und rückständig«, kritisierte Efi Achtsioglou, Abgeordnete der Syriza-Abspaltung Neue Linke. Laut Dimitrios Mantzos von der sozialdemokratischen Pasok wird die Reform »die Arbeitsbeziehungen deregulieren, die Arbeitsplatzunsicherheit erhöhen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben beeinträchtigen«.
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Veranstaltungen zur Unterstützung der besetzten Häuser Prosfygika in Athen

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Mitsotakis im Krieg gegen die inneren Feinde

Die Namen der 57 Toten von Tempi vor dem Denkmal des Unbekannten Soldaten

Wir berichteten über den Hungerstreik von Panos Routsis vor dem Parlamentsgebäude, der zu einem großen Erfolg führte.(1) Einen Beitrag zum Ende des Hungerstreiks gaben wir den Titel Routsis habe „das Mitsotakis-System besiegt“. Die Antwort des Ministerpräsidenten zeigt ihn als würdigen Jünger von Donald Trump. Er sagt kein Wort zum breit öffentlich ausgetragenen Streit um die Forderungen von Panos Routsis. Routsis forderte eine Exhumierung, um feststellen zu lassen, ob es sich überhaupt um Überreste seines Sohn handelt, und um untersuchen zu lassen, ob Explosionsstoffe nachweisbar sind – was die ungeheuere Explosion erklären könnte, die so viele Menschen tötete. Dass illegale Explosionsstoffe im Zug waren, hatte Mitsotakis hastig ausgeschlossen – ohne dass Untersuchungsergebnisse vorlagen. In seinem Staat ist halt alles gut.
Nach 23 Tagen des Hungerstreiks von Panos Routsis und einer gewaltigen Solidarisierung mit ihm waren der „Stabsstaat“ (1 Wikipedia?) von Mitsotakis und seine Justiz gezwungen, nachzugeben.
Mitsotakis war natürlich not amused. Und er rächte sich á la Trump. Natürlich äußerte er sich über ein soziales Medium – wie Trump (2). Er verkündete am Sonntag: Weil er für die Zukunft ausschließen werde, dass unwürdige „Veranstaltungen“ vor dem Denkmal des Unbekannten Soldaten (3) stattfinden, lasse er noch innerhalb einer Woche ein Gesetz verabschieden, das „die ausschließliche Verantwortung für den Schutz und den ordnungsgemäßen Betrieb des Unbekannten Soldaten“ dem Verteidigungministerium überträgt. Das Gesetz soll bereits heute (15.10.) im Parlament eingebracht werden.
Zuletzt war es die Obristendiktatur, die bis 1974 das Militär auf dem Syntagma-Platz verhindern ließ, dass dort unerwünschte Versammlungen stattfanden.
Mitsotakis macht es Trump nach: Auch er setzt Militär gegen die „inneren Feinde“ ein.

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Vater von Tempi-Opfer besiegt das Mitsotakis-System

Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

Der Hungerstreik von Panos Routsis, der seinen Sohn durch das Tempi-Verbrechen verloren hat führte zu einem großartigen Erfolg. Siehe dazu „Beeindruckende Solidarität mit Vater eines Tempi-Opfers – Die Menschen wollen eine Demokratie ohne Vertuschungen

Von Dimitris Kanellopoulos, efsyn 07.10.25:
Regierung und Justiz gemeinsam am Abgrund
Eine enorme kommunikative Niederlage für die Regierung
Es war ein großer Sieg für Panos Routsis und die anderen Eltern der Kinder, die bei dem Verbrechen von Tempi ums Leben kamen. Routsis hatte zu 100 % Recht bekommen und schaffte es mit seinem 23-tägigen Hungerstreik, ganz Griechenland auf seine Seite zu bringen.
Die Regierung und die Justiz gehen als schwere Verlierer hervor. Auf allen Ebenen. Insbesondere die griechische Justiz, die sich den Umständen nicht gewachsen zeigte, indem sie ihre engen Beziehungen zur Regierung offen zur Schau stellte und damit jeden Gedanken an Gewaltenteilung zunichte machte. Der Justizminister Floridis sagte, er gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft bald positiv auf den Antrag von Routsis reagieren werde und der Minister Adonis Georgiadis sagte „Wir wollen toxikologische Untersuchungen – Der Antrag von Routsis soll angenommen werden, damit sich der Prozess nicht verzögert”. Schon gehorchte drei bis vier Stunden später die „unabhängige“ Justiz.

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