Millionen von toten Fischen

AthensLive Wire 267, 1.9.2024:
„Millionen von toten Fischen
Es war ein unwirkliches Bild – ein Bild wie aus einem postapokalyptischen Albtraum. In dieser Woche waren Millionen von toten Süßwasserfischen im Hafen der Stadt Volos in Mittelgriechenland zu sehen. Bald wurde klar, dass die toten Fische auch den Karla-See und den Xirias-Fluss in der Region überschwemmt hatten. Der Gestank war unerträglich. Die Bürger waren von Angst und Schrecken ergriffen. Die Behörden wurden alarmiert.
Was war geschehen?
Die BBC berichtete, dass die Fische vermutlich im Süßwasser des Karla-See gewesen waren, der nach den Überschwemmungen in der griechischen Region Thessalien im vergangenen Jahr auf das Dreifache seiner normalen Größe angeschwollen war.
Während des Sturms Daniel im Jahr 2023 wurde der Karla-See (der in den 60er Jahren größtenteils trockengelegt wurde) überflutet und bedeckte viele Anbauflächen, denn Thessalien ist die Kornkammer Griechenlands. So gelangte ein „Cocktail aus Pestiziden und giftigen Chemikalien in den See. In Verbindung mit den hohen Sommertemperaturen verursachten sie das Fischsterben“, berichtete News247. Dann öffneten die Behörden das Schleusentor des Karla-Damms, damit das überschüssige Wasser in die Bucht von Pagasitikos fließen konnte, „was dazu führte, dass die toten Süßwasserfische ins Meer gelangten und auch die noch lebenden Fische starben, da sie im salzigen Meerwasser nicht überleben konnten“.

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Marx kandidiert bei den US-Wahlen

Dieser Beitrag hat eher wenig mit Griechenland zu tun. Aber er wurde von einem der kreativsten Journalisten des Landes geschrieben.

Aris Hadjistefanou, efsyn 24.8.2024, Infowar 26.8.2024:
„Marx kandidiert bei den US-Wahlen
Trump und seine Anhänger wiederholen immer wieder, dass sich die Demokraten unter der Führung der „Genossin“ Kamala Harris in eine „kommunistische“ Partei verwandeln würden, die die Funktionsweise des Kapitalismus zugunsten einer zentralen Planwirtschaft umstürzen würde. Überraschenderweise war es der ehemalige amerikanische Präsident, der den „marxistischsten“ Vorschlag des Wahlkampfes präsentierte.
In der Geschichte des letzten Jahrhunderts gab es wohl nur wenige Länder außer der ehemaligen UdSSR, Kuba und China, in denen die Worte Kommunismus und Marxismus so oft auf politischen Kundgebungen und in der Presse zu hören waren wie heute in den Vereinigten Staaten. Denn Trumps Republikaner bestehen darauf, dass sie die Mutter aller Schlachten gegen die rote Bedrohung schlagen.

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Küstenwache erschießt bei einer Bootsverfolgung Mann im Flüchtlingsboot mit 5 Minderjährigen und 9 Erwachsenen

Schon vor zwei Wochen ereignete sich im selben Seegebiet bei der kleinen Insel Symi (in der Nähe von Rhodos) ein ähnlicher Vorfall. Auch damals war ein Mann in einem flüchtenden Boot angeschossen worden.
(Quelle: https://www.slobodenpecat.mk/de/edno-lice-zagina-vo-grcija-otkako-gliser-so-migranti-ne-zastanal-na-naredba-na-patrolnata-sluzhba/)
Dieses Mal, gestern, am Morgen des 23.8.2024, wurde ein Mann erschossen.
Im Januar 2024 hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) Griechenland wegen eines ähnlichen Falles aus dem Jahr 2014 verurteilt. Auch in diesem Fall erschossen Mitarbeiter der Küstenwache einen Mann auf der Flucht.
„Der Gerichtshof hat der Witwe und den Kindern am Dienstag [16.1.2024, G.B.] in allen Punkten Recht gegeben, ihnen eine Entschädigung in Höhe von 80.000 Euro zugesprochen und Griechenland wegen eines Verstoßes gegen Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Recht auf Leben) verurteilt (Alkhatib und Andere gegen Griechenland, 3566/16). Konkret stellte der Gerichtshof unter anderem fest, dass der Schusswaffeneinsatz nicht gerechtfertigt war und die Küstenwache übermäßige Gewalt angewendet hat. Darüber hinaus rügte das Gericht, dass die Ermittlungen der griechischen Behörden zu dem Vorfall unzureichend waren und gravierende Mängel aufweisen, was unter anderem zum Verlust von Beweismitteln geführt hat.“
(Zitat: https://www.proasyl.de/pressemitteilung/strassburg-gericht-verurteilt-griechenland-wegen-toedlicher-schuesse-der-kuestenwache-auf-fluechtlinge/)
Diese tödliche Gewalt ist systematisch und von der griechischen Regierung und sehr großen Teilen der EU gewollt.

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Kasselakis möchte durch die Hintertür Abgeordneter werden

Von Gerd Höhler, rnd.de 17.8.2024:
„Kasselakis möchte Premier werden. Parteichef ohne Mandat: So will ein Millionär aus Miami ins griechische Parlament
Ziemlich überraschend hat Stefanos Kasselakis vergangenes Jahr den Vorsitz der griechischen Oppositionspartei Syriza übernommen. Doch der Hoffnungsträger, der in den USA aufwuchs, ist im Parlament nur Zuschauer. Und auf dem Weg, das zu ändern, steht der 36‑Jährige vor weiteren Hürden.
Seit elf Monaten führt Stefanos Kasselakis in Griechenland die radikal-linke Oppositionspartei Syriza. Der 36‑Jährige will den konservativen Premier Kyriakos bei der nächsten Wahl 2027 ablösen.
Aber Kasselakis kämpft mit einem Handicap: Er hat kein Parlamentsmandat. Deshalb kann er die Debatten im Plenum allenfalls als Zuschauer auf der Tribüne verfolgen. Duelle mit dem Ministerpräsidenten Mitsotakis liefert sich Kasselakis nur in den sozialen Medien. Jetzt will der außerparlamentarische Oppositionsführer durch eine Hintertür Abgeordneter werden.“
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Wird Attika zur Wüste?

Größe verbrannter Waldflächen in den letzten Jahren in Attika: Maßeinheit ist Stremma (= 0,1 Hektar) – Quelle:https://www.facebook.com/photo/?fbid=894483732707667&set=pcb.894488516040522

Von Kostas Zafeiropoulos, efsyn 13.8.2024:
„In Attika wurden in acht Jahren 30 % der Fläche durch Waldbrände zerstört ● Feuchtigkeit, Hitze, fehlendes Grün und Sauerstoffmangel werden die Bevölkerung an den Rand des Erstickens bringen.
Attika hat in 5 Jahren viermal gebrannt – in den letzten 8 Jahren (2016-2024), wurden in Attika 30% seiner Gesamtfläche durch Waldbrände zerstört….
Die sich jedes Jahr häufenden Katastrophen in der bevölkerungsreichsten Region des Landes werden langfristige Folgen haben. Häufige Brände zerstören die natürliche Vegetationsdecke und setzen so die Oberfläche des Bodens starken Herbstregen aus, was zu einer Verringerung der Wasserspeicherung und zur Vernichtung seiner Produktionskapazität führt….
Wiederholte Brände in kurzen Abständen – weniger als 10 Jahre, genau das, was vor allem in Attika passiert – verursachen eine großflächige Bodenerosion und schließlich eine Wüstenbildung des Gebiets. Der nicht enden wollende Kreislauf hat vier Phasen und eine Konstante: Klimawandel – mehr Waldbrände – Bodenerosion – Wüstenbildung (Flora und Fauna). Und die Konstante? Die zeitlose Unfähigkeit des Staatsapparats zu erkennen, dass das Modell der Waldbrandbekämpfung an sich falsch ist (https://www.efsyn.gr/ellada/koinonia/401969_ti-den-ginetai-sosta-me-ti-dasoprostasia-stin-ellada)

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Klima-Hotspot Griechenland

Von Boris Kanzleiter, rosalux.de 12.8.2024:
„Klima-Hotspot Griechenland
Hitzewellen erzeugen in Griechenland neue soziale Konflikte. Strategien gegen die Folgen der Klimaerwärmung muss die Linke allerdings erst entwickeln.
Nach der extremen Hitzewelle, die in diesem Sommer über Südosteuropa hereinbrach, waren die offiziellen Zahlen keine Überraschung: Der Juli 2024 war der heißeste Juli, seitdem in Griechenland Wetterdaten erhoben werden. Um 2,9 Grad Celsius wurden die Durchschnittstemperaturen der drei Jahrzehnte zwischen 1991 und 2020 übertroffen. In drei der vergangenen vier Jahre wurde im Juli ein neuer Temperatur-Rekord aufgestellt, berichtete Anfang August der Meteorologische Service der staatlichen Forschungseinrichtung National Observatory of Athens (NOA).
Die Daten bestätigen einmal mehr, was die Klimawissenschaft seit Jahren konstatiert. Griechenland und die umliegende Region ist ein «Hotspot» der weltweiten Erderwärmung. Wissenschaftler*innen der von der zypriotischen Regierung geförderten Initiative for Coordinating Climate Change Action in the Eastern Mediterranean and Middle East stellen in ihren Analysen und Modellrechnungen fest, dass die Erderwärmung in der Region rund um das Östliche Mittelmeer fast doppelt so schnell verläuft wie im globalen Durchschnitt.“
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Schluss mit Recht und Gerechtigkeit!

Folien von Reporters United:

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Tödliche Zwangsarbeit 1943 in Griechenland (Zoom-Veranstaltung)

„Wir freuen uns sehr, dass uns Andreas Assael kurz vor der Eröffnung der Ausstellung „Tödliche Zwangsarbeit in Karya“ im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit beim Digitalen ASF-Salon Einblicke in seine Lebens- und Familiengeschichten und in die Entstehungsgeschichte der Karya-Ausstellung geben wird. Wir möchten damit auch auf seinen bedeutenden Beitrag zur Aufklärung von NS-Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung Griechenlands und die bevorstehende Ausstellungseröffnung in Berlin aufmerksam machen.“

Anmeldung zur Zoom-Veranstaltung:
https://asf-ev.de/termine/digitaler-asf-salon-zwangsarbeit-in-griechenland/

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Justiz beerdigt Überwachungsskandal

Allen Beobachtern ist klar, dass Kiriakos Mitsotakis jahrelang unzählige Personen überwachen ließ, dass mit Recht von einem „griechischen Watergate“ gesprochen werden kann. Sogar die große Mehrheit der Abgeordneten im EU-Parlament votierte im Februar dieses Jahres für eine Resolution, die den griechischen Überwachungsskandal kritisierte – selbst die meisten Konservativen im Europaparlament stimmten für diese Resolution (Siehe hier).
Sobald er im Jahre 2019 Regierungschef wurde, unterstellte Mitsotakis den Geheimdienst sich persönlich. Kontrolleur des Geheimdienstes wurde sein Stabschef, seine zweite Hand, sein eigener Neffe. Die Anzahl der Überwachungen wuchs exponentiell. Jetzt sind es mehr als 15.000 Überwachungsfälle pro Jahr, von denen ein Vielfaches von Personen betroffen sind. Mitsotakis ließ nicht nur seine Kritiker überwachen, sondern auch den Vorsitzenden der Partei PASOK, die höchsten Militärs und Minister seiner eigenen Regierung, die Ehefrauen der Minister, seine eigene Tante usw.
Es ging ihm darum, alles kontrollieren zu können, was vielleicht seiner Macht schaden konnte. Und das schloss Personen in seiner Nähe mit ein.
Die griechische Justiz hat er bereits unter Kontrolle. Nun schloss das griechische Justizsystem seine „Aufarbeitung“ des Skandals ab. Nur ist es keine Aufarbeitung, sondern eine orchestrierte Vertuschung in vielen Akten.
Einzelheiten können im folgenden Beitrag nachgelesen werden.

Der Chef, sein Adjutant (sein Neffe) und die Firma des Predators

AthensLive Wire 263:
> Griechisches Watergate – Fall abgeschlossen:
Politiker, Polizei und Geheimdienst sind alle unschuldig.

„Auf der Grundlage der zahlreichen Beweise ist es unbestritten, dass keine Regierungsbehörde, insbesondere nicht der Nationale Nachrichtendienst (EYP) , die Anti-Terror-Behörde und im Allgemeinen die griechische Polizei oder irgendein Regierungsbeamter, mit der Predator-Spähsoftware oder eine anderen ähnliche Software zu tun hatte“, erklärte Georgia Adeilini, Staatsanwältin am Obersten Gerichtshof Griechenlands Areios Pagos, am Donnerstag bei der Bekanntgabe der Entscheidung des Gerichts zum griechischen Spähsoftware-Skandal. Kurz gesagt, die Staatsanwältin des griechischen Obersten Gerichtshofs sprach alle staatlichen Stellen von jeglicher Beteiligung an dem Skandal frei, obwohl es Beweise gibt, die darauf hindeuten, dass diese Malware ausschließlich staatlichen Akteuren zur Verfügung steht.

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Veranstaltung „WIR WAREN MENSCHEN ZWEITER KLASSE“

Zu diesem Buch siehe unten

„WIR WAREN MENSCHEN ZWEITER KLASSE“ – DIE GESCHICHTE DER 1.040 IM SOMMER 1944 VON ATHEN NACH DEUTSCHLAND DEPORTIERTEN GRIECHEN

Spitalkirche Herrenberg

20. September 19:30 UHR

1.040 griechische Geschäftsleute, Arbeiter, Taxifahrer und Studenten wurden am 16. August 1944 ins Deutsche Reich verschleppt. Die zwischen 14 und 60 Jahre alten Männer waren am 7. und 9. August 1944 bei blutigen Razzien von der SS und griechischen kollaborationistischen Sicherheitsbataillonen aufgegriffen und in das im Herbst 1943 eingerichtete Konzentrationslager Chaidari bei Athen gebracht worden. 382 dieser Zwangsarbeiter kamen am 20. September 1944, also genau vor 80 Jahren, auf den Nachtjägerflugplatz Hailfingen und von dort auf andere Militärflugplätze. Eine Gruppe von etwa 200 Männern kam in das Untertageprojekt Hecht/Rubin in Geislingen an der Steige. Andere sollten im Raum Mannheim Anlagen der Reichsbahn in Stand halten und reparieren.

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