Entstehung eines digitalen Archivs zur deutschen Besatzungszeit in Griechenland

Demütigung der Juden von Thessaloniki durch die deutschen Besatzer am 9. Juli 1942. Foto: Bundesarchiv_Bild

Griechenland Zeitung, 29. November 2024:
„Entstehung eines digitalen Archivs zur deutschen Besatzungszeit in Griechenland
Ende November stellte der Historiker Dr. Valentin Schneider im Institut für Historische Forschung der Nationalen Griechischen Forschungsstiftung ein Projekt über die Zeit der deutschen Besatzung in Griechenland vor. Die Wunden von damals sind bis heute nicht vollständig verheilt.“
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Von der Leyen hat kostenlos in Griechenland Urlaub gemacht

Von der Leyen als Gast in einer der Villen von Mitsotakis

Von Jack Schickler. euronews.com 26/11/2024:
Von der Leyen hat kostenlos in Griechenland Urlaub gemacht
Der amtierenden Kommissionspräsidentin wird ein Interessenkonflikt vorgeworfen, weil sie nur wenige Tage vor der Entscheidung der Abgeordneten über ihre zweite Amtszeit eine Einladung von Premierminister Kyriakos Mitsotakis angenommen hat.
Der Urlaub von Ursula von der Leyen im Jahr 2023 im Haus des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis auf Kreta habe einen „strukturellen Mangel“ in den EU-Ethikregeln offenbart, sagte die Ombudsfrau der EU, Emily O’Reilly, am Montag.
Widersprüchliche Angaben zu der Reise
Die Kommission habe widersprüchliche Angaben über die Reise im August 2023 gemacht, und ihre „unverständliche“ und rechtswidrige einjährige Verzögerung bei der Beantwortung von Beschwerden stelle einen Missstand in der Verwaltungstätigkeit dar, sagte O’Reilly – Feststellungen, die nach Ansicht von Kritikern Teil eines Musters von Missmanagement durch von der Leyens Spitzenteam sind.“
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Die vergessenen Verbrechen der deutschen NS-Besatzung in Griechenland 1941-1944

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Homayoun: Folter auf einer anderen Ebene

„Die letzten zwei Monate? Folter auf einer anderen Ebene,“ erzählt Homayoun Sabetara über sein Befinden, noch immer im Gefängnis festgehalten zu werden. Zeichnung von ©YORGOS/imagistan

Homayoun Sabetara ist immer noch im Gefängnis – 63 Tage nachdem das Gericht entschieden hat, dass er freigelassen werden sollte. Er ist gefangen in einem System, das ihn und zahllose andere zermürbt.  Niemand weiß, ob es noch Tage oder Monate dauern wird, bis er endlich entlassen wird.

Homayoun darf seit dem Berufungsprozess im September nicht mehr in der Gefängnisküche arbeiten. Er hat die kleine tägliche Routine verloren, die er sich unter den schrecklichen Haftbedingungen aufgebaut hatte. Alles, was ihm bleibt, sind die Minuten, die er schweigend zählt. Das erzählt er seiner Tochter Mahtab am Telefon: „Drei Jahre im Gefängnis waren eine Sache. Aber die letzten zwei Monate? Das ist Folter auf einer anderen Ebene.“ Es gibt kein Gesetz auf der Welt, das dies rechtfertigen könnte.“ (Initiative Free Homayoun)
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Und wieder: die alltägliche Todesgefahr auf Griechenlands Schienen

Griechische Eisenbahn und die Nichtschuldigen. Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

UPD. Vor drei Tagen berichteten wir über den 70 Kilometer langen Streckenabschnitt der Verbindung von Thessaloniki nach Athen, der gar nicht für den Zugverkehr zugelassen ist, auf dem aber trotzdem Züge fahren (siehe https://griechenlandsoli.com/2024/11/24/mussen-wieder-viele-menschen-auf-der-schiene-sterben/
Jetzt hat die angeblich sichere Eisenbahn wieder völlig versagt. Am 25.11.2024 wäre es zu einem verheerenden Unfal gekommen, wenn nicht ein Zugführer selbst vorsorglich gehandelt hätte.
Und wieder war es jetzt die Strecke Thessaloniki-Athen, auf der sich auch im Februar letzten Jahres die Katastrophe von Tempi mit 57 Toten ereignete.
Ein Zug wäre am 25.11. mit hoher Geschwindigkeit auf einen anderen, fahruntüchtigen Zug geknallt – wenn nicht ein Lokführer den Zugführer des anderen Zuges per Handy angerufen hätte, um zu fragen, ob alles okay sei. „Die beiden Züge beförderten Hunderte von Passagieren, und eine Kollision hätte enorme Zerstörungen angerichtet, die an den Unfall in Derveni, Korinth, im September 1970 erinnern – der mit 34 Toten der tödlichste Unfall vor Tempi war.“ (Zitat: https://www.efsyn.gr/ellada/koinonia/454712_pali-apo-tyhi-den-thrinisame-zoes-pano-stis-rages-eleos)

Heute, am 27.11., nachdem efsyn und andere Medien zwei Tage darüber berichtet hatten, hat die Eisenbahngesellschaft OSE bestätigt, dass diese Beinahekatastrophe statfand und dass die Sicherheitssysteme versagt haben. Die Systeme (Signalanlagen und Fernsteuerungen) seien seit August 2023 in Betrieb und hätten bisher einwandfrei funktioniert. Man untersuche den Vorfall.
(Quelle: https://www.efsyn.gr/ellada/koinonia/454728_o-ose-epibebaionei-kai-diereyna-tin-paraligo-tragodia-stin-katerini)

UPDATE 28.11. Heute wurde bekannt, dass sich bereits ein ganz ähnlicher Beinaheunfall am 16.12.2023 ereignete. Auch damals versagten die automatischen Systeme. (https://www.efsyn.gr/ellada/koinonia/454759_den-einai-i-proti-fora-oi-mihanodigoi-apokalyptoyn-kai-deytero-symban-me)

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Griechische Medien-Tycoons: Alles fließt

Vangelis Marinakis, Foto: W. Aswestopoulos

Von Ferry Batzoglou, Taz 19.11.2024:
Griechische Medien-Tycoons: Alles fließt
Griechische Superreiche türmen hohe Schulden auf, um im Medienmarkt mitzuspielen. Warum sich das Business der „Oligarchenmedien“ für sie trotzdem lohnt
Rund 160 private Fernsehsender, über eintausend private Radiosender, Hunderte Zeitungen, unzählige Nachrichtenportale: Erdrückend ist das Angebot von Privatmedien in Griechenland mit seinen zehn Millionen Einwohnern.
Dennoch belegt Hellas in der Weltrangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen für 2024 den beschämenden Platz 88 – hinter Niger, Katar sowie Burkina Faso – und ist bereits im dritten Jahr in Folge das Schlusslicht unter 27 EU-Ländern. „Griechenland steckt in Sachen Pressefreiheit seit 2021 in einer systemischen Krise“, so Reporter ohne Grenzen.‘   Weiterlesen

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SYRIZA – der tiefe Fall einer linken Partei

Der erste Sündenfall
„Die Vereinbarung vom 13. Juli [2015], die nach Monate dauernden Verhandlungen, geleitet von der Syriza-Anel Regierung, erreicht wurde, ist zweifellos eine riesige Niederlage für die radikale Linke in Griechenland“ [aus der Stellungnahme der Syriza-Jugend zur Vereinbarung der Syriza-Anel Regierung mit der Troika]

Der zweite Tod von SYRIZA
Artikel von Tasos Kostopoulos (efsyn 24.09.23) zum Sprung von S. Kasselakis an die Spitze der Partei.

Der Abgesang
Seit gestern hat Syriza einen neuen Vorsitzenden, Sokratis Famellos. Und die neugegründete Partei von Kasselakis hat einen Namen, in dem nichts mehr von einer linken Orientierung enthalten ist. Im Januar 2015 erhielt die Partei bei der Parlamentswahl 36,34 % der Stimmen, bei einer aktuellen Befragung würden 5,8 % Syriza wählen, 1,6 % die Kasselakis-Partei (zur jüngsten Entwicklung von Famellos und Kasselakis siehe: Ferry Batzoglou in der taz vom 25.11.2024)

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Müssen wieder viele Menschen auf der Schiene sterben?

Schienen nach der Flutkatastrophe in Tessalien

Im Februar letzten Jahres starben 57 zumeist junge Menschen bei dem Zugunfall bei Tempi, weil es die automatische Sicherung nicht gab, die schon viele Jahre vorher hätte installiert sein sollen. Immer mehr Ungereimtheiten im Zusammenhang mit dieser Tragödie kommen ans Tageslicht. Natürlich will niemand verantwortlich sein (siehe viele Beiträge).
Seit Monaten wiederholt sich die unglaubliche Fahrlässigkeit der für den Zugverkehr Verantwortlichen. Es fahren Züge auf einer 70 Kilometer langen Strecke, die gar nicht für den Zugverkehr zugelassen ist. Sie ist aufgrund der Überschwemmungen im letzten Sommer in Tessalien in einem katastrophalen Zustand. Äste, Schlamm und alle möglichen Gegenstände befinden sich noch auf den Gleisen.
Die Eisenbahnregulierungsbehörde hatte es abgelehnt einzuwilligen, dass auf dieser Strecke wieder Züge verkehren dürfen. Sie fuhren (und fahren) aber trotzdem (siehe hier auf griechisch).
Behörden und Eisenbahnunternehmen stecken den Kopf in den Sand. Wann sterben wieder viele Menschen auf den Schienen?

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Aus für den Hardliner in Griechenlands Regierungspartei

Mitsotakis und der ehemlige Ministrerpräsident Samaras

Griechenland Zeitung, 19. November 2024:
Aus für den Hardliner in Griechenlands Regierungspartei
Bei Griechenlands konservativer Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) kam es zu Turbulenzen: Der einstige Parteivorsitzende und Ex-Premier (2012-2015) Antonis Samaras wandte sich frontal gegen den Kurs der ND. Zu Gehör brachte er seine Ansichten in einem Interview mit der Sonntagszeitung To Vima, wobei er ungewöhnlich scharfe Kritik an seinem Nachfolger, dem jetzigen Premierminister Kyriakos Mitsotakis sowie an dessen gesamter Regierungspolitik äußerte.“
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Antonis Samaras und die Familie Mitsotakis sind schon sehr lange verfeindet. Der Vater von Kyriakos Mitsotakis, Konstantinos Mitsotakis, wurde 1993 mehr oder weniger von Samaras als Ministerpräsident gestürzt. Die Schwester von Kyriakos Mitsotakis, Dora Bakoyannis, stand zwar auch in Konkurrenz zu ihrem Bruder, verhielt sich letztlich aber loyal zur Familie. Siehe dazu: https://slpress.gr/politiki/i-olethria-sxesi-tis-oikogeneias-mitsotaki-me-ton-samara/ (auf griechisch).

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Gegen die Teuerung: 24-stündiger Generalstreik in Griechenland am Mittwoch

Von Elisa Hübel, Griechenland Zeitung 19. November 2024:
„Gegen die Teuerung: 24-stündiger Generalstreik in Griechenland am Mittwoch
Am Mittwoch dieser Woche (20.11.) kommt es in Hellas zu einem Generalstreik. Dazu aufgerufen haben bereits seit September die beiden Dachgewerkschaften des Landes GSEE (Privatdienst) und ADEDY (Staatsdienst). Gefordert werden u. a. Lohnerhöhungen sowie höhere Ausgaben für das öffentliche Bildungs- und Gesundheitswesen.
Zu einem ganztägigen Streik kommt es am Mittwoch dieser Woche in Griechenland. Daran nehmen sowohl der Gewerkschaftsdachverband der Arbeitnehmer in der Privatwirtschaft (GSEE) als auch die Gewerkschaft öffentlicher Dienst (ADEDY) teil. Die zentrale Protestkundgebung findet um 13 Uhr am Athener Klafthmonos-Platz statt; separate Kundgebungen führt die kommunistische Gewerkschaft PAME etwa vor den Propyläen sowie an den Plätzen Kaningos und Omonia durch. In anderen Landesteilen werden ähnliche Demonstrationen durchgeführt.“
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