Pylos: Bauernopfer der Justiz

Im Hintergrund: „Bestraft sie für das Pylos-Verbrechen“; Mann vorne in der Mitte: Küstenwache; Mann rechts: griechische Regierung.  Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

Die Akten der Voruntersuchung der Staatsanwaltschaft zeigen: Die Staatsanwaltschaft hat die Verantwortlichen der Küstenwache nicht zur Rechenschaft gezogen, diejenigen, die 15 Stunden lang nichts taten, um die 700 Menschen zu retten, obwohl sie von vielen Seiten darauf hingewiesen wurden und auch selbst sahen, dass sich die Geflüchteten in Lebensgefahr befanden.
Vor Gericht gestellt werden ausschließlich Besatzungsmitglieder des Küstenwachenbootes, dass sich nur die letzten dreieinhalb Stunden vor dem Sinken des Geflüchtetenbootes in der Nähe befand.

Die Organistionen, die die Überlebenden und die Anghörigen der Toten vertreten, haben folgende gemeinsame Erklärung zur skandalösen Entscheidung der Staatsanwaltschaft veröffentlicht:

Abschluss der Voruntersuchung durch die Staatsanwaltschaft des Seegerichts von Piräus zum Schiffbruch von Pylos
Das Fehlen jeglicher Untersuchung über die Verantwortlichkeiten der zuständigen Such- und Rettungsstellen und der Führung der griechischen Küstenwache ist skandalös

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Bei „Massaker“ an Flüchtlingen wurden alle Regeln zur Vermeidung von Kollisionen missachtet

Von Georgios Pagoudis, efsyn 23.12.24:
>Der Seenotretter Iasonas Apostolopoulos macht die Küstenwache für das Rammen des Schnellbootes der türkischen Schlepper verantwortlich, die am 20.12. zum Tod von acht Menschen in der Nähe von Rhodos geführt hat.
Iasonas Apostolopoulos bezeichnet den tragischen Vorfall auf Rhodos als „ein unvorstellbares Massaker“, bei dem nach der Kollision eines Schnellboots türkischer Schleuser mit einem Schiff der Küstenwache, das das Schnellboot verfolgte, acht Menschen starben, darunter ein erst vierjähriges Mädchen. Berichten zufolge, die sich auf Zeugenaussagen berufen, erlitten mehrere der Opfer schwere Wunden an der Schiffsschraube.

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Berlin, 7.1.2025: Inseln der Erkenntnis zur Nachkriegsgeschichte Griechenlands

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Homayoun ist endlich frei!

Nachricht auf X von FreeHomayoun vom 17.12.2024:

„Homayoun Sabetara ist aus dem Gefängnis entlassen worden. Endlich, lange 3 Monate nach seinem Berufungsprozess, noch länger 3 Jahre nach seiner falschen Verhaftung als „Schmuggler“. Er kam gestern Abend in Thessaloniki an.“

(Beiträge über Homayoun)

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Künftige US-Botschafterin: Griechen sind Schmarotzer

Kimberly Guilfoyle

AthensLiveWire 282. 14.12.2024:
Trumps neue Botschafterin in Griechenland
Der neu gewählte Präsident Trump hat Kimberly Guilfoyle als neue Botschafterin în Griechenland ausgewählt. Ihre Ernennung muss noch vom Senat bestätigt werden. Kimberly Guilfoyle, 55, ist eine ehemalige Fox News-Persönlichkeit, Anwältin und leidenschaftliche Trump-Anhängerin, die für seine Präsidentschaftskampagnen gearbeitet hat.
Sie war mit Trumps Sohn, Donald Trump Junior, verlobt. Ihre Ernennung wurde bekannt gegeben, als Berichte auftauchten, dass die Beziehung der beiden beendet sei und Donald Jr. eine Beziehung mit der Prominenten Bettina Anderson aus Palm Beach, Florida, habe. Dies veranlasste den Komiker Jimmy Kimmel zu dem Scherz dass Trump Kimberly Guilfoyle wegen der angeblichen Trennung nach Griechenland geschickt hat. „Er hat sie zur Botschafterin in einem der am weitesten entfernten Länder ernannt“, sagte Kimmel.

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54 Organisationen zum Staatsverbrechen von Pylos

Eineinhalb Jahre sind vergangen, seit das Staatsverbrechen bei Pylos begangen wurde, das zum Tod von über 600 Menschen führte. Trotz unwiderlegbarer Beweise und Zeug:innenaussagen der Überlebenden des Schiffbruchs wurden die Verantwortlichen bisher nicht vor Gericht gestellt. Tatsächlich setzen die Täter ihre Aufgaben weiterhin straflos fort und stellen nicht nur eine ständige Bedrohung für Menschen auf der Flucht dar, sondern verdeutlichen auch die Immunität, die ihnen gewährt wird.
Das Staatsverbrechen von Pylos war weder ein Einzelfall noch das letzte seiner Art. Das Schiffsunglück ist das Ergebnis einer zunehmend systematischen Gewalt gegen Menschen, die nach Griechenland und in die EU fliehen. Ihre zunehmende Entmenschlichung hat zu einer erschreckenden Situation geführt. Die Politik der EU zur Sicherung und Militarisierung ihrer Grenzen und Territorien konfrontiert Menschen auf der Flucht mit noch mehr Gewalt und ständigen Verletzungen ihrer Rechte. Pushbacks, willkürliche und langanhaltende Inhaftierungen in Grenzstaaten und die Zusammenarbeit mit autoritären Regimen in Nachbarstaaten haben zu einer beispiellosen Zahl von Toten und Vermissten geführt.“
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142 Jahre: ein Gerichtssaal-Thriller

142 Jahre – ein Gerichtssaal-Thriller
Dokumentarfilm von Stelios Kouloglou
Griechenland 2024 / 1:14:00
Im Rahmen des Internationalen Festivals “Zeichen der Nacht”

Samstag, 14. Dezember 16.00 Uhr

Bar und Kino in der Königsstadt
Strassburger Str. 55

Ιn griechischen Gefängnissen werden Tausende von Geflüchteten und Migranten als Menschenhändler verurteilt. Der international gefeierte Retter Jason Apostolopoulos versucht, drei unschuldige Flüchtlinge zu retten. Der erste wurde zu 142 Jahren Gefängnis verurteilt, die beiden anderen zu 50 Jahren. Wird es Jason und seinen Mitstreitern gelingen, sie in einem Gerichtsdrama, das sich über ein Jahr hinzieht, zu befreien?

Beschreibung im Programmheft des Festivals: http://www.zeichendernacht.com/2024/d6.htm
Griechische Website des Films: https://142years.tvxs.gr/
Über das Kino und das Festival: https://kino-bar.berlin/

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Die Schlacht um Athen

Demonstration der Organisation EAM des Widerstands gegen die Nazi-Besatzer am 3.12.1944, die im Blutbad endete. Foto. Public Domain

Von Menelaos Charalambidis, rosalux.de:
„Die Schlacht um Athen
Ein von der griechischen KP angeführter Aufstand im Dezember 1944 kämpfte nicht nur für ein Ende der Besatzung, sondern auch für grundlegende gesellschaftliche Umwälzungen.
Warum sollten wir uns für eine Schlacht interessieren, die vor 80 Jahren, im Dezember 1944, in Athen stattfand? Die Dekemvriana (Dezemberereignisse), bei denen britische Truppen und griechische Regierungssoldaten gegen kommunistische griechische Widerstandstruppen kämpften, sind zwar ein bedeutendes historisches Ereignis des Zweiten Weltkriegs, außerhalb Griechenlands allerdings weitgehend unbekannt.
Tatsächlich handelt es sich dabei um die einzige militärische Auseinandersetzung, bei der sich alliierte Streitkräfte schließlich gegenseitig bekämpften, und um die erste militärische Intervention einer alliierten Armee in einem befreiten Land. Obgleich sie zeitlich in den Kontext des noch nicht beendeten Zweiten Weltkriegs fällt, lenkt sie politisch den Blick bereits auf den bevorstehenden Kalten Krieg. Und nicht zuletzt waren die Dekemvriana ein Volksaufstand mit eindeutigem Klassencharakter: Die Mehrheit der Bürger*innen, die zur Waffe griffen, stammte aus den Armenvierteln von Athen und Piräus. Sie kämpften nicht nur gegen eine gut organisierte, modern ausgestattete und einer kolonialen Logik folgenden Alliiertenarmee, sondern auch gegen die konservativen griechischen Kräfte, die diese unterstützten. Auch wenn es den Aufständischen an Waffen mangelte und ihre Organisation Lücken aufwies, waren sie doch von der festen Überzeugung getragen, dass in ihrem Kampf für ein demokratisches Nachkriegsgriechenland die Gerechtigkeit auf ihrer Seite stehe.“
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Neue Fakten zum Pylos-Verbrechen: Wie Griechenland die Sündenbock-Lüge am Leben erhielt

Im Hintergrund: Bestraft sie für das Pylos-Verbrechen; Mann vorne in der Mitte: Küstenwache; Mann rechts: griechische Regierung.  Bild: Yorgos KonstantinouImagistan

Eine monatelange Recherche vieler Investigativgruppen brachte einen weiteren Baustein des umfangreichen Lügengebäudes der griechischen Politik und Justiz ans Licht. Die Recherche erfolgte gemeinsam von Solomon, El País, Die Tageszeitung, ARIJ (dem größten arabischen Investigativnetzwerk) und The New Humanitarian). Was lag für die griechischen Schreibtischtäter näher, als die vielgeübte Strategie der Verwandlung von Gefüchteten in Schleuser zu benutzen. Also manipulierte die Justiz Aussagen Überlebender und machte aus neun überlebenden Ägyptern die an allem schuldigen Sündenböcke. Sie wurden sogar angeklagt, für das Sinken des Schiffes verwanwortlich gewesen zu sein.

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Man soll die Siege feiern, wie sie fallen. – Unterstützt unseren Kampf durch Eure Spende!

„Seit Jahren kämpfen wir, die Bewohner*innen von Exarcheia, gegen den Bau einer U-Bahn-Station auf dem einzigen Platz des Viertels. Die Regierung will die Zerstörung des Platzes auf Biegen und Brechen durchsetzen, weil sie sich damit erhofft, den widerständigen Geist des Viertels zu brechen.

Nachdem bereits alle, über 80 teilweise auch schon hohe und ältere, Bäume gefällt wurden, wurde im Mai dieses Jahres der Zaun des Bauplatzes mit über zwei Meter hohen Aluminiumplanken und darüber Maschendraht bis zu einer Höhe von vier Metern so weit ausgedehnt, dass für Passant*innen teilweise nur noch ein Durchgang von eineinhalb Metern zwischen Zaun und Häusern existiert. Das verstößt gegen die gesetzlichen Bestimmungen, die eine Durchfahrtsbreite von dreieinhalb Metern vorsehen, damit Feuerwehrfahrzeuge und Krankenwagen passieren können.

Bild: EUROKINISSI/ΤΑΤΙΑΝΑΜΠΟΛΑΡΗ
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