Vater von Tempi-Opfer besiegt das Mitsotakis-System

Bild: Yorgos Konstantinou/ Imagistan

Der Hungerstreik von Panos Routsis, der seinen Sohn durch das Tempi-Verbrechen verloren hat führte zu einem großartigen Erfolg. Siehe dazu „Beeindruckende Solidarität mit Vater eines Tempi-Opfers – Die Menschen wollen eine Demokratie ohne Vertuschungen“

Von Dimitris Kanellopoulos, efsyn 07.10.25:
„Regierung und Justiz gemeinsam am Abgrund
Eine enorme kommunikative Niederlage für die Regierung
Es war ein großer Sieg für Panos Routsis und die anderen Eltern der Kinder, die bei dem Verbrechen von Tempi ums Leben kamen. Routsis hatte zu 100 % Recht bekommen und schaffte es mit seinem 23-tägigen Hungerstreik, ganz Griechenland auf seine Seite zu bringen.
Die Regierung und die Justiz gehen als schwere Verlierer hervor. Auf allen Ebenen. Insbesondere die griechische Justiz, die sich den Umständen nicht gewachsen zeigte, indem sie ihre engen Beziehungen zur Regierung offen zur Schau stellte und damit jeden Gedanken an Gewaltenteilung zunichte machte. Der Justizminister Floridis sagte, er gehe davon aus, dass die Staatsanwaltschaft bald positiv auf den Antrag von Routsis reagieren werde und der Minister Adonis Georgiadis sagte „Wir wollen toxikologische Untersuchungen – Der Antrag von Routsis soll angenommen werden, damit sich der Prozess nicht verzögert”. Schon gehorchte drei bis vier Stunden später die „unabhängige“ Justiz.

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EU-Generalstaatsanwältin in Athen: „Finanzkriminalität kann tödlich sein“

Laura Kövesi. Fotot: AGERPRES, cropped by Ionutzmovie – YouTube: https://www.youtube.com/watch?v=u0dhLmUmEso – Archivierte Versionen ansehen/speichern auf archive.org und archive.today, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55988916

Von Isabel Armbrust
Ermittlungen der europäischen Staatsanwaltschaft EPPO ist es zu verdanken, dass 2025 der jahrelange und millionenschwere Subventionsbetrug durch die griechische Agrarbehörde OPEKEPE und durch ehemalige Landwirtschaftsminister öffentlich wurde. Die EPPO (European Public Prosecutor’s Office) ist für die Ermittlung, Verfolgung und Anklageerhebung bei Straftaten zum Nachteil der finanziellen Interessen der EU zuständig.
Doch in Griechenland gibt es Beschränkungen für deren Tätigkeit, die laut EPPO nicht mit EU-Recht konform sind (1). Das betrifft vor allem den Artikel 86 der griechischen Verfassung, demzufolge nur das Parlament befugt ist, gegen aktuelle oder ehemalige Minister
eine Strafanzeige zu stellen (2). So konnte die EPPO weder gegen die für den OPEKEPE-Subventionsbetrug verantwortlichen Ex-Minister noch im Falle des verschleppten Einbaus des europäischen Zugsicherungssystems, geregelt im Vertrag „717“ von 2014, wirksam vorgehen.(3) Bei einer Pressekonferenz in Athen am 1. Oktober mahnte die Chefanklägerin der Europäischen Staatsanwaltschaft Laura Kövesi daher dringend Reformen an.

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Soliaktion in Berlin für die griechischen Geiseln

UPDATE 07.10.2025:
ZUR ANKUNFT DER GRIECHISCHEN GEISELN IN ATHEN (ZUSAMMEN MIT GRETA THUNBERG) (auf griechisch): Efsyn

„Stop Israel’s Piracy – Free the Global Sumud Flotilla – End the Genocide
We gather tomorrow outside the Greek Embassy in Berlin because Greece bears responsibility for the abduction in international waters of the Global Sumud Flotilla by Israeli forces.
The flotilla carrying hundreds of people from all over the world set sail from Barcelona, Tunis, Catania and Siros to break the illegal blockade that Israel has imposed on Gaza since 2008, which intensified with the Genocide and has turned into a complete siege since March 2025, when Israel unilaterally broke the ceasefire.
The aim of the Global Sumud Flotilla was to show solidarity in practice with Palestinians in Gaza resisting genocide. The boats were carrying essential and much-needed supplies and medicine, as well as journalists, lawyers, and medical professionals.
Instead, during the night on October 1, in an act of piracy, our boats were intercepted in international waters by Israel, boarded and towed to Ashdod against the will of the organisers. Those on board were abducted and taken to Israel against their will, where they are still being held in Ktzi’ot prison in the Negev desert.

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Griechenlands Fluglotsen übernehmen Verantwortung, während die Regierung ein neues Tempi riskiert

Von Petar Marjanovic – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=83316425

Von Isabel Armbrust
Deutsche Medien berichteten kürzlich von chaotischen Zuständen am Athener Flughafen infolge veralteter Sicherheitstechnologie. Denn Griechenland ist bei Deutschen ein beliebtes Urlaubsland und der Hauptstadtflughafen ein wichtiges Drehkreuz. (1)
Doch veraltete Technologie nervt nicht nur, weil sie Verspätungen und Flugausfälle provoziert. Sie ist ein Sicherheitsrisiko ersten Grades, für alle Fluggäste. Athenslive Wire warnte im letzten Newsletter sogar vor einem neuen Tempi – die Zugkatastrophe von 2023 war auch dem verschleppten Einbau des europäischen Zugsicherungssystem ETCS bei der Griechischen Bahn geschuldet.

Athenslive Wire Newsletter 322, 29.09.2025 (2):
„Steht uns ein neues ‘Tempi’ bevor? Diesmal in der Luft?
…
Seit Donnerstag, dem 25. September, betragen die Verspätungen sowohl bei Inlands- als auch bei Auslandsflügen mehr als 90 Minuten, sodass Reisende an Gates und Terminals festsitzen.
Die Passagiere hätten jedoch Erleichterung empfunden, wenn sie gewusst hätten, dass diese Verspätungen zu ihrer eigenen Sicherheit notwendig waren. Denn hinter den Schlagzeilen verbirgt sich eine eindringliche Warnung der Fluglotsen (ATCs) des Landes: Das griechische Flugsicherungssystem ist bis zum Zerreißen gespannt.

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Santorini – Natur- und andere Katastrophen

Leider hatten wir nicht bemerkt, dass dieser Artikel schon vor Monaten erschien. Er ist aber als wichtiger Beitrag zum Thema (Über-)Tourismus in Griechenland immer noch sehr lesenswert.
Weil die Wirtschaftssatrategie der Regierung Mitsotakis scheiterte, wird der Tourismussektor umso schädlicher für Umwelt und Menschen entwickelt. Wie schon Bert Brecht schrieb. „Reicher Mann und armer Mann standen da und sahn sich an. Und der Arme sagte bleich: Wär ich nicht arm, wärst du nicht reich.“

Von Niels Kadritzke, Blog der le monde diplomatique, 22. Mai 2025
„Santorini – Natur- und andere Katastrophen
Dieser Text handelt von einer Insel, die durch die Erdbebenserie im Februar 2025 in die Schlagzeilen geraten ist. Auch das heutige heftige Beben, dessen Epizentrum genau zwischen Kreta und Santorini lag, erinnert erneut daran, dass die seismisch aktivste Region des Mittelmeerraums die Ägäis ist. Vor drei Monaten ist die befürchtete Naturkatastrophe zwar ausgeblieben, doch die seismischen Erschütterungen haben dazu beigetragen, die eigentliche Santorini-Katastrophe aufzudecken. Und die ist von den Menschen gemacht.“
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Beeindruckende Solidarität mit Vater eines Tempi-Opfers – Die Menschen wollen eine Demokratie ohne Vertuschungen

Von Isabel Armbrust
Über die große Solidarität mit dem Vater eines Opfers des Zugunglücks von Tempi berichtet AthensLive Wire im jüngsten Newsletter. Der 48-jährige Deni Routsi kämpft wie viele Angehörige für die restlose Aufklärung der Unfallursachen und ist seit 14 Tagen im Hungerstreik. Er fordert die Exhumierung der Leiche seines Sohnes und toxikologische Untersuchungen (die Aufschluss über die Ursache der tödlichen Explosion bei der Zugkollision geben könnten). Am Sonntagabend strömten Athener aller Altersgruppen auf den Syntagma-Platz, um ihre Unterstützung für Routsi zu bekunden.
Diese Woche gaben die Behörden dem Antrag teilweise statt und genehmigten die Identifizierung der Leiche, jedoch nicht die geforderten toxikologischen Untersuchungen.

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Israelisches Militär entführt Hilfsflotte in internationalem Seegebiet

https://www.efsyn.gr/kosmos/mesi-anatoli/486406_dramatikes-stigmes-israil-epitithetai-sto-global-sumud-flotilla

Quelle: (1) Iasonas Apostolopoulos on X: „🔴 Το ισραηλινό ναυτικό επιτίθεται στα σκάφη μας στα διεθνή ύδατα, 65 μίλια από την Γάζα. Ήδη κατάλαβαν τα σκάφη Alma και Sirius και απήγαγαν το πλήρωμα. Χτυπάνε κάποια άλλα σκάφη με κανόνια νερού και ακούμε απειλές στον ασύρματο. Μέχρι να μας σταματήσουν όλους, τα υπόλοιπα https://t.co/OceZ5QY5Hf“ / X

efsyn:
„Dramatische Momente – Israel greift globale Sumud-Flotte an„
Die israelische Marine hat zwei Schiffe gekidnapt und bedroht den Rest • Video mit den Botschaften der Aktivisten • Bild von den griechischen Schiffen „Pavlos Fyssas“ und „Oxygen“ „. Laufende Information.“

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„Die Ratifizierung des Atomwaffenverbotsvertrags wird Griechenland auf die richtige Seite der Geschichte stellen.“

Von Iris Bührmann
Ein bedeutendes Signal für den Frieden und gegen die nukleare Bedrohung: Mitglieder des griechischen Parlaments sowie der Bürgermeister von Athen machen sich dafür stark, den UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) durch das Parlament zu ratifizieren.
Und die neue Bundesregierung? Sie beendet die Unterstützung des AVV und hält an der Stationierung von US-Atomwaffen in Deutschland fest.
Vor acht Jahren wurde der AVV der Vereinten Nationen offiziell für Unterschriften eröffnet. Seitdem haben 94 Staaten den Vertrag unterzeichnet. 73 sind bereits Vertragsparteien. Irland, Österreich, Malta, San Marino, Liechtenstein und der Vatikanstaat sind die europäischen Länder, die ratifiziert haben.
Der Beitritt Griechenlands wäre ein wichtiges Zeichen an andere europäische Länder und vor allem an die neun Atomwaffenstaaten.

Pressenza Berlin 19.09.25:
„Melissa Parke: „Die Ratifizierung des Atomwaffenverbotsvertrags wird Griechenland auf die richtige Seite der Geschichte stellen.“
Mitglieder der ICAN und der griechischen Anti-Atom-Allianz luden die ICAN-Exekutivdirektorin Melissa Parke nach Athen ein. Während ihres Aufenthalts in Griechenland hielt Melissa Parke, die über einen beeindruckenden Lebenslauf als australische Ministerin für internationale Entwicklung und als UN-Expertin im Kosovo, Gaza, Jemen, Libanon und New York verfügt, eine Reihe von Treffen mit Mitgliedern des griechischen Parlaments, dem Generalsekretär des Gemeindeverbandes und dem Bürgermeister von Athen ab. Das Hauptziel dieser Treffen war, die Anti-Atom-Allianz zu stärken, um die Abstimmung und Ratifizierung des UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) durch das griechische Parlament zu erreichen.“
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Wie steht es um den Rechtsstaat in Griechenland?

Bild: Yorgos Konstantinou/ Imagistan
die 2017 im Novartissakndal beschuldigten Herren

Von Isabel Armbrust
Diese Frage beschäftigt die AutorInnen des aktuellen Newsletters von AthensLive Wire. Whistleblower müssen mit einer Verurteilung rechnen, anstatt Schutz zu erhalten, Freiwillige, die unter Einsatz ihres Lebens Brände bekämpft haben, wurden als Brandstifter inhaftiert und die Vertuschung der Ursachen des Zugunglücks von Tempi, bei dem im Februar 2023 57 Menschen ums Leben kamen, geht weiter. Die offiziellen Ermittlungen dazu wurden jüngst überstürzt abgeschlossen, ohne dass wichtige Beweise und Personen in Schlüsselpositionen untersucht wurden. Sehr viele Griech*innen betrachten Tempi als nationales Verbrechen und nicht als Unfall.

AthensLive Wire 321:
„…Staatsanwalt prüft 60.000 Seiten umfassende Akte und gibt 996-seitige Empfehlung ab – alles innerhalb einer Woche
Ob die Leichen der Opfer exhumiert werden, liegt bei der Justiz, sagte der Regierungssprecher. Aber bei welcher Justiz?
Maria Karystianou, die Vorsitzende der Vereinigung der Angehörigen der Opfer von Tempi, schrieb auf Facebook: „Am 17. März 2025 reichten drei Angehörige einen Antrag bei Staatsanwältin Apostolaki, der damaligen Leiterin der Staatsanwaltschaft Larissa, ein, ihre Aufsichtskompetenzen über die Tempi-Ermittlungen auszuüben. Am nächsten Tag, dem 18. März, entließ der Oberste Staatsanwalt Adeilini sie aus dem Fall und übertrug die Aufsicht an den stellvertretenden Berufungsstaatsanwalt Tsogas.“ Innerhalb von nur sieben Tagen – einschließlich des Wochenendes – studierte Tsogas die 60.000 Seiten der Akte, die ihm am 8. September zugeschickt worden waren und schrieb einen 1000 Seiten langen Anklagebericht. Sieben Tage!“

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Ein Freispruch für Homayoun Sabetara?

Bild: Deckblatt der Kartenserie über Homayoun von Yorgos Konstantinou/ Imagistan (1)


Liebe Unterstützer*innen

Heute, am 19. September, wurde der Fall von Homayoun Sabetara vor dem Areios Pagos, dem höchsten Gericht Griechenlands, verhandelt. Dies ist nicht nur entscheidend für den Fall von Homayoun, sondern auch für viele ähnliche Fälle. Zum ersten Mal werden zwei Revisionsgründe geprüft, die noch nie vor dieser gerichtlichen Instanz verhandelt wurden. Das Urteil wird in drei bis sechs Monaten erwartet.

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