Angriff auf die Künstler. Privatisierung der Ausbildung

Bereitschaftspolizisten, die das Nationaltheater in Athen in der letzten Woche vor Künstlern „schützten“

AthensLive Wire Newsletter, 5.2.2023:
Der Angriff auf die Künstler geht weiter
Schauspieler und Theaterleute traten diese Woche in einen 48-stündigen Streik. Das war sehr ungewöhnlich. Was ist geschehen?
Nun, sie protestierten gegen ein Dekret des Präsidenten, das ihre Qualifikationen erheblich herabsetzt. Diesem Erlass zufolge ist ein Abschluss an einer Schauspielschule gleichzusetzen mit… einem Schulabschluss! Um die Reaktionen zu mildern, hat die Regierung eine Änderung des Dekrets ausgearbeitet, die jedoch nach Ansicht der Künstler die Bestimmungen des Dekrets nicht aufhebt.
So gingen die Künstler am Mittwoch und Donnerstag auf die Straße, offensichtlich nicht überzeugt vom Premierminister, der auf Facebook versprach, ihre Forderungen zu prüfen.
Die Lehrer der Schauspielschule des Nationaltheaters haben damit gedroht, dass sie alle aus Protest zurücktreten werden, sollte das Präsidialdekret nicht bis zum 8. Februar geändert werden.
Die Schauspielergewerkschaften bezeichnen diese jüngste Entwicklung als „direkten Angriff auf unsere Arbeitsrechte“, da ihre Löhne, sollten sie einen Vertrag mit einer Einrichtung des öffentlichen Sektors unterzeichnen, nicht den Tarifverträgen, sondern der jeweils amtierenden Regierung unterliegen würden.

Der SYRIZA-Europaabgeordnete Alexis Georgoulis brachte die Frage der Ungleichbehandlung von Kunststudien bei der Europäischen Kommission ein, indem er zwei einschlägige Fragen einreichte.

An den Rechten der Absolventen der Schauspielschule ändere sich nichts, erklärte der Regierungssprecher Oikonomou am 23. Dezember, als die ersten Reaktionen auf das Präsidialdekret bekannt wurden.

Wenn sich nichts ändert, warum beschließt dann eine Regierung, die sich mit vielen wichtigen Fragen befassen muss, ein neues Gesetz zu erlassen?

Nun, ein bestimmter Zeitpunkt könnte ein wenig Licht auf die Beweggründe werfen: Auf der Grundlage eines neuen Gesetzes des Bildungsministeriums sind zwei private Hochschulen in Zusammenarbeit mit ausländischen Universitäten dabei, einen Studienplan für Theaterwissenschaften zu erstellen, über den Schauspieler bereits seit Dezember berichten. Diese Hochschulen „werden ihren Absolventen Bachelor-Abschlüsse verleihen, die höher sind als die ‚Schulabschlüsse‘, die die [Schauspiel-]Schulen des Kulturministeriums verleihen.“

Die ND-Regierung hat schon von Anfang an private Hochschulen bevorzugt behandelt.“

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