Griechisches Alexandroupolis als Drehkreuz für die Nato

Spanisches Armeefahrzeug in Alexandroupolis im Rahmen der Nato-Übung Noble Jump 2017. Bild: Nato, CC BY-NC-ND 2.0

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis 18. April 2022:
Hafen seit der Sperrung von Bosporus und Dardanellen durch die Türkei wichtiger.
Waffenlieferungen für Kiew sorgen für Konflikt
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Die nordöstliche griechische Hafenstadt Alexandroupolis nahe der türkischen Grenze ist zum Hub für Lieferungen von Waffen und Militärtechnik an die Ukraine und deren Nato-Nachbarstaaten geworden. Die Sperrung des Bosporus und der Dardanellen für Kriegsschiffe aller Schwarzmeer-Anrainer macht den Hafen von Alexandroupolis in der Regel auch für die Nato zur Endstation.
Dass der Hafen auch für den Krieg in der Ukraine eine bedeutendere Rolle spielt, ist in Griechenland durchaus bekannt und sorgt für Konflikte. So haben sich etwa Eisenbahnarbeiter geweigert, ihre Arbeit in Alexandroupolis zu verrichten, um die Verbringung von Panzern in das ukrainische Kriegsgebiet zu verhindern.
Dennoch schicken die USA über Alexandroupolis Rüstungsgüter nach Bulgarien, Polen und Rumänien, um die Ostflanke des Nordatlantikpaktes zu verstärken. Details der einzelnen Lieferungen sind in der Regel nicht öffentlich.“ weiterlesen

Teilprivatisierung des Hafens durch US-amerikanisches Unternehmen?
Aus FAZ 16.4.2022 Seite 8 „Ein sicherer Hafen:
„…Washington hat aber auch von sich aus großes Interesse an Alexandroupolis. Der amerikanische Botschafter Geoffrey Pyatt, schon seit 2016 in Athen auf Posten, hat die Hafenstadt unweit der türkischen Grenze in seiner Amtszeit schon oft besucht. Er macht immer wieder deutlich, dass Washington bei der anstehenden Teilprivatisierung des Hafens einen Zuschlag für einen der amerikanischen Bewerber erwartet. „Der stetig wachsende Umfang der militärischen Aktivität hier am Hafen von Alexandroupolis unterstreicht dessen wachsende strategische Rolle und Bedeutung für Griechenland, die USA und die Region“, fasste Pyatt das amerikanische Interesse einmal zusammen. So wäre es keine Überraschung, wenn amerikanische Bewerber den Zuschlag bei der Privatisierung erhielten. Als ausgeschlossen kann gelten, dass Iwan Sawidis zum Zuge kommt, ein zu Sowjetzeiten in Georgien geborener russischsprachiger Milliardär mit griechischem Pass, der in Nordgriechenland viel investiert hat. Ihm gehören Hotels, Medien, der Fußballerstligist Paok Saloniki und ein Teil der Hafengesellschaft von Griechenlands zweitgrößter Stadt. Das Interesse des kremlnahen Unternehmers, auch die Mehrheitsanteile am Hafen Alexandroupolis zu erwerben, dürfte aber chancenlos sein. Dafür ist Alexandrou-polis zu wichtig.“

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