Sechs Wege, wie die BRD durch die Krise in Griechenland Gewinne macht

Politiker wie Wolfgang Schäuble und auch angeblich seriöse Zeitungen (z.B. Spiegel FAZ und Focus behaupten, Deutschland zahle viel Geld an Griechenland. Das ist zynisch, denn das Gegenteil ist der Fall. Die Bundesrepublik Deutschland profitiert in vielerlei Hinsicht von der ökonomischen Krise in Griechenland. Anlässlich der aktuellen Medienberichte darüber, dass die BRD bereits mehr als eine Milliarde Euro an Zinsen aus den Griechenlandlandkrediten eingenommen hat, listet der hier unten verlinkte Artikel von german-foreign-policy.com vier Wege auf, über die die Bundesrepublik Deutschland zusätzlich noch durch die griechische Krise profitiert.
Dabei kommt der Artikel gar nicht auf zwei weitere Wege zu sprechen:
1. Wegen der Eurokrise muss Deutschland für seine Staatsanleihen so gut wie keine Zinsen zahlen, sondern bekommt teilweise durch Negativzinsen Geld von Gläubigern geschenkt. Nach einer Studie des vom deutschen Staat finanzierten Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)1 hat Deutschland durch die Eurokrise allein von 2010 bis 2015 100 Milliarden Euro weniger für diese Zinsen zahlen müssen. Die Käufer der deutschen Staatsanleihen nehmen in Kauf, dass sie eventuell nur geringen Gewinn machen. Sie kaufen, weil sie die deutschen Staatsanleihen für sicher halten.
2. Wegen der Eurokrise ist der Eurokurs gesunken – davon profitieren viele deutsche Unternehmen, weil ihre Produkte für ausländische Abnehmer billiger werden, deshalb in größerer Anzahl gekauft werden. Die deutsche Wirtschaft ist in hohem Maße vom Export abhängig – ohne diesen weltgrößten Export ginge es der deutschen Wirtschaft erheblich schlechter. Diesen Krisengewinn in Zahlen zu messen ist unmöglich – er ist aber gewaltig.

1. http://www.iwh-halle.de/nc/en/press/press-releases/detail/germany-benefited-substantially-from-the-greek-crisis-1/

„Wer hat, dem wird gegeben
german-foreign-policy.com 13.07.2017
Deutschland zieht mit Hilfe von Darlehen und Staatsanleihen einen Milliardengewinn aus der griechischen Schuldenkrise. Dies bestätigt die Bundesregierung. Demnach belaufen sich die deutschen Profite aus Finanzgeschäften mit Griechenland mittlerweile auf rund 1,34 Milliarden Euro. Hinzu kommt, dass deutsche Firmen vom in der Krise erzwungenen Ausverkauf griechischen Staatseigentums profitieren; zuletzt hat ein deutscher Investor in einem Joint Venture die Mehrheit am Hafen von Thessaloniki gekauft – in Kooperation mit einem überaus reichen griechischen Oligarchen. Zugleich kann der deutsche Discounter Lidl, da die zunehmende Armut zum Kauf preisgünstiger Lebensmittel zwingt, seine Marktanteile in Griechenland gegen seine Supermarktkonkurrenten ausbauen. Wenig beachtete Krisenprofite ermöglicht darüber hinaus die Massenemigration vor allem hochqualifizierter Griechen: In Deutschland sind viele Griechen erwerbstätig, deren teure Ausbildung einst Athen bezahlt hat, deren Fähigkeiten sich nun jedoch die Bundesrepublik zunutze macht – kostenlos.“    weiterlesen

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