Kann man das Niveau des Griechenlandbashings noch senken? FAZ und Focus machen es vor.

Der Titel des Focus-Artikels lautet: „Von wegen Sparkurs: Griechenland verdient mit seinen Schulden sogar Geld“ , bei der FAZ lautet der Titel „Verdient Griechenland mit seinen Schulden Geld?“, die Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) formuliert nicht mehr als Frage: „Griechenlands Schulden-Trick“.
Es handelt sich um eine völlige Umkehrung der Tatsachen. Die griechische Wirtschaft wird zugrunde gerichtet, die Menschen verarmen, die jungen Menschen müssen auswandern. Was sagen FAZ und Focus dazu: Die Griechen beuten uns aus. Perverser kann man gar nicht argumentieren. Zeitungen, die sich als seriös und objektiv geben, veröffentlichen ohne jegliche journalistische Sorgfalt.

Die ganze Argumentation beruht auf haarsträubenden Veröffentlichungen von Pablo Triana, eines mysteriösen Spaniers, der schon öfters wegen haarsträubender Beiträge aufgefallen ist. Siehe dazu die ausführliche Darstellung von Norbert Häring. Dass Deutschland an der sogenannten „Griechenlandrettung“ verdient und Griechenland ausgebeutet wird, haben eine Reihe von Studien bewiesen, zuletzt die Veröffentlichung von Egbert Scheunemann.

Das Fazit von Norbert Häring lautet folgendermaßen:
„Warum macht eine Qualitätszeitung [er meint die FAZ, G.B.] so etwas? Warum bläst sie ein erkennbar unseriöses Werk, das nach einem Monat erst eine Handvoll Leute gelesen haben, derart auf. Die Wirkung ist klar, ob intendiert oder nicht. Griechenland wurden bei Wohlverhalten Schuldenerleichterungen versprochen. Davon will Wolfgang Schäuble nichts mehr wissen, jedenfalls nicht bis nach den Wahlen. Mit solchen Machwerken wie dem Trianas und der Berichterstattung darüber wird dem Wortbruch der Mantel der Rechtschaffenheit umgehängt.“

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Eine Antwort zu Kann man das Niveau des Griechenlandbashings noch senken? FAZ und Focus machen es vor.

  1. Karl Bruder schreibt:

    Dies passt sich ein in die Geschehinsse aktuell. Es liest sich wie eine „umgekehrte“ Verschwörungstheorie, nachder sich die Subalternen global verschworen haben, diese unsere offene Gesellschaft zugrunde zu richten. Wenn es denn nur so wäre. Wir haben diese unsägliche „Wahl“ in Frankreich, worauf Schäuble seinen Statthalter schon zum Rapport bestellt hat (inklusive der Beteiligung von Cohn-Bendit und Varoufakis) und damit einen neue Runde einleitet in die Germanisierung Europas und natürlich muss man schon sagen, muss klar gestellt werden, dass die Subalternen am Untergang des Gemeinwohls die eigentlich Schuldigen sind, mit ihren Forderungen, ihren Wünschen, überhaupt ihrem Anspruch auf ein gutes Leben. Es ist die nächste Runde, in der es gilt, die Kritik am bestehenden Betrieb in einen Kulturkampf umzumünzen.
    Es ist schlicht widerlich, wie der Sozial-Darwinismus sich das Mäntelchen des Fortschritts anzieht, um darin wohlbehütet seine Verachtung der Erfoglosen zu zelebrieren.

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