Griechischer Außenminister: „Wir müssten die Flüchtlinge bombardieren“

Niarchos-Lesvos-1200_599x315Schäuble nennt Tsipras öffentlich und in dessen Anwesenheit stupid (Idiot)

„Wenn wir die Flüchtlinge stoppen wollten, müssten wir Krieg gegen sie führen. Wir müssten sie bombardieren, ihre Boote versenken und die Menschen ertrinken lassen.“
So der griechische Außenminister Nikos Kotzias im Interview mit der taz vom 23.1.2016
Frage: „Viele EU-Bürger stellen sich vor, dass die Griechen wenigstens mehr Patrouillenboote einsetzen könnten, um die EU-Außengrenzen besser zu schützen.“ Kotzias: „Das machen wir schon, aber das bringt gar nichts. Wenn wir die Flüchtlinge stoppen wollten, müssten wir Krieg gegen sie führen. Wir müssten sie bombardieren, ihre Boote versenken und die Menschen ertrinken lassen. Das widerspricht sowohl der Menschlichkeit wie auch dem EU-Recht und den internationalen Konventionen. Das ist ausgeschlossen. Auf den offiziellen Sitzungen der EU-Außenminister schweigen deswegen genau die Politiker, die ihren Medien zu Hause erzählen, die Griechen würden „ihre Hausaufgaben nicht machen“.“         Das ganze Interview in der taz vom 22.1.2016

Diese Sätze erinnern stark an die Äußerung des griechische Migrationsministers Yannis Mouzalas, EU-Botschafter hätten es nicht gewagt, ihm zu sagen, dass er die Bootsflüchtlinge ertränken soll (siehe hier).

Griechenland wird gerade einmal wieder von einigen die Verantwortung für die Flüchtlingskrise zugeschoben. Gleichzeitig fällt Schäuble einmal mehr durch offene kolonialistische Arroganz auf. Beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos nannte er den Ministerpräsidenten Tsipras vor laufenden Kameras und neben ihm auf einem Podium sitzend einen Idioten – ohne dass irgendjemand es wagte, ihn zu stoppen.
Schäuble sagte: >„it’s the implementation, stupid“; zu Deutsch: „Es ist die Umsetzung (der Spar- und Reformauflagen), Idiot“. Damit hat er den Wahlslogan des früheren US-Präsidenten Bill Clinton aus dem Jahr 1992 paraphrasiert „It’s the economy, stupid“. Obwohl Tsipras die Aussage von Schäuble nicht persönlich genommen haben soll, meldete sich die griechische Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND) unverzüglich zu Wort. Sie rief den deutschen Finanzminister dazu auf, besser darauf zu achten, wie er sich ausdrücke. Auch in den griechischen Medien spielte die Schäuble-Äußerung eine nicht unbedeutende Rolle. Die seriöse Wirtschaftszeitung „Naftemporiki“ titelte heute „Klima eines Psychokrieges in Davos“.<  (Zitat: griechenland.net)

„Kinder sterben im Ägäischen Meer, Idiot!“ (“It’s kids drowning in the Aegean, stupid!”)
„Quelle: Keep talking greece“ 

„Keep talking greece“ findet eine passende Antwort auf die Rambo-Manier des Wolfgang Schäuble. „Keep talking greece“ erinnert Schäuble daran, dass Griechenland nicht das einzige Land in der EU ist, dass Vereinbarungen vielleicht nicht zu 100% einhält. Man sollte nur an all die EU-„Partner“ denken, die sich vehement weigern, ihre Flüchtlings-Ouoten zu erfüllen.

 

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