[Berlin] „Umkämpftes Europa“ am 18. Dezember 2015

Ein transnationaler Jahresrückblick
mit
Manuela Bojadžijev (Migrationsforscherin, Berlin)
Loukia Kotronaki (Aktivistin und Wissenschaftlerin, Athen)
Nasim Lomani (Netzwerk für soziale und politische Rechte, Refugee-Aktivist, Athen)
Sandro Mezzadra (EuroNomade-Kollektiv, Bologna)

Moderation: NN

Jockel Biergarten
Ratiborstr. 14c, 10999 Berlin

Im Anschluss: Jahresendzeitgetränke

Als am 18. März bei Blockupy Tausende aus ganz Europa in Frankfurt auf die Straße gingen, stand auf dem Fronttransparent der Demo: „Our time to act has come“. Einige Monate später und kurz vor dem Jahresende können wir wohl sagen, dass sich diese Parole tatsächlich bewahrheitet hat. Das letzte Jahr war ein Jahr der Kämpfe und viele Menschen haben sich diesen Kämpfen angeschlossen, waren solidarisch und hoffnungsvoll. Versteinerte Verhältnisse schienen während des griechischen Referendums voller Risse, die Festung Europa war während des „Sommers der Migration“ für kurze Zeit gefallen. Gleichzeitig aber restauriert sich die alte Ordnung der Abschottung und Austerität immer wieder – durch ihre eigene Krise hindurch. So bleibt im Rückblick auf 2015 ein paradoxes Gefühl: Das, was am einen Tag zu fallen schien, war am nächsten Tag im neuen Gewand zurück. 2015 war dabei aber auch ein europäisches Jahr, ein Jahr der Kämpfe um Europa und gegen die EU, ausgetragen auf europäischem Terrain.

Wenn wir nun gemeinsam zurück blicken, dann schauen wir auf ein Jahr, das nur im Kalender zu Ende geht. Wir sind weiter mittendrin in einem Europa der Kämpfe, in einer autoritären EU, deren Krise sich fortsetzt und wo der Ausnahme- zum Normalzustand geworden ist, der seit den Anschlägen von Paris noch auf eine andere Weise zugespitzt wird. Wir wollen am Abend der Veranstaltung für einen kurzen Moment inne halten und unter dem Eindruck des letzten Jahres fragen: Wie können wir das europäische Regime heute analysieren und angreifen? Wo stehen unsere Kämpfe und wie können wir sie – anders und in anderen Formen – fortsetzen? Wie können wir uns eine innere Verknüpfung der verschiedenen Bewegungen vorstellen und wie verbinden wir das Lokale mit dem Transnationalen?
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Contested Europe

A transnational year-in-review

As thousands took to the streets in Frankfurt with Blockupy on March 18th, the banner leading the demo read, “Our time to act has come.” Some months later – and just before the year is out – we can say that this slogan proved to be true. Last year was one of struggles and many joined in the fight, showing their solidarity and their hope. During the Greek referendum, the stone-like situation appeared full of cracks – Fortress Europe
fell for a short moment during the “Summer of Migration.” Yet at the same time – over the course of its own crisis – the old order of partitions and austerity continues to restore itself. Thus, looking back on 2015 leaves us with a paradoxical feeling: That
which seemed to fall one day returned the next in a new form. 2015 was also a European year; a year of struggles for Europe and against the EU, carried out on European terrain.

When we look back together, we’re looking at a year that is only ending with the calendar. We still find ourselves in the midst of a Europe of struggles, in an authoritarian EU whose crisis continues, where the state of exception has become the normal state of things, and where, since the attacks in Paris, the situation continues to intensify in a new fashion. During the evening’s event we want to take a moment’s pause and, with the previous year in mind, ask: How can we analyse and attack the European regime today? What is the state of our struggle and how else can we proceed? How can we conceive of an internal link to the various movements, and how do we connect the local to the transnational?

Quelle: https://www.facebook.com/events/930707343674277/

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