Lesefrüchte zur Thematik Zwangskredit, Kriegsschuld

Weitere Lesefrüchte (mit Dank an Harald und Sophoklis).  Bernhard ThiesingAthens Wut über den Zwangskredit mit 15 Nullen
Von Markus Bernath aus Athen („Der Standard“, 24. Dezember 2014)

http://mobil.derstandard.at/2000009760795/Athens-Wut-ueber-den-Zwangskredit-mit-15-Nullen

»Das ist noch nicht beglichen«
Was der Widerstandskämpfer und Europaabgeordnete Manolis Glezos zur Frage deutscher Reparationen sagt
Von Isabel Guzmán („Neues Deutschland“ vom 5. Januar 2015)
–> [für Abonnenten]
http://www.neues-deutschland.de/artikel/957315.das-ist-noch-nicht-beglichen.htmlDeutschland sieht die Reparationsfrage als erledigt an. Der griechische Widerstandskämpfer und Linkenpolitiker Manolis Glezos sagt: »Die
deutschen Kriegsschulden sind noch nicht beglichen!« Ungefähr ein Jahr würde er im Europaparlament bleiben, hatte Manolis Glezos zu Beginn der Legislaturperiode im Juni 2014 angekündigt. »Dann ist es wohl genug – und außerdem finde ich Rotation gut!« Der Südgrieche
mit dem großen Schnurrbart und dem wilden, schlohweißen Haar ist in Griechenland eine Art Nationalheld. Er ist mittlerweile 92 Jahre alt.
Glezos hat sein Büro in einem Neubau des Brüsseler Parlaments, im Flügel der Linksfraktion GUE/NGL. Glezos’ Partei SYRIZA ist Teil dieser
europäischen Linken. Den Aufwind hat sie auch Persönlichkeiten wie ihm zu verdanken, der sich in unzählige Fragen einmischt, quirlig, rastlos.
An seinem Brüsseler Schreibtisch signiert Glezos ein Buch, »Schwarzbuch der Besatzung« heißt es. Glezos’ Lebensthema ist auch sein wichtigstes Thema als EU-Abgeordneter. Das Buch behandelt das Leid und die ungeheuren materiellen Schäden, die Griechenland durch zwei Weltkriege und die deutsche Besatzung (1941-1944) entstanden sind. Es geht um Tod und Zerstörung, es ist schier unerträglich zu lesen. »Die deutschen Kriegsschulden«, meinen Glezos und viele seiner Landsleute, »sind bis heute nicht beglichen.«
18 Jahre alt war Manolis Glezos, als er sich zusammen mit einem Freund nachts auf die Athener Akropolis schlich, um die Fahne mit dem
Nazi-Symbol herunterzureißen. Beide wurden zu heimlichen Ikonen, zu Wegbereitern des griechischen Widerstands. Wegen antifaschistischer und kommunistischer Aktivitäten unter verschiedenen Regimes verbrachte er elf Jahre in Haft. Dreimal wurde er zum Tode verurteilt. Nach unzähligen politischen und publizistischen Aktivitäten hat es Glezos nun in die Europa-Hauptstadt geführt. 430 000 Direktstimmen hatte
er bei der Europawahl im Mai eingefahren. In Brüssel trägt er nun unermüdlich seine Forderungen vor. Deutschland hatte in den 60er Jahren
115 Millionen Mark an Griechenland gezahlt und sieht das Reparationen-Thema als erledigt an. In den Augen von Glezos steht hingegen ein Betrag in dreistelliger Milliardenhöhe aus.

Alleine eine Zwangsanleihe, über die Griechenland die Stationierung der deutschen Truppen finanzieren musste, wäre heute 55 Milliarden Euro wert, sagt der Politiker. Eine Arbeitsgruppe des griechischen Finanzministeriums hat vor einigen Tagen einen Bericht fertiggestellt,
in dem es ebenfalls um Reparationsforderungen geht. Eine simple Kausalverbindung zwischen dem alten Schuldenthema und den
heutigen Wirtschafts- und Finanzproblemen Griechenlands stellt Glezos nicht her. Doch was er sagt, ist Balsam für viele Griechen, die die
aktuelle Schuldner-Gläubiger-Logik der EU als zu einseitig ablehnen. »Wir wollen keine Rache, sondern Freundschaft mit Deutschland«, sagt
Glezos und schaut herausfordernd, »aber wir wollen keine EU, in der Angela Merkel alles bestimmt.« epd/nd

Die deutsche Milliardenschuld
Die Nazis stahlen Griechenland auch Geld. Von einer späten Rückzahlung will die Bundesregierung jedoch nichts wissen
Von Tom Strohschneider („Neues Deutschland“ vom 5. Januar 2015)
–> [für Abonnenten]
http://www.neues-deutschland.de/artikel/957314.die-deutsche-milliardenschuld.htmlDie Nazis pressten Griechenland 1942 eine Zwangsanleihe ab. Mögliche Forderungen sind heute Milliarden wert. Nun macht »Bild« in der Sache Front gegen SYRIZA-Chef Tsipras: »Er will uns ans Geld.« Die »Bild«-Zeitung ist schwer im Wahlkampf gegen die linke SYRIZA in Griechenland. »Europa in Angst«, schlagzeilte das Kombinat für Vorurteile angesichts der bevorstehenden Neuwahlen. Alexis Tsipras habe sich auf Deutschland »eingeschossen«, wird in unnachahmlicher historischer Sensibilität behauptet – immerhin geht es der »Bild« auch um Ansprüche, die in Griechenland wegen der Nazi-Besatzung im Zweiten
Weltkrieg erhoben werden. »Sogar Reparationszahlungen« würden von SYRIZA geltend gemacht.
Sogar! »Bild« nennt die Forderung »dreist und gefährlich«. Kurz darauf wurde unter der Überschrift »Hetz-Protokolle des linken Griechennachgelegt. Das Blatt hat dazu eine Äußerung von SYRIZA-Chef Tsipraszitiert: »Die Frage des Besatzungsdarlehens steht für uns offen. Vom ersten Tag an, von dem wir an der Spitze des Landes sein werden, wird das zur offiziellen griechischen Position werden.« Bei »Bild« wird daraus »Er will uns ans Geld«, um »seine Wunschliste vom deutschen Steuerzahler bezahlen« zu lassen. Dabei müsse »man bedenken, dass Deutschland für die Griechen in Millionenhöhe haftet«, so »Bild«.
Nun ist es erstens so, dass nicht nur SYRIZA erwogen hat, die Frage der Reparationen für die Barbarei der Nationalsozialisten in Griechenland erneut auf die Tagesordnung zu heben. Sie ist dort eigentlich schon längst: Als Bundespräsident Joachim Gauck im März in Athen weilte, forderte auch der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias, es müssten schnell Verhandlungen über Reparationen und die Rückzahlung einer von den Nazis erhobenen Zwangsanleihe aufgenommen werden. »Griechenland hat diese Forderungen nie aufgegeben«, sagte Papoulias damals – eben jener Präsident, dessen Nachfolge nun in drei Wahlgängen scheiterte, weshalb Neuwahlen zum Parlament anstehen. Papoulias übrigens hatte sich als 14-Jähriger dem Partisanenkampf gegen die Nazi-Besatzer angeschlossen und später in Deutschland promoviert: über »Erwerb und Verlust des unmittelbaren Besitzes im griechischen und deutschen Recht«.
Gauck hatte die Forderung seines griechischen Amtskollegen damals abtropfen lassen: »Ich werde mich dazu nicht äußern. Und ganz gewiss nicht anders als meine Regierung«, sagte der Bundespräsident im März. In der Tat, und hier beginnt zweitens, versucht die Bundesregierung seit Jahren, die Frage der Reparationen und der Rückzahlung einer von den deutschen Besatzern 1942 aufgenötigten Zwangsanleihe auszusitzen. Allein Letztere soll heute mindestens rund 3,5 Milliarden US-Dollar Wert sein. Andere Angaben gehen von 75 Milliarden Euro aus – wie auch die Bundesregierung bestätigt.
Schon vor Jahren hatte sich die damalige PDS-Fraktion im Bundestag bei der deutschen Regierung um Aufklärung über diese Frage bemüht. Im Jahr 2000 antwortete das Bundesfinanzministerium auf eine Anfrage der PDS: »Griechenland verlangt die Rückzahlung der sogenannten Zwangsanleihe, die das Deutsche Reich als Besatzungsmacht 1942 der griechischen Staatsbank auferlegt hatte.« Die Bundesregierung sei aber »nicht bereit, diese Forderungen anzuerkennen«. Zur Begründung hieß es damals: »Nach Ablauf von 55 Jahren seit Kriegsende und Jahrzehnten friedlicher, vertrauensvoller und fruchtbarer Zusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland mit der internationalen Staatengemeinschaft hat die Reparationsfrage ihre Berechtigung verloren.« Hat sie das? Für wen? In Griechenland kommen nicht wenige zu einer anderen Beurteilung.
Die Bundesregierung wies außerdem darauf hin, dass Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg »in hohem Maße Reparationsleistungen erbracht« habe. Wie hoch das Maß war? Im Rahmen eines Wiedergutmachungsabkommens von 1960 wurden an die griechische Regierung 115 Millionen D-Mark gezahlt.Das wären etwas mehr als drei Prozent der Summe, die heute als Mindestwert der Rückforderung allein wegen der Zwangsanleihe angegeben wird. 2010 fragte die Linksfraktion erneut nach. Diesmal antwortete das Auswärtige Amt: »Bei der sogenannten Zwangsanleihe geht es darum, dass 1942 Griechenland auferlegt wurde, über die Kosten der deutschen Besatzungstruppen hinaus Beträge unmittelbar über die Bank von Griechenland zur Verfügung zu stellen. Dabei wurden sogenannte Anlastungskonten im Warenverkehr zwischen Griechenland und dem Deutschen Reich saldiert. Bei Kriegsende war ein Betrag von 476 Millionen Reichsmark offen.«
2010, die Eurokrise hatte gerade an Fahrt aufgenommen und Kanzlerin Angela Merkel taktierte in der Frage der Griechenland-Hilfe auf
gefährliche Weise, behauptete die Bundesregierung, ihr seien »keine Bestrebungen der griechischen Regierung bekannt, derartige Forderungen geltend zu machen. Gespräche mit der griechischen Regierung hat es in dieser Sache nicht gegeben.« Dabei hätten deutsche Vertreter wohl auch nichts anderes getan als ihre Rechtsauffassung zu wiederholen: Man sieht in der Rückforderung der Zwangsanleihe einen Reparationsanspruch – und hält diesen für abgegolten. Die Argumentation: Im Londoner Schuldenabkommen von 1953 sei die Regelung der deutschen Reparationen auf die Zeit nach Abschluss eines »förmlichen Friedensvertrages« vertagt worden. Diese Regelung wiederum sei 1990 durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag gegenstandslos geworden – die Bundesregierung liest die Vereinbarung so, dass die Reparationsfrage nach dem Willen der Vertragspartner nicht mehr geregelt werden sollte. Dem habe auch Griechenland zugestimmt, da es die KSZE-Charta von Paris unterzeichnet habe.
In Athen – und keineswegs nur bei SYRIZA – gibt es Stimmen, die das anders sehen. Der Zwei-plus-Vier-Vertrag sei damals lediglich zur Kenntnis genommen worden, damit sei also auch die Reparationsfrage noch nicht völlig vom Tisch. Die »Tageszeitung« formulierte es einmal so: »Wer seinem Gläubiger sagt, er soll in 70 Jahren wiederkommen, der darf sich auch nicht wundern, wenn dieser sich tatsächlich meldet.« Tatsächlich heißt es in der Charta von Paris lediglich: »Wir nehmen mit großer Genugtuung Kenntnis von dem am 12. September 1990 in Moskau unterzeichneten Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland.« Weder ist von Reparationen die Rede noch davon, dass die Unterzeichner der Charta von Paris, also auch Griechenland, »damit die Rechtswirkungen des Zwei-plus-Vier-Vertrages auch für sich anerkannt« hätten, wie es die Bundesregierung formuliert.
Die Linksfraktion blieb an der Sache dran. Im Februar 2014 erklärte auf ihre Anfrage nun wieder das Bundesministerium der Finanzen: »Ein formeller, endgültiger Verzicht der griechischen Regierung auf die Geltendmachung von Reparationsforderungen ist der Bundesregierung nicht bekannt.« Zuvor hatte die Linksfraktion mehrere Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zu der Frage der Zwangsanleihe eingeholt, mindestens eines davon wurde laut Linksfraktion als vertraulich deklariert. In einer dieser Expertisen (WD 2, 093/13) heißt es laut Linksfraktion, die griechischen Forderungen ließen sich nicht zwingend als Reparationsanspruch klassifizieren, sondern könnten auch als vertragsrechtlicher Darlehensrückzahlungsanspruch betrachtet werden. In einem anderen Gutachten heißt es laut Linksfraktion (WD 2, 041/13), die Rechtsauffassung der Regierung sei aus völkerrechtlicher Sicht nicht zwingend. Von der rechtlichen Situation abgesehen, müssten auch moralische und politische Pflichten berücksichtigt werden. »Was die Nazis gestohlen haben, darf die Bundesrepublik Deutschland nicht einfach behalten«, fasste das die Linksfraktion zusammen.
Auf diese Argumente wollte sich das Bundesfinanzministerium im Februar 2014 aber nicht einlassen. Man verwies auf die bisher vertretene Rechtsauffassung und erklärte mit Blick auf die Gutachten: »Schlussfolgerungen sind daher seitens der Bundesregierung nicht zu ziehen.« Im April 2014, kurz nach Gaucks Besuch in Athen, wurde ein »streng geheimer« Bericht bekannt, in dem griechische Experten im Auftrag der Regierung in Athen auf 80 Seiten mögliche Ansprüche auf milliardenschwere Reparationszahlungen aufgelistet haben. Unklar blieb, wie die angeblich ebenfalls in dem Geheimbericht formulierte juristische Argumentation aussieht. Und auch die genaue Höhe der etwaigen Ansprüche blieb offen: Damals war davon die Rede, dass Griechenland gegenüber Deutschland Forderungen geltend machen könnte, die sich auf über 100  Milliarden Euro belaufen.
Die LINKE-Politikerin Ulla Jelpke kritisierte im Frühjahr 2014, »Deutschland hat Griechenland während des Zweiten Weltkriegs mehrere
Milliarden Euro geraubt und bis heute nichts davon zurückgegeben.« Und: »Deutschland darf nicht einfach kaltschnäuzig auf Geld sitzen bleiben, das die Nazis gestohlen haben.« Bei »Bild« sieht man das anders. Und man sagt es in Springers Blatt mit einer Kaltschnäuzigkeit, die mit den Worten »dreist und gefährlich« noch viel zu milde beurteilt wäre.

Blutspur durch Hellas

Brutal herrschten die deutschen Besatzer in Griechenland – auf eine angemessene Entschädigung wartet das Land bis heute

Von Eberhard Rondholz
http://www.zeit.de/2001/11/Blutspur_durch_Hellas

Veröffentlicht unter Allgemein, Kriegsschuld | Hinterlasse einen Kommentar

[Berlin] Neues Soli-Bündnis beschließt Aktionen

Am 07.Januar konstituierte sich im traditionsreichen Restaurant „Terzo Mondo“ ein neues Griechenland-Solidaritäts-Bündnis unter dem Namen „Griechenlandsolidarität Berlin“.
Beschlossen wurde:

– am 17. Januar eine Kundgebung mit einer Öffentlichkeitswirksamen Aktion (evtl. Theater mit Großpuppen) durchzuführen. Die inhaltlichen Ausrichtungen werden „Respekt vor der Demokratie und Kritik an der Austeritätspolitik“ sein.

– wenn möglich noch VOR der Wahl in Griechenland eine Podiumsdiskussion mit Prominenten durchzuführen – ebenfalls mit den inhaltlichen Ausrichtungen „Respekt vor der Demokratie / Kritik an der Austeritätspolitik“

– nach der Filmpremiere von „Wer rettet wen“ im Premierenkino (Moviemento) eine Diskussion mit der dann aus Griechenland angereisten Journalistin Eurydike durchzuführen. (https://griechenlandsoli.wordpress.com/2014/11/24/wer-rettet-wen-kinopremiere-in-vielen-stadten-am-11-feb-2105/)

Veröffentlicht unter Allgemein, vergangene Veranstaltungen/Aktionen, Vernetzung der Soligruppen | Hinterlasse einen Kommentar

[international] Wozu Solidarity4All aufruft

What one can do:

Join the Solidarity4All international fb page – I have sent friend requests to many of you, or, just join https://www.facebook.com/sol4all –

and turn it into an international solidarity info-hub:

– We will feed it with updates on the Greek situation and movement, and

– We want you to share your news about any, smaller or bigger, solidarity actions outside Greece, so

– We can create a meeting space for common campaigning.

We begin with the “we start from Greece – we change Europe” campaign. This is a social media campaign involving groups and individuals around Europe in solidarity with the resistance in Greece and also Podemos circles. It aims to include everyone who wants to see a change in Greece and it’s a people-powered campaign, so we need all and each one of you to join.

Those of you who would like to take part in the action please contact me for more details, by replying to this email.

Take part in this European-wide important elections by organizing a “Vote for Change” solidarity action on the weekend Friday 16 – Sunday 18, just one week before the Greek elections. Target a Greek or EU institution (embassies, Hellenic or Greek tourism centres, ECB, European and big bank headquarters), and show your resistance to financial terror of blackmails, to austerity and the Troika, mobilizing for hope and real democracy. Do not forget to inform our international fb page with your actions, so it can publicized throughout Greece and Europe.

Those active in the German speaking world are also encouraged to use the solidarity fb page Griechenland Entscheidet (Greece Decides), https://www.facebook.com/griechenlandentscheidet?fref=nf

You can also promote the page of the crowd-funding initiative of Greek youth https://www.indiegogo.com/projects/a-flight-for-democracy in order to raise money for come=ing to Greece and voting for change.

Next Tuesday an english-language website called http://www.analyzegreece.gr will be launched aiming to feed the international public with more thorough analyses on the Greek politics and the left.

Veröffentlicht unter Allgemein, Was tun? | Hinterlasse einen Kommentar

„Change Greece – Changing Europe – Change4all!“

Der mögliche Sieg von SYRIZA bei den kommenden Wahlen in Griechenland geht alle an, die einen Richtungswechsel in Europa anstreben. Er wäre Ausdruck der Forderung nach Menschenwürde, Gerechtigkeit und Hoffnung. Die Drohungen und der Druck, die seitens der der Staats- und Regierungschefs der EU, der Troika und der Finanzinstitutionen ausgeübt werden, um die Wahl der griechischen Bevölkerung zu beeinflussen, sind unakzeptabel.

Wir werden überall in Europa das Recht der Menschen in Griechenland verteidigen, sich frei zu entscheiden; mit der Austeritätspolitik zu brechen; Nein zu sagen zur Austeritätspolitik, die das Land verwüstet; den Weg einer realen Alternative für Griechenland und eine demokratische und soziale Neuorientierung freizulegen.

Die Mehrheit der politischen Kräfte in Griechenland geht vor der Troika in die Knie. Alexis Tsipras und SYRIZA haben sich für das Gegenteil entschieden. Gemeinsam mit den sozialen Bewegungen haben sie einen breiten Zusammenschluss geschaffen, dessen Dynamik die Mehrheit gewinnen könnte. SYRIZA und ihre Verbündeten setzen sich gegen die humanitäre Krise zur Wehr, wollen die Kollektiv- und Tarifverträge wiederherstellen, ein faires Steuersystem einführen und das politische System demokratisieren.

Eine SYRIZA-Regierung wird Griechenland zu einem verlässlichen Partner machen und das Überleben des Landes und der Bevölkerung zum Ausgangspunkt in allen Verhandlungen machen. Die Regierung wird das Land auf einen neuen Weg jenseits von Korruption und Patronage führen und sich für ein neues Entwicklungsmodell im Interesse aller entscheiden.

Die SYRIZA-Regierung wird eine europäische Schuldenkonferenz vorschlagen, mit dem Ziel die Schulden teilweise zu streichen und die Zahlungsmodalitäten für den Rest so festzulegen, dass eine wirtschaftliche Erholung ermöglicht wird. Das dazu erforderliche Programm öffentlicher Investitionen und Maßnahmen zur Befriedigung dringender sozialer Bedürfnisse soll aus dem europäischen Stabilitäts- und Wachstumspakt ausgenommen werden.

Auf europäischer Ebene wird eine SYRIZA-Regierung einen Europäischen „New Deal” für menschliche Entwicklung und ökologischen Wandel vorschlagen. In ganz Europa müssen wir mit der Logik brechen, die Europas soziale Errungenschaften zerstört und Nationalismus und Rechtspopulismus verstärkt. Wir brauchen ein neues Projekt inklusiver Entwicklung, Zusammenarbeit und Demokratie.

Wir sind davon überzeugt, dass eine solche Veränderung in Griechenland nicht nur die Zukunft des Landes selbst betrifft. Wenn SYRIZA siegt, wird nicht nur Griechenland aus der katastrophalen aktuellen Situation ausbrechen können, sondern die Möglichkeit eines Wechsels in Europa entstehen. Der Bruch mit der Austeritätspolitik wäre Signal und Hoffnung für diejenigen, die sich nicht beugen wollen.

Eine SYRIZA-Regierung wird angesichts des massiven Drucks der Finanzmärkte und der politischen Kräfte, die jedes Abweichen vom gescheiterten Rahmen der kapitalistischen Globalisierung fürchten, massive Unterstützung in ganz Europa brauchen.

Wir, Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft, aus einem breiten sozialen und politischen Spektrum und aus zahlreichen Organisationen akzeptieren den Druck nicht, der ausgeübt wird, um die Griechinnen und Griechen an ihrer freien Entscheidung zu hindern. Diejenigen, die diesen Druck ausüben, nehmen die Verantwortung dafür auf sich, dass die schädliche „Schocktherapie“ um jeden Preis fortgesetzt wird.

Unsere Verantwortung ist es, überall in Europa diejenigen zu unterstützen, die für eine Veränderung der Kräfteverhältnisse kämpfen, die den Kampf der Ideen aufnehmen und alle vereinigen, die gemeinsam mit der griechischen Bevölkerung ein soziales, ökologisches und demokratisches Europa aufbauen wollen.

Wir stehen an der Seite der Griechinnen und Griechen, weil ihr Kampf der unsere ist.

(Diese Erklärung können wir auch mitunterzeichnen: http://www.with-the-greeks.eu/ )

Veröffentlicht unter Allgemein, Resolutionen/Petitionen | Hinterlasse einen Kommentar

[München] Griechenland – wie weiter? (Veranstaltung am 16. Januar)

WE START FROM GREECE – WE CHANGE EUROPE
In München lädt die European Left zu einer Veranstaltung ein
Griechenland – wie weiter?
Freitag, 16.1.15, 19:00 Uhr, KommTreff (Holzapfelstr. 3)
mit Pavlos Delkos (SYRIZA)

Veranstalter:
European Left in München
bestehend aus
DIE LINKE * DKP München * Front de Gauche * Özgürlük ve Dayanışma Almanya * ΣΥΡΙΖΑ (SYRIZA)
Infos:
• Kalimera! Griechenland und Europa
http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=5337:kalimera-griechenland-und-europa&catid=112:wahlen-in-europa&Itemid=278
• Warum wir die griechische Linke jetzt unterstützen sollten
http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=5336:warum-wir-die-griechische-linke-jetzt-unterstuetzen-sollten&catid=104:meinungen&Itemid=249
• Griechenland: 3:0 gegen die Troika! Regierung Samaras ist gestürzt!
http://www.kommunisten.eu/index.php?option=com_content&view=article&id=5331:griechenland-30-gegen-die-troika-regierung-samaras-ist-gestuerzt&catid=35:europa&Itemid=67
• Griechenland: 2:0 gegen die Troika
• Präsidentschaftswahl Griechenland: Spannung steigt
• SYRIZAs Sache ist auch unsere
• Griechenland entscheidet
https://www.facebook.com/griechenlandentscheidet?ref=aymt_homepage_panel

Veröffentlicht unter Allgemein, vergangene Veranstaltungen/Aktionen | Hinterlasse einen Kommentar

[Wien] Soli-Komitee plant Solidaritätsaktionen für den 17. Januar

Liebe FreundInnen und GenossInnen!

Das Wiener Soli-Komitee trifft sich in bälde und wird für den 17. Januar Solidaritätsaktionen vorbereiten.

Herzliche Grüße

Hermann (0043 / 676 / 972 31 10 )

Veröffentlicht unter Allgemein, Was tun? | Hinterlasse einen Kommentar

Ein Flug für Demokratie

Liebes Solikomitee,

als Mitglied der Basis-Organisation von Syriza in Berlin möchte ich euch auf folgenden Spendeaufruf aufmerksam machen:

https://www.indiegogo.com/projects/a-flight-for-democracy

Da es in Griechenland keine Briefwahl gibt, können die im Ausland lebenden griechishen BürgerInnen ihre Wahlrechte kaum wahrnehmen; es sei denn, sie fliegen nach Griechenland. Ziel dieses Spendeaufrufs ist es, möglichst vielen Syriza-UnterstützerInnen mit niedrigem Einkommen zu ermöglichen, nach Griechenland zu fliegen. Je mehr Spenden gesammelt werden, desto mehr Syriza-WählerInnen aus dem Ausland können Flugtickets buchen: Die Anzahl der zu befördernden Personen wird der Höhe der gesammelten Spenden angepasst. (Die Initiative ist zuverlässig und offiziell: s. den Bericht aus dem Syriza-nahen Nachrichtenportal left.gr auf der Homepage der Initiative.)

Es wäre sehr hilfreich, wenn ihr diese Initiative persönlich unterstützen und/oder diese Information an interessierte Leute (bzw. Organisationen, Gruppen) weiterleiten könntet!

Solidarische Grüße

Marialena

Veröffentlicht unter Allgemein, Was tun? | Hinterlasse einen Kommentar

Gemeinsame Aktion am 17. Januar!

Unseres Erachtens sollten wir unbedingt alle am Wochenende 16.-18. Januar Solidaritatsaktionen durchführen. Solidarity for All ruft dazu auf:  „zeigt euren Widerstand gegen den Finanzterror der Erpressungen, gegen die Austerität und die Troika“
(https://griechenlandsoli.wordpress.com/2015/01/05/aktionen-am-wochenende-16-18-jan-aufruf-von-solidarity-for-all/).
Wünschenswert wäre, dass wir alle am selben Tag (Vorschlag: am 17.) und vielleicht sogar in etwa mit der gleichen Stoßrichtung Aktionen durchführen.
Georg und Klaus (Griechenland-Ag attacberlin)

Veröffentlicht unter Allgemein, vergangene Veranstaltungen/Aktionen, Vernetzung der Soligruppen, Was tun? | Hinterlasse einen Kommentar

[international] Aktionen am Wochenende 16.-18. Januar (Aufruf von „Solidarity for All“)

Solidarity for All ruft dazu auf, am Wochenende 16.-18. Januar Solidaritatsaktionen durchführen: „zeigt euren Widerstand gegen den Finanzterror der Erpressungen, gegen die Austerität und die Troika!“

„Take part in this European-wide important elections by organizing a “Vote for Change” solidarity action on the weekend Friday 16 – Sunday 18, just one week before the Greek elections. Target a Greek or EU institution (embassies, Hellenic or Greek tourism centres, ECB, European and big bank headquarters), and show your resistance to financial terror of blackmails, to austerity and the Troika, mobilizing for hope and real democracy. Do not forget to inform our international faccebook page with your actions, so it can publicized throughout Greece and Europe.“

(Auszug aus dem Aufruf vom 03.01.2015)    siehe ->

Veröffentlicht unter Allgemein, Troika, Vernetzung der Soligruppen, Was tun? | Hinterlasse einen Kommentar

Solidarity for All – Aufruf

Happy new year for all – Let’s start with a big hit
WE START FROM GREECE – WE CHANGE EUROPE
Create an international solidarity campaign of hope against fear

Dear All

The forthcoming elections in Greece promise a hopeful New Year start. The ‘panic’ over the weakest link named Greece haunts once more the European (and not only) elites. Even more so, as the possibility for a break with the Troika regime and austerity in Greece seems more viable than ever.

As soon as the collapse of the pro-Troika (conservatives and social-democrats) coalition government appeared, few weeks ago, the threats and blackmails against the Greek people started again. The reassurement that the EU (and global) markets are protected by the effects of a change in Greece, do not suffice to ease the political threat such a change signals for the dominant status quo. The rhetoric of “success story” and “GRecovery” were immediately substituted by direct interventions and “alarming” statements. Financial and political officials re-launched the scenario of a “GRexit” and of a possible (Troika-driven) bank-run, as well as suggestions to the Greek electorate to behave within the framework of the bailout policies (W. Schäuble) by preferring (voting) the familiar faces of the pro-Troika parties (P. Moscovici). Fear is changing sides but the conflict is expected long and fierce.

In the context of crisis, Greece has been used as the testing ground for the deepening of neoliberal restructuring and austerity regime throughout Europe. But also Greece has emerged as a paradigm of resistance. The multiform and protracted struggles of its people both obstructed the implementation of such policies and gave life to new forms of grass-root organizations, solidarity and social participation. These efforts were met with the generous mobilization of movements around the world that have shown their persistent solidarity. This enabled the Greek society to stand up with dignity against the social catastrophy that brought it to the point of humanitarian crisis, and to emerge as lethal threat to the Troika regime, sending a message all-over Europe. Those responsible for the current situation know it only too well, and do their best, in unison, to save their interests by holding on to power by any means.

By the same token the elections of the 25th January will not just decide the future Greek government, neither can be fought in Greece alone. An anti-Troika, anti-austerity victory in Greece opens up the potential for an overturn of the neoliberal domination in EU, and beyond. Thus the current elections consist a fight of all the European people, of all the movements that resist and oppose any aspect of a neoliberal, anti-social and undemocratic Europe.

Therefore we urge for a swarm like political campaign in support of a change in Greece. A multiform campaign that informs the public opinion in each country about the real situation that bailouts and austerity have created in Greece, and about what actually is at stakes in the forthcoming elections for the entire continent. A campaign that counters the dominant misinformation and spread of fear, a campaign that pressurizes all those responsible for the appalling situation in Greece and throughout Europe.
A campaign that sends a message of hope and change, against the paralyzing rhetoric of fear and poverty.
Let’s make the overthrow of austerity and Troika in Greece more than a wish for 2015.
Let’s make the next year, a year of change in Europe starting from Greece.

Happy and Subversive New Year

Solidarity for All

What one can do:

Join the Solidarity4All international fb page – I have sent friend requests to many of you, or, just join https://www.facebook.com/sol4all –

and turn it into an international solidarity info-hub:

– We will feed it with updates on the Greek situation and movement, and

– We want you to share your news about any, smaller or bigger, solidarity actions outside Greece, so

– We can create a meeting space for common campaigning.

We begin with the “we start from Greece – we change Europe” campaign. This is a social media campaign involving groups and individuals around Europe in solidarity with the resistance in Greece and also Podemos circles. It aims to include everyone who wants to see a change in Greece and it’s a people-powered campaign, so we need all and each one of you to join.

Those of you who would like to take part in the action please contact me for more details, by replying to this email.

Take part in this European-wide important elections by organizing a “Vote for Change” solidarity action on the weekend Friday 16 – Sunday 18, just one week before the Greek elections. Target a Greek or EU institution (embassies, Hellenic or Greek tourism centres, ECB, European and big bank headquarters), and show your resistance to financial terror of blackmails, to austerity and the Troika, mobilizing for hope and real democracy. Do not forget to inform our international fb page with your actions, so it can publicized throughout Greece and Europe.

Those active in the German speaking world are also encouraged to use the solidarity fb page Griechenland Entscheidet (Greece Decides), https://www.facebook.com/griechenlandentscheidet?fref=nf

You can also promote the page of the crowd-funding initiative of Greek youth https://www.indiegogo.com/projects/a-flight-for-democracy in order to raise money for come=ing to Greece and voting for change.

Next Tuesday an english-language website called http://www.analyzegreece.gr will be launched aiming to feed the international public with more thorough analyses on the Greek politics and the left.

Veröffentlicht unter Allgemein, Vernetzung der Soligruppen | Hinterlasse einen Kommentar