Alexis Tsipras: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce?

Foto: Kuhlmann/ MSC – https://securityconference.org/mediathek/asset/alexis-tsipras-1900-16-02-2019/, CC BY 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=79005686

Alexis Tsipras gründete am 27.5.26 eine neue Partei. Vor drei Jahre war er vom Vorsitz der Partei SYRIZA zurückgetreten und hatte sich von der Tagespolitik fern gehalten. Jetzt möchte er wieder ganz vorne stehen. Allerdings hat er sich weit von seinen politischen Wurzeln entfernt. Eine politische Strategie hat er nicht. Das zeigt sich deutlich in den „sieben Versprechungen“ von denen Tsipras bei der Gründungsveranstaltung sprach (s.u. im Artikel von Malamatinas).
Das Motiv für die Parteineugründung ist wohl dasselbe, das ihn schon seit 11 Jahren, seitdem er Ministerpräsident wurde, anzutreiben scheint: persönliches Machtstreben.
Dazu passt die Inhaltsleere seiner Botschaften. Es geht wohl nur darum Aufmerksamkeit zu erregen und möglichst vielen scheinbar etwas anzubieten. Ein gutes Beispiel dafür ist der Name der neuen Partei „ELAS“.
Yiannis Albanis schreibt dazui: „Die Diskussion über den Namen der Partei ist viral gegangen. Tausende Kommentare wurden in den sozialen Medien über die ELAS (als Abkürzug für „Griechische Linke Allianz“) geschrieben. Nicht wenige Kritiken von linker Seite werfen der Partei vor, das Erbe des Nationalen Widerstands zu vereinnahmenii, während auch Spott nicht fehlt, der die neue Partei mit der griechischen Polizei in Verbindung bringtiii. Andere wiederum halten den Namen aus kommunikativer Sicht für einfallsreich. Sicher ist, dass durch den Wirbel in den sozialen Medien die Nachricht über die Gründung der neuen Partei auch Menschen erreicht, die sich normalerweise nicht besonders für Politik interessieren.”

Zum Thema Fall des Alexis Tsipras und seiner Partei SYRIZA empfehlen wir den Vortrag von Elias Chronopoulos als Tonmitschnitt unserer Veranstaltung „Syriza – der tiefe Fall einer linken Partei“

Von John Malamatinas, ND-Aktuell 27.05.2026:
Ein neuer linker Patriotismus für Griechenland
Alexis Tsipras meldet sich zurück. Mit seiner neuen Partei Elas will der Ex-Regierungschef die zersplitterte griechische Linke sammeln.“
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Quellen/Anmerkungen

Zum Titel:
Es handelt sich um eines der berühmtesten Zitate von Karl Marx aus seiner 1852 erschienenen Schrift „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“. Marx bezog sich damit auf die Beobachtung des Philosophen Georg Wilhelm Friedrich Hegel, dass sich große weltgeschichtliche Ereignisse und Persönlichkeiten zweimal in der Geschichte ereignen. Marx ergänzte diese Aussage um den prägnanten Nachsatz:„Das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“

ihttps://popaganda.gr/editorial/i-epomeni-mera-meta-ta-apokalyptiria-tis-elas/

iiELAS (ΕΛΑΣ) war die Abkürzung für die Griechische Volksbefreiungsarmee (Ethnikós Laikós Apelevtherotikós Stratós), die die deutschen, italienischen und bulgarischen Besatzer im zweiten Weltkrieg bekämpfte.

iiiDie Abkürzung für die grieschische Polizei ist EL.AS. (ΕΛ.ΑΣ. ; Ελληνκό Αστυνομία)

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