Die Solidarische Klinik Thessaloniki braucht unsere Unterstützung!

Von Nadja Rakowitz
Seit vielen Jahren sind wir in regelmäßigem Kontakt und Austausch mit den Aktivisten, Ärzt*innen und Pfleger*innen aus der Solidarischen Klinik Thessaloniki.
Im Herbst 2011, als die griechischen Behörden vielen geflüchteten Menschen den Zugang zu Kliniken und ärztlicher Grundversorgung verweigerten, wurde die Praxis gegründet aus der Idee der praktischen Solidarität und dem politischen Wunsch, selbst aktiv zu werden gegen das unmenschliche Elend. Solidarische Pfleger*innen, Ärzt*innen, linke Aktivist*innen und Nachbar*innen bildeten ein Praxis-Kollektiv KIA und stellten die notwendigste Gesundheitsversorgung und kostenlose Medikamente den Not leidenden und vom Gesundheitssystem ausgeschlossenen Menschen zur Verfügung. In Folge der Weltwirtschaftskrise, die schnell Staatsschuldenkrise oder Eurokrise genannt wurde, und der Austeritätspolitik der EU und der griechischen Regierung verloren ab 2010 ca. 30 % der Bevölkerung ihre Krankenversicherung. Seitdem besuchten auch viele griechische arbeits- und obdachlose und arme Menschen die Räume der solidarischen Arztpraxis. Mit der Syriza-Regierung hat sich zwar die Situation wieder geändert und das Gesundheitswesen ist wieder offen für alle, aber dennoch läuft noch lange nicht alles gut. Besonders wegen der kostenlosen Medikamente sind die solidarischen Praxen bis heute für viele arme Menschen immer noch wichtig.
In der KIA arbeiten alle gemeinsam ehrenamtlich, bis auf die wichtigen professionellen Posten der Ärzt*innen gibt es ein Rotationsprinzip, so dass jeder* mal Pressesprecher*in oder Sekretär*in ist oder an der Ausgabestelle der Medikamente steht. Basisdemokratisch wird gemeinsam über die Belange der Praxis gestritten und entschieden. 

Doch KIA ist geschlossen seit dem Lockdown, der in Griechenland auch deshalb besonders strikt war, weil das öffentliche Gesundheitswesen nach den Zerstörungen durch die Austeritätspolitik äußerst prekär ausgestattet ist. 

Da KIA nach wie vor aber dringend gebraucht wird, unternimmt das Kollektiv jetzt den Versuch, die Medikamentenausgabe vorerst im Freien, aber auch den Betrieb der Kollektiv-Praxis wieder aufzunehmen. 

Alle Kosten vor Ort sind auf ein Minimum runtergefahren; für die Beschaffung der Arzneimittel geht das meiste Geld drauf. Aber das wird jetzt für die Aufrechterhaltung der kollektiven Gesundheitsversorgung dringend gebraucht. Die aus früheren Spenden gewachsenen Geldreserven reichen nur noch für die nächsten paar Monate. Für den minimalsten Grundbetrieb werden nicht mehr als tausend Euro im Monat benötigt, also jede kleine Spende von 20 Euro hilft weiter. 

Bitte zeigt Euch auch jetzt solidarisch und überweist mit solidarischen Grüßen aus eurer Stadt oder von Eurer Initiative an:

KIA – Praxis der Solidarität
Piraeus Bank
ΙΒΑΝ : GR89 0172 2720 0052 7205 9087 744
BIC : PIRBGRAA
http://www.kiathess.gr/de/information

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