Solidarische Klinik in Elliniko – Wie lange noch?

kifaVon Ralf Kliche.
Die solidarische Klinik von Elleniko (MKIE) auf dem Gelände des alten Flughafens von Athen ist eine der bekanntesten. Die Klinik hat nun in einer Presseerklärung einen erneuten Versuch bekannt gemacht, sie aus ihren angestammten Räumen zu vertreiben, wo sie seit 2011 erfolgreich arbeitet und tausende von Patienten betreut hat. (1) Bereits 2018 war ein solcher Versuch daran gescheitert, dass sich zahlreiche Unterstützer öffentlich gegen eine Schließung / Verlegung ausgesprochen hatten. Der Versuch war von Lamda Development betrieben worden, dem zentralen Investor für die Umgestaltung des alten Flughafens. Die Details und Abgründe dieses Mammut-Investitionsprojektes hat Nils Kadritzke in seinem auch hier verlinkten Artikel „Der attische Leuchtturm des Kyriakos Mitsotakis“ beschrieben. (2)

In der Presseerklärung berichtet die Klinik von einem Brief des Investors ELLINIKO SA vom 31.01.2020, der sie über das Gesundheitsministerium erreicht hat, sie druckt diese Schreiben auch ab. Darin teilt der Investor dem Ministerium mit, dass die Klinik sofort ihre Räume verlassen müsse.

Damit widerspricht den Investor den 2018 getroffenen Vereinbarungen. Damals hatte der Bürgermeister Giannis Konstantatos der Gemeinde Elliniko-Argyroupolis, zu der das Flughafengelände gehört, ausdrücklich versprochen, dass die solidarische Praxis dort bleiben könne. Konstantatos gehört seit 2015 auch dem Verwaltungsbeirat von ELLINIKO SA an, er wurde von der Treuhandbehörde TAIPED dorthin entsandt. Auch der CEO von Lamda Development, Odysseas Athanasiou, hat bei der Vorstellung des Vorhabens in Großbritannien den Bestand der Klinik zugesichert und die „Schwarzseher“ kritisiert: „Wir sind bereit, zu helfen, wenn das erforderlich ist. Wir sind auf ihrer Seite und ich lade die Verantwortlichen (der Praxis, RK) zu einem Treffen schon in der nächsten Woche ein.“ (3)

Die Erklärung der solidarischen Praxis endet mit der Kritik der Räumungsaufforderung und der Ankündigung, die Arbeit fortsetzen zu wollen: „Sie wollen uns auf die Straße werfen, ohne uns eine Alternative zu geben, damit die Bulldozer kommen und ein 200 Quadratmeter großes Gebäude abreißen können, in dem die Not Leidenden der griechischen Gesellschaft unterstützt werden, die das Ergebnis der Austeritätspolitik sind, die von allen Regierungen seit 2010 bis heute betrieben wurde. Sie wollen eine Gemeinschaft von Freiwilligen vertreiben, eine Gemeinschaft der Solidarität, mit Tausenden von Unterstützern aus Griechenland und dem Ausland, die sogar öffentliche Krankenhäuser, öffentliche Strukturen, Institutionen, Heime, Flüchtlinge und jeden Menschen mit Medizin versorgt. … 

Wir stellen von unserer Seite aus fest, dass wir weiter in unserer Klinik bleiben werden, dass wir weiter unsere Patienten mit Medikamenten, Hoffnung und Würde unterstützen werden. Die MKIE steht weiter allen hilfsbedürftigen Mitbürgern gleichermaßen zur Seite.“

 Quellen / Anmerkungen:

  1. http://www.mkiellinikou.org/blog/2020/02/12/eksosh/
  2. https://griechenlandsoli.com/2020/02/01/der-attische-leuchtturm-des-kyriakos-mitsotakis/
  3. https://drive.google.com/file/d/1DerXhGR0YYROGQsyS-dcnsfRWB7EzN3t/view
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