[Wiesbaden] DAS PARLAMENT: DIE AGORA vom 26. August bis zum 4. September 2016

Kunst und Politik: partizipative Demokratie (u.a. die neue isländische Verfassung), Europa-fokussierte Demokratie (DiEM 25), solidarische Ökonomie in Griechenland und vieles, vieles mehr…

Libia Castro & Ólafur Ólafsson

Libia Castro und Ólafur Ólafson

DAS PARLAMENT: DIE AGORA
Margarita Tsomou / Griechenland, Deutschland

 

25/08 – 04/09
Warmer Damm
Eintritt frei

Die Agora ist ein partizipatives Parlament unter freiem Himmel. Frei nach dem altgriechischen Vorbild entwickelt die griechische Aktivistin und Publizistin Margarita Tsomou einen Marktplatz des kritischen Dialogs, der die Repräsentationsmechanismen unseres politischen Alltags hinterfragt. Mit internationalen Gästen und lokalen Aktivisten schafft sie ein Forum für die Nicht-Repräsentierten unserer Gesellschaft und holt Diskurse in den öffentlichen Raum zurück, die sonst hinter verschlossenen Türen oder in den Weiten des Internets stattfinden. Mit dem internationalen Konferenztag am 27.8. entsteht ein Begegnungsort für politische Gruppen, die sonst selten aufeinander treffen. Die Speakers-Corner lässt die Agora außerdem zur Plattform für die Bürger der Stadt Wiesbadens werden, um Konflikte leidenschaftlich auszutragen, Debattenkultur zu proben und produktiv zu streiten.

Freitag 26.8. 15 Uhr
General Assembly
Auf dem Weg zu einer konstituierenden Versammlung.

Nach jeder Revolution wird die neue gesellschaftliche Ordnung in einer Verfassungsgebenden Versammlung neu gedacht. Verfassungen sind Früchte eines historischen Augenblicks, an dem die gesetzgebende Gewalt zurück an die Vielen gegeben wird. Inspiriert von dieser Urpraxis der Demokratie versammeln wir uns in der Agora, um die Konstituierung einer neuen Ordnung vorzubereiten. Welche Prinzipien und Werte wollen wir für die Zukunft festschreiben? An welchen Grundsätzen wollen wir unser Zusammenleben ausrichten?
Siebzig Jahre nach der Konstituierung der Hessischen Verfassung, soll 2018 über deren Erneuerung abgestimmt werden. Was wollen wir ändern?
Ausgehend von den jüngsten Debatten eröffnen Haus Bartleby, eine gemeinnützige Lobby von Wissenschaftlerinnen, Buchautoren und Dramaturginnen, mit den Demokratie-Aktivisten Diem 25 den öffentlichen Dialog über ökonomische Grundrechte, demokratische Praxis und die Fragen einer europäischen Verfassung.

Samstag 27.8. 11 Uhr
This is not Democracy
Eine Konferenz zu Demokratie im Spätkapitalismus

“Die Ehe zwischen Demokratie und Kapitalismus ist vorbei” – das waren die Worte des Philosophen Slavoj Zizek 2011 auf der Occupy Wall-Street Versammlung. Angesichts sich verschärfender Wirtschafts- und Finanzkrisen, wird immer mehr von einer Einschränkung der Befugnisse repräsentativer Parlamente zu Gunsten der ‘parademokratischen Ausnahmemacht` (Joseph Vogl) eines Netzes von intergouvermentalen, supranationalen Institutionen der Märkte diskutiert. Gleichzeitig wächst bei den Bürger*innen das Gefühl nicht vertreten zu werden, sie wenden sich von den Parteien der Mitte ab und wählen gegen das demokratische Establishment oder fordern mehr Partizipation.
Wie verhält es sich heute mit der Vereinbarkeit zwischen Demokratie und Kapitalismus? Waren sie je vereinbar oder schon immer im Widerspruch? Kann sich der Kapitalismus die Demokratie noch leisten? Und wie könnten neue Formen von Demokratie aussehen? In einer ganztägigen Versammlung diskutieren wir mit Expert*innen aus ganz Europa über die heutige Verfasstheit der kapitalistischen Demokratie, über nicht-staatliche Souveränität, konkrete partizipatorische Alternativen und den neuen demokratischen Bewegungen.

11-12 Uhr
Die Demokratie in der Abstiegsgesellschaft
Oliver Nachtwey (DE)

12-12:15 Uhr
Pause

12:15-14:00 Uhr
Souveränität jenseits des Staates – Demokratie als Praxis
Gal Kirn (HRV), Ewa Majewska (PL), Daniel Loick (DE)

14:00-15:00 Uhr
Pause

15:00-16:00 Uhr
Verfassungsgebende Versammlungen und Partizipation? das Beispiel Island und die Frage nach einer europäischen Verfassung
Libia Castro & Ólafur Ólafsson (ISL/SP) und Vertreter_innen von Diem25 “Democracy in Europe Movement”

16:00 – 17:30 Uhr
Demokratische Bewegungen: Anti-TTIP, Nuit-Debut und linke Regierungsprojekte
Melina Germes (FR), Alexis Passadakis (DE), Caterina Principe (PRT)

Sonntag 28.8. 15:00 Uhr
Libia Castro & Ólafur Ólafsson: Singing for the constitution
Ein isländisches Pop-Experiment

Island erlebte 2008, wovor sich viele in Europa fürchten, den Zusammenbruch seines Bankensystems: die Stunde Null. In den Jahren des Umbruchs entstand partizipativ eine neue Verfassung: Proposal For A New Constitution For The Republic Of Iceland. Doch noch ist sie nicht verabschiedet. Das isländisch-spanische Künstlerduo Libia Castro & Ólafur Ólafsson hat den Neuentwurf der Verfassung zusammen mit der Komposnistin Karólína Eiríksdóttir vertont und mit dem isländischen Musiker Svavar Pétur Eysteinsson, aka Prins Póló zu einem Pop Song komprimiert.
Jetzt laden sie in die Agora zum gemeinsamen musikalischen Experiment mit dem Publikum: Verfassungstext meets Pop oder von der musikalischen Schönheit eines neuen Gesetzes.

Montag 29.8./Dienstag 30.8. 15:00 Uhr
Arkadi Zaides:
EUROPEAN BORDERS
Exploring Movement Through its Limitation

Für seine neue Arbeit beschäftigt sich der israelische Performer und Choreograph Arkadi Zaides mit dem Zusammenhang von Grenzen und Bewegungen.
Am Beispiel der europäischen Außengrenze untersucht er, wie Grenzen nicht nur Bewegungen unterbinden, sondern selbst zu Zonen ethischer Konflikte und physischer Auseinandersetzung werden.
Während der Wiesbaden Biennale läd er an zwei Tagen von 15-18 Uhr zu einem offenen Work-In-Progress in den Malsaal des Staatstheaters, zu dem er mit Gästen und Experten ins Gespräch kommt, Materialien sichtet und Einblick in seine Arbeit gibt.

Donnerstag 1.9. 15:00 Uhr
Imagine Wiesbaden: Zukunft der Stadt
Ein partizipativer Battle der Ideen

Was ist Wiesbaden – wer ist die Stadt?
Stadtentwicklung in Wiesbaden ist in den letzten Jahren immer wieder Ausgangspunkt für hitzige Debatten und Kontroversen geworden: Wer darf mitgestalten, wenn urbane und kulturelle Räume im historischen Zentrum Wiesbadens neu definiert werden? Wem gehört die Stadt? Es ist eine Diskussion um gesellschaftliche Teilhabe, Bürgerbeteiligung und urbane Zukunftsvisionen.
Gemeinsam mit der Initiative „Haus der Stadtkultur im Alten Gericht“ lädt die Wiesbaden Biennale ein zum Battle der Ideen.
Jede_r Redner_in bekommt 5 Minuten Redezeit in der Agora und stellt sich anschließend 3 Minuten lang den Fragen des Plenums: egal ob Künstler*in, Stadtverordnete*r, Aktivist*in, Beteiligungsmanager*in, Journalist*in, Rentner*in, Hochschulprofessor*in oder Jugendliche*r, die Regeln sind für alle gleich.
Und jeder darf mitreden.
Ein Nachmittag produktiver Streitkultur und aktiver Partizipation.

Freitag, 2.9. 15 Uhr
SCHNIPPELPARTY: food-sharing gegen die Krise in Wiesbaden und Griechenland

In Deutschland leben 1,5 Millionen Menschen vom Tafelwesen. Sichern die gemeinnützigen Suppenküchen die Versorgung vieler Menschen, so institutionalisieren sie auch die Abhängigkeit Bedürftiger von Almosen im Hartz 4-System.
Die Food-Aktivistin Talley Hoban startete 2013 mit ihren Schnippelpartys, eine Gemeinschaftskochaktion mit geretteten Lebensmitteln, um das Bewusstsein für verschwendete Lebensmittel zu schärfen.
In der Agora veranstaltet sie jetzt eine Schnippelparty gemeinsam mit Manfred Bartl von der Mainzer Initiative gegen HARTZ IV, Apfelkomplott Wiesbaden, einer Initiative für solidarische Landwirtschaft, und Filippos Polatsidis, einem Aktivisten solidarischer Ökonomie aus Griechenland. Gemeinsam schnippelnd, kochend und tafelnd diskutieren sie wie solidarisches Produzieren von Lebensmitteln und eigenständiges “food-sharing” Alternativen zur institutionalisierten Armut sein könnten. Fragen nach der Nahrungssouveränität einer Gesellschaft im Kontext des kriselnden Europas treffen auf praktisch konkrete Tipps, wie man solidarisch, nachhaltig und jenseits von Verschwendung Lebensmittel produzieren und verkochen kann.

Samstag 3.9. 15 Uhr
Hip Hop Battle: AGORA goes Bloc Party

Wettbewerbe, Tanz, Theater und Athletik – die antike Agora war ein Ort indem nicht nur Politik, sondern auch das Leben selbst mit unterschiedlichen sozialen Ritualen verhandelt wurde. In der Agora der Wiesbadener Biennale aktualisieren wir diesen Geist mittels der Kultur des Hip Hop: mit einem Battle von MCs, Tänzern und Djs aus der Wiesbadener Umgebung nutzt der Club Kontext-Wiesbaden das Agora-Theater als Arena, um die Strasse, den Pop und seine Protagonisten in die Stätten der Hochkultur zu bringen.

Rap Shows mit Kram aus der Ecke, MC Suada, evtl. MC Kenta (noch nicht bestätigt)
DJ´s: Saje, Eniceo
B-Boy-Cypher mit Dangerous Mainz und Wicked Wiesbaden Rockaz
Freestyle-Session

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