IWF macht mal wieder den „guter Bulle, böser Bulle“

X_politiker-immunitaetWenn wir nicht wüssten, dass selbstkritische Töne aus dem IWF auch in der Vergangenheit nicht zu einem Kurswechsel geführt haben, könnten wir uns über den neuen IWF-Bericht zur Griechenland freuen. Die Tageszeitung Kathimerini berichtete am 17. Juli über ein Gutachten unabhängiger Ökonomen im Auftrage des IWF. Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der IWF in seiner Griechenland-Politik sieben grobe Fehler begangen hat (s. Artikel unten, andere Quelle hier; UPDATE 1.8.2016: das Gutachten hier ).

Schon vor drei Jahren titelten die „Nachdenkseiten“ „Guter Bulle, böser Bulle – der IWF und seine unglaubwürdige Selbstkritik„. Damals bezog sich diese Aussage ebenfalls auf eine Selbstkritik des IWF bezüglich seiner Griechenlandmaßnahmen. Einsichten machen Hoffnung, aber dann wird weiter gnadenlos Austeritätspolitik betrieben.

Ende letzten Jahres gab der IWF ganz offiziell zu, dass er in Griechenland gescheitert sei (Quelle). Gerade erst vor wenigen Tagen sprach der Sprecher des IWF, Gerry Rice, wieder vom Scheitern der IWF-Politik in Griechenland.

Im Juni kritisierten IWF-Forscher öffentlich neoliberale Grundsätze ihres eigenen Hauses (Quelle). Heißt das, dass der Währungsfond seine Politik ändert? Es sieht nicht danach aus. All die Selbstkritik hindert den IWF nicht daran, seine Knebelpolitik fortzusetzen – aktuell vor allem was weitere Lohnkürzungen und weitere Entrechtung am Arbeitsplatz angeht.

Die Ökonomen des IWFs sind nicht blind, sie sehen, dass ihre Vorhersagen nicht eintreffen. Deshalb korrigieren sie immer mal wieder ihre Strategien. Ihre Ziele bleiben aber die selben, deshalb ist ihr Wirken nach wie vor verheerend.

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Darstellung des aktuellen IWF-Gutachtens auf griechenlandblog:

„Ein interner Bericht stellt 7 Fehler des Internen Währungsfonds in Griechenland fest.        

Was der IWF in Griechenland „verbockte“

Die in dem besagten Bericht festgestellten falschen Praktiken seitens des IWF sind folgende:

1. Umstrukturierung der Verschuldung
Die Verweigerung der Umschuldung der öffentlichen Verschuldung Griechenlands zu Beginn des Programms trotz der großen Wahrscheinlichkeit, dass diese sich als nicht tragfähig erweisen werde, stellt einen Gegenstand der Kritik dar.

2. „Lockerer“ Ausgangspunkt
Der IWF verfolgte die Lage in Griechenland vor Ausbruch der Krise, aber auch nach seiner Beteiligung an dem Programm nicht aus der Nähe.

3. Unwirksame Strategie
Über einen sehr viel größeren Zeitraum wurde eine immer unwirksamere Strategie befolgt.

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Eine Antwort zu IWF macht mal wieder den „guter Bulle, böser Bulle“

  1. reiner tiroch schreibt:

    der IWF gab auch zu, dass Griechenland o Wunder,….. sich die Schulden in 11 Monaten von 350 Mrd. auf 870 Mrd. wenn nicht gar bis heute auf 1 Billion € erhöht haben. ..da hat der Schäuble so arg danebengesehen all´ die Jahre, gell? Italiens Banken im Eimer die das Globale Finanzsystem sprengen können, aber die Chefin der Bafin Elke König, ja die sieht auch wiedermal dass es keinen Grund zur Panik gäbe, denn die Banken sind gut gerüstet. lol. so wie Grioechenland, gell?

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