[Berlin] „FATSA/KOINA: Athen“ Thater am 3./4. Dezember

FATSAKOINAATHEN1

Im November kehren wir nach Athen zurück, wo vor über drei Jahren FATSA/KOINA:Athen als Experiment unter Deserteur_innen seinen Anfang nahm.
In der Zwischenzeit ist viel passiert, aber was hat sich verändert? Wir schicken FATSA erneut auf die Straße, um unter dem mit einer Extraportion Alternativlosigkeit zubetonierten Pflaster den Strand zu suchen. Dabei kommt er diesmal womöglich in den Genuss von Tränengas einer vermeintlich linken Regierung. Wieder ist er bloß einer von vielen Geflohenen. Weniger noch als damals will heute das Elend in den Kloaken und Schützengräben dieser Welt bleiben. Umso deutlicher sieht FATSA, dass es mit noch mehr von derselben Medizin, keine Heilung geben kann.Aber welcher ist denn nun der revolutionäre Weg? Desertieren, unauffällig aus der Reihe zu treten und seine eigene Sache auszufechten? Die Anonymität, in die man abgeschoben wurde zum Vorteil wenden? Oder den umgekehrten Weg einschlagen und den Prozess beschleunigen? Arm ist ärmer und reich reicher jetzt. Und doch sind sie die blutige Zeit gewohnt: Es gibt keinen roten Morgen – gefangen in der Gegenwart dämmert es nur gülden-grau.

Back from Athens with Anger (as an Energy!) fragen wir uns Anfang Dezember dann im Herzen der mütterlichen Bestie, wo längst nicht mehr die Zechen, dafür aber neuerdings wieder die Turnhallen brennen, was passieren muss, bis all die „Besorgten“ endlich dem Nationalismus die rote Karte zeigen um nicht mehr gegen ihre brothers and sisters, sondern für das gute Leben aller zu kämpfen.

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Athen, Berlin, Bochum, seid dabei, wenn FATSA die Logik der Ware herausfordert und wir auf der Bühne die Wirklichkeit zum Tanzen bringen:

19./20./21.11. 2015 20.30 Uhr BIOS Tesla, Athen

03./04.12. 2015 20 Uhr TAK Berlin

06.12. 2015 19.30 Uhr ZECHE 1, Bochum

Zur Sache:
FATSA/KOINA: Athen

FATSA (ugs. neugr.): Gesicht
KOINA (altgr.): Gemeinschaften, Gemeinwesen oder Bund

Athen, Frühjahr 2013: Fünf Menschen fliehen aus dem (alltäglichen) Krieg im globalen Süden in den reichen und friedlichen Norden. Als mittellose Illegalisierte stranden sie in der fremden Stadt Athen, der Eintrittspforte in die Festung Europa. Doch hier sieht es nicht so viel besser aus. Es herrscht Krise. Die Menschen hungern, weil sie sich nichts mehr zu essen kaufen können, sie frieren, weil sie kein Holz haben. In der Gesellschaft rumort es: Demonstrationen, Streiks, Kämpfe. Barrikaden brennen, Steine fliegen. Tränengas und Molotowcocktails. Die Zeichen stehen auf Sturm, es riecht nach Veränderung: Hier und Jetzt könnte etwas passieren.
Das ist die Hoffnung der Fünf, ihr einziger Ausweg: Der kommende Aufstand, der alle wirklich frei und gleich macht. Doch an den Auseinandersetzungen in den Straßen können sie sich nicht beteiligen, zu groß ist die Gefahr, entdeckt und ausgewiesen oder in eines der berüchtigten Lager gesteckt zu werden. Sie müssen unsichtbar bleiben, im Untergrund verharren und auf die Revolution warten, die dann doch (noch) nicht kommt.
Die Differenzen auf der Straße und innerhalb der Gruppe werden sichtbarer, die Stimmung bedrohlicher, die Situation für die Sans Papiers gefährlicher. Statt der erhofften Revolution zieht die Goldene Morgenröte auf. FATSA aber sucht weiterhin das Loch, den Ausweg aus den Schützengräben und Kloaken dieser Welt. Anstatt mit den anderen Deserteur_innen im Untergrund am organisierten Widerstand zu arbeiten, will er – trotz aller Risiken – auf die Straße. Er beharrt auf den aufrechten Gang des Flaneurs, der durch die Passagen geht, obwohl er sich doch nichts kaufen kann.

Der Grundstein für die Inszenierung wurde im Frühjahr 2013 in einem Workshop im besetzten Athener EMBROS THEATER gelegt. Das daraus entstandene Stück kam am 21. Juli 2013 im Ringlokschuppen Ruhr in Mülheim zur Uraufführung und wurde im November 2015 im Athener BIOS Tesla Theater wiederaufgenommen.

#egfka #fatsaontour

 

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