Mitsotakis wegen EU-Subventionsbetrug angeklagt

Artikel der Zeitung Ta Nea vom 13.10.2008

Mitsotakis ist es wieder einmal gelungen, seinen Hals aus der Schlinge zu ziehen. Er verhinderte, dass die beiden Agrarminister seiner Regierungszeit und auch er selbst (1) wegen der vielen Millionen Euro betrogener EU-Agrarsubventionen – von denen sie wussten und die sie nicht verhinderten – strafrechtlich verfolgt werden. Stattdessen wurde durch die Stimmen der Nea Dimokratia ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss beauftragt, die Tätigkeit der OPEKEPE (Agentur für die Auszahlung und Kontrolle der EU-Agrarsubventionen) von 1998 bis heute zu untersuchen. Nach dem Motto „Subventionsbetrug gab es schon immer!“ Das, obwohl das äußerst umfangreiche Belastungsmaterial, das die EU-Staatsanwaltschaft vorgelegt hat, sich nur auf die Regierungszeit von Mitsotakis bezieht.
Interessanterweise hat Mitsotakis schon vor mehr als zwanzig Jahren als Chef einer Bankentochter EU-Subventionsgelder unrechtmäßig eingetrieben.

Von Dimitris Psaras, x-efimerida.gr 1.8.2025:
Kyriakos Mitsotakis in der Rolle des „Frappé“ (2)
2008 wurde er selbst wegen illegaler Subventionen mit europäischen Mitteln angeklagt.
Das Verhalten des Premierministers in den letzten Tagen ist für diejenigen unverständlich, die seinen politischen Werdegang nicht verfolgt haben. Wie ist es möglich – fragen sich einige, darunter sogar Führungskräfte der Nea Dimokratia –, dass er zu solch grotesken Manövern im Parlament greift, um die Überstellung von Voridis und Avgenakis (3) an einen Untersuchungsausschuss zu verhindern? Und wie ist es möglich, dass er sich hinter dem „Argument” versteckt, dass nicht nur seine Regierung für die von der Europäischen Staatsanwaltschaft aufgedeckten illegalen Subventionen verantwortlich ist, sondern sagt „wir sind schuld, Sie sind schuld, die anderen sind schuld”? Versteht er nicht, dass er mit diesem Verhalten das Unmögliche geschafft hat: die gesamte Opposition dazu zu zwingen, sich gegen ihn zu verbünden und zusammenzuarbeiten?

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Exarcheia: Das „gallische Dorf“ in Athen. Film und Diskussion

Zu einer aktuellen Entwicklung des Exarcheia-Platzes siehe: „Erfolg der Bewegung gegen die U-Bahn-Station auf dem Exarcheia-Platz“ von Achim Rollhäuser

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Trump, Gaza: Vergleiche mit Nazi-Deutschland?

Die Columbia University in New York City hat sich Trump unterworfen (1). Die 75-jährige jüdische Holocaust-Forscherin und emeritierte Professorin an der Columbia University Marianne Hirsch schreibt dazu: „…obwohl ich als Studentin, die den Faschismus studierte, gelernt habe, vorsichtig mit Vergleichen mit Nazi-Deutschland umzugehen“ sei das treffendste Wort, diese Unterwerfung zu beschreiben, das deutsche Wort Gleichschaltung (2).
Sie fürchtet, dass jetzt sogar z.B. die Erwähnung der Tatsache, dass Hannah Arendt das Benutzen der Erinnerung an den Holocaust für politische Zwecke durch den israelischen Staat kritisierte, von der Columbia University unterbunden wird. Sie schrieb, sie werde in diesem Fall nicht weiter an dieser Universität unterrichten können.
Marianne Hirsch: „The concern about the ideological misuse of Holocaust memory …is not a new phenomenon. Prominent Jewish survivors and intellectuals like Jean Améry, Primo Levi, Zygmunt Bauman, and, of course, Hannah Arendt condemned the use of the memory of the Holocaust for the state of Israel’s political purposes. Yet the misappropriation they warned against has only been amplified after October 7: Israeli politicians and the media have repeatedly and increasingly equated Hamas with Nazis, (3) as well as called Palestinians “human animals” (4) recalling Nazi rhetoric against Jews. Absurdly, some have called Jews who support Palestinian liberation “Kapos” (5).“ [Zitat Marianne Hirsch: (6) ]

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EU-Subventions-Sumpf: Wie dreist sich Bauern und Nea Dimokratia bereichern

Foto aus dem Jahre 2019, das Mitsotakis in einer euphorischen Runde zusammen mit den ND-Lokalpolitikern und Strippenziehern des Betrugsskandals „Frappé“ und „Metzger“ zeigt (direkte Tischnachbarn reichts von M.)

Von Wassilis Aswestopoulos, telepolis Juli 2025;
EU-Subventions-Sumpf: Wie dreist sich Bauern und Minister bereichern
Europäische Staatsanwältin Kövesi jagt milliardenschwere Betrüger – jetzt geraten Politiker in ganz Europa ins Schwitzen.
Die europäische Generalstaatsanwältin Laura Codruța Kövesi ermittelt für die Europäische Union. Ihre Behörde, die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) eröffnete im vergangenen Jahr gemäß dem jüngsten Jahresbericht 1.504 neue Ermittlungsverfahren, bei denen es um einen geschätzten Schaden von 13,07 Milliarden Euro zulasten der EU geht.“
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Demo stoppt Kreuzfahrt aus Israel

Von Ferry Batzoglou, taz 23.7.2025:
Demo stoppt Kreuzfahrt aus Israel
In Griechenland haben Demonstranten israelische Touristen nicht von Bord eines Schiffs gehen lassen. Die Regierung in Athen verurteilte den Vorfall.
Auf der griechischen Insel Syros wurden Passagiere des israelischen Kreuzfahrtschiffes „Crown Iris“ daran gehindert, für einen sechsstündigen Besuch von Bord zu gehen. Stattdessen steuerte das Kreuzfahrtschiff Zypern an. Am Dienstagmittag hatten sich in der Hafenstadt Ermoupolis Bürger zu einer friedlichen Kundgebung zur Unterstützung Palästinas versammelt. Sie marschierten vom Miaouli-Platz zum Stadtteil Nissaki, wo das Kreuzfahrtschiff anlegen sollte.
Die Demonstranten skandierten Parolen gegen Israels militärisches Vorgehen im Gaza­streifen. Trotz Bemühungen, das Aussteigen der Passagiere zu ermöglichen, blieb die Menschenmenge vor Ort, bis das Kreuzfahrtschiff den Hafen von Syros schließlich wieder verließ. Lokalen Medien zufolge sind entlang des Protestzugs Flugblätter mit der Aufforderung „Stoppt den Völkermord“ verstreut worden. Videos zeigen eine Gruppe von Demonstranten, die eine große palästinensische Flagge trugen, während sie durch die Straßen von Ermoupolis ziehen. Im Hintergrund sind „Free, Free Palestine!“-Rufe zu hören.“
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Gideon Levy: „Es ist klar – Israel hat jetzt einen Plan für die ethnische Säuberung der Palästinenser aus Gaza.“

Israeli tank manoeuvres near heavy machinery, with a view of destruction in North Gaza, in the background, as seen from the Israeli side of the border, Thursday.

Haaretz, 20. Juli 2025:
It’s Clear – Israel Now Has a Plan for the Ethnic Cleansing of Palestinians From Gaza
Someone conceived it, there were discussions of pros and cons, alternatives were suggested, and all done in air-conditioned conference rooms. For the first time since the war of revenge in Gaza began, it’s clear that Israel has a plan – and it’s a far-reaching one.
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Armut für Griechen, Tourismus für die Reichen, die Geflüchteten in den Knast

Von Isabel Armbrust
Die Blicke richten sich auf Kreta, seitdem Griechenlands rechtsextremer Migrations-Minister alle dort aus Nordafrika ankommenden Asylsuchenden inhaftieren lässt und zur Abwehr ihrer Boote sogar die Marine einsetzt. Diese eklatante Verletzung von Völker- und EU-Recht scheint auf der „Insel der Gastfreundschaft“ aber nicht zu einem Aufschrei zu führen. Im Gegenteil. AthensLive-Wire berichtet im jüngsten Newsletter vom 19. Juli von einer traurigen Beschädigung der „Seele Kretas.“ (s.u.)

AthensLive-Wire 313, 19. Juli 2025:
„Von der Zuflucht zum Urlaubsort: Kretas Verschiebung der Prioritäten
…Die Insel Kreta (…) war schon immer für ihre Gastfreundschaft bekannt. Meistens halfen die Kreter den Bedürftigen, den Fremden, den Reisenden, die sich auf ihrer Insel einfanden.
Jetzt nicht mehr. Die Interessenvertreter des Tourismus auf Kreta haben sich entschieden gegen die Pläne zur Einrichtung geschlossener Aufnahmezentren für Migranten auf der Insel ausgesprochen und vor ernsthaften wirtschaftlichen und rufschädigenden Risiken gewarnt.

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Die europäische Linke hat sich immer noch nicht von SYRIZAs Scheitern erholt

Der unserer Meinung nach beste Beitrag zum 10-jährigen Jahrestag des OXY-Referendums. – Schon 2014 hatte Lisa Mittendrein diese mögliche Entwicklung beschrieben.

Von Lisa Mittendrein und Martin Konecny, jacobin.de 5. 7. 2025:
Die europäische Linke hat sich immer noch nicht von SYRIZAs Scheitern erholt
Heute vor 10 Jahren stimmte eine Mehrheit in Griechenland gegen das europäische Kürzungsdiktat. Dass die linke Regierung unter Alexis Tsipras sich wenige Tage danach dem Diktat doch fügte, war eine Zäsur, die die Linke in ganz Europa bis heute nicht richtig aufgearbeitet hat.
Obwohl es sich für manche wie eine Ewigkeit anfühlen mag, ist es erst 10 Jahre her, seit am 5. Juli 2015 über 60 Prozent der Menschen in Griechenland in einem Referendum gegen die Austeritätspolitik stimmten, die ihnen von der EU-Kommission und den Ländern der Eurozone aufgezwungen wurde. Trotz großer Ungewissheit über die Folgen war es ein Votum für Selbstbestimmung und eine neue Wirtschaftspolitik, und gleichzeitig der Höhe- und Endpunkt eines offenen politischen Moments, der 2011 begann.
Wer das Jahr 2015 noch nicht bewusst politisch miterlebt hat, wird es kaum vorstellbar finden, dass die Krise damals scheinbar nach links führte und grundlegende Veränderungen für viele realistisch erschienen. Inmitten der großen Wirtschaftskrise, die 2008 begann, öffnete sich ein politisches und gesellschaftliches Möglichkeitsfenster. Von 2011 bis 2015 dominierten große Mobilisierungen und durch sie gestärkte linke Parteien das politische Geschehen vor allem im Süden Europas.“
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Rettung fürs rote Radio

sdr

Von Ferry Batzoglou, taz 13.7.2025:
Rettung fürs rote Radio
Der griechische Parteisender Sto Kokkino hat finanzielle Probleme. Die sozialistische Syriza hat sich nun eine Lösung überlegt: Aktien.
Jannis Boulekos, Vollbart, olivgrünes Polohemd, will seine Medien retten. Jetzt bittet er seinen Besucher im sechsten Stock eines unscheinbaren Gebäudes in der Athener Innenstadt um etwas Geduld. Er muss noch rasch eine E-Mail schreiben. Boulekos hat derzeit viel zu tun. Der 37-Jährige, Mitglied im Zentralkomitee und Politbüro von Europas einstiger Vorzeigepartei Syriza, ist seit Februar Direktor der Parteimedien. Und die haben Hilfe nötig. Der Rettungsplan: Aktien.
Syriza besitzt das Parteiblatt Avgi sowie den 2006 ins Leben gerufenen Radiosender Sto Kokkino („Im Roten“). Über die Athener Left Media AG ist Syriza der Alleineigentümer von Sto Kokkino.“
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57 – Ein journalistisches Video über Tempi

Beitrag von mehr als 40 Journalist*innen, 15 Künstler*innen, 15 Bild- und Tontechniker*innen. Minimaler Beitrag zur Erfüllung der Pflicht gegenüber dem Berufsstand, der Gesellschaft und den Familien der Opfer.

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